{"id":1276205,"date":"2026-09-02T16:29:27","date_gmt":"2026-09-02T16:29:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1276205\/"},"modified":"2026-09-02T16:29:27","modified_gmt":"2026-09-02T16:29:27","slug":"der-ukraine-fehlen-die-patriots-madrid-und-athen-lassen-kiew-im-stich-der-rest-der-eu-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1276205\/","title":{"rendered":"Der Ukraine fehlen die Patriots: Madrid und Athen lassen Kiew im Stich \u2013 der Rest der EU auch?"},"content":{"rendered":"<p>Der Ukraine fehlen die PatriotsMadrid und Athen lassen Kiew im Stich \u2013 der Rest der EU auch?02.09.2026, 18:03 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lea-Verstl-article23006163.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1788087920_353_image.webp\" alt=\"image\"\/>Von Lea Verstl<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(08:51 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/616344472.webp\" alt=\"616344472\"\/>Kiew erlebt derzeit eine in dieser Form beispiellose Serie russischer Luftangriffe. (Foto: picture alliance\/dpa\/AP)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Ein riesiges Defizit belastet den ukrainischen Haushalt. Kiew fordert die EU auf, ihren 90-Milliarden-Euro-Kredit schneller zu \u00fcberweisen. Dann fehlt das Geld aber n\u00e4chstes Jahr. Auch die Patriot-Lieferung stockt \u2013 zwei EU-L\u00e4nder tun sich besonders unr\u00fchmlich hervor.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit dem Finger auf die Schuldigen zeigen will Kaja Kallas in der \u00d6ffentlichkeit nicht. Also nennt die EU-Au\u00dfenbeauftragte keine einzelnen L\u00e4nder, als sie darum bittet, alle Mitgliedstaaten m\u00f6gen doch bitte nochmal in ihren Best\u00e4nden schauen, ob sie nicht doch ein paar Patriot-Abfangraketen f\u00fcr die Ukraine auftreiben k\u00f6nnten. An wen Kallas ihre Bitte adressiert, ist in Br\u00fcssel aber kein Geheimnis: Spanien h\u00e4lt sich zur\u00fcck bei den Patriot-Lieferungen \u2013 nur die Sendung von f\u00fcnf Abfangraketen wurden dieses Jahr zugesagt. Griechenland hat nicht mal eine einzige Rakete geschickt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zugleich erlebt Kiew derzeit eine beispiellose Serie russischer Luftangriffe: sechs Tage in Folge mit schweren Attacken und nahezu ununterbrochenem Luftalarm. Die Beh\u00f6rden meldeten Ende August einen Rekord von 13 Luftalarmwarnungen binnen 24 Stunden in der ukrainischen Hauptstadt. Russlands Machthaber Wladimir Putin z\u00fcndet die n\u00e4chste Eskalationsstufe der Invasion. &#8222;Im Moment stehen alle Zeichen auf Sturm&#8220;, sagt der \u00f6sterreichische Oberst Markus Reisner. Ohne die Sendung zus\u00e4tzlicher Abfangraketen ist die Ukraine dem Terror beinahe schutzlos ausgeliefert. Ausbleibende Lieferungen lassen die ukrainischen Verb\u00fcndeten in Europa jetzt in einem besonders schlechten Licht dastehen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei Konsultationen mit ukrainischen Regierungsvertretern wurde klar, dass schon das n\u00e4chste Problem auf die Agenda dr\u00e4ngt: Der EU-Kredit \u00fcber 90 Milliarden Euro reicht nicht aus &#8211; er deckt nur rund zwei Drittel des ukrainischen Finanzbedarfs bis Ende 2027. F\u00fcr die akute Milit\u00e4rl\u00fccke von 27 Milliarden Dollar bittet Kiew darum, Mittel aus dem f\u00fcr 2027 vorgesehenen Teil des Kredits vorzuziehen. Auf absehbare Zeit muss sich die EU allerdings eine zus\u00e4tzliche Finanzierungsstrategie suchen, wenn sie Kiew nicht im Stich lassen will. Angesichts des Mangels an Abfangraketen br\u00e4uchte die Ukraine frisches Geld, um zumindest die eigenen R\u00fcstungsg\u00fcter weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Regierung in Athen machte R\u00fcckzieher<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Noch gibt Kallas die Hoffnung nicht auf, Mitgliedstaaten von Patriot-Lieferungen zu \u00fcberzeugen. &#8222;Wir wissen, dass einige L\u00e4nder \u00fcber Abfangraketen verf\u00fcgen, deren Nutzungsdauer bald abl\u00e4uft&#8220;, sagte Kallas. &#8222;Es w\u00e4re daher sehr gut, wenn diese der Ukraine \u00fcbergeben w\u00fcrden.&#8220; Athen und Madrid sollen laut Bloomberg solche \u00e4lteren Raketen im Bestand haben \u2013 und generell noch ein vergleichsweise gro\u00dfes Kontingent besitzen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Andere Mitgliedstaaten wie Deutschland haben schon wesentlich mehr Milit\u00e4rhilfe geleistet. Berlin hat nicht nur Abfangraketen, sondern ganze Patriotsysteme aus Bundeswehrbest\u00e4nden an die Ukraine geliefert. Allein im M\u00e4rz stellte Deutschland mindestens f\u00fcnf PAC-3-Raketen bereit und organisierte mit europ\u00e4ischen Partnern ein Paket von insgesamt 35 Abfangraketen. Den russischen Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig k\u00f6nnte die Bundesregierung zum Anlass nehmen, die Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr die Ukraine zu verst\u00e4rken. Doch Deutschland klagt, allm\u00e4hlich an seine Grenzen zu kommen. Weitere Abgaben von Patriot-Systemen oder -Raketen k\u00f6nnten die eigene Einsatzbereitschaft in der Luftverteidigung schw\u00e4chen, hei\u00dft es aus Berlin. Zugleich sind die Patriot-Best\u00e4nde der USA durch den Krieg mit dem Iran erheblich geschrumpft. Deshalb richten sich nun alle Augen auf die S\u00fcdeurop\u00e4er.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dass Madrid dieses Jahr zumindest die Lieferung einiger PAC-2-Raketen zugesagt hat, wertet Marie-Agnes Strack-Zimmermann positiv. &#8222;Die Spanier sind inzwischen bereit, die Ukraine entsprechend zu unterst\u00fctzen&#8220;, sagt die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses ntv.de. Entt\u00e4uscht zeigt die FDP-Politikerin sich von der Haltung der Griechen, die zun\u00e4chst &#8222;positive Signale&#8220; gesendet h\u00e4tten. &#8222;Als diese Information allerdings an die \u00d6ffentlichkeit drang, hat der Verteidigungsminister diese Zusage bedauerlicherweise vorerst auf Eis gelegt&#8220;, kritisiert sie. Athen argumentiert, es brauche seine Best\u00e4nde aufgrund seiner Territorial- und Sicherheitskonflikte mit der T\u00fcrkei in der \u00c4g\u00e4is, im \u00f6stlichen Mittelmeer und um Zypern.<\/p>\n<p>Estland geht bei Milit\u00e4rhilfe mit gutem Beispiel voran<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Strack-Zimmermann betont hingegen, beim ukrainischen Abwehrkampf gegen den russischen Aggressor gehe es um die Sicherheit aller Europ\u00e4er. Die europ\u00e4ischen Regierungen sollten im Blick behalten, was auf dem Spiel steht: &#8222;Verliert die Ukraine diesen Krieg und \u00fcbernimmt Putin die Ukraine, werden wir im Westen keine ruhige Minute mehr haben.&#8220; Die Mitgliedstaaten sollten nicht nur an Kiew liefern, sondern auch ihre R\u00fcstungsproduktion hochfahren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das europ\u00e4ische Pendant zu den Patriot-Systemen, das ebenfalls f\u00fcr den Abschuss ballistischer Raketen geeignet ist, hei\u00dft SAMP\/T. Allerdings ist der Produktionsstau bei Munition f\u00fcr SAMP\/T noch gr\u00f6\u00dfer als bei den Patriots. Pro Jahr werden nur etwa 100 bis 150 Aster-Abfangraketen gefertigt; bis 2028 soll die Kapazit\u00e4t auf mehr als 300 Raketen j\u00e4hrlich steigen. F\u00fcr den Bedarf der Ukraine ist das viel zu wenig.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Staaten, die der Ukraine Luftverteidigungssysteme, Raketen oder anderes entscheidendes milit\u00e4risches Material zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, sollten dies tun \u2013 auch wenn sie daf\u00fcr vor\u00fcbergehend ein gewisses Risiko f\u00fcr ihre eigenen Verteidigungsf\u00e4higkeiten in Kauf nehmen m\u00fcssen&#8220;, fordert Riho Terras, Vize-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Estland gehe mit gutem Beispiel voran, sagt der estnische Ex-General ntv.de. Aufgrund der N\u00e4he ihres Landes zu Russland h\u00e4tten die Esten selbst gro\u00dfe Sicherheitsrisiken zu bew\u00e4ltigen \u2013 dennoch seien sie bereit gewesen, im Verh\u00e4ltnis zur Gr\u00f6\u00dfe und F\u00e4higkeit ihres Landes eine betr\u00e4chtliche Menge an Waffen und Munition an die Ukraine zu liefern. &#8222;Denn wir verstehen: Die Ukraine verteidigt nicht nur sich selbst, sondern die Sicherheit Europas insgesamt.&#8220;<\/p>\n<p>Neue Debatte um eingefrorene russische Milliarden<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Besonders wichtig f\u00fcr das \u00dcberleben der Ukraine sei der Ausgleich des Haushaltsdefizits, sagt die Gr\u00fcnen-Politikerin Hannah Neumann ntv.de. &#8222;Wir sind im September 2026. Deshalb m\u00fcssen wir jetzt kl\u00e4ren, wie wir die Unterst\u00fctzung auch nach 2027 verl\u00e4sslich finanzieren&#8220;, so die Gr\u00fcne, die ebenfalls im EU-Verteidigungsausschuss sitzt. Dass die EU die Auszahlung ihre 90-Milliarden-Euro-Kredits vorziehe, sei nur eine kurzfristige L\u00f6sung. Langfristig h\u00e4lt Neumann es f\u00fcr sinnvoll, die in Belgien eingefrorenen Milliarden der russischen Zentralbank f\u00fcr die Ukraine zu verwenden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Russland muss f\u00fcr die Folgen seines Angriffskrieges zahlen. Deutschland sollte sich daf\u00fcr klar einsetzen&#8220;, sagt Neumann. Kanzler Friedrich Merz hatte im vergangenen Jahr bereits f\u00fcr die Idee geworben \u2013 ist jedoch am Widerstand Belgiens gescheitert. Mehrere Mitgliedstaaten wollen das Thema wieder auf die Agenda setzen, darunter Schweden, die Niederlande, Polen und auch Spanien. In einem gemeinsamen Schreiben fordern die Mitgliedstaaten die Kommission auf, die Arbeit an einem sogenannten Reparationskredit wieder aufzunehmen. Dabei sollen rechtliche und technische Optionen vorgelegt werden, um Belgien von den Haftungsrisiken rund um den Wertpapierverwahrer Euroclear in Br\u00fcssel zu entlasten. Die belgische Regierung h\u00e4lt ihre Blockade jedoch bislang aufrecht.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Ukraine fehlen die PatriotsMadrid und Athen lassen Kiew im Stich \u2013 der Rest der EU auch?02.09.2026, 18:03&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1276206,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[4012],"tags":[331,332,661,21,14424,29,3189,102523,187,1565,5916,13,14897,14,15,12584,16,307,5694,12,4026,317,3081,10134],"class_list":["post-1276205","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-ukraine","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-angriff-auf-die-ukraine","tag-buendnis-90-die-gruenen","tag-debatte-um-waffenlieferungen","tag-deutschland","tag-estland","tag-evp","tag-fdp","tag-griechenland","tag-haushaltspolitik","tag-headlines","tag-marie-agnes-strack-zimmermann","tag-nachrichten","tag-news","tag-patriot-flugabwehrsystem","tag-politik","tag-russland","tag-ruestung","tag-schlagzeilen","tag-spanien","tag-ukraine","tag-ukraine-konflikt","tag-waffenlieferung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117202400640334992","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1276205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1276205"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1276205\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1276206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1276205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1276205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1276205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}