{"id":1273634,"date":"2026-09-01T10:52:22","date_gmt":"2026-09-01T10:52:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273634\/"},"modified":"2026-09-01T10:52:22","modified_gmt":"2026-09-01T10:52:22","slug":"hamburg-weltraum-koop-trifft-retro-anime-orbitals-im-test","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273634\/","title":{"rendered":"Hamburg | Weltraum-Koop trifft Retro-Anime: \u00abOrbitals\u00bb im Test"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Mit \u00abOrbitals\u00bb legt der Tokioter Entwickler Shapefarm ein Koop-Weltraumabenteuer im Retro-Anime-Stil vor. Die junge, dickk\u00f6pfige Mechanikerin Maki und der eigenbr\u00f6tlerische Kartograph Omura, die wie Zwillinge aufgewachsen sind, leben in einer Siedlung auf einer Raumstation, die seit einem verheerenden kosmischen Sturm vor 15 Jahren ohne richtige Energiequelle auskommen muss.<\/p>\n<p>Nun ist der n\u00e4chste gro\u00dfe Sturm angek\u00fcndigt; doch bevor dieser die marode Station vielleicht endg\u00fcltig zerlegt, brechen die beiden ins All auf, um Hilfe zu holen. Zur Seite steht ihnen die Mechanikerin Kinakoko, ein herzliches Rauhbein.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach Energiequellen in diversen Galaxien<\/p>\n<p>Auf ihrer Suche erkunden Maki und Omura drei Gebiete und sto\u00dfen dabei auf diverse zerst\u00f6rte Raumstationen und Siedlungen in verschiedenen Galaxien. Mal ist alles komplett vereist, mal brodelt ringsum die Lava, aber immer m\u00fcssen die Spielenden Knobelaufgaben l\u00f6sen, um dort wieder heil herauszukommen. Ihr Ziel: die brachliegenden Energiequellen der Stationen finden. Denn sie k\u00f6nnten der sichere Hafen sein, um dem aufziehendem Sturm zu entkommen.<\/p>\n<p>Die Level &#8211; circa drei davon gibt es in jedem der insgesamt nur zw\u00f6lf Kapitel des Games &#8211; haben ihre starken Momente, doch dazwischen liegen lange, \u00f6de Ruhephasen, die ein Qualit\u00e4tsgef\u00e4lle offenbaren. \u00abOrbitals\u00bb h\u00e4lt sein Niveau nicht, sondern streut gute Einf\u00e4lle zwischen z\u00e4he Passagen. Besonders nervt das ewige Hin und Her zwischen Raumstationen, Raumschiffen und Andockman\u00f6vern: Das bringt weder dem Gameplay noch der Geschichte etwas und streckt einfach nur die Spielzeit.<\/p>\n<p>Es passieren Dinge, die nie erkl\u00e4rt oder aufgel\u00f6st werden<\/p>\n<p>Zudem passieren Dinge oder werden von den Charakteren angesprochen, die nie erkl\u00e4rt oder aufgel\u00f6st werden &#8211; etwa eine zugegeben wundersch\u00f6ne Zwischensequenz, in der eine leuchtende Gestalt am Schiff der beiden vorbeizieht. Wieso, weshalb, warum? &#8211; Niemand wei\u00df es.<\/p>\n<p>Immerhin: Ein paar unterhaltsame Nebenspiele gibt es durchaus in den Stationen und Schiffen: Seilspringen gegeneinander etwa oder Eins-gegen-eins-Arcade-K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Viele Kreaturen und Figuren &#8211; die sich aber nicht ver\u00e4ndern<\/p>\n<p>Raumschiff und Siedlung sind zwar mit allerlei Kreaturen und Figuren bev\u00f6lkert, die auch Interaktionen mit sich bringen. Doch wie so vieles im Game bleiben auch sie hinter den Erwartungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Selbst im sp\u00e4teren Spielverlauf \u00e4ndern sie ihr Verhalten kaum, ihre Reaktionen wiederholen sich, und der immer gleiche abgestandene Enthusiasmus passt irgendwann nicht mehr zum Ton der Geschichte.<\/p>\n<p>Pluspunkte von Musik \u00fcber Sequenzen bis hin zum Koop<\/p>\n<p>Allein die Musik im Game ist ohne Wenn und Aber gelungen. Die Songs von S\u00e4ngerin Mami Ayukawas zeigen viel Gesp\u00fcr f\u00fcr poppige 80er-Jahre-Animes und transportieren durchweg mehr Emotionen als die Story selbst. Auch die acht Sprachfassungen des Spiels sind tadellos, die Zwischensequenzen, die in Kooperation mit dem Anime-Studio Massket entstanden sind, k\u00f6nnten glatt als echte Serienausschnitte durchgehen. Charaktere wie Kinakoko machen Laune und der Kampf gegen den Endboss ist richtig stark.<\/p>\n<p>Ein weiterer klarer Pluspunkt ist die Koop-Technik, auf die das Spiel ja komplett aufbaut: Wer das Spiel gekauft hat, kann jemanden per GameShare kostenlos zum Mitspielen einladen. Dabei steht die Verbindung stabil, und jemanden ins Spiel zu holen, macht immer Spa\u00df. Aber nat\u00fcrlich kann der zweite Spieler auch lokal vor Ort sein. Dann braucht es nur einen zweiten Controller oder ein Paar Joy-Con 2.<\/p>\n<p>Die Animation mit 24 und 12 Bildern pro Sekunde ist gro\u00dfartig. Als Film betrachtet ist das bemerkenswert, und kaum ein anderes Spiel zieht den Retro-Look so konsequent durch.<\/p>\n<p>Beim Spielen aber werden Look und Animationen zum Problem. Vorder- und Hintergrund verschwimmen ineinander, und weil beide Figuren fast identisch gekleidet sind, verliert man in hektischen R\u00e4tseln schnell den \u00dcberblick, wer gerade wo steht. Das ist keine reine Stilfrage mehr, sondern ein Designfehler, der einige Passagen unn\u00f6tig schwer macht.<\/p>\n<p>Auch sonst hat das Game gr\u00f6bere Kanten, als man es von einem fertigen Spiel erwarten d\u00fcrfte. Der Ton der Zwischensequenzen l\u00e4uft unzuverl\u00e4ssig, Dialoge geraten gegen\u00fcber der Animation aus dem Takt, die Pegel springen zwischen den Einstellungen h\u00f6rbar. Und das ausgerechnet in einem Spiel, dessen ganzer Reiz darauf beruht, dass sich die Szenen wie echtes Anime anf\u00fchlen sollen.<\/p>\n<p>Fazit: Viel Potenzial &#8211; aber irgendwie noch nicht fertig entwickelt<\/p>\n<p>Die Optik, der Sound und zwei Menschen, die ihr angez\u00e4hltes Zuhause im Weltraum retten wollen: Daraus h\u00e4tte ein gro\u00dfartiges Spiel werden k\u00f6nnen. Doch nach gerade einmal acht bis neun Stunden l\u00e4uft bereits der Abspann.<\/p>\n<p>\u00dcbrig bleibt eine Geschichte, die viele Fragen aufwirft und wenige beantwortet, R\u00e4tsel, die nicht immer reizvoll sind, Bosse, die teils langweilen, und eine Farbgebung, die das Game manchmal an die Grenze der Spielbarkeit bringt.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Weltraumspiel bleiben zudem die Fortbewegungsm\u00f6glichkeiten mit dem Raumschiff arg begrenzt. Alles zusammen zeigt: \u00abOrbitals\u00bb h\u00e4tte noch etwas Entwicklungszeit gebraucht. Und ein guter Soundtrack allein rettet kein Game, das spielerisch wie erz\u00e4hlerisch eher entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p>\u00abOrbitals\u00bb erscheint am 3. September 2026 f\u00fcr Nintendos Switch 2 zum Preis von rund 50 Euro. Die Altersfreigabe (USK) liegt bei zw\u00f6lf Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa\/tmn) &#8211; Mit \u00abOrbitals\u00bb legt der Tokioter Entwickler Shapefarm ein Koop-Weltraumabenteuer im Retro-Anime-Stil vor. 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