{"id":1276019,"date":"2026-09-02T14:40:20","date_gmt":"2026-09-02T14:40:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1276019\/"},"modified":"2026-09-02T14:40:20","modified_gmt":"2026-09-02T14:40:20","slug":"braunschweiger-forscher-machen-bahnbrechende-entdeckung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1276019\/","title":{"rendered":"Braunschweiger Forscher machen bahnbrechende Entdeckung!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist gerade einmal f\u00fcnf bis sechs Millimeter gro\u00df und leicht zu \u00fcbersehen. Trotzdem sorgt eine winzige Wildbiene aus Braunschweig jetzt f\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Die S\u00fcdliche Goldfurchenbiene wurde erstmals in Niedersachsen nachgewiesen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entdeckt wurde das Tier am 24. Juni im Naturschutzgebiet Riddagshausen. Der Fund gelang dem Braunschweiger Wildbienenforscher Henri Greil vom Julius K\u00fchn-Institut. Ausgerechnet eine Fernsehaufnahme f\u00fchrte zu der \u00fcberraschenden Entdeckung.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"padding-right:var(--wp--preset--spacing--60);padding-left:var(--wp--preset--spacing--60)\"><p> \ud83d\udccc Wildbienen in Deutschland  <\/p>\n<ul class=\"wp-block-list has-small-font-size\">\n<li>Auch Hummeln geh\u00f6ren biologisch zu den Wildbienen.<\/li>\n<li>Die meisten Wildbienenarten leben einzeln und bilden keinen gro\u00dfen Staat. Zahlreiche Arten bauen ihre Nester im Boden.<\/li>\n<li>Klassische Insektenhotels helfen haupts\u00e4chlich Arten, die vorhandene Hohlr\u00e4ume beziehen.<\/li>\n<li>Offene Sandfl\u00e4chen k\u00f6nnen f\u00fcr bodennistende Wildbienen besonders wertvoll sein.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>\t\t Zufallsfund bei Dreharbeiten <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Greil untersuchte mit seinem Team den Sandmagerrasen \u201eNeues Land\u201c. Die Forschungsfl\u00e4che liegt auf einem ehemaligen Acker und bietet w\u00e4rmeliebenden Insekten einen besonderen Lebensraum. Eigentlich sollten dort bereits bekannte Wildbienen f\u00fcr einen Fernsehbeitrag gezeigt werden.<\/p>\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Auch interessant:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.news38.de\/braunschweig\/article300707130\/braunschweig-magniviertel-magnifest-besuch-regeln-news.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Braunschweiger Viertel steht Kopf: Was Besucher des Magnifests noch wissen m\u00fcssen<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf derselben Fl\u00e4che hatte das Team 2023 die Stumpfe Zweizahnbiene erstmals in Niedersachsen entdeckt. Dieser Fund geh\u00f6rte zu sieben Erstnachweisen, \u00fcber die das <a href=\"https:\/\/www.julius-kuehn.de\/bs\/aktuelles-bs\/n\/pi2026-04-sieben-neue-wildbienenarten-fuer-niedersachsen-entdeckt-drei-der-sieben-erstnachweise-wurden-vom-julius-kuehn-institut-erbracht\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Julius K\u00fchn-Institut<\/a> im Fr\u00fchjahr berichtete. Anl\u00e4sslich dieser Ver\u00f6ffentlichung begleitete ein RTL-Team die Forscher bei ihrer Arbeit.<\/p>\n<p> Winzige Biene f\u00e4llt pl\u00f6tzlich auf <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Dreharbeiten fing Greil verschiedene Wildbienen, um die wissenschaftliche Erfassung zu erkl\u00e4ren. Auf einer Bl\u00fcte des Bergsandgl\u00f6ckchens fiel ihm ein ungew\u00f6hnliches Tier auf. Die Biene wurde f\u00fcr eine genauere Untersuchung mit ins Institut genommen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort bestimmte Doktorand Felix Rosenbaum das Tier unter einem Binokular als Halictus submediterraneus. Auch Hanna Gardein, Jana Deierling und Jonah Krause waren an der Arbeit beteiligt. \u201eAllerdings war ein solch schneller und \u00fcberraschender Erfolg unter Begleitung eines Kamerateams nicht zu erwarten\u201c, erkl\u00e4rt Greil auf News38-Anfrage.<\/p>\n<p> Augen leuchten smaragdgr\u00fcn <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gel\u00e4nde kann die S\u00fcdliche Goldfurchenbiene schnell mit h\u00e4ufigeren Arten verwechselt werden. Erst unter Vergr\u00f6\u00dferung werden ihre besonderen Merkmale deutlich. Dazu geh\u00f6ren ein metallischer Glanz und smaragdgr\u00fcn leuchtende Augen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Hinweise liefern die F\u00e4rbung der Beine und eine spezielle Punktierung auf dem Hinterleib. Felix Rosenbaum verglich diese Merkmale mit wissenschaftlichen Bestimmungsschl\u00fcsseln. Erst dadurch lie\u00df sich der Erstnachweis f\u00fcr Niedersachsen sicher best\u00e4tigen.<\/p>\n<p> Warum die Biene behalten wurde <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gefundene Tier wurde anschlie\u00dfend in die wissenschaftliche Sammlung des Instituts \u00fcberf\u00fchrt. Damit bleibt ein \u00fcberpr\u00fcfbarer Beleg f\u00fcr den Fund in Braunschweig erhalten. K\u00fcnftige Forscher k\u00f6nnen das Exemplar erneut untersuchen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entnahme einzelner Tiere ist laut Greil f\u00fcr die wissenschaftliche Bestimmung h\u00e4ufig unvermeidbar. Viele deutsche Wildbienenarten lassen sich nur unter starker Vergr\u00f6\u00dferung sicher unterscheiden. Historische Sammlungsexemplare zeigen au\u00dferdem, welche Arten fr\u00fcher in einer Region vorkamen.<\/p>\n<p> Klimawandel k\u00f6nnte Ausbreitung f\u00f6rdern <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die S\u00fcdliche Goldfurchenbiene bevorzugt warme und trockene Lebensr\u00e4ume. Dazu geh\u00f6ren Sandmagerrasen sowie Binnend\u00fcnen. Auch Sandgruben k\u00f6nnen der kleinen Art geeignete Bedingungen bieten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr bisheriger Verbreitungsschwerpunkt liegt unter anderem in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Auch aus warmen Regionen S\u00fcddeutschlands ist sie bekannt. Deutschlandweit gilt die Art nach Angaben des Forschers als gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p> Kam sie aus Sachsen-Anhalt? <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glicherweise hat sich die Biene aus dem Raum Magdeburg oder dem n\u00f6rdlichen Harzvorland nach Braunschweig ausgebreitet. Steigende Temperaturen k\u00f6nnen w\u00e4rmeliebenden Arten das Besiedeln neuer Gebiete erleichtern. Stadtgebiete bieten ihnen teilweise besonders g\u00fcnstige W\u00e4rmeinseln.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beweisen l\u00e4sst sich diese Erkl\u00e4rung bislang allerdings nicht. Die sehr kleine Art k\u00f6nnte in Niedersachsen schon l\u00e4nger leben und bisher \u00fcbersehen worden sein. Selbst \u00fcber die Wildbienenfauna vieler grunds\u00e4tzlich geeigneter Fl\u00e4chen ist nur wenig bekannt.<\/p>\n<p> Braunschweiger Fl\u00e4che besonders wertvoll <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fund zeigt auch die Bedeutung des Sandmagerrasens \u201eNeues Land\u201c. F\u00fcr seine Entstehung wurde auf einem ehemaligen Acker eine bis zu 50 Zentimeter hohe Sandschicht aufgesch\u00fcttet. Die Ma\u00dfnahme sollte verlorene Sandtrockenrasen ausgleichen, die dem Bau der A39 weichen mussten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute pflegen die Stadt Braunschweig und verschiedene Verb\u00e4nde die Fl\u00e4che. Sie geh\u00f6rt zum Naturschutzgebiet Riddagshausen. Weitere besondere Funde k\u00f6nnen im <a href=\"https:\/\/www.nlwkn.niedersachsen.de\/artenfocus-niedersachsenartenfocus-niedersachsen-231947.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artenfocus Niedersachsen<\/a> dokumentiert und f\u00fcr Schutzma\u00dfnahmen ausgewertet werden.<\/p>\n<p> Bald mehr als 400 Arten <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fr\u00fchjahr waren 395 Wildbienenarten aus Niedersachsen bekannt. W\u00e4hrend des Sommers kamen nach Angaben des Forschungsteams weitere Erstnachweise hinzu. Diese sollen demn\u00e4chst wissenschaftlich ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k\u00f6nnte die Zahl erstmals die Marke von 400 Arten \u00fcberschreiten. Der Fund der S\u00fcdlichen Goldfurchenbiene flie\u00dft zudem in die neue Rote Liste f\u00fcr Niedersachsen und Bremen ein. Sie soll zeigen, welche Arten vorkommen und wie stark sie gef\u00e4hrdet sind.<\/p>\n<p> KI soll Wildbienen erkennen <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beteiligten Wissenschaftler arbeiten im Forschungsprojekt BeesUp. Dabei entsteht ein digitales Planungswerkzeug, das mithilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz bei der Gestaltung bienenfreundlicher Fl\u00e4chen helfen soll. Das <a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/projektsteckbriefe\/beesup-intelligentes-werkzeug-fuer-die-planung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Bundesamt f\u00fcr Naturschutz<\/a> f\u00f6rdert das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr News: <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis Ende 2026 soll au\u00dferdem eine Bestimmungs-App ver\u00f6ffentlicht werden. Sie soll 360 Wildbienenarten anhand von Smartphone-Fotos erkennen k\u00f6nnen. So k\u00f6nnte das Wissen \u00fcber die Verbreitung der Tiere k\u00fcnftig deutlich wachsen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Greil ist dieses Wissen entscheidend, um Lebensr\u00e4ume richtig zu pflegen. \u201eWenn das Wissen nicht besteht, zerst\u00f6rt man so m\u00f6glicherweise ungewollt den Lebensraum f\u00fcr bestimmte Arten\u201c, warnt der Forscher. Der kleine Zufallsfund aus Braunschweig k\u00f6nnte deshalb weitreichende Folgen f\u00fcr den Artenschutz haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie ist gerade einmal f\u00fcnf bis sechs Millimeter gro\u00df und leicht zu \u00fcbersehen. 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