{"id":127465,"date":"2025-05-21T07:08:09","date_gmt":"2025-05-21T07:08:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127465\/"},"modified":"2025-05-21T07:08:09","modified_gmt":"2025-05-21T07:08:09","slug":"erste-schritte-der-metastasen-bildung-geklaert-wie-tumorzellen-bei-hautkrebs-in-andere-koerperteile-streuen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127465\/","title":{"rendered":"Erste Schritte der Metastasen-Bildung gekl\u00e4rt &#8211; Wie Tumorzellen bei Hautkrebs in andere K\u00f6rperteile streuen"},"content":{"rendered":"<p>Das Team suchte in den Lymphknoten-Geweben mithilfe von speziellen Farbmarkierungen nach sich neu ansiedelnden Krebszellen aus dem Melanom. Anschlie\u00dfend analysierten sie, welche Eigenschaften diese Zellen aufweisen.<\/p>\n<p>Biomarker f\u00fcr metastasierende Krebszellen<\/p>\n<p>Dabei stellten Guetter und seine Kollegen fest, dass bestimmte gestreute Melanomzellen mit einer deutlich verschlechterten Heilungs- und \u00dcberlebens-Prognose f\u00fcr die Patienten einhergehen. Selbst wenn die Forschenden nur eine einzige derartige Zelle unter zwei Millionen Lymphknotenzellen fanden, bedeutete das f\u00fcr die Betroffenen eine schlechteren Krankheitsverlauf als ohne diese Klasse an Melanomzellen.\n<\/p>\n<p>N\u00e4here Untersuchungen zeigten, dass diese Krebszellen das Protein MCSP auf ihrer Oberfl\u00e4che aufweisen sowie mindestens eines der drei Proteine PMEL, MLANA und DCT produzieren. Die Kombination dieser Biomarker erlaubt eine eindeutige Identifizierung der metastasierenden Melanomzellen.\n<\/p>\n<p>Krebszellen schalten embryonale Gene an<\/p>\n<p>Genanalysen enth\u00fcllten zudem, dass diese Melanomzellen w\u00e4hrend ihrer Ansiedlung in den Lymphknoten mehrfach ihre Genaktivit\u00e4t und damit Aussehen und Stoffwechsel ver\u00e4ndern. Unter anderem wird dabei das embryonale Genprogramm angeschaltet, das sonst nur in Melanozyten aktiv ist. Damit gehen diese gestreuten Krebszellen in einen den Stammzellen \u00e4hnlichen Zustand \u00fcber.\n<\/p>\n<p>Die metastasierenden Krebszellen entwickeln sich durch diese Reprogrammierung zu einem Zelltyp, der dem von unreifen Vorl\u00e4ufern der Haut-Pigmentzellen \u00e4hnelt. Da die gestreuten Melanomzellen sich aber nicht in der Haut, sondern im Lymphknoten befinden, schl\u00e4gt die \u201eOrganbildung\u201c fehl und es entstehen stattdessen Metastasen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu klassischen Krebsstammzellen reagierten die metastasierenden Krebszellen in den Tests aber dynamisch auf ihre Mikroumgebung, betont das Team. Demnach handelt es sich nicht um statische Krebsstammzellen, sondern um eine andere, flexiblere Art von Metastasen-Gr\u00fcnderzellen.\n<\/p>\n<p>Kampf mit dem Immunsystem als Ausl\u00f6ser<\/p>\n<p>Doch was l\u00f6st diese \u201eVerj\u00fcngung\u201c der gestreuten Krebszellen aus? Wie Guetter und seine Kollegen in weiteren Analysen herausfanden, ist die menschliche Immunabwehr daran beteiligt: Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Entwicklung ist offenbar ein vorangegangener Kampf der Melanomzellen mit den <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/brustkrebs-programmiert-killerzellen-um\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T-Zellen des Immunsystems<\/a>. Diese \u201eKillerzellen\u201c erkennen krebstypische Merkmale auf entarteten Zellen und greifen diese an. Doch die Krebszellen, die den Angriff der T-Zellen \u00fcberleben, schalten als Folge das Melanozyten-Genprogramm an, wie die Tests ergaben.\n<\/p>\n<p>Teil dieses verj\u00fcngenden Genomprogramms der Krebszellen ist neben der MCSP-Produktion auch die Herstellung und Freisetzung von Proteinen (CD155 und CD276), die das Immunsystem unterdr\u00fccken. Dadurch haben die gestreuten Krebszellen es dann in den Lymphknoten leichter, sich anzusiedeln und Metastasen zu bilden, wie das Team erkl\u00e4rt. Je gr\u00f6\u00dfer diese Metastasen-Gr\u00fcnderkolonien dann werden, desto mehr Proteine setzen sie frei und desto st\u00e4rker hemmt dies die T-Zellen. Die Metastasen k\u00f6nnen dann ungebremst wachsen und die enthaltenen Krebszellen erneut ihre Genaktivit\u00e4t ver\u00e4ndern.\n<\/p>\n<p>Neue Ansatzpunkte f\u00fcr Hautkrebs-Therapie<\/p>\n<p>Damit haben die Forschenden erstmals aufgekl\u00e4rt, wie die allerersten Schritte der Metastasenbildung in Lymphknoten beim Melanom ablaufen. Sie gehen davon aus, das ein \u00e4hnlicher Prozess bei Metastasen auch in anderen K\u00f6rperteilen abl\u00e4uft. Das Wissen k\u00f6nnte k\u00fcnftig helfen, Patienten mit Hautkrebs so zu behandeln, dass eine Metastasen-Bildung im Keim erstickt wird.\n<\/p>\n<p>Ansatzpunkt k\u00f6nnte dabei das MCSP-Protein sein, das offenbar alle gef\u00e4hrlichen Metastasen-Gr\u00fcnderzellen tragen, aber in gesunden K\u00f6rperzellen kaum vorkommt. Alternativ k\u00f6nnte die fr\u00fche Immunantwort durch T-Zellen unterst\u00fctzt werden, indem die Proteine CD155 und CD276 bek\u00e4mpft werden, um den Melanomzellen die Ansiedlung zu erschweren. (Nature Cancer, 2025; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s43018-025-00963-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1038\/s43018-025-00963-w<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Universit\u00e4t Regensburg<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>21. Mai 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Team suchte in den Lymphknoten-Geweben mithilfe von speziellen Farbmarkierungen nach sich neu ansiedelnden Krebszellen aus dem Melanom.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":127466,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,30110,232,1080,47702,47703,47704,47705,47706,47707],"class_list":{"0":"post-127465","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-hautkrebs","12":"tag-health","13":"tag-krebs","14":"tag-krebsstammzelle","15":"tag-krebszelle","16":"tag-melanom","17":"tag-metastase","18":"tag-metastasierung","19":"tag-t-zelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114544568312973423","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127465","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127465"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127465\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127466"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127465"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127465"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127465"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}