{"id":1272272,"date":"2026-08-31T18:25:21","date_gmt":"2026-08-31T18:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272272\/"},"modified":"2026-08-31T18:25:21","modified_gmt":"2026-08-31T18:25:21","slug":"merz-draengt-auf-renten-reform-sonst-droht-deutschland-ein-wohlstandsverlust-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272272\/","title":{"rendered":"Merz dr\u00e4ngt auf Renten-Reform: Sonst droht Deutschland ein Wohlstandsverlust f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p>Friedrich Merz will die Rentenreform ohne Abstriche durchziehen, um in Deutschland wieder Wirtschaftswachstum zu schaffen. Dieses Ziel ist im Sinne der \u00e4lteren Generation \u2013 nur so wird ihr Lebensstandard gesichert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nur drei Tage brauchte Bundeskanzler Friedrich Merz vor der Sommerpause, um seine eigene Reformvision zu verw\u00e4ssern. F\u00fcr das Buch \u201eWohlstand f\u00fcr Alle\u201c von Ludwig Erhard brauche es eine zweite Auflage, sagte er auf dem \u201eTag der Industrie\u201c Ende Juni: \u201eDer Titel dieses Buches muss lauten: Wohlstand f\u00fcr die Jugend.\u201c Das war die sch\u00e4rfere Variante. Drei Tage sp\u00e4ter lautete sein Titel nur noch \u201eWohlstand auch f\u00fcr die junge Generation\u201c. Merz erhielt daf\u00fcr eher m\u00fcden Applaus aus einem Publikum von mittelst\u00e4ndischen Unternehmern und Bundestagsabgeordneten der Union.<\/p>\n<p>Es schwingt ein Generationenkonflikt mit, wenn \u00fcber die dringend n\u00f6tigen Reformen des deutschen Sozialstaats gesprochen wird. Ein Verteilungskampf zwischen Jung und Alt. Dass Gro\u00dfvater Merz dazu aufruft, der Enkelgeneration mehr Beachtung zu schenken, l\u00e4dt die Debatte zus\u00e4tzlich moralisch auf. <\/p>\n<p>Dabei ist die Grundannahme falsch: Die Reformen sind nicht allein im Interesse der j\u00fcngeren Generation. Im Gegenteil: Vor allem die Alten sollten sich f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen bei Steuern, Sozialsystemen, im Staatsapparat und f\u00fcr die Modernisierung von Infrastruktur und Verteidigung einsetzen. Sie brauchen den Erfolg der Reformen dringender als jede andere Generation.<\/p>\n<p>Steuern und Abgaben am Limit  <\/p>\n<p>Keine andere Gruppe in der Gesellschaft ist so abh\u00e4ngig vom Wirtschaftswachstum wie die Rentner. Die Entwicklung der gesetzlichen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/rente\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/rente\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rente<\/a> h\u00e4ngt direkt ab von der Summe der L\u00f6hne, die im Land gezahlt werden. Diese Summe kann nur wachsen, wenn die Wirtschaft w\u00e4chst. Weil die Arbeitseinkommen aber in den vergangenen Jahren schon nicht ausgereicht haben, um die massiv wachsenden Rentenausgaben zu finanzieren, haben die Regierungen immer tiefer in die Steuerkasse gegriffen. <\/p>\n<p>Rund ein Viertel des Bundeshaushalts flie\u00dft inzwischen in die Rente. Auch diese Finanzquelle w\u00e4chst nur, wenn die Wirtschaft w\u00e4chst. Und beide Posten sind an einer Grenze angekommen: Beitragserh\u00f6hungen sind kaum noch durchsetzbar, weil sie Arbeit verteuern und damit Jobs vernichten. Der Steuerzuschuss kann nicht noch weiter wachsen, weil im Haushalt ohnehin schon zu viele Schulden stehen und zu wenig Geld f\u00fcr Zukunftsinvestitionen da ist.<\/p>\n<p>Merz hat zu Recht auf der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a8ec505692b2e9e3efcb841\/schwarz-rot-wir-muessen-raus-aus-dem-klima-des-verdrusses-sagt-merz-es-mangelt-uns-nicht-am-geld.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a8ec505692b2e9e3efcb841\/schwarz-rot-wir-muessen-raus-aus-dem-klima-des-verdrusses-sagt-merz-es-mangelt-uns-nicht-am-geld.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kabinettsklausur in Neuhardenberg<\/a> in einer Art Machtwort auf die vollst\u00e4ndige Umsetzung der Rentenreform gepocht. Dass Ministerpr\u00e4sidenten im Osten versucht hatten, sich durch Ablehnung dieser Reform politische Zustimmung zu verschaffen, ist dagegen kurzsichtig. Die Logik, dass sich die \u00c4lteren im Rentensystem zulasten der J\u00fcngeren einen Vorteil verschaffen k\u00f6nnten, geht nicht mehr auf. Verharrt das Land im Reformstau, dann wird es auf absehbare Zeit kein nennenswertes Wachstum mehr geben. Anders gesagt: Der Kuchen wird dann insgesamt schrumpfen. Weniger f\u00fcr alle. Es hilft dann auch nicht, anderen ein St\u00fcck ihres Kuchenteils wegzunehmen.<\/p>\n<p>Eine Volkswirtschaft ist kein Nullsummenspiel. Die Wirtschaft muss wachsen, damit alle etwas davon haben. Eine notwendige Voraussetzung daf\u00fcr sind bessere Rahmenbedingungen, sodass sich Arbeit mehr lohnt und Unternehmen wieder investieren.<\/p>\n<p>Was passiert, wenn sich ein Volk Reformen verweigert, kann man sehr plastisch in Deutschland sehen. Zum Beispiel im Verkehrssektor: Mindestens zwei Jahrzehnte lang haben sich die W\u00e4hler f\u00fcr Regierungen entschieden, die Steuergeld unter anderem in die Rente umgelenkt haben, statt Stra\u00dfen und Schienen zu erneuern. <\/p>\n<p>Das Ergebnis ist eine einst funktionierende Eisenbahn in desolatem Zustand, sind gesperrte Stra\u00dfen und Br\u00fccken, die einsturzgef\u00e4hrdet gesperrt werden m\u00fcssen. Darunter leiden alle. Und ob die h\u00f6here M\u00fctterrente f\u00fcr die nervigen Zugfahrten entsch\u00e4digt, m\u00fcssen die Empf\u00e4ngerinnen selbst beantworten.<\/p>\n<p>Gut ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte k\u00f6nnen ins Ausland gehen<\/p>\n<p>Auf die Leidensbereitschaft der jungen Minderheit im Land sollte sich die W\u00e4hlermehrheit nicht mehr verlassen. Vor allem gut ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte k\u00f6nnen ins Ausland gehen, innerhalb der EU ist das so einfach wie nie. Schon jetzt verlassen viele Arbeitnehmer aus Osteuropa Deutschland wieder. Auch Deutsche werden folgen, wenn sie angesichts \u00fcberbordender Sozialabgaben und extremer Staatsschulden f\u00fcr sich hier keine Perspektive mehr sehen. Sie fallen dann als Renten- und Steuerzahler in Deutschland aus.<\/p>\n<p>Und sie kommen nicht mehr als K\u00e4ufer f\u00fcr die vielen Immobilien infrage, die sich ihre Elterngeneration als Altersvorsorge angeschafft hatte. Nur wenige \u00e4ltere Deutsche haben ein gro\u00dfes Aktienverm\u00f6gen, das Gewinne aus dem Wachstum anderer L\u00e4nder erwirtschaftet. Der Wert von Immobilien dagegen h\u00e4ngt davon ab, wie attraktiv ihr Standort ist. In Regionen im wirtschaftlichen Niedergang kann es keine steigenden H\u00e4userpreise geben.<\/p>\n<p>Attraktive Wirtschaftsstandorte locken Unternehmensgr\u00fcnder und qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte an, auch aus dem Ausland. Solche Menschen braucht Deutschland, um aus seiner wirtschaftlichen Schw\u00e4che zu kommen. Es braucht technologischen Fortschritt und einen Staat, der die Wirtschaft weniger g\u00e4ngelt. Und es braucht B\u00fcrger, die Ver\u00e4nderung wollen und sich daf\u00fcr aussprechen \u2013 weil alle davon profitieren werden. Besonders im Ruhestand. <\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Daniel Zwick<\/b><\/a><b> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Friedrich Merz will die Rentenreform ohne Abstriche durchziehen, um in Deutschland wieder Wirtschaftswachstum zu schaffen. Dieses Ziel ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1272273,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,99846,31,3364,29,183,30,13,59183,182,14,3923,15,3921,379,12,45,99845,763],"class_list":["post-1272272","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-bruttoinlandsprodukt-bip-ks","tag-cdu","tag-de","tag-deutschland","tag-friedrich-cdu","tag-germany","tag-headlines","tag-kc_makro","tag-merz","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-rente","tag-schlagzeilen","tag-texttospeech","tag-wirtschaftswachstum-ks","tag-zwick-daniel"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117191529195668084","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1272272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1272272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1272272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1272273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1272272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1272272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1272272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}