{"id":1273781,"date":"2026-09-01T12:55:22","date_gmt":"2026-09-01T12:55:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273781\/"},"modified":"2026-09-01T12:55:22","modified_gmt":"2026-09-01T12:55:22","slug":"berlin-passwoerter-abgeflossen-12-000-systeme-werden-gescannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1273781\/","title":{"rendered":"Berlin: Passw\u00f6rter abgeflossen, 12.000 Systeme werden gescannt"},"content":{"rendered":"<p>Es seien \u201eeine Menge an Daten abgeflossen\u201c, sagte die Berliner Senatssprecherin Christine Richter bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Senats am Dienstag. Dabei seien auch \u201ePassw\u00f6rter f\u00fcr einige Fachverfahren abgeflossen.\u201c Richter best\u00e4tigte damit erstmals, was die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/30-Bitcoin-oder-Leak-Ransomware-Bande-erpresst-Berlin-11434325.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erpresser Ende der vergangenen Woche behauptet hatten<\/a>: Bei dem Cyberangriff, der mindestens seit Mitte August auf zwei Senatsverwaltungen durchgef\u00fchrt wurde, fielen den Kriminellen auch Passw\u00f6rter im Klartext in die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Dies belegt einen Teil der Darstellung der Ransomware-Bande \u201eRhysida\u201c, welche diese mit Screenshots auf ihrer Darkweb-Seite erhebt. Demnach wurden bei den beiden angegriffenen Senatsverwaltungen f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz Passwortlisten im Klartext in Office-Dateien gespeichert. Rhysida behauptet auch, dass daneben zehntausende Vertr\u00e4ge des Landes Berlin, Justizunterlagen \u00fcber laufende Verfahren sowie gescannte Ausweisdokumente erbeutet wurden.<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>7. bis 12. August 2026<\/strong>: Bei den beiden Senatsverwaltungen f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie f\u00fcr Mobilit\u00e4t, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berlin-Cyberangriff-auf-Verwaltung-begann-lange-vor-der-Entdeckung-11432414.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">werden Daten durch Unbekannte ausgeleitet<\/a>. Der Angriff begann lange vor diesem Zeitpunkt.<strong>14. August 2026:<\/strong> Die beiden Senatsverwaltungen werden <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberattacke-auf-Berliner-Verwaltung-Ermittlungen-laufen-11416539.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vom Landesnetz isoliert<\/a>.<\/li>\n<li><strong>17. August 2026:<\/strong> Die Senatskanzlei informiert per Pressemitteilung \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberattacke-auf-Berliner-Verwaltung-Ermittlungen-laufen-11416539.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einen \u201eIKT-Vorfall im Landesnetz Berlin<\/a>\u201c. Es wird ein Notfallkrisenstab eingerichtet, BKA und LKA ermitteln, das BSI ist informiert.<strong>21. August 2026<\/strong>: Die beiden Beh\u00f6rden sind weiterhin vom Landesnetz abgeschnitten. Es kommt <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berliner-Verwaltungen-nach-Cyberangriff-weiter-vom-Netz-getrennt-11421320.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu Problemen bei Transferleistungen<\/a>, unter anderem kann an 50.000 berechtigte Haushalten in Berlin kein Wohngeld ausgezahlt werden.<\/li>\n<li><strong>24. August 2026<\/strong>: Alle Teile der Senatsverwaltung <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Nach-Cyberangriff-Senatsverwaltungen-wieder-am-Netz-11423077.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sind wieder am Netz<\/a> und laut des Regierernden B\u00fcrgermeisters Kai Wegner \u201egrunds\u00e4tzlich arbeitsf\u00e4hig\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><strong>27. August 2026:<\/strong> Florian Hauer, Berliner <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Sensible-Daten-bei-Cyberangriff-womoeglich-doch-betroffen-11427279.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Digitalisierung erkl\u00e4rt<\/a>: \u201eDerzeit gehen wir davon aus, dass der Angriff einged\u00e4mmt werden konnte\u201c. Er kann nicht ausschlie\u00dfen, dass \u201eauch personenbezogene oder sonstige nicht-\u00f6ffentliche Daten betroffen sind\u201c.<\/li>\n<li><strong>28. August 2026: <\/strong>Sicherheitsbeh\u00f6rden treffen sich mit Vertretern des Landes Berlin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/30-Bitcoin-oder-Leak-Ransomware-Bande-erpresst-Berlin-11434325.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu einer Krisensitzung<\/a>. Die Angreifer haben Daten erbeutet und stellen eine L\u00f6segeldforderung. Der Regierende B\u00fcrgermeister Kai Wegner erkl\u00e4rt: \u201eDas Land Berlin l\u00e4sst sich nicht erpressen.\u201c Angaben zu Umfang und Inhalt der Daten gibt es nicht. Am Abend berichtet der Spiegel, dass die bekannte Ransomware-Bande \u201eRhysida\u201c dahinter stecken soll. Auf deren Darknet-Webseite gibt es nachvollziehbar eine Forderung nach 30 Bitcoin (rund 2 Millionen Euro), mitsamt angeblichen Ausz\u00fcgen aus den Daten. Die Kriminellen versprechen unter anderem Listen mit Passw\u00f6rtern im Klartext, Justizunterlagen und \u00fcber 46.500 Vertr\u00e4ge des Landes.<\/li>\n<li><strong>30. August 2026: <\/strong>Der CCC-Sprecher Joachim Selzer warnt vor m\u00f6glichem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberangriff-auf-Berlin-Was-mit-den-Daten-passieren-koennte-11434581.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Identit\u00e4tsdiebstahl und anderen Betrugsversuchen<\/a>. B\u00fcrger, von denen pers\u00f6nliche Angaben in dem vermeintlichen Datensatz enthalten sein k\u00f6nnten, w\u00fcrden zudem leicht Opfer von Erpressungsversuchen.<\/li>\n<li><strong>1. September 2026:<\/strong> Auf einer Pressekonferenz best\u00e4tigt die Senatsverwaltung, dass auch Passw\u00f6rter abgeflossen sind. Die Mitarbeiter der beiden Verwaltungen k\u00f6nnten daher derzeit nicht aus dem Home Office arbeiten. Alle 12.000 Systeme des Landes Berlin w\u00fcrden derzeit \u201erund um die Uhr\u201c \u00fcberpr\u00fcft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dfer zu den Passw\u00f6rtern wollte sich die Senatsverwaltung in der Pressekonferenz auf Nachfragen nicht zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten \u00e4u\u00dfern. Die Senatorin f\u00fcr Justiz und Verbraucherschutz, Dr. Felor Badenberg, betonte zum Ermittlungsverfahren, dass sie aus ermittlungstaktischen Gr\u00fcnden keine Stellung nehmen k\u00f6nne. Best\u00e4tigt wurde jedoch, dass die Mitarbeiter der beiden betroffenen Verwaltungen sich derzeit nicht aus dem Homeofficeoffice in die Systeme einloggen k\u00f6nnten. Sie seien aber per Mail erreichbar. Derzeit w\u00fcrden \u201eweitere Sicherheitsma\u00dfnahmen ergriffen.\u201c<\/p>\n<p>Systeme werden rund um die Uhr gepr\u00fcft<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6re auch, dass alle 12.000 digitalen Systeme des Landes Berlin derzeit \u00fcberpr\u00fcft w\u00fcrden. Wie lange das dauern soll, ist unklar, es werde \u201erund um die Uhr daran gearbeitet\u201c. Nach bisherigem Stand sollen die Kriminellen nur Zugang zu den beiden genannten Verwaltungen gehabt haben, so die Sprecherinnen am Dienstag. Die beiden \u201eHauptdomains\u201c dieser Beh\u00f6rden seien schon \u201ezu 100 Prozent \u00fcberpr\u00fcft worden.\u201c Die Cybergangster behaupten, 5,79 TByte an Daten aus den Systemen ausgeleitet zu haben.<\/p>\n<p>Diese wollen sie, falls das Land Berlin nicht 30 Bitcoin bezahlt (derzeit rund 2 Millionen Euro), am Freitag ver\u00f6ffentlichen. \u201eDas Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen\u201c, sagte Christine Richter. Sie wiederholte damit wortgleich die Haltung des Regierenden B\u00fcrgermeisters Kai Wegner vom Freitag. Falls Daten ver\u00f6ffentlicht w\u00fcrden, sollen \u201eB\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert werden\u201c.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen liegt der Senatsverwaltung seit Samstag ein kurzer Fragenkatalog von heise online zur Art der abgeflossenen Daten, deren m\u00f6glicher Authentizit\u00e4t und den technischen Umst\u00e4nden der Attacke vor. Darauf gibt es bisher keinerlei inhaltliche Antwort.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nie@heise.de\" title=\"Nico Ernst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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