{"id":1273203,"date":"2026-09-01T05:04:19","date_gmt":"2026-09-01T05:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273203\/"},"modified":"2026-09-01T05:04:19","modified_gmt":"2026-09-01T05:04:19","slug":"judenhass-in-den-eigenen-reihen-so-tief-sitzt-der-antisemitismus-in-der-berliner-linkspartei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273203\/","title":{"rendered":"Judenhass in den eigenen Reihen: So tief sitzt der Antisemitismus in der Berliner Linkspartei"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCJpg tspCJph\">Es ist nur wenige Tage her, da war die Welt der Linken in Berlin noch in Ordnung: In der Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hatte die seit Monaten in F\u00fchrung liegende Partei ihren Abstand zur Konkurrenz von CDU, AfD und Gr\u00fcnen <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/einen-monat-vor-der-wahl-umfrage-sieht-linke-in-berlin-vorne-15970598.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erneut ausgebaut<\/a>. Zudem lag Spitzenkandidatin Elif Eralp in der Frage, wen die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler ins Rote Rathaus w\u00e4hlen w\u00fcrden, wenn sie den Regierungschef pers\u00f6nlich bestimmen d\u00fcrften, erstmals knapp vor ihren Kontrahenten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/yalla-yalla-intifada-offener-judenhass-im-wahlkampf-der-neukollner-linken--grune-zweifeln-an-regierungsfahigkeit-15997499.html?icid=single-topic_16001270___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCPp3\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eYalla Yalla Intifada\u201c Offener Judenhass im Wahlkampf der Neuk\u00f6llner Linken \u2013 Gr\u00fcne zweifeln an Regierungsf\u00e4higkeit <\/a><\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Mehr oder minder zeitgleich verfasste Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bjoern Tielebein Tagesspiegel-Informationen zufolge ein internes Schreiben, in dem er sinngem\u00e4\u00df erkl\u00e4rte, die Partei k\u00f6nne sich auf dem Weg zum Wahlsieg und damit ins Rote Rathaus fast nur noch selbst schlagen.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Dementsprechend diszipliniert und geschlossen sollten sich die Genossen in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl pr\u00e4sentieren \u2013 und im Zweifel besser die Landesspitze hinzuziehen, statt mit unabgestimmten Aussagen oder Aktionen Schaden anzurichten.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCMpp\">\n<p>Yalla Yalla Intifada\u00a0\u2013 Westbank, Pal\u00e4stina, Gaza<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCMpq\">Liedzeile des Rappers Dahabflex<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Dieser Plan ist seit dem vergangenen Samstagabend Makulatur. Mit seinem Auftritt auf einer Wahlkampfkundgebung der Linken Neuk\u00f6lln zog der bereits zuvor f\u00fcr antisemitische Texte und Terrorverherrlichung bekannte Rapper Dahabflex die Partei zur\u00fcck in eine Debatte, die sie zuletzt mit einigem Aufwand ruhiggestellt hatte.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Seitdem ist die Linke wieder mit dem Judenhass in den eigenen Reihen konfrontiert und muss sich fragen lassen: Ist die Partei in ihrer Breite antisemitisch und dementsprechend ungeeignet, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/fur-eine-regierungsverantwortung-schlecht-geeignet-prominente-spd-politiker-blicken-mit-skepsis-auf-senatsbeteiligung-der-linken-15972071.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einer neuen Berliner Landesregierung anzugeh\u00f6ren<\/a>?<\/p>\n<p> Mahnungen wurden ignoriert <\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Bei vielen in der Partei ist der Frust dar\u00fcber riesig. \u201eWie dumm kann man sein?\u201c, fragt eine erfahrene Linke hinter vorgehaltener Hand in Richtung des Bezirksverbands, der den Eklat provoziert hatte und die Partei damit einmal mehr in eine vor allem im Wahlkampf unangenehme Debatte zwingt. Dass der am Samstagabend f\u00fcr seinen Auftritt gefeierte Rapper mit Parolen wie \u201eYalla Yalla Intifada\u201c oder \u201eDeath to the IDF\u201c Gewalt gegen Juden legitimiert, war parteiintern lange bekannt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/wahlkampf-linke-berlin-mit-spitzenkandidatin-eralp.jpeg\"   alt=\"22.08.2026, Berlin: Elif Eralp, Linken-Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026, spricht bei einer Kundgebung vor einem Konzert auf dem Mierendorffplatz im Stadtteil Charlottenburg. Foto: Carsten Koall\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-16000680\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspA0ja\"\/> Hat \u201eKonsequenzen\u201c angek\u00fcndigt: Elif Eralp, Linken-Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus. <\/p>\n<p class=\"tspABgd\"> \u00a9 dpa\/Carsten Koall <\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Und tats\u00e4chlich zeigen die Linke-internen Reaktionen, wie gespalten die Partei <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/linke-vor-cdu-und-afd-neue-umfrage-sagt-dreikampf-um-wahlsieg-in-berlin-voraus-15997950.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit den derzeit besten Chancen auf das Rote Rathaus<\/a> beim Thema Antisemitismus weiterhin ist. W\u00e4hrend im Hintergrund viele mit einer Mischung aus Entsetzen und Verzweiflung auf den Vorfall reagieren und mit Blick auf den strategischen GAU drei Wochen vor der Wahl die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammenschlagen, sprechen andere von einer \u201eHetzkampagne\u201c.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">\u201eDer Titel dieses Songs ,Stop the genocide\u2019, da stehen wir uneingeschr\u00e4nkt dahinter\u201c, erkl\u00e4rte Jorinde Schulz, Sprecherin der Linken Neuk\u00f6lln, in der Abendschau des rbb. Worte des Bedauerns oder gar der Reue: Fehlanzeige. Schwer vorstellbar, dass der zuletzt stark gewachsene und dementsprechend selbstbewusste Bezirksverband die von Eralp geforderten \u201eKonsequenzen\u201c ziehen wird.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Wie gro\u00df der Einfluss des aus Neuk\u00f6lln heraus angef\u00fchrten Lagers auf die Partei tats\u00e4chlich ist und ob es in der Linken, wie von der CDU behauptet, inzwischen den Ton angibt, l\u00e4sst sich schwer beantworten. Auf Parteitagen blieb <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bruchiger-frieden-die-berliner-linke-bleibt-beim-thema-nahost-gespalten-14851802.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Showdown auf offener B\u00fchne zuletzt aus,<\/a> konnte der von Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer gef\u00fchrte Landesvorstand Antr\u00e4ge des pal\u00e4stinasolidarischen Lagers unter gro\u00dfem Aufwand abmoderieren. Gleichzeitig verschoben die Israelgegner die Grenzen des Sagbaren immer weiter in ihre Richtung.<\/p>\n<p> Machtk\u00e4mpfe in den Bezirken <\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Auch personell muskelte das selbsternannte pal\u00e4stinasolidarische Lager in der Partei best\u00e4ndig auf. Mit der Neuk\u00f6llner Direktkandidatin Vedi Emde \u2013 selbst Teil der Arbeitsgemeinschaft Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t \u2013 und Co-Landeschefin Martha Kleed\u00f6rfer aus Mitte d\u00fcrften zwei parteiintern wegen ihrer Haltung zum Nahostkonflikt als problematisch geltende Frauen sicher der n\u00e4chsten Abgeordnetenhausfraktion angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Hinzu kommt, dass die als strategisch gewieft beschriebenen Mitglieder des Lagers im Begriff sind, in einzelnen Bezirksverb\u00e4nden Mehrheiten zu organisieren. Neben Neuk\u00f6lln und Mitte, wo das dem Anschein nach bereits gelungen ist, finden auch in Tempelhof-Sch\u00f6neberg und Steglitz-Zehlendorf Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern statt.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Dem \u201eInternationalistischen B\u00fcndnis\u201c, zu dem sich auch das \u201eVereinigte Pal\u00e4stinensische Nationalkomitee\u201c z\u00e4hlt, geh\u00f6ren die Linke Neuk\u00f6lln und die LAG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t weiter an. Daran konnte bislang auch ein \u201e<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/zusatzlicher-feiertag-an-jom-kippur-berliner-linke-will-mit-funf-punkte-plan-judenhass-bekampfen-15570770.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">F\u00fcnf-Punkte-Plan gegen Antisemtismus<\/a>\u201c nichts \u00e4ndern, den Eralp im Mai pr\u00e4sentierte.<\/p>\n<p> Letztes Mittel Parteiausschluss <\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Tagesspiegel-Informationen zufolge organisiert sich inzwischen aber auch aktive Gegenwehr. Im Juni wurde die Arbeitsgemeinschaft Shalom offiziell als Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) anerkannt. Sie hat jedoch deutlich weniger Schlagkraft als die LAG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t\u00a0\u2013 auch weil letztere parteiintern mit gro\u00dfer Aggressivit\u00e4t vorgeht.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Eines der Probleme, vor denen der Teil der Linken steht, der den Antisemitismus in den eigenen Reihen zur\u00fcckdr\u00e4ngen will, sind die hohen H\u00fcrden f\u00fcr einen Parteiausschluss. Gut in Erinnerung ist der Fall des wegen der Verteidigung des Hamas-Terrors am 7. Oktober 2023 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/einstimmige-entscheidung-der-schiedskommission-berliner-linke-schliesst-anti-israel-aktivisten-kilani-aus-12837392.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ausgeschlossenen Aktivisten Ramsis Kilani<\/a>.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Erst nach mehr als einem Jahr war der Ausschluss rechtskr\u00e4ftig \u2013 und wurde von dessen Anh\u00e4ngern mit einer <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/nach-parteiausschluss-von-anti-israel-aktivist-berliner-linke-mitglieder-besetzen-parteizentrale-14923841.html?icid=in-text-link_16001270\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kurzen, aber \u00f6ffentlichkeitswirksamen Besetzung der Parteizentrale<\/a> beantwortet. Es war der letzte Akt einer ganzen Reihe von Aktionen, die die Linke an die Debatte \u00fcber Antisemitismus fesselten.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCMpp\">\n<p>Die Befreiung Pal\u00e4stinas endet dann, wenn Tel Aviv wieder in der Hand von Pal\u00e4stina liegt!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCMpq\"><strong>Hannah Bruns<\/strong>, Mitglied der Linken Reinickendorf. Ihr droht ein Parteiausschlussverfahren<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Tagesspiegel-Informationen zufolge k\u00f6nnte der Berliner Linken eine Wiederholung dessen bevorstehen. Der Redaktion liegt der Entwurf eines Ausschlussantrags gegen Hannah Bruns vor, die genau wie zuvor Kilani der AG Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t angeh\u00f6rt und in der Vergangenheit mit antisemitischen Aussagen aufgefallen war.<\/p>\n<p class=\"tspCJpg\">Vor einem Jahr etwa hatte Bruns auf einer Demonstration in Berlin erkl\u00e4rt: \u201eDie Befreiung Pal\u00e4stinas endet nicht, wenn das Westjordanland befreit ist. Die Befreiung Pal\u00e4stinas endet dann, wenn Tel Aviv wieder in der Hand von Pal\u00e4stina liegt!\u201c<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/erneuter-anti-israel-eklat-bei-neukollner-linken-radikale-krafte-werden-zur-gefahr-fur-rot-grun-rot-in-berlin-16000317.html?icid=topic-list_16001270___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Dem Vernehmen nach findet sich aber bislang niemand, der zum Einbringen bereit ist. Einzelne behaupten, das liege daran, dass die Partei eine Antisemitismusdebatte im Wahlkampf verhindern wolle. Landeschefin Kerstin Wolter war f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch zu diesem Thema am Montag nicht zu erreichen. Sollte der Vorwurf zutreffen, ist das Kalk\u00fcl am Samstagabend in Neuk\u00f6lln in sich zusammengebrochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist nur wenige Tage her, da war die Welt der Linken in Berlin noch in Ordnung: In&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1273204,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[186,296,258021,31,29,536,122559,30,1891,2548],"class_list":["post-1273203","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-afd","tag-berlin","tag-berlin-wahl-2026","tag-cdu","tag-deutschland","tag-die-linke","tag-elif-eralp","tag-germany","tag-landespolitik-berlin","tag-palaestina"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1273203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1273203"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1273203\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1273204"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1273203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1273203"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1273203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}