{"id":1274376,"date":"2026-09-01T20:19:15","date_gmt":"2026-09-01T20:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1274376\/"},"modified":"2026-09-01T20:19:15","modified_gmt":"2026-09-01T20:19:15","slug":"reaktionen-auf-regierungsmassnahmen-berlin-sponsert-den-terrorismus-beklagt-moskau-wagenknecht-und-siegmund-ueben-scharfe-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1274376\/","title":{"rendered":"Reaktionen auf Regierungsma\u00dfnahmen: \u201eBerlin sponsert den Terrorismus\u201c, beklagt Moskau\u00a0\u2013 Wagenknecht und Siegmund \u00fcben scharfe Kritik"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung schlie\u00dft ein russisches Konsulat. Nato-Chef Rutte sowie zahlreiche Regierungen Europas loben die H\u00e4rte, Moskau spricht von \u201eantirussischer Entscheidung\u201c. BSW-Gr\u00fcnderin Wagenknecht warnt: \u201eMerz f\u00fchrt uns immer n\u00e4her an einen Krieg.\u201c<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Russland hat br\u00fcskiert auf die Einsch\u00e4tzung der Bundesregierung reagiert, das Land sei f\u00fcr einen versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig\/Halle verantwortlich. Das russische Verteidigungsministerium teilte der Nachrichtenagentur Interfax mit, Moskau werde auf die \u201eantirussische Entscheidung\u201c Deutschlands reagieren, Ma\u00dfnahmen wie die Schlie\u00dfung des russischen Generalkonsulats in Bonn anzuordnen.<\/p>\n<p>Die russische Au\u00dfenministeriumssprecherin Maria Sacharowa sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, es werde eine angemessene Reaktion Moskaus geben. Eine Beteiligung Russlands an dem Anschlagsversuch bestritt sie. Die Vorw\u00fcrfe seien ein \u201eweit hergeholter und konstruierter Vorwand\u201c Berlins, um die Spannungen zu versch\u00e4rfen. \u201eWie \u00fcblich\u201c seien sie in keiner Weise durch \u00fcberzeugende oder ernsthafte Beweise belegt worden.<\/p>\n<p>Moskau mache Deutschland verantwortlich f\u00fcr die Beteiligung an Terroranschl\u00e4gen gegen russische B\u00fcrger, erkl\u00e4rte Sacharowa. \u201eBerlin sponsert den Terrorismus\u201c, sagte sie mit Blick auf die Waffenlieferungen und Milliardenhilfe Deutschlands an die Ukraine. Deutschland ist der gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzer der Ukraine.<\/p>\n<p>Es sei schwierig, die Anschuldigungen gegen Russland zu kommentieren, weil Deutschland f\u00fcr seine Schuldzuweisung keine Beweise vorgelegt habe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. \u201eWenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden\u201c, sagte Peskow.<\/p>\n<p>Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin warf Deutschland vor, die Vorw\u00fcrfe auch nicht durch Argumente belegt zu haben. \u201eDass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich\u201c, sagte Peskow. Russland hatte stets bestritten, etwas mit der Leipziger Drohne zu tun zu haben. Moskau verwies vielmehr auf Kiew, das mit Stimmungsmache gegen Russland einen echten Nutzen ziehe aus dem hybriden Angriff.<\/p>\n<p>Nato-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte hat die von Deutschland geplanten Ma\u00dfnahmen hingegen begr\u00fc\u00dft. \u201eDie Beweise sind eindeutig\u201c, teilte der Niederl\u00e4nder mit. Die Nato stehe nach dem russischen hybriden Angriff in voller Solidarit\u00e4t an der Seite Deutschlands. \u201eRusslands Versuche, uns einzusch\u00fcchtern, unsere Einheit zu untergraben und unsere Bereitschaft zur Unterst\u00fctzung der Ukraine zu schw\u00e4chen, sind vergeblich und werden scheitern\u201c, erkl\u00e4rte er. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine sei ebenso unersch\u00fctterlich wie der Einsatz f\u00fcr die kollektive Verteidigung der Nato.<\/p>\n<p>Die Nato werde ihre F\u00e4higkeit weiter st\u00e4rken, alle Verb\u00fcndeten gegen jede Bedrohung abzuschrecken und zu verteidigen\u00a0\u2013 auch gegen b\u00f6sartige Handlungen wie jene in Leipzig und andernorts im B\u00fcndnisgebiet. Rutte sprach nach eigenen Angaben am Dienstag auch mit Kanzler Friedrich Merz zu dem Drohnenvorfall. An diesem Mittwoch will er sich zudem mit EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen beraten.<\/p>\n<p>Auf X schloss sich der spanische Ministerpr\u00e4sident der Haltung Ruttes an. \u201eDer russische hybride Angriff auf den Flughafen Leipzig im August ist inakzeptabel, und Spanien unterst\u00fctzt Deutschland aufs Entschiedenste\u201c, schrieb Pedro S\u00e1nchez. \u201eWir lassen uns von hybriden Bedrohungen nicht abschrecken, unser Engagement f\u00fcr die Ukraine ist unersch\u00fctterlich.\u201c<\/p>\n<p>Der gescheiterte Anschlag zeigt auch nach Ansicht der estnischen Regierung, dass Russland eine Bedrohung f\u00fcr ganz Europa darstellt. \u201eDies best\u00e4tigt einmal mehr, dass Russland bereit ist, Attacken mit m\u00f6glichen Opfern auf europ\u00e4ischem Boden und weit jenseits seiner Grenzen durchzuf\u00fchren\u201c, teilte Au\u00dfenminister Margus Tshakna in Tallinn mit. Der Vorfall sei Teil eines umfassenderen Musters russischer Provokationen, die darauf abzielen, den Westen einzusch\u00fcchtern und ihn dazu zu zwingen, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Regierungschef Kristen Michal schrieb auf der Plattform X: \u201eWir verurteilen diesen r\u00fccksichtslosen Akt aufs Sch\u00e4rfste. Russland hat seine hybriden Angriffe in Europa auf ein neues und gef\u00e4hrliches Niveau gehoben.\u201c Estland unterst\u00fctze alle von Deutschland ergriffenen Gegenma\u00dfnahmen und sei bereit, gemeinsam die n\u00e4chsten Schritte zu gehen. Die Antwort m\u00fcsse mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine und mehr Druck auf Russland sein, betonte er.<\/p>\n<p>\u201eFrankreich steht Deutschland voll und ganz zur Seite und unterst\u00fctzt die Einf\u00fchrung neuer europ\u00e4ischer Sanktionen gegen Russland\u201c, kommentierte wiederum der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Emmanuel Macron. \u201eAngesichts dieser Eskalation m\u00fcssen wir vereint, entschlossen sein und unsere Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine verst\u00e4rken. Frankreich wird weiterhin seinen vollen Beitrag dazu leisten.\u201c<\/p>\n<p>\u201e\u00d6sterreich steht in voller Solidarit\u00e4t an der Seite der Freunde und Partner in Deutschland nach dem russischen hybriden Angriff am Flughafen Leipzig\u201c, schrieb auch <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/_CStocker\/status\/2094853141934330209\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/_CStocker\/status\/2094853141934330209&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">der \u00f6sterreichische Bundeskanzler Christian Stocker auf X<\/a>. \u201eVersuche, ein Mitglied der Europ\u00e4ischen Union zu destabilisieren oder einzusch\u00fcchtern, werden nicht erfolgreich sein und auf eine vereinte Reaktion sto\u00dfen. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, unsere europ\u00e4ische Resilienz zu st\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p>BSW-Gr\u00fcnderin Sahra Wagenknecht \u00fcbte wiederum scharfe Kritik an den Ma\u00dfnahmen gegen Russland. \u201eSelbst wenn Russland dahinterstehen sollte, ist eine Drohne, die keinerlei Schaden angerichtet hat, kein Grund, eine brandgef\u00e4hrliche Eskalation anzuheizen\u201c, sagte Wagenknecht. Dies k\u00f6nne in einem Krieg mit Russland enden.<\/p>\n<p>Die Russland zugeschriebenen Drohnen seien nicht explodiert, f\u00fcgte sie hinzu. Die Bundesregierung habe nicht auf den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines reagiert, der von der Ukraine ausgegangen sei. Wagenknecht wirft Bundeskanzler Friedrich Merz vor, die Lage mit Russland zu eskalieren: \u201eMerz f\u00fchrt uns immer n\u00e4her an einen Krieg mit Russland.\u201c<\/p>\n<p>Der AfD-Spitzenkandidat f\u00fcr die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hat Diplomatie statt neuer Sanktionen gegen Russland gefordert. \u201eDiplomatie. Miteinander reden\u201c, sagte Siegmund dem Portal \u201eThe Pioneer\u201c am Rande einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag auf die Frage, welche Ma\u00dfnahmen die Bundesregierung nun gegen Russland ergreifen solle. Es m\u00fcsse gefragt werden, was der bisherige Kurs des Westens gegen\u00fcber Moskau in den vergangenen Jahren gebracht habe.<\/p>\n<p>Siegmund \u00e4u\u00dferte Zweifel am bisherigen Umgang der Bundesregierung mit Russland. Die schicke Geld und Waffen in die Ukraine, habe Gespr\u00e4chskan\u00e4le abgebrochen und Sanktionen verh\u00e4ngt. \u201eWas hat das gebracht? Welche Auswirkungen hatte das auf den Kriegsverlauf? Wie viele Menschenleben hat man damit gerettet? Kein einziges\u201c, sagte der AfD\u2011Politiker. Der Punkt, an dem miteinander gesprochen werden m\u00fcsse, sei \u201eeigentlich \u00fcberf\u00e4llig\u201c.<\/p>\n<p>Auf die Nachfrage, ob er damit Diplomatie explizit als Reaktion auf einen Angriff des russischen Geheimdienstes auf deutsches Territorium fordere, sprach Siegmund von einer \u201efortlaufenden Abfolge\u201c. \u201eWir z\u00fcnden noch mit, wir lassen uns doch in einen fremden Krieg mit reinziehen\u201c, sagte er. \u201eEs ist doch logisch, dass dann irgendwann mal welche Gegenreaktionen erfolgen\u201c, sagte Siegmund.<\/p>\n<p>Zugleich betonte er: \u201eDas m\u00f6chte ich aber nicht. Ich m\u00f6chte, dass wir miteinander reden.\u201c Er wolle weder Drohnenangriffe noch eine deutsche Kriegsbeteiligung. Es d\u00fcrfe nicht vergessen werden, dass auf beiden Seiten Millionen Menschen ihr Leben verl\u00f6ren. Sanktionen gegen Russland lehnt Siegmund ab. \u201eSelbstverst\u00e4ndlich\u201c, sagte er \u201eThe Pioneer\u201c auf die entsprechende Frage. Es m\u00fcsse zun\u00e4chst die Vorgeschichte des Konflikts diskutiert und gekl\u00e4rt werden, \u201ewie konnte es \u00fcberhaupt so weit kommen\u201c.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hatte erkl\u00e4rt, der gescheiterte Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig\/Halle gehe nach ihren Erkenntnissen auf Russland zur\u00fcck. Sie k\u00fcndigte eine Reihe von Ma\u00dfnahmen zur Vergeltung des Angriffs an, darunter die Schlie\u00dfung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die K\u00fcndigung des Vertrags \u00fcber das Russische Haus in Berlin sowie weitere Sanktionen.<\/p>\n<p>doli mit AP\/AFP\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Bundesregierung schlie\u00dft ein russisches Konsulat. 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