{"id":1273365,"date":"2026-09-01T07:03:24","date_gmt":"2026-09-01T07:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273365\/"},"modified":"2026-09-01T07:03:24","modified_gmt":"2026-09-01T07:03:24","slug":"buchkritik-zu-exoplaneten-spektrum-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273365\/","title":{"rendered":"Buchkritik zu \u00bbExoplaneten\u00ab &#8211; Spektrum der Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Buchkritik zu \u00bbExoplaneten\u00ab &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>\u00bbExoplaneten\u00ab: Quietschbunte Planetensuche<\/p>\n<p>Als Einstieg ist dieses Kinderbuch brauchbar. Allerdings kommt es ob seines geringen Textanteils inhaltlich schneller an seine Grenzen, als es die Empfehlung \u00bbab 10\u00a0Jahren\u00ab vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wendy Bjazevich<\/p>\n<p>Exoplaneten<\/p>\n<p>Eine Reise zu den Welten au\u00dferhalb unseres Sonnensystems<\/p>\n<p>Verlag: E. A. Seemann, Leipzig 2026, 39 S., aus dem Englischen von Nina Goldt, illustriert von David Miles<\/p>\n<p>ISBN: 9783690010306 | Preis: 20,00 \u20ac<\/p>\n<p><a class=\"button gtm-event-amzn\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3690010306?tag=spektrumde-21&amp;linkCode=osi&amp;th=1&amp;psc=1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">bei Amazon.de kaufen<\/a><\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erinnert mich das quietschbunte Buch an eine Mischung aus \u00bbDie kleine Raupe Nimmersatt\u00ab und \u00bbOnkel Tobis Landpartie\u00ab. Wenn Sie in der Altersklasse meiner beiden S\u00f6hne sind, also etwa Anfang bis Mitte drei\u00dfig, dann kennen Sie diese Kinderb\u00fccher vielleicht noch vom abendlichen Zu-Bett-Geh-Vorlese-Ritual. Die B\u00fccher geh\u00f6ren, wenn man sie einem Genre zuordnen m\u00f6chte, zur Belletristik. Dass es knallig kolorierte Kinderb\u00fccher aber auch zu wissenschaftlichen Themen gibt, belegt dieses\u00a0Buch. <\/p>\n<p>\u00bbExoplaneten\u00ab ist von der ersten bis zur letzten Seite im psychedelischen Super-Flower-Power-Pop-Up-Cola-Stil der fr\u00fchen 1970er-Jahre illustriert. Es geh\u00f6rt zum Programm \u00bbE. A. SEEMANNs BILDERBANDE\u00ab\u00a0\u2013 richtig: \u00bbBande\u00ab, nicht \u00bbB\u00e4nde\u00ab\u00a0\u2013 und ist eine Lizenz des US-amerikanischen Verlags \u00bbBushel &amp; Peck Books\u00ab. Das Ding ist 40\u00a0Seiten \u00bbstark\u00ab und hat damit acht Seiten weniger als ein \u00bbAsterix\u00ab\u2011Band. Insgesamt zehn Seiten sind eine Art erweiterte \u00bbTitelei\u00ab ohne substanziellen Text. Es bleiben somit 30\u00a0Seiten f\u00fcr den Inhalt. Der ist so sparsam in die poppig-bunte Exoplaneten-Menagerie gestreuselt, dass insgesamt kaum 10\u00a0000\u00a0Zeichen zusammenkommen d\u00fcrften. Aus den Kategorien \u00bbGasriesen\u00ab, \u00bbEisriesen\u00ab und \u00bbGesteinsplaneten\u00ab werden auf sechs Seiten insgesamt 69\u00a0Beispiele von Exoplaneten in Kleinstbildchen in der Art von Memorykarten auf ganzseitigen Tafeln dargestellt. Die im Text erw\u00e4hnte vierte Kategorie der \u00bbSupererden\u00ab wird aus unerfindlichen Gr\u00fcnden nicht in dieser Weise pr\u00e4sentiert. Die Farbkompositionen der darauf abgebildeten Planeten und ihrer Atmosph\u00e4renstrukturen sind alle frei erfunden.<\/p>\n<p>Bunt und d\u00fcnn<\/p>\n<p>Man fragt sich, warum in einem ohnehin sehr d\u00fcnnen Band so viele Beispielplaneten abgebildet werden. Zwei oder drei, vielleicht auch f\u00fcnf in jeder Kategorie h\u00e4tten absolut ausgereicht\u00a0\u2013 denn nach der Beispielplanetenparade bleiben nur noch 24\u00a0Seiten, um auch tats\u00e4chlich etwas \u00fcber sie und ihre Entdeckung zu erfahren, und von denen gehen dann nochmal drei f\u00fcr ein Glossar und das Impressum drauf. Verbleibender Rest: 21\u00a0Seiten mit vielen, vielen gro\u00dffl\u00e4chig kolorierten Bildern, in denen sich der sp\u00e4rliche Text oft regelrecht verliert.<\/p>\n<p>Einem Buch, das so kindlich aufgemacht ist, traut man nicht viel zu. Zeit also f\u00fcr einen Faktencheck. An zwei Stellen ist vermerkt, dass es etwa 6000\u00a0best\u00e4tigte Exoplaneten gebe. Gar nicht \u00fcbel, denn der von der NASA best\u00e4tigte aktuelle Stand (Anfang Juli 2026) liegt bei 6319.\u00a0Dazu kommen allerdings noch mehrere Tausend unbest\u00e4tigte Planeten, die erst in jahrelangen Prozessen verifiziert werden m\u00fcssen. Was die jeweils sechs technischen Angaben zu den Beispielplaneten betrifft: Sie d\u00fcrften stimmen (ich habe allerdings nicht alle \u00fcberpr\u00fcft).<\/p>\n<p>Spannendes\u00a0fehlt<\/p>\n<p>Auch sonst ist der Inhalt weitgehend korrekt, obgleich er angesichts der geringen Textmenge manchmal schon in den Bereich der unzul\u00e4ssigen Vereinfachung abdriftet. M\u00e4keln k\u00f6nnte man ob des Erz\u00e4hlstrangs: Es fehlt einfach viel zu viel Spannendes, das dieses Thema eigentlich noch b\u00f6te. Woran k\u00f6nnte das liegen? Nun, s\u00e4mtliche an der Erstellung dieses B\u00fcchleins beteiligten Personen sind nicht vom Fach. Die Autorin Wendy Bjazevich hat Soziologie, Gesundheitserziehung und Forensik studiert. David Miles (gleichzeitig Verleger von \u00bbBushel &amp; Peck Books\u00ab) ist ein mehrfach ausgezeichneter Illustrator, verf\u00fcgt aber ebenso wie \u00dcbersetzerin Nina Goldt (Kunstgeschichte und Romanistik) nicht \u00fcber ausgewiesene Expertise in Astronomie. Durch das Buch wird \u00fcbrigens mit Partizipialformen (\u00bbForschende\u00ab) und Doppelnennungen (\u00bbAstronominnen und Astronomen\u00ab) moderat gegendert; dies nur als Hinweis f\u00fcr den Fall, dass Sie selbst gegen so etwas allergisch sind oder darauf achten m\u00f6chten, dass Ihre Kinder mit grammatikalisch korrektem Deutsch aufwachsen.<\/p>\n<p>F\u00fcr wen ist ein \u00bbBuch\u00ab wie dieses nun bestimmt? Wirklich erst f\u00fcr Kinder ab zehn Jahren, wie es auf der Buchr\u00fcckseite angegeben ist? Meine Jungs haben sich nach dem f\u00fcnften Lebensjahr nicht mehr f\u00fcr \u00bbDie kleine Raupe Nimmersatt\u00ab interessiert, zwei weitere Jahre sp\u00e4ter war auch die Begeisterung f\u00fcr \u00bbOnkel Tobis Landpartie\u00ab dahin, obwohl das echt flott gereimt ist. Mit acht wollten sie schon \u00bbrichtige\u00ab B\u00fccher. Mir selbst haben meine Eltern etwa ab dem zehnten Lebensjahr allj\u00e4hrlich einen Band der (auch f\u00fcr Erwachsene sehr gut lesbaren) Jugendbuchreihe \u00bbDas Neue Universum\u00ab unter den Weihnachtsbaum gelegt.<\/p>\n<p>Fazit: Wenn Sie einen originellen Farbkracher f\u00fcr Ihr B\u00fccherregal brauchen: Kaufen Sie dieses Buch. Kaufen Sie es auch, wenn Sie des \u00d6fteren Besuch von Kindern bekommen, wenn Sie mit ihnen einen Badeausflug machen (der Einband ist weitgehend wasserfest) oder mit ihnen Wartezeiten beim Arzt \u00fcberbr\u00fccken m\u00fcssen. Rechnen Sie jedoch damit, dass Ihnen der Nachwuchs dann etliche Fragen stellen wird, die das Buch offenl\u00e4sst. In diesem Fall w\u00e4re es gut, wenn Sie ein inhaltsreicheres Werk zu diesem Thema nicht nur parat, sondern auch schon gelesen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> war Mitarbeiter eines internationalen Raumfahrtkonzerns. Nun schreibt er f\u00fcr Internetportale und Zeitschriften. <\/p>\n<p>Kennen Sie schon \u2026<a class=\"img\" data-fg=\"astronomie\" href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/inhaltsverzeichnis\/wie-kam-das-eisen-in-den-ringnebel-sterne-und-weltraum-10-2026\/2289602\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/a>Sterne und Weltraum \u2013 \u00dcberraschungsfund \u2013 Wie kam das Eisen in den Ringnebel?<\/p>\n<p>Messier 57 z\u00e4hlt zu den bekanntesten Planetarischen Nebeln am Himmel. Nun zeigt eine neue Studie, dass dieses vielfach untersuchte Objekt doch noch Geheimnisse birgt. Erfahren Sie, wie Astronomen auf ein chemisches Element gesto\u00dfen sind, das dort eigentlich nicht vorkommen sollte. Au\u00dferdem: neue Erkenntnisse zu einer Superblase kosmischer Strahlung im Sternhaufen Westerlund 1 sowie wertvolle Profitipps f\u00fcr faszinierende Kometenaufnahmen.<\/p>\n<p><a class=\"img\" data-fg=\"astronomie\" href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/pdf\/gewagtes-manoever-fuer-voyager-sonden-spektrum-die-woche-33-2026\/2324032\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/a>Spektrum &#8211; Die Woche \u2013 Voyager 2 \u00fcbersteht gewagtes Big-Bang-Man\u00f6ver<\/p>\n<p>Seit fast 50 Jahren reisen die Raumsonden Voyager 1 und 2 durch die Tiefen des Alls. Doch ihre Energie schwindet. Mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Man\u00f6ver versucht die NASA, die Missionen zu verl\u00e4ngern. Plus: L\u00f6sen Quantencompuer das gr\u00f6\u00dfte Problem der Mathematik? Jetzt lesen in der neuen \u00bbWoche\u00ab.<\/p>\n<p><a class=\"img\" data-fg=\"archaeologie\" href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/pdf\/wo-sich-die-sonnenfinsternis-zeigen-wird-die-woche-32-2026\/2324031\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/a>Spektrum &#8211; Die Woche \u2013 Wo sich die Sonnenfinsternis zeigen wird<\/p>\n<p>Am 12. August verdunkelt eine Sonnenfinsternis Teile Europas. Wo sie zu sehen sein wird und wie sichere Beobachtung gelingt. Au\u00dferdem in \u00bbDie Woche\u00ab: Was Demenz vorbeugen kann, wie Rauchpartikel aus Waldbr\u00e4nden bis zu uns gelangen und weshalb KI an der Verschl\u00fcsselung der Zukunft r\u00fcttelt. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/84a2b18ff1bb4d288d8ef7c5d872552e.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Buchkritik zu \u00bbExoplaneten\u00ab &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum Inhalt\u00bbExoplaneten\u00ab: Quietschbunte Planetensuche Als Einstieg ist dieses Kinderbuch brauchbar. 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