{"id":1277093,"date":"2026-09-03T02:01:25","date_gmt":"2026-09-03T02:01:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277093\/"},"modified":"2026-09-03T02:01:25","modified_gmt":"2026-09-03T02:01:25","slug":"teams-aus-bochum-und-dortmund-bauen-das-groesste-gammastrahlen-observatorium-mit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277093\/","title":{"rendered":"Teams aus Bochum und Dortmund bauen das gr\u00f6\u00dfte Gammastrahlen-Observatorium mit"},"content":{"rendered":"<p>Gammastrahlen sind f\u00fcr die Erforschung des Universums besonders interessant: Sie entstehen bei hochenergetischen kosmischen Prozessen, etwa als Folge der Explosion massereicher Sterne oder in Jets von aktiven Galaxien. Treffen Gammastrahlen auf die Erdatmosph\u00e4re, erzeugen sie nur winzige Sekundenbruchteile andauernde blaue Lichtblitze, die f\u00fcr das menschliche Auge zwar unsichtbar sind, von speziellen Sensoren jedoch aufgezeichnet werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p>Genau f\u00fcr diesen Zweck werden in den kommenden f\u00fcnf Jahren in der chilenischen Atacama-W\u00fcste und auf der kanarischen Insel La Palma insgesamt 64 Spiegelteleskope errichtet. Zusammen bilden sie das Cherenkov Telescope Array Observatory, kurz: CTAO. Es wird das weltweit gr\u00f6\u00dfte und leistungsf\u00e4higste Observatorium f\u00fcr bodengest\u00fctzte Gammastrahlen-Astronomie sein \u2013 zehnmal empfindlicher als bisherige Detektoren.<\/p>\n<p><strong>Deutsches Konsortium ma\u00dfgeblich an CTAO beteiligt<\/strong><\/p>\n<p>Den Bau und die Inbetriebnahme der CTAO-Teleskope wird ein deutscher Verbund ma\u00dfgeblich vorantreiben. Daf\u00fcr stellt das BMFTR im Rahmen des Programms \u201eErforschung von Universum und Materie\u201c in den kommenden drei Jahren \u00fcber vier Millionen Euro bereit. Zum Verbund geh\u00f6ren die Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg, die Humboldt-Universit\u00e4t Berlin, die Technische Universit\u00e4t Dortmund sowie die Universit\u00e4ten Bochum, Potsdam, T\u00fcbingen und W\u00fcrzburg. Beteiligt sind au\u00dferdem die Max-Planck-Institute fu\u0308r Kernphysik in Heidelberg und fu\u0308r Physik in Garching bei Mu\u0308nchen sowie das zur Helmholtz-Gemeinschaft geh\u00f6rende Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in Zeuthen. \u201eDie Projektpartner spielen in vielen Aspekten von CTAO eine entscheidende Rolle: Sie erproben Komponenten, entwickeln Software f\u00fcr Detektion und Datenauswertung und begleiten die Inbetriebnahme der ersten Teleskope\u201c, erkl\u00e4rt Verbundsprecher Prof. Dr. Stefan Funk vom Erlangen Centre for Astroparticle Physics.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Forschende aus W\u00fcrzburg, Bochum und Dortmund nehmen Teleskope in Betrieb<\/strong><\/p>\n<p>Die Teleskope des CTAO haben einen Spiegeldurchmesser von 23 Metern. Neben der Inbetriebnahme der Teleskope werden Forschende aus Bochum, Dortmund und W\u00fcrzburg auch ein System zur \u00dcberwachung des Schwingungsverhaltens dieser Teleskope entwickeln und aufbauen, um etwa fr\u00fchzeitig m\u00f6gliche Sch\u00e4den am Fahrwerk oder der tragenden Konstruktion erkennen zu k\u00f6nnen. Forschende des Ruhr Innovation Lab werden au\u00dferdem die Software f\u00fcr das Observatorium mitentwickeln.\u00a0<\/p>\n<p>Privatdozent Dr. Dominik Els\u00e4sser von der Fakult\u00e4t Physik der TU Dortmund, Leiter des Dortmunder Teilprojektes, erkl\u00e4rt: \u201eDie Teleskope des CTAO werden uns einen einzigartigen Einblick in die Prozesse zum Beispiel in der Umgebung massereicher Schwarzer L\u00f6cher in den Zentren aktiver Galaxien bieten.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>\u201eDurch die F\u00f6rderung des BMFTR k\u00f6nnen wir die Kompetenzen der Forschenden im Ruhrgebiet, zum Beispiel im Bereich der Entwicklung innovativer Software-L\u00f6sungen, optimal einbringen. Wissenschaftlich interessieren uns besonders auch die Chancen, die durch den gleichzeitigen Betrieb des CTAO mit Teleskopen f\u00fcr andere Wellenl\u00e4ngenbereiche und f\u00fcr Neutrinos entstehen, und die theoretische Modellierung der Prozesse in den Quellen der Gammastrahlung\u201c, so Prof. Dr. Julia Tjus, Teilprojektleiterin an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum. Ebenfalls am Bochumer Teilprojekt beteiligt sind die Gruppen von Prof. Dr. Anna Franckowiak und Dr. Elisa P\u00fcschel.\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschenden des Ruhr Innovation Lab erhalten im Rahmen der Verbundforschung des BMFTR in den kommenden drei Jahren insgesamt 910.000 Euro und haben so die M\u00f6glichkeit, das Feld der Multimessenger-Astronomie signifikant mitzupr\u00e4gen.<\/p>\n<p><strong>Enge Zusammenarbeit im Ruhrgebiet<\/strong><\/p>\n<p>Die Gruppen an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum und an der TU Dortmund arbeiten im Rahmen des Ruhr Innovation Lab und des DFG-Sonderforschungsbereichs 1491 eng zusammen und besch\u00e4ftigen sich mit einem breiten Portfolio an Fragen der Astro-, Astroteilchen-, Teilchen- und Plasma-Astro-Physik.\u00a0<\/p>\n<p>Das CTAO wird nach seiner Fertigstellung eine f\u00fchrende Rolle bei der Erforschung des Universums mit verschiedenen Informationstr\u00e4gern spielen. Forschende der Universit\u00e4tsallianz Ruhr \u2013 also der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, der Technischen Universit\u00e4t Dortmund und der Universit\u00e4t Duisburg-Essen \u2013 sind auch an weiteren internationalen Gro\u00dfprojekten der Astrophysik beteiligt: am Neutrino-Observatorium IceCube am S\u00fcdpol sowie am geplanten Gravitationswellen-Detektor EinsteinTeleskop und an Projekten, die auf das zuk\u00fcnftige Radio-Observatorium SKAO, hinarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Ansprechpartner f\u00fcr R\u00fcckfragen:<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gammastrahlen sind f\u00fcr die Erforschung des Universums besonders interessant: Sie entstehen bei hochenergetischen kosmischen Prozessen, etwa als Folge&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1277094,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1839],"tags":[7507,3364,29,30,1209],"class_list":["post-1277093","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bochum","tag-bochum","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-nordrhein-westfalen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117204646908763681","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1277093"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277093\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1277094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1277093"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1277093"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1277093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}