{"id":127263,"date":"2025-05-21T05:17:13","date_gmt":"2025-05-21T05:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127263\/"},"modified":"2025-05-21T05:17:13","modified_gmt":"2025-05-21T05:17:13","slug":"muessten-deutsche-mehr-arbeiten-was-man-in-bremen-davon-haelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127263\/","title":{"rendered":"M\u00fcssten Deutsche mehr arbeiten? Was man in Bremen davon h\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nFragen &amp; Antworten<\/p>\n<p>Standdatum: 21. Mai 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nVerena Patel<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\" Blick in durch eine offene Glast\u00fcr in einem B\u00fcro. Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch (Symbolbild)\" data-image-owner=\"Imago | Sven Simon\" data-image-title=\" Blick in durch eine offene Glast\u00fcr in einem B\u00fcro. Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch (Symbolbild)\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/arbeitszeiten-100~_v-800x450_c-1747664065014.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/arbeitszeiten-100~_v-640x360_c-1747664065014.jpg\"\/><\/p>\n<p>Bild: Imago | Sven Simon<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Eine Studie untermauert die Aussage des Bundeskanzlers: Deutsche arbeiten im Schnitt weniger als andere. Woran das liegt und was sich \u00e4ndern muss, erkl\u00e4ren Bremer Experten.<\/p>\n<p>Zuletzt hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit der Aussage f\u00fcr Aufsehen gesorgt, die Deutschen arbeiteten zu wenig. Ein Vergleich von Daten aus den Mitgliedsl\u00e4ndern der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommt zu dem Ergebnis, dass nur Menschen in Frankreich und Belgien noch weniger arbeiten als in Deutschland.<\/p>\n<p>Arbeiten Deutsche wirklich so wenig?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Deutsche arbeiten im Vergleich mit Menschen in anderen Wirtschaftsnationen im Schnitt deutlich weniger: Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft. Die Studienautoren untersuchten daf\u00fcr Daten aus den OECD-L\u00e4ndern. Zur OECD-Gruppe geh\u00f6ren 38 Nationen, viele von ihnen sind wirtschaftsstark. F\u00fcr die Studie wurden die Arbeitsstunden insgesamt auf alle Menschen im Erwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren umgerechnet. <\/p>\n<p>Im Jahr 2023 arbeitete ein Deutscher zwischen 15 und 64 Jahren demnach im Schnitt 1.036 Stunden. Deutschland landete damit auf dem drittletzten Platz, nur in Frankreich (rund 1.027 Stunden) und Belgien (rund 1.021 Stunden) wurde weniger gearbeitet. Zum Vergleich: Eine Griechin arbeitete im Schnitt 1.172 Stunden, ein Pole 1.304 Stunden. In keinem untersuchten Land lag die Zahl der Arbeitsstunden h\u00f6her als in Neuseeland. Dort waren es sogar mehr als 1.400 Stunden im Jahr 2023.<\/p>\n<p>Wie viel arbeiten die Menschen in Bremen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">F\u00fcr Bremen gibt es zwar keine direkt vergleichbaren Zahlen. Laut einer repr\u00e4sentativen Befragung, die das Sozialforschungsinstitut infas f\u00fcr die Bremer Arbeitnehmerkammer durchgef\u00fchrt hat, arbeiten die Besch\u00e4ftigten im Land Bremen im Schnitt 35,6 Stunden pro Woche. \u00dcberstunden sind darin bereits enthalten. Nach den Ergebnissen der Befragung arbeiten M\u00e4nner durchschnittlich 38,7 Stunden, Frauen 32 Stunden. Die Arbeitnehmerkammer verweist auf gro\u00dfe Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. <\/p>\n<p>Gut 70 Prozent der Befragten seien in Vollzeit besch\u00e4ftigt. Unter den Geschlechtern ist das Verh\u00e4ltnis von Vollzeit und Teilzeit aber sehr ungleich verteilt: W\u00e4hrend fast 90 Prozent der M\u00e4nner einer Arbeit in Vollzeit nachgehen, sind es bei den Frauen weniger als die H\u00e4lfte. F\u00fcr die Befragung wurden von Februar bis Mai 2023 2.940 Gespr\u00e4che mit in Bremen wohnenden Besch\u00e4ftigten und Einpendlerinnen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wie ist der Vergleich zu anderen Bundesl\u00e4ndern?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Als Zwei-St\u00e4dte-Staat ist Bremen zwar nicht in jeder Hinsicht mit Fl\u00e4chenl\u00e4ndern vergleichbar. Eine Auff\u00e4lligkeit gegen\u00fcber anderen Bundesl\u00e4ndern, was die Struktur der Erwerbst\u00e4tigkeit angeht: Im Bundesl\u00e4ndervergleich gibt es laut Arbeitnehmerkammer Bremen sowohl bei M\u00e4nnern als auch noch st\u00e4rker bei Frauen besonders niedrige Erwerbsquoten. Das hei\u00dft, es nehmen im Land Bremen besonders wenige Menschen am Arbeitsmarkt teil. <\/p>\n<p>Auch die Teilzeitquote bei den Frauen sei im Vergleich zu anderen Bundesl\u00e4ndern sehr hoch. &#8222;Insgesamt wird das Arbeitszeitpotenzial im Land Bremen unzureichend genutzt&#8220;, so Tim Voss, Abteilungsleiter der Politikberatung bei der Arbeitnehmerkammer Bremen.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Anreize k\u00f6nnte die Arbeitszeit einzelner erh\u00f6hen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Bei der Arbeitnehmerkammer Bremen ist man \u00fcberzeugt, dass man mehr Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren sollte und Teilzeitarbeitende die M\u00f6glichkeit bekommen, ihre Stundenzahl zu erh\u00f6hen, und so insgesamt mehr gearbeitet w\u00fcrde. Die individuelle Arbeitszeit von Vollzeitbesch\u00e4ftigten zu erh\u00f6hen, sei der falsche Weg. Die Arbeitnehmerkammer verweist darauf, dass &#8222;ein beachtlicher Anteil der Teilzeitbesch\u00e4ftigten unfreiwillig in Teilzeit&#8220; arbeite. Um das zu \u00e4ndern, brauche es eine bessere Infrastruktur bei der Kinderbetreuung und in der Pflege. <\/p>\n<p>Letzteres sieht auch Cornelius Neumann-Redlin von den Unternehmensverb\u00e4nden Bremen so. &#8222;Wenn es mehr Frauen erm\u00f6glicht w\u00fcrde, Vollzeit zu arbeiten, w\u00e4re das ein gro\u00dfer Fortschritt&#8220;, sagt der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Seiner Erfahrung nach ist Geld nicht immer und in jeder Branche der entscheidende Anreiz: &#8222;Meine Erfahrung ist, dass etwa in den Branchen Chemie und Metall\/Elektro, wo die tariflichen Bedingungen sehr gut sind, ein Trend dahin geht, dass sich Besch\u00e4ftigte lieber f\u00fcr mehr Freizeit als f\u00fcr mehr Gehalt entscheiden. Diesen Trend nehme ich sowohl in Bremen als auch bundesweit wahr.&#8220; <\/p>\n<p>Neumann-Redlin sieht das gr\u00f6\u00dfte Problem bei einem geringen Arbeitsvolumen f\u00fcr das aktuelle Rentensystem. &#8222;Das Problem ist, dass eine immer geringer werdende Zahl von Erwerbst\u00e4tigen eine immer gr\u00f6\u00dfere Zahl von Rentenempf\u00e4ngern wird finanzieren m\u00fcssen \u2013 das kann nicht funktionieren, wenn Menschen immer weniger arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>Mehr zum Thema:<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quellen<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen und AFP.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Zwei, Der Morgen, 19. Mai 2025, 8:36 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fragen &amp; Antworten Standdatum: 21. Mai 2025. 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