{"id":1272331,"date":"2026-08-31T19:04:29","date_gmt":"2026-08-31T19:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272331\/"},"modified":"2026-08-31T19:04:29","modified_gmt":"2026-08-31T19:04:29","slug":"verdi-ausladung-wegen-afd-vorwurf-bsw-protestiert-mit-berlin-chef-king-vor-dem-rbb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272331\/","title":{"rendered":"Verdi-Ausladung wegen AfD-Vorwurf: BSW protestiert mit Berlin-Chef King vor dem RBB"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Viertel vor vier rollt ein Lastenrad an die Masurenallee, auf der Kiste der Schriftzug des BSW-Bezirksverbands Tempelhof-Sch\u00f6neberg. Das Material wird ausgelegt, die Transparente sind in Sekunden ausgebreitet. \u201eAusgeladen \u2013 trotzdem f\u00fcr Sie da\u201c steht auf dem einen, \u201eDemokratie ohne Dissens ist nur Dekoration\u201c auf dem anderen. Der Wind macht den Tr\u00e4gern sichtlich zu schaffen. Knapp 30 Menschen kommen zusammen, \u00fcberschaubar also. Alexander King versp\u00e4tet sich leicht, ist dann aber voll da.<\/p>\n<p>Im RBB-Haus startet wenig sp\u00e4ter das Wahlforum der <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/berlin-wahl-o-mat-abgeordnetenhauswahl-38-thesen-10324307\" rel=\"nofollow noopener\">Gewerkschaft Verdi zur Berliner Abgeordnetenhauswahl<\/a> am 20. September. Auf dem Podium in der Dachlounge sitzen Elif Eralp (Linke), Stefan Evers (CDU), Werner Graf (Gr\u00fcne) und Steffen Krach (SPD). King, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat des BSW, war eingeladen \u2013 und wurde rund zwei Wochen vor dem Termin wieder ausgeladen.\n            <\/p>\n<p>            Vorwurf: Verdi-Funktion\u00e4re sch\u00fctzen die Altparteien<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Vor der T\u00fcr greift King zum Mikrofon. \u00c4u\u00dfern d\u00fcrften sich an diesem Abend ausgerechnet jene Parteien, die in den vergangenen Jahren Lohndumping betrieben h\u00e4tten. \u201eVier Parteien, die hier sitzen, haben den Weg frei gemacht f\u00fcr grenzenlose Aufr\u00fcstung und den Abbruch des Sozialstaats\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Seine Kritik richtet sich auch an den Einladenden. \u201eVerdi-Funktion\u00e4re scheinen ihre Aufgabe darin zu verstehen, die Altparteien zu sch\u00fctzen\u201c, sagt King. \u201eDas ist nicht die Aufgabe einer Gewerkschaft. Die Aufgabe ist, die Interessen der Arbeitnehmer zu sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Er kommt auf die EU-Sanktionen gegen den <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/huseyin-dogru-eu-sanktionen-kampagne-10037467\" rel=\"nofollow noopener\">Berliner Journalisten H\u00fcseyin Do\u011fru<\/a> zu sprechen, der seit Mai 2025 auf der Liste des 17. Russland-Sanktionspakets steht. Dar\u00fcber, sagt King, h\u00e4tte er gern auf dem Podium gesprochen.\n            <\/p>\n<p>            King: \u201eDie Brandmauer wird immer h\u00f6her\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Dann der Satz, der die Ausladung in einen gr\u00f6\u00dferen Rahmen stellt: \u201eDie Brandmauer steht und wird immer h\u00f6her. Nicht nur die AfD wird dahinter verbannt, sondern auch das BSW.\u201c Und: \u201eAber es wird einsam auf der anderen Seite.\u201c Meinungen w\u00fcrden systematisch ausgegrenzt, \u201eda machen wir nicht mit\u201c. Von einem \u201e<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/alexander-king-10023112\" rel=\"nofollow noopener\">Selbstmord der Demokratie<\/a>\u201c spricht King an diesem Nachmittag.<\/p>\n<p>Unter den Protestierenden sind BSW-Mitglieder, die zugleich der Gewerkschaft angeh\u00f6ren. Sie wollen ein Zeichen setzen: Solidarit\u00e4t mit ihrem Spitzenkandidaten \u2013 und die Forderung, vor der Wahl die ganze Bandbreite abzubilden. Wenige Meter entfernt steht eine etwa gleich gro\u00dfe Gruppe von Verdi.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/a8b85233-88df-4d77-9816-89089914ba5d.jpg\"   alt=\"BSW-Protest vor dem RBB-Haus\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"BSW-Protest vor dem RBB-Haus\" data-source=\"Boban Dukic\/BLZ\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">BSW-Protest vor dem RBB-Haus\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Boban Dukic\/BLZ<\/p>\n<p>            Verdi verweist auf Sachsen-Anhalt<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Begr\u00fcndung im Absageschreiben, das dieser Zeitung vorliegt, hat mit Berlin nichts zu tun. Vor der <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ostdeutscheallgemeine.com\/article\/landtagswahl-in-sachsen-anhalt-jetzt-greift-sahra-wagenknecht-ein-10312560\" rel=\"nofollow noopener\">Landtagswahl in Sachsen-Anhalt<\/a> habe die BSW-Bundesspitze \u00f6ffentlich und unmissverst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt, eine BSW-Fraktion im Magdeburger Landtag w\u00e4re bereit, einem AfD-Ministerpr\u00e4sidenten ins Amt zu verhelfen: Stimmten die anderen Parteien dem BSW-Vorschlag eines \u201e\u00fcberparteilichen Ministerpr\u00e4sidenten\u201c nicht zu, wolle sich die Fraktion im dritten Wahlgang enthalten und damit eine AfD-Mehrheit erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das Schreiben verweist auf die als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverb\u00e4nde und auf den dortigen Spitzenkandidaten, dem es Verbindungen in die Neonazi-Szene zuschreibt. Dann folgt der Satz, auf den das Papier zul\u00e4uft: 93 Jahre nach Beginn der Herrschaft des Nationalsozialismus bestehe die reale Gefahr, dass mit zentraler Hilfe des BSW erneut eine faschistische und rechtsextreme Partei Regierungsverantwortung erhalte. F\u00fcr Verdi sei damit \u201eeine rote Linie erreicht\u201c.\n            <\/p>\n<p>            Exklusives Demokratieverst\u00e4ndnis<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              King, selbst Verdi-Mitglied, hatte die Entscheidung schon vorab scharf kritisiert. Sie werfe \u201eein grelles Licht auf das Demokratieverst\u00e4ndnis der Verdi-Funktion\u00e4re\u201c, deren Haltung er so zusammenfasst: \u201eDemokratie ist, wenn die Leute, die wir gut finden, miteinander diskutieren und alle, die wir nicht so gut finden, au\u00dfen vor bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Dass die \u201eAltparteien\u201c dem BSW die Schuld f\u00fcr die St\u00e4rke der AfD zuschieben wollten, sei \u201ewirklich ein Treppenwitz\u201c. In Sachsen-Anhalt sei das BSW zu allen Wahlkampfpodien von DGB und Verdi eingeladen; best\u00e4tigt habe ihm das der dortige Landesvorsitzende John Lucas Dittrich. Sein Schluss: \u201eDiese Ausgrenzung ist also ein Berliner Verdi-Spezifikum.\u201c\n            <\/p>\n<p>            Verdi: \u201eWir bewerten einzelne Aktivit\u00e4ten unserer Mitglieder nicht.\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Auf Anfrage der Berliner Zeitung, wie die Gewerkschaft den Protest eines Mitglieds gegen die eigene Veranstaltung bewertet, antwortet der Pressesprecher Kalle Kunkel knapp: \u201eWir bewerten einzelne Aktivit\u00e4ten unserer Mitglieder nicht.\u201c<\/p>\n<p>Zur Zusammensetzung des Podiums nennt Kunkel zwei Ma\u00dfst\u00e4be. Eingeladen werde, wer bereits im Parlament vertreten sei oder realistische Chancen auf einen Einzug in das n\u00e4chste habe. Und: Die Parteien d\u00fcrften \u201enicht gegen fundamentale gewerkschaftliche Grunds\u00e4tze\u201c versto\u00dfen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Nach dem ersten Kriterium, so Kunkel, h\u00e4tte Verdi King ohnehin nicht einladen m\u00fcssen. Er sitze nur im Abgeordnetenhaus, weil er sein Mandat nach dem Austritt aus der Linkspartei behalten habe; das BSW liege in den Umfragen seit l\u00e4ngerem unter f\u00fcnf Prozent. F\u00fcr die Ausladung selbst verweist der Sprecher auf das Absageschreiben. Eine dar\u00fcber hinausgehende Erkl\u00e4rung gibt die Gewerkschaft nicht ab. Offen bleibt damit, warum King zun\u00e4chst eingeladen worden war.<\/p>\n<p>Nicht auf dem Podium vertreten ist auch AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker, deren Fraktion im Abgeordnetenhaus sitzt.\n            <\/p>\n<p>            N\u00e4chster Streit: die RBB-Wahlarena<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr das BSW endet die Auseinandersetzung nicht an der Masurenallee. Auch zur Wahlarena des RBB am 16. September ist die Partei nicht eingeladen. Dagegen geht sie juristisch vor: Ein Eilantrag ist gestellt, es wird geklagt. \u201eWir werden uns das nicht gefallen lassen\u201c, sagt King.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viertel vor vier rollt ein Lastenrad an die Masurenallee, auf der Kiste der Schriftzug des BSW-Bezirksverbands Tempelhof-Sch\u00f6neberg. 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