{"id":1277124,"date":"2026-09-03T02:21:15","date_gmt":"2026-09-03T02:21:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277124\/"},"modified":"2026-09-03T02:21:15","modified_gmt":"2026-09-03T02:21:15","slug":"mehr-komfort-und-tempo-frecciarossa-auf-probefahrt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277124\/","title":{"rendered":"Mehr Komfort und Tempo &#8211; Frecciarossa auf Probefahrt"},"content":{"rendered":"<p>Bequem mit dem Zug nach Rom oder Mailand &#8211; das soll k\u00fcnftig mit dem italienischen Schnellzug Frecciarossa gehen. Ohne Umsteigen, in gem\u00fctlichen Ledersitzen oder gegen Aufpreis in drehbaren Sesseln mit Fu\u00dfst\u00fctze, kostenlosen Getr\u00e4nken und Speisen. Doch bis dahin sind noch etliche Probefahrten n\u00f6tig, damit der Frecciarossa \u00fcber deutsche und \u00f6sterreichische Schienen rollen kann.\u00a0<\/p>\n<p>Ein erster umger\u00fcsteter roter Pfeil &#8211; so hei\u00dft der Zug auf Deutsch \u00fcbersetzt &#8211; ist seit Mitte Juni testweise zwischen N\u00fcrnberg und Ingolstadt sowie zwischen Leipzig und Erfurt unterwegs. Ein zweites Fahrzeug f\u00e4hrt seit August in \u00d6sterreich von Kufstein bis zum Brenner sowie zwischen Salzburg und Wien.\u00a0<\/p>\n<p>An diesem Tag steht der italienische Schnellzug allerdings vor typisch deutschen Problemen: Wegen einer Weichenst\u00f6rung startet die Probefahrt nicht in Ingolstadt, sondern in Kinding, einer Regionalzug-Haltestelle auf der Strecke nach N\u00fcrnberg. Von au\u00dfen ist der Frecciarossa mit Graffiti beschmiert. Au\u00dferdem muss eine der drei geplanten Testfahrten wegen eines Personenunfalls auf der Strecke ausfallen.\u00a0<\/p>\n<p>Geplant sind f\u00fcnf Verbindungen t\u00e4glich\u00a0 <\/p>\n<p>Noch steht deshalb nur auf dem Papier, wie die Fahrg\u00e4ste von der neuen Direktverbindung von Deutscher Bahn (DB), Trenitalia und \u00d6sterreichische Bundesbahnen profitieren sollen: Ab Sommer 2027 soll t\u00e4glich nach DB-Angaben zun\u00e4chst ein Zug von M\u00fcnchen nach Rom und einer nach Mailand fahren &#8211; und eine Zeitersparnis auf der Strecke von 45 beziehungsweise 75 Minuten bringen. Sp\u00e4ter soll es f\u00fcnf Verbindungen t\u00e4glich geben. Ab Dezember 2028 ist zudem eine Verl\u00e4ngerung nach Berlin und Neapel geplant.\u00a0<\/p>\n<p>Zurzeit gleicht der 200 Meter lange Schnellzug vor allem einem rollenden Testlabor: Im Inneren ziehen sich lange Kabel f\u00fcr die Messtechnik an der Decke entlang. Sands\u00e4cke liegen auf dem Boden und auf Sitzen, um das Gewicht von Fahrg\u00e4sten und Gep\u00e4ck zu simulieren. Der Teppich ist zum Schutz mit Gummimatten bedeckt. Die drehbaren Luxussitze sind ausgebaut, um gro\u00dfen Wassertanks Platz zu machen, die bei Bremstests Fl\u00fcssigkeit auf die Schienen spr\u00fchen. Ein Waggon beherbergt lange Tische mit Computern, an die die zahlreichen Sensoren Daten \u00fcbermitteln.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eWir testen heute die Aerodynamik des Stromabnehmers\u201c, erl\u00e4utert Nassim Kereimeyd, der als Projektleiter bei der DB Systemtechnik die Hersteller Hitachi und Alstom bei den Probefahrten unterst\u00fctzt. Da sich das deutsche Bahn-Stromnetz und die Signaltechnik von denen in Italien unterscheiden, mussten die Hersteller unter anderem Antriebstechnik, Bremsen und Stromabnehmer anpassen. Nun muss die neue Technik umfangreich getestet werden, 300 Testtage sind laut Bahn insgesamt geplant. Anschlie\u00dfend m\u00fcssen die Eisenbahnbeh\u00f6rden den umgebauten Zug f\u00fcr Deutschland und \u00d6sterreich neu zulassen. In Italien ist eine Wiederzulassung n\u00f6tig.\u00a0<\/p>\n<p>Gerade mal zehn Minuten braucht der Frecciarossa an dem Tag bis N\u00fcrnberg, zwischendurch ist er rund 300 km\/h schnell. Ein Tempo, das laut DB der neue ICE-3-Zug sogar noch etwas \u00fcbertrifft. Doch wieso kommt dieser auf der neuen Direktverbindung nicht zum Einsatz? Der Bahn zufolge hat das technische Gr\u00fcnde: In Italien sind automatische Feuerl\u00f6schsysteme in Z\u00fcgen vorgeschrieben. Die deutschen Schnellz\u00fcge damit auszustatten, w\u00e4re demnach komplizierter gewesen als den Frecciarossa mit der in Deutschland n\u00f6tigen Magnetschienenbremse.\u00a0<\/p>\n<p>Mehr Reisekomfort, h\u00f6here Ticketpreise?\u00a0 <\/p>\n<p>Wie teuer die neue Zugverbindung die Bahn kommt, kann diese eigenen Angaben nach nicht beziffern, weil sich die Kosten auf drei L\u00e4nder verteilen. Die Bahn sieht im grenz\u00fcberschreitenden Verkehr aber gro\u00dfes Potenzial. 25 Millionen Fahrg\u00e4ste sind ihr zufolge j\u00e4hrlich in Europa damit unterwegs &#8211; Tendenz steigend.\u00a0<\/p>\n<p>Doch was bedeutet die Reise mit dem Zugpferd der Trenitalia f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste aus Deutschland? Immerhin verspricht der Frecciarossa mehr Luxus und Reisekomfort. Auf der geplanten neuen Strecke wird es laut der Bahn drei Klassen geben. Zwei davon entsprechen der 1. und 2. Klasse in den ICE-Z\u00fcgen. Die Ticketpreise stehen demnach noch nicht fest, sollen sich aber an denen orientieren, die bisher auf der Strecke gelten. Wer aber in der gehobenen Executive-Klasse reisen m\u00f6chte, wird tiefer in die Tasche greifen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u00a9 dpa-infocom, dpa:260902-930-623843\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bequem mit dem Zug nach Rom oder Mailand &#8211; das soll k\u00fcnftig mit dem italienischen Schnellzug Frecciarossa gehen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1277125,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1837],"tags":[3613,772,3364,29,7488,30,3783,7489,55],"class_list":["post-1277124","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nuernberg","tag-auto-und-verkehr","tag-bayern","tag-de","tag-deutschland","tag-dpa","tag-germany","tag-nuernberg","tag-region-bayern","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117204725572992534","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1277124"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277124\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1277125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1277124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1277124"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1277124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}