{"id":1273759,"date":"2026-09-01T12:38:32","date_gmt":"2026-09-01T12:38:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273759\/"},"modified":"2026-09-01T12:38:32","modified_gmt":"2026-09-01T12:38:32","slug":"der-moeglichmacher-der-koe-meile-simon-sassin-dafuer-dass-auf-der-koenigsallee-alles-laeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273759\/","title":{"rendered":"Der M\u00f6glichmacher der K\u00f6-Meile: Simon Sassin daf\u00fcr, dass auf der K\u00f6nigsallee alles l\u00e4uft."},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Simon Sassin sorgt bei der K\u00f6-Meile daf\u00fcr, dass auf der K\u00f6nigsallee alles l\u00e4uft. Beim Weltrekord von Elliot Giles 2024 erlebte er den vielleicht nerv\u00f6sesten Moment seiner bisherigen Zeit bei der Veranstaltung. Simon Sassin steht im Ziel und schaut auf die Uhr. 3:51 Minuten sind fast vorbei. Elliot Giles ist unterwegs zu einer Zeit, die weltweit noch niemand gelaufen ist. Sassin sieht die Sekunden herunterlaufen und denkt: Das kann klappen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und trotzdem kann er den Moment nicht einfach nur genie\u00dfen. Er zittert \u2013 aus Sorge, dass irgendwo auf den 1609 Metern etwas schiefgeht. Dass ein Fehler passiert ist. Dass etwas \u00fcbersehen wurde. Dass dem L\u00e4ufer etwas passiert \u2013 oder er wegen eines organisatorischen Problems entscheidende Sekunden verliert. Dann bleibt die Uhr bei 3:51,30 Minuten stehen. Weltrekord. \u201eMir ist eine riesige Last von den Schultern gefallen\u201c, sagt Sassin.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr die Zuschauer ist es der gro\u00dfe Moment eines Stra\u00dfenrennens: Ein Weltklasseathlet l\u00e4uft mitten durch D\u00fcsseldorf schneller als jeder andere zuvor. F\u00fcr Simon Sassin ist es auch der Moment, in dem eine monatelange Planung und ein ganzer Tag voller Anspannung pl\u00f6tzlich ein gutes Ende nehmen. Denn Sassin ist einer der Menschen, die daf\u00fcr sorgen, dass die B\u00fchne \u00fcberhaupt funktioniert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am 6. September wird er wieder fr\u00fch auf der K\u00f6nigsallee sein, wenn die K\u00f6-Meile ihren f\u00fcnften Geburtstag in ihrer heutigen Form feiert. Zwischen 5 und 8.30 beziehungsweise 9 Uhr muss die K\u00f6nigsallee in k\u00fcrzester Zeit von einer normalen Stra\u00dfe in eine Laufstrecke verwandelt werden. Absperrungen, Technik, Logistik, Verkehrsf\u00fchrung, Helfer, Rettungswege \u2013 alles muss stimmen, bevor um 9.30 Uhr die ersten Bambini auf die Strecke gehen.<\/p>\n<p>Ohne sein Okay geht nichts      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sassin ist Veranstaltungsleiter, schreibt das Sicherheitskonzept und ist Ansprechpartner f\u00fcr Feuerwehr und Polizei. Er k\u00fcmmert sich um Logistik und Verkehr. Ohne sein Okay geht bei der K\u00f6-Meile nichts. \u201eIch bin immer da, wo was ist\u201c, sagt er. Das ist vermutlich die treffendste Beschreibung seines Arbeitsplatzes. Mal ist er im Veranstaltungscontainer an der Girardet-Br\u00fccke, dem mobilen B\u00fcro der K\u00f6-Meile. Mal irgendwo auf der Strecke. Mal im Gespr\u00e4ch mit Helfern, Einsatzkr\u00e4ften oder den Verantwortlichen f\u00fcr den Aufbau. Und meistens gibt es gerade etwas, das gel\u00f6st werden muss.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie viel bei einer Veranstaltung dieser Gr\u00f6\u00dfe schiefgehen kann? Sassin: \u201eKomplett alles.\u201c Das klingt zun\u00e4chst nach \u00dcbertreibung. Wer ihm zuh\u00f6rt, merkt allerdings schnell, dass es eher eine realistische Einsch\u00e4tzung ist. Die K\u00f6-Meile ist l\u00e4ngst kein kleiner Stra\u00dfenlauf mehr. Knapp 4000 Teilnehmer waren 2025 dabei. 2026 stehen 14 L\u00e4ufe auf dem Programm \u2013 von den Bambini \u00fcber Sch\u00fcler- und Hobbyrennen bis zum Inklusionslauf und den internationalen Elite-Rennen. Erstmals kommen zwei Elite-F\u00fcnfer \u00fcber f\u00fcnf Kilometer hinzu.<\/p>\n<p>Eine Baustelle als Albtarum      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dazu kommt eine Strecke, die mitten durch die D\u00fcsseldorfer Innenstadt f\u00fchrt und f\u00fcr die Spitzenathleten exakt vermessen sein muss. Gerade das macht f\u00fcr Sassin einen Teil des Reizes aus. Sein pers\u00f6nlicher Albtraum w\u00e4re eine Baustelle auf der K\u00f6, die pl\u00f6tzlich nicht zur vermessenen Strecke passt. F\u00fcr einen Hobbyl\u00e4ufer sei ein kleiner Schlenker vielleicht nicht gravierend. Bei einem Elite-Rennen k\u00f6nne er entscheidend sein. \u201eDie L\u00e4ufer m\u00fcssen die genau vermessene Strecke laufen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Aufwand dahinter beginnt lange vor dem Veranstaltungstag. Die Planungen f\u00fcr die n\u00e4chste K\u00f6-Meile beginnen praktisch mit dem Ende der vorherigen. Erste Ideen werden dann bereits gesammelt. Ab Januar wird es intensiver, w\u00e4hrend der Sommerferien besonders hektisch. Es geht um Genehmigungen, Baustellen, Logistik, Sponsoren, Partner, Aufbau und Abbau, Verkehrsf\u00fchrung und Koordination.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und irgendwann kommt der Morgen, an dem aus Pl\u00e4nen Realit\u00e4t werden muss. Im vergangenen Jahr brach Sassin um vier Uhr zu Hause auf. Um 23 Uhr war er wieder daheim. Dazwischen liegt ein Arbeitstag, den die Zuschauer kaum wahrnehmen. Genau das ist das Ziel. \u201eDas sind alles Dinge, die die Zuschauer niemals sehen, die aber entscheidend sind\u201c, sagt Sassin.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Er hat etwas f\u00fcr diese Art von Arbeit \u00fcbrig. Vielleicht auch deshalb, weil sie seinem eigentlichen Beruf nicht v\u00f6llig fremd ist. Sassin arbeitet bei der Deutschen Oper am Rhein als Assistent der technischen Direktion. Mit der K\u00f6-Meile lasse sich das zwar nicht wirklich vergleichen, sagt er. Bei der Oper habe er vor allem Aufgaben im B\u00fcro. Trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit: Auch dort geht es darum, dass andere Menschen auf der B\u00fchne ihren gro\u00dfen Moment erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWas f\u00fcr ein tolles Rennen\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wenn am Ende einer Veranstaltung alles funktioniert und die Zuschauer nur sagen: \u201eWas f\u00fcr ein tolles Rennen\u201c, obwohl sie von seiner Arbeit kaum etwas mitbekommen haben, st\u00f6rt ihn das deshalb nicht. \u201eMir geht es als Assistent in der Oper ja \u00e4hnlich.\u201c Es ist eine bemerkenswert gelassene Haltung f\u00fcr jemanden, dessen Aufgabe darin besteht, m\u00f6glichst viele Probleme schon zu l\u00f6sen, bevor sie \u00fcberhaupt sichtbar werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sassin nennt sich selbst deshalb auch nicht Kontrollfreak. Nicht Organisator. Nicht Feuerwehrmann. Sondern \u201eM\u00f6glichmacher\u201c. Er m\u00fcsse L\u00f6sungen f\u00fcr alles M\u00f6gliche finden, sagt er. \u201eEs gab bislang immer f\u00fcr alles L\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die K\u00f6-Meile ist dabei auch ein famili\u00e4res Projekt geworden. Seine Mutter Ulrike betreut die VIP-Lounge, sein Vater Stefan k\u00fcmmert sich um Logistik sowie Auf- und Abbau. Beide Familien sind miteinander befreundet: Sassins Eltern kennen die Eltern von Maximilian Thorwirth, der die K\u00f6-Meile 2022 ins Leben gerufen hat.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Thorwirth war es auch, der Sassin fragte, ob er bei der neuen Veranstaltung mitmachen wolle. Die Verbindung reicht noch weiter zur\u00fcck. Fr\u00fcher hatte Sassin gemeinsam mit Thorwirths Bruder Ben bei Geburtstagsfeiern f\u00fcr Ton und Licht gesorgt. Kleinere Veranstaltungen, nat\u00fcrlich, aber f\u00fcr Sassin war es ein erster Schritt in eine Welt, in der Veranstaltungstechnik, Organisation und Improvisation zusammengeh\u00f6ren. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker studierte er Veranstaltungstechnik und Management. Heute arbeitet er an der Oper und organisiert nebenbei einen der auff\u00e4lligsten Stra\u00dfenl\u00e4ufe Deutschlands.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was ihn fasziniere? Dass internationale Topl\u00e4ufer mitten in der Stadt auf einer Strecke starten, auf der wenige Stunden zuvor noch Autos gefahren sind. Dass Kinder, Hobbyl\u00e4ufer und Weltklasseathleten am selben Tag auf derselben K\u00f6nigsallee unterwegs sind. Dass am Abend alles wieder verschwindet. \u201eAls wenn nichts gewesen w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sassin erlebt die K\u00f6-Meile aus einer besonderen Perspektive. Er sieht nicht nur die L\u00e4ufer. Er sieht die Strecke, die Absperrungen, die Helfer, die Zufahrten, die Rettungswege und all die Dinge, die funktionieren m\u00fcssen. Diesmal wird er wieder irgendwo auf der K\u00f6 sein, wenn die ersten L\u00e4ufer starten. Vielleicht sitzt er im Container. Vielleicht telefoniert er gerade. Vielleicht muss irgendwo noch eine L\u00f6sung her. Einen Moment zum Durchatmen gibt es erst, wenn die ersten Kinder laufen. Dann ist der Aufbau abgeschlossen. \u201eDann habe ich einen Moment Ruhe\u201c, sagt Sassin. Er dauert nicht lange.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Denn die K\u00f6-Meile ist ein \u201egeordnetes Chaos\u201c, wie er selbst sagt. Es gibt Pl\u00e4ne und Dokumente, ein gro\u00dfes Helferteam und immer mehr Erfahrung. Und trotzdem greife am Ende irgendwie alles ineinander. Wie durch ein Wunder. Ganz so viel Wunder ist es vermutlich aber nicht. Daf\u00fcr steckt zu viel Arbeit dahinter. Wenn am Abend die letzte Absperrung verschwindet, die K\u00f6 wieder den Autos geh\u00f6rt und die L\u00e4ufer l\u00e4ngst zu Hause sind, wird Simon Sassin irgendwann ebenfalls nach Hause fahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um 23 Uhr, sagt er, sei er fertig. Warum er sich das jedes Jahr wieder antue? \u201eWeil es meine Leidenschaft ist, ich einen Riesenspa\u00df an dem Job und das Event habe.\u201c Die meisten Menschen kommen, laufen und gehen wieder. Sie sehen die schnellen Zeiten, die Kinder, die Stimmung, die Cheerzonen und die volle K\u00f6nigsallee. Simon Sassin sieht vor allem, dass alles funktioniert. Und wenn am Ende wieder jemand sagt: \u201eWas f\u00fcr ein tolles Rennen\u201c, dann hat er seinen Job gut gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Simon Sassin sorgt bei der K\u00f6-Meile daf\u00fcr, dass auf der K\u00f6nigsallee alles l\u00e4uft. 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