{"id":127286,"date":"2025-05-21T05:29:10","date_gmt":"2025-05-21T05:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127286\/"},"modified":"2025-05-21T05:29:10","modified_gmt":"2025-05-21T05:29:10","slug":"isoe-eine-stadt-fuer-mehr-insektenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127286\/","title":{"rendered":"ISOE: Eine Stadt f\u00fcr mehr Insektenschutz"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">F\u00fcnf Jahre lang haben Frankfurter Wissenschaftler*innen aus den Natur- und Sozialwissenschaften gemeinsam mit Praxisakteuren und B\u00fcrger*innen erforscht, wie die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Insekten in der Stadtbev\u00f6lkerung gest\u00e4rkt werden kann und wie kommunale Gr\u00fcnfl\u00e4chen besser f\u00fcr den Insektenschutz genutzt werden k\u00f6nnen.\n\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tAnzeige<\/p>\n<p>    <a href=\"#\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1747805350_529_avw\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p>Im<strong> Forschungsprojekt \u201eSLInBio\u201c <\/strong>unter der Leitung des <strong>ISOE <\/strong>wurden hierf\u00fcr auch vielf\u00e4ltige Formate f\u00fcr B\u00fcrgerengagement konzipiert und erfolgreich umgesetzt. Auf der Abschlussveranstaltung am 14. Mai 2025 haben die Projektpartner ihre <strong>Forschungsergebnisse <\/strong>vorgestellt und mit den G\u00e4sten \u00fcber Potenziale f\u00fcr den Insektenschutz in Kommunen diskutiert.<\/p>\n<p>Wenn es um <strong>Insektenvielfalt <\/strong>geht, denken viele an Wiesen, Felder und W\u00e4lder. Doch auch St\u00e4dte bieten wertvolle Habitate f\u00fcr Pflanzen und Tiere. Ihre Vielfalt ist zentral f\u00fcr <strong>\u00d6kosystemleistungen<\/strong>. Da die Insektenvielfalt weiter abnimmt, ist es von gro\u00dfer Bedeutung, gerade auch den st\u00e4dtischen Lebensraum f\u00fcr Insekten noch besser zu nutzen. Das gilt auch f\u00fcr die Stadt Frankfurt am Main mit ihren vielen Parks, Gr\u00fcnanlagen, Gr\u00fcnstreifen, G\u00e4rten und Balkonen, wo Insekten eine Vielfalt an geeigneten Habitaten und Futterangeboten vorfinden. Aber wie genau k\u00f6nnen st\u00e4dtische Gr\u00fcnfl\u00e4chen zur <strong>F\u00f6rderung der Insektendiversit\u00e4t <\/strong>genutzt werden? Und wie k\u00f6nnen Kommunen die B\u00fcrger*innen motivieren und daf\u00fcr gewinnen, aktiv zum Schutz von Insekten beizutragen?<\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselfaktor daf\u00fcr ist eine <strong>Verbesserung der Wertsch\u00e4tzung<\/strong> f\u00fcr Insekten. \u201eDer Beitrag, den Insekten f\u00fcr unsere \u00d6kosysteme leisten, hat in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung lange eine eher untergeordnete Rolle gespielt\u201c, sagt Biodiversit\u00e4tsforscherin Marion Mehring vom Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung (ISOE). \u201eIn den letzten Jahren haben wir zwar gesehen, dass das allgemeine Verst\u00e4ndnis<strong> \u00f6kologischer Zusammenh\u00e4nge<\/strong> gr\u00f6\u00dfer geworden ist, doch eine echte Trendumkehr bei Artenverlusten hat bisher nicht eingesetzt.\u201c Ein Frankfurter Forschungsteam unter Mehrings Leitung wollte deshalb wissen: Wie kann die Wertsch\u00e4tzung von Insekten und deren Artenvielfalt im <strong>st\u00e4dtischen Lebensraum<\/strong> gef\u00f6rdert werden?<\/p>\n<p>Frankfurter Forschungsverbund mit ausgewiesener Biodiversit\u00e4tsexpertise<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr schloss sich 2020 in Frankfurt am Main ein in der Form bislang einzigartiger Verbund aus Wissenschaft, Forschung und Kunst, Zivilgesellschaft und st\u00e4dtischer Verwaltung zusammen. Zu den<strong> Institutionen mit ausgewiesener Biodiversit\u00e4tsexpertise<\/strong> geh\u00f6rten das Institut f\u00fcr sozial-\u00f6kologische Forschung (ISOE), das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, die Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt und der NABU Frankfurt in Kooperation mit dem Palmengarten der Stadt Frankfurt, BioFrankfurt, dem Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt, dem Umweltamt der Stadt Frankfurt sowie der Informations- und Begegnungsst\u00e4tte Main\u00c4ppelHaus Lohrberg.<\/p>\n<p>Das<strong> inter- und transdisziplin\u00e4re Forschungsteam<\/strong> von SLInBio \u2013 St\u00e4dtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversit\u00e4t f\u00fchrte bis Mai 2025 eine Vielzahl an sozial- und naturwissenschaftlichen Untersuchungen in der Mainmetropole durch \u2013 Befragungen, Insektenmonitoring und toxikologische Bestandsaufnahmen \u2013 und verfolgte vielseitige partizipative Ans\u00e4tze f\u00fcr B\u00fcrgerengagement. Bei der <strong>Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts<\/strong> am 14. Mai 2025 stellte das Forschungsteam im Frankfurter Palmengarten nun die zentralen Ergebnisse des vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rderten Projekts SLInBio vor.<\/p>\n<p>Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodr\u00edguez: Wegweisende Zusammenarbeit f\u00fcr Biodiversit\u00e4t<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde die <strong>Veranstaltung <\/strong>von Frankfurts Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodr\u00edguez, die das gro\u00dfe Potenzial der Mainmetropole f\u00fcr den Schutz der Insektenvielfalt betonte: \u201eDer deutschlandweit einzigartige Forschungsverbund hat in seiner f\u00fcnfj\u00e4hrigen Arbeit auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie man B\u00fcrger*innen f\u00fcr den Schutz der Insektenwelt begeistern kann.\u201c Die erfolgreiche <strong>Zusammenarbeit von Wissenschaft, Stadtbev\u00f6lkerung und der Stadt Frankfurt <\/strong>sei hierf\u00fcr wegweisend gewesen. \u201eIch freue mich sehr dar\u00fcber, dass ich heute sagen kann: Frankfurt geh\u00f6rt zu den St\u00e4dten, in denen die Bedeutung von Biodiversit\u00e4t f\u00fcr eine intakte Natur und f\u00fcr unsere Lebensqualit\u00e4t eine wichtige Rolle spielt. Wenn die Vielfalt zur\u00fcckgeht, bekommen wir das alle zu sp\u00fcren, das wollen wir auch weiterhin gemeinsam verhindern.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Erhalt der Artenvielfalt in der Stadt empfiehlt der Forschungsverbund SLInBio, alle verf\u00fcgbaren Gr\u00fcnfl\u00e4chen konsequent als Schutzr\u00e4ume f\u00fcr Insekten zu nutzen. Die Projektergebnisse der <strong>naturwissenschaftlichen Forschungspartner Senckenberg Forschungsinstitut<\/strong> und Goethe-Universit\u00e4t zeigen deutlich: Jede Fl\u00e4che z\u00e4hlt. Auf den untersuchten urbanen Wiesen, G\u00e4rten und Kleing\u00e4rten konnte mithilfe eines neuartigen Umwelt-DNS-Monitorings eine Vielzahl von Insektenarten identifiziert werden. Darunter auch gef\u00e4hrdete Arten und solche, die erstmals in Hessen nachgewiesen werden konnten. Gleichzeitig wurden mithilfe von<strong> toxikologischen Untersuchungen <\/strong>auch sch\u00e4dliche Stoffe in Kleing\u00e4rten und Hausg\u00e4rten nachgewiesen, deren Herkunft jetzt noch weiter untersucht werden muss.<\/p>\n<p>Weil Wissen alleine nicht ausreicht: neue Blickwinkel auf Insektendiversit\u00e4t<\/p>\n<p>Die von dem Journalisten Stephan H\u00fcbner (hr INFO) moderierte Abschlussveranstaltung richtete sich insbesondere an Vertreter*innen aus Kommunen. Rund 70 G\u00e4ste tauschten sich im Frankfurter Palmengarten \u00fcber die <strong>Nutzung von st\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen<\/strong>, \u00fcber Zielkonflikte und m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze aus. Zentral waren dabei unter anderem die gesellschaftliche Wahrnehmung von Insekten und die Akzeptanz von Insektenschutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Ein <strong>Problembewusstsein <\/strong>f\u00fcr das Artensterben allein reiche f\u00fcr ein B\u00fcrgerengagement nicht aus, erl\u00e4uterte Projektleiterin Marion Mehring vom ISOE. \u201eIn der Praxis beobachten wir, dass aus dem Wissen um den Biodiversit\u00e4tsverlust nicht zwingend ein entsprechendes Handeln folgt.\u201c Das Forschungsprojekt SLInBio habe sehr deutlich gezeigt: \u201eF\u00fcr ein insektenfreundliches Handeln ist es zentral, dass Menschen neben einem <strong>detaillierten Wissen <\/strong>auch ein Verantwortungsgef\u00fchl entwickeln. Wir nennen es Inwertsetzung, wenn aus der <strong>Wahrnehmung <\/strong>f\u00fcr den Wert der Natur tats\u00e4chlich biodiversit\u00e4tsfreundliches Handeln entsteht\u201c, sagt Mehring.<\/p>\n<p>Damit das in der Praxis gelingt, setzte das Forschungsprojekt stark auf innovative und vor allem interaktive Formate f\u00fcr die Stadtgesellschaft. Nicht nur Ausstellungen, Workshops und Citizen-Science-Angebote, sondern auch<strong> k\u00fcnstlerische Interventionen <\/strong>boten B\u00fcrger*innen der Stadt Frankfurt M\u00f6glichkeiten zum Mitmachen an. Das Projektteam konzipierte Formate zum Nachdenken, Lernen und Erleben, um neue Blickwinkel auf das Thema Insektenvielfalt und seine Bedeutung f\u00fcr eine lebenswerte Stadt zu er\u00f6ffnen. Dazu geh\u00f6rten etwa die<strong> \u201eInsect Embassy\u201c,<\/strong> das Kunstprojekt <strong>\u201eInsectopolis\u201c<\/strong>, die Ausstellung \u201eVerspielt? Roulette mit der Insekten- und Pflanzenwelt\u201c, die Aktion \u201eLebensr\u00e4ume gestalten im NABU Garten\u201c oder die Sonderausstellung \u201eStadtinsekten \u2013 Frankfurts kleine Helfer\u201c, die aufgrund des gro\u00dfen Erfolgs bis auf Weiteres verl\u00e4ngert wurde und \u00fcber die Projektlaufzeit von SLInBio hinaus im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt besucht werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcnf Jahre lang haben Frankfurter Wissenschaftler*innen aus den Natur- und Sozialwissenschaften gemeinsam mit Praxisakteuren und B\u00fcrger*innen erforscht, wie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":127287,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1829],"tags":[29,1788,2050,2051,36070,30,2052,47645,47644,7473,3041],"class_list":{"0":"post-127286","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankfurt-am-main","8":"tag-deutschland","9":"tag-eine","10":"tag-frankfurt","11":"tag-frankfurt-am-main","12":"tag-fuer","13":"tag-germany","14":"tag-hessen","15":"tag-insektenschutz","16":"tag-isoe","17":"tag-mehr","18":"tag-stadt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114544178882053446","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127286","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127286"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127286\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}