{"id":1274959,"date":"2026-09-02T03:06:12","date_gmt":"2026-09-02T03:06:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1274959\/"},"modified":"2026-09-02T03:06:12","modified_gmt":"2026-09-02T03:06:12","slug":"berlin-steuerreform-im-kabinett-was-soll-sich-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1274959\/","title":{"rendered":"Berlin | Steuerreform im Kabinett &#8211; Was soll sich \u00e4ndern?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Nach langem Gezerre kommt heute der Entwurf f\u00fcr eine Einkommensteuerreform von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ins Kabinett. Die schwarz-rote Koalition will damit ein Signal der Entlastung setzen &#8211; in Zeiten verbreiteter Sorgen nicht nur wegen hoher Preise beim Tanken und f\u00fcr Energie. Profitieren sollen ab Anfang 2027 vor allem Millionen Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Familien mit Kindern. Im Gegenzug soll mehr Geld unter anderem von sehr hohen Einkommen hereinkommen. Aus der Wirtschaft gibt es Kritik, dass die Reform zu wenig Impulse f\u00fcr mehr Wachstum bringe.<\/p>\n<p>Die Reform soll Entlastungen von j\u00e4hrlich rund zehn Milliarden Euro bringen. So hatten es die Spitzen von Union und SPD auch im Koalitionsausschuss Anfang Juli festgezurrt. Diese politische Einigung setzt Klingbeil nun \u00abeins zu eins\u00bb im Gesetzentwurf um, wie es aus seinem Ministerium hei\u00dft. Und zehn Milliarden Euro seien eine Summe, die sich sehen lassen k\u00f6nne, betonte der Vizekanzler vorab. Erreicht werden soll das volle Entlastungsvolumen in zwei Stufen 2028.\u00a0<\/p>\n<p>Klingbeil selbst wird die heutige Kabinettsitzung verpassen: Er sitzt in den USA fest. Nach seiner Teilnahme am Treffen der G20-Finanzminister im Bundesstaat North Carolina konnte er seinen R\u00fcckflug am Dienstag (Ortszeit) wegen eines technischen Problems seines Regierungsfliegers nicht antreten. Der Vizekanzler musste die Nacht im Hotel verbringen. Details zum Schaden an der Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr wurden zun\u00e4chst nicht bekannt.\u00a0<\/p>\n<p>Was soll sich mit der Reform \u00e4ndern?\u00a0<\/p>\n<p>Hier ein \u00dcberblick \u00fcber wichtige Elemente der Reform, die als N\u00e4chstes in Bundestag und Bundesrat kommt. Wobei generell gilt: Steuerzahlungen werden nicht direkt vom Bruttolohn ermittelt, sondern vom \u00abzu versteuernden Einkommen\u00bb nach Abzug etwa von Freibetr\u00e4gen und absetzbaren Ausgaben.\u00a0<\/p>\n<p>Grundfreibetrag<\/p>\n<p>Der Einkommensteil, der zur Sicherung des Existenzminimums f\u00fcr alle steuerfrei bleibt, soll schrittweise ausgeweitet werden: von 12.348\u00a0Euro in diesem Jahr auf 12.564 Euro im kommenden Jahr und dann auf 12.900 Euro im Jahr 2028.<\/p>\n<p>Spitzensteuersatz<\/p>\n<p>F\u00fcr die Einkommensteile \u00fcber dem Grundfreibetrag gibt es Tarifzonen, in denen die Besteuerung mit steigendem zu versteuernden Einkommen ebenfalls steigt. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll k\u00fcnftig etwas sp\u00e4ter greifen &#8211; ab 70.600 Euro statt ab 69.879 Euro. Dadurch werde der Anstieg des Steuertarifs f\u00fcr die Einkommenszone zwischen 17.800 und 70.600 Euro etwas flacher, hei\u00dft es aus dem Ministerium. Davon profitieren mittlere Einkommen am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p>Reichensteuer<\/p>\n<p>Die \u00abReichensteuer\u00bb soll aufgesplittet werden. Zum einen soll der Steuersatz von 45 Prozent k\u00fcnftig schon f\u00fcr ein zu versteuerndes Einkommen ab 250.000 Euro gelten statt wie bisher ab 277.826 Euro. Zum anderen soll ab der Schwelle von 280.000 Euro eine neue \u00abSuperreichensteuer\u00bb von 47 Prozent kommen.\u00a0<\/p>\n<p>Arbeitnehmer-Pauschbetrag<\/p>\n<p>F\u00fcr Besch\u00e4ftigte soll die Pauschale, mit der man Ausgaben in Zusammenhang mit seiner Berufst\u00e4tigkeit wie Fahrtkosten oder B\u00fcromaterial geltend machen kann, von 1.230 Euro auf 1.430 Euro erh\u00f6ht werden.\u00a0<\/p>\n<p>Kinder\u00a0<\/p>\n<p>Das Kindergeld von derzeit monatlich 259 Euro je Kind soll im kommenden Jahr auf 267 Euro und dann auf 272 Euro im Jahr 2028 steigen. Der Kinderfreibetrag soll von 9.756 Euro zun\u00e4chst auf 10.056 Euro und dann auf 10.236 Euro steigen.<\/p>\n<p>Sonntagszuschl\u00e4ge\u00a0<\/p>\n<p>Der maximal zul\u00e4ssige Stundenlohn bei steuerfreien Zuschl\u00e4gen f\u00fcr Sonn- und Feiertagsarbeit soll von 50 auf 75 Euro erh\u00f6ht werden. Besch\u00e4ftigte sollen so mehr von ihren Zuschl\u00e4gen behalten k\u00f6nnen. Bei Handwerkerleistungen soll die M\u00f6glichkeit, sie von der Steuer absetzen zu k\u00f6nnen, etwas reduziert werden.<\/p>\n<p>Was das bringt<\/p>\n<p>Mit der Reform solle die gro\u00dfe Mehrheit der Steuerpflichtigen mehr Netto vom Brutto haben, hei\u00dft es aus dem Finanzministerium. Zum Beispiel k\u00f6nne ein Paar aus einer Pflegekraft und einem Busfahrer mit je 2.800\u2009Euro brutto im Monat und zwei Kindern 2028 mit einer Entlastung von 632 Euro im Jahr rechnen. F\u00fcr eine Einzelperson wie einen Ingenieur oder eine Ingenieurin mit 5.000 Euro brutto liege die Entlastung 2028 im Vergleich zu diesem Jahr bei etwa 192 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Nach langem Gezerre kommt heute der Entwurf f\u00fcr eine Einkommensteuerreform von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD)&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1274960,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,7999,44,1940,1938,2149],"class_list":["post-1274959","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-deutschland","tag-germany","tag-kabinett","tag-koalition","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-steuern"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1274959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1274959"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1274959\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1274960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1274959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1274959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1274959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}