{"id":1277399,"date":"2026-09-03T05:27:17","date_gmt":"2026-09-03T05:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277399\/"},"modified":"2026-09-03T05:27:17","modified_gmt":"2026-09-03T05:27:17","slug":"fachkraeftemangel-bozena-witt-baut-bruecken-zwischen-polen-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277399\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel: Bo\u017cena Witt baut Br\u00fccken zwischen Polen und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dienstagmorgen, kurz nach zehn Uhr, im Arbeitsamt der Woiwodschaft in Stettin. Hinter einer schlichten B\u00fcrot\u00fcr wartet kein Schalterbeamter, sondern eine Frau, die f\u00fcr viele <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Polen\" data-rtr-id=\"7414732b2846a8e11d2c32eb7b4a38037d5f3a32\" data-rtr-score=\"62.64699591215895\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"58\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/polen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polen<\/a> zur ersten Ansprechpartnerin auf dem Weg nach <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Deutschland\" data-rtr-id=\"6c48d7d5b099c64b41367070a52ae27833560fd5\" data-rtr-score=\"149.59644452894761\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"13\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> geworden ist.<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-py-2 tw-border-t tw-mb-0 tw-text-title-md tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-10 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eGuten Morgen\u201c, sagt Bo\u017cena Witt und bittet ihren Besucher herein. Der Mann ist Physiotherapeut, lebt in Stettin und m\u00f6chte k\u00fcnftig in Deutschland arbeiten. Sein Deutsch ist gut, Niveau B2. Er besitzt ein <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Auto\" data-rtr-id=\"2b366f7d368ba14ac06375cce1240417d5e0d240\" data-rtr-score=\"7.1677440821370855\" data-rtr-etype=\"keyword\" data-rtr-index=\"75\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/auto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auto<\/a>, k\u00f6nnte t\u00e4glich pendeln und hat sich bereits informiert. Eigentlich m\u00fcsste der schwierigste Teil schon geschafft sein.<\/p>\n<p>Mehr als eine Arbeitsvermittlerin<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Doch Bo\u017cena Witt l\u00e4chelt. \u201eDann fangen wir mal ganz vorne an.\u201c Vor ihr liegt kein Arbeitsvertrag, sondern ein langer Weg.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zun\u00e4chst geht es um die Anerkennung des Berufsabschlusses. Welche Unterlagen fehlen? Welche Bescheinigungen m\u00fcssen aus Polen beschafft werden? Wo werden die Dokumente eingereicht? Reicht das Sprachniveau? Muss noch etwas nachqualifiziert werden?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">W\u00e4hrend der Physiotherapeut aufmerksam zuh\u00f6rt, notiert Witt Adressen, erkl\u00e4rt Formulare und beschreibt den Ablauf der Anerkennung. Erst danach \u00f6ffnet sie die Stellenb\u00f6rse: \u201ePhysiotherapeuten werden \u00fcberall gesucht.\u201c Innerhalb weniger Minuten erscheinen zahlreiche freie Stellen in Mecklenburg-Vorpommern.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr viele Arbeitsvermittler w\u00e4re der Termin an dieser Stelle fast beendet.F\u00fcr Bo\u017cena Witt beginnt er jetzt erst richtig.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Seit 2011 f\u00e4hrt die EURES-Beraterin der Agentur f\u00fcr Arbeit Pasewalk jeden Dienstag nach Stettin. W\u00e4hrend andere <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Pendler\" data-rtr-id=\"7e2694dfa3c263600b7a2bb353dbf756cfb14d1c\" data-rtr-score=\"6.404838863009791\" data-rtr-etype=\"keyword\" data-rtr-index=\"48\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/thema\/pendler\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pendler<\/a> morgens \u00fcber die Grenze zur Arbeit fahren, f\u00e4hrt sie in die entgegengesetzte Richtung. Ihr Arbeitsplatz liegt dort, wo zwei Arbeitsm\u00e4rkte aufeinandertreffen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bo\u017cena Witt ist dabei nicht allein unterwegs. Sie geh\u00f6rt zu einem kleinen EURES-Team der Agentur f\u00fcr Arbeit Greifswald unter der Koordination von Christian Justa. Gemeinsam ihrer Kollegin Klaudia Daghesh ber\u00e4t sie Arbeitnehmer und Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze. Auch wenn sie an diesem Tag allein unterwegs ist, wird schnell deutlich: Hinter jeder erfolgreichen Vermittlung steckt Teamarbeit.<\/p>\n<p>Deutschland verst\u00e4ndlich machen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ihre Aufgabe klingt zun\u00e4chst n\u00fcchtern: Sie unterst\u00fctzt polnische Fachkr\u00e4fte bei der Arbeitsaufnahme in Deutschland und ber\u00e4t deutsche Unternehmen, die Mitarbeiter aus Polen einstellen m\u00f6chten.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/34882fa6-4cff-4ec8-a8c1-6b1f4224da5f.jpg\" alt=\"Netzwerk auf dem Arbeitsmarkt\" width=\"100\" height=\"100\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/>EURESNetzwerk auf dem Arbeitsmarkt<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Der deutsch-polnische Arbeitsmarkt ist heute so eng verflochten wie nie zuvor. Besonders in den Grenzregionen pendeln t\u00e4glich Tausende Menschen zur Arbeit \u00fcber die Oder. Unterst\u00fctzt werden sie vom europ\u00e4ischen Netzwerk EURES, das Arbeitnehmer und Unternehmen bei der Stellensuche, der Anerkennung von Berufsabschl\u00fcssen sowie bei Fragen zu Steuern und Sozialversicherung begleitet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dass diese Arbeit immer wichtiger wird, h\u00e4ngt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung Polens zusammen. Seit dem EU-Beitritt 2004 z\u00e4hlt das Land zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften Europas. Das Bruttoinlandsprodukt w\u00e4chst auch 2026 voraussichtlich um rund 3,5 Prozent und damit deutlich st\u00e4rker als in vielen westeurop\u00e4ischen Staaten. Gleichzeitig sind die L\u00f6hne in den vergangenen Jahren kr\u00e4ftig gestiegen, die Arbeitslosigkeit liegt landesweit auf einem niedrigen Niveau, und Polen hat sich zu einem attraktiven Standort f\u00fcr Industrie, Logistik und moderne Dienstleistungen entwickelt. Diese Dynamik spiegelt sich auch in den Wirtschaftsbeziehungen wider: Polen ist inzwischen Deutschlands f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfter Handelspartner und hat damit L\u00e4nder wie Italien und das Vereinigte K\u00f6nigreich \u00fcberholt. Aus dem einstigen Niedriglohnland ist ein leistungsf\u00e4higer Wirtschaftspartner geworden \u2013 mit entsprechend wachsendem Bedarf an gut ausgebildeten Fachkr\u00e4ften auf beiden Seiten der Grenze.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dennoch gibt es regionale Unterschiede. In der Woiwodschaft Westpommern lag die registrierte Arbeitslosenquote Ende Juni 2026 bei 7,7 Prozent und damit \u00fcber dem polnischen Landesdurchschnitt von 5,8 Prozent. Rund 45.700 Menschen waren dort zuletzt arbeitslos gemeldet. St\u00e4dte wie Stettin weisen traditionell deutlich niedrigere Quoten auf (ca. 4,2 Prozent), w\u00e4hrend l\u00e4ndliche oder strukturschw\u00e4chere Landkreise in der Region teils sp\u00fcrbar \u00fcber dem Woiwodschaftsdurchschnitt liegen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Gleichzeitig suchen Unternehmen in zahlreichen Branchen \u2013 vom Gesundheitswesen \u00fcber das Handwerk bis zur Logistik und Industrie \u2013 dringend qualifizierte Mitarbeiter. Der Grund: H\u00e4ufig passen Qualifikation und offene Stellen nicht zusammen oder die Arbeitspl\u00e4tze liegen auf der anderen Seite der Grenze. Genau hier setzt EURES an. Beraterinnen wie Bo\u017cena Witt bringen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen, begleiten Bewerbungs- und Anerkennungsverfahren und helfen dabei, dass der gemeinsame deutsch-polnische Arbeitsmarkt in der Praxis funktioniert. (m\u00f6)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Was trocken klingt, ist in Wahrheit ein Beruf, der irgendwo zwischen Arbeitsvermittlung, Sozialberatung, Dolmetschen und Kulturvermittlung liegt.<\/p>\n<p>Wenn Sprache allein nicht reicht<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eEs geht um Leben und Arbeiten in Deutschland\u201c, sagt sie. Und dieses \u201eLeben\u201c ist mindestens genauso wichtig wie die Arbeit. Denn kaum jemand ahnt, wie viele Fragen auftauchen, sobald ein Mensch die Grenze nicht mehr als Tourist, sondern als Arbeitnehmer \u00fcberschreitet. Viele ihrer Kunden glauben zun\u00e4chst, sie k\u00e4men wegen eines Stellenangebots. Sie gehen mit Antworten auf Fragen nach Hause, von denen sie vorher gar nicht wussten, dass sie sie haben.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Warum muss ich meine Wohnung drei Monate vorher k\u00fcndigen?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Warum sind deutsche Wohnungen meistens leer und nicht m\u00f6bliert?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Wie bekomme ich eine Steuer-ID?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Was bedeutet Kirchensteuer?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Warum muss ich Rundfunkbeitr\u00e4ge bezahlen?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Wie funktioniert eine deutsche Krankenkasse?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Was passiert mit meiner Rente?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Welche Versicherung brauche ich?<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr Bo\u017cena Witt geh\u00f6ren solche Fragen l\u00e4ngst zum Alltag. \u201eMan muss den Menschen erkl\u00e4ren, worauf sie sich einlassen.\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Sie wei\u00df genau, wovon sie spricht. Die geb\u00fcrtige Polin lebt selbst seit vielen Jahren in Deutschland. Ihre Familie lebt teilweise noch in Polen. Sie kennt beide L\u00e4nder, beide Mentalit\u00e4ten und beide Verwaltungssysteme. Genau diese doppelte Perspektive macht ihre Arbeit so wertvoll.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Oft merkt sie schon nach wenigen Minuten, wo die eigentlichen Schwierigkeiten liegen. Nicht immer ist es die Sprache. Nat\u00fcrlich braucht ein Physiotherapeut mindestens Deutsch auf B2-Niveau, h\u00e4ufig sogar C1, um seinen Beruf anerkennen zu lassen. \u00c4rzte, Pflegekr\u00e4fte oder andere reglementierte Berufe stehen vor \u00e4hnlichen Anforderungen.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/a7d099e3-965d-49b3-8a75-f7455333796d.jpg\" alt=\"Teilnehmer absolvieren einen Deutsch-Intensivkurs im Goethe-Institut.&#10;&#10;Deutsch kann man in Sprachkursen am Goethe-Institut lernen.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Teilnehmer absolvieren einen Deutsch-Intensivkurs im Goethe-Institut.<\/p>\n<p>Deutsch kann man in Sprachkursen am Goethe-Institut lernen. (Foto: Sebastian Gollnow\/dpa)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Doch selbst perfektes Deutsch l\u00f6st nicht alle Probleme. \u201eJemand kann Germanistik studiert haben und trotzdem keine Ahnung haben, wie das Leben in Deutschland funktioniert.\u201c Deshalb spricht sie nicht nur \u00fcber Grammatik. Sie spricht \u00fcber Mentalit\u00e4t, \u00fcber Erwartungen, \u00fcber Missverst\u00e4ndnisse, \u00fcber Dinge, die in keinem Lehrbuch stehen.<\/p>\n<p>Arbeitgeber brauchen ebenfalls Beratung<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ein Beispiel: In Polen steht f\u00fcr viele Menschen die Familie an erster Stelle. Arbeit ist wichtig, aber sie dient oft dazu, der Familie ein besseres Leben zu erm\u00f6glichen. Deutsche Arbeitgeber dagegen erleben ihre Mitarbeiter h\u00e4ufig st\u00e4rker \u00fcber den Beruf. \u201eDas f\u00fchrt manchmal zu unterschiedlichen Erwartungen\u201c, sagt Witt. Auch P\u00fcnktlichkeit, Kommunikation oder Entscheidungswege unterscheiden sich. Nichts Dramatisches. Aber genug, um im Arbeitsalltag Irritationen auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Je nach Situation unterst\u00fctzt sie ihre Kunden auch bei Vorstellungsgespr\u00e4chen. Manche w\u00fcnschen sich diese Begleitung, andere gehen den Termin ganz bewusst allein \u2013 und genau das ist f\u00fcr sie ebenso selbstverst\u00e4ndlich. \u201eJeder braucht etwas anderes\u201c, sagt Witt.<\/p>\n<p>Das Programm \u201eCleveres K\u00f6pfchen\u201c<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Besonders eng begleitet sie dagegen die Teilnehmer des Ausbildungsprogramms \u201eCleveres K\u00f6pfchen\u201c. Die jungen Frauen und M\u00e4nner beginnen h\u00e4ufig ihre erste Ausbildung, ziehen zum ersten Mal in ein anderes Land und m\u00fcssen sich gleichzeitig in einem neuen beruflichen Umfeld zurechtfinden. Deshalb begleitet Bo\u017cena Witt sie grunds\u00e4tzlich zu den Vorstellungsgespr\u00e4chen und bereitet sie intensiv auf diesen Schritt vor.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Nicht weil ihnen etwas zuzutrauen w\u00e4re \u2013 sondern weil der Einstieg in ein neues Leben oft mehr Fragen aufwirft als eine Bewerbung allein beantworten kann.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Genauso intensiv ber\u00e4t sie sp\u00e4ter auch die Arbeitgeber. Allerdings unterscheidet sich ihre Beratung je nachdem, ob es um erfahrene Fachkr\u00e4fte oder um Auszubildende geht.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Bei berufserfahrenen Arbeitnehmern geht sie davon aus, dass diese ihren Weg in einem neuen Unternehmen selbstst\u00e4ndig finden. Anders ist es bei den Jugendlichen des Programms \u201eCleveres K\u00f6pfchen\u201c. Hier wirbt sie in den Ausbildungsbetrieben daf\u00fcr, jedem neuen Azubi einen festen Ansprechpartner zur Seite zu stellen \u2013 einen \u201eK\u00fcmmerer\u201c.<\/p>\n<p>Zwischen Heimweh und Neuanfang<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Jemanden, der erkl\u00e4rt, hilft, zuh\u00f6rt und den jungen Menschen in den ersten Wochen begleitet. Gerade wer zum ersten Mal von zu Hause auszieht und zugleich in einem anderen Land ankommt, braucht h\u00e4ufig Orientierung. \u201eDie ersten Wochen entscheiden oft dar\u00fcber, ob eine Ausbildung gelingt\u201c, sagt Witt.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/e75b0f59-ca51-4c7b-8dc5-f0400fd9098c.png\" alt=\"Der Blick \u00fcber Stettin reicht bis zum Hafen und zur Oder. Die Metropole ist f\u00fcr viele Polen das Tor zum deutschen Arbeitsmarkt. Von hier aus begleitet EURES-Beraterin Bo\u017cena Witt Fachkr\u00e4fte und Auszubildende auf ihrem Weg in den Beruf jenseits der Grenze.\" fetchpriority=\"auto\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"data:image\/svg+xml,%3csvg%20width='48'%20height='48'%20viewBox='0%200%2048%2048'%20fill='none'%20xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg'%3e%3crect%20width='48'%20height='48'%20rx='24'%20fill='white'%20fill-opacity='0.8'\/%3e%3cmask%20id='mask0_13797_3251'%20style='mask-type:alpha'%20maskUnits='userSpaceOnUse'%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%3e%3crect%20x='12'%20y='12'%20width='24'%20height='24'%20fill='%23D9D9D9'\/%3e%3c\/mask%3e%3cg%20mask='url(%23mask0_13797_3251)'%3e%3cpath%20d='M15%2033V25H17V29.6L29.6%2017H25V15H33V23H31V18.4L18.4%2031H23V33H15Z'%20fill='%231C1B1F'\/%3e%3c\/g%3e%3c\/svg%3e\"\/><\/p>\n<p>Der Blick \u00fcber Stettin reicht bis zum Hafen und zur Oder. Die Metropole ist f\u00fcr viele Polen das Tor zum deutschen Arbeitsmarkt. Von hier aus begleitet EURES-Beraterin Bo\u017cena Witt Fachkr\u00e4fte und Auszubildende auf ihrem Weg in den Beruf jenseits der Grenze. (Foto: Ludger M\u00f6llers)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Deshalb spricht sie mit Arbeitgebern nicht nur \u00fcber Fachkr\u00e4ftemangel. Sie spricht \u00fcber Menschlichkeit. \u00dcber Geduld. Und dar\u00fcber, warum Integration nicht mit dem ersten Arbeitstag endet.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Manchmal endet ein Dienstag in Stettin ganz unspektakul\u00e4r. Ein Kunde bedankt sich. Eine junge Frau meldet sich Monate sp\u00e4ter aus Deutschland und erz\u00e4hlt, dass sie ihre Ausbildung erfolgreich begonnen hat. Ein ehemaliger Bewerber ruft nach Jahren an und berichtet, dass er geblieben ist, inzwischen Familie hat und Deutschland zur zweiten Heimat geworden ist. F\u00fcr Bo\u017cena Witt sind das die sch\u00f6nsten Momente ihres Berufs. Denn dann wei\u00df sie, dass sie weit mehr vermittelt hat als einen Arbeitsplatz. Sie hat geholfen, dass aus einem Grenz\u00fcbertritt ein Neuanfang wurde.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Transparenzhinweis: Die Recherche zu diesem Beitrag wurde durch ein Stipendium der Stiftung f\u00fcr deutsch-polnische Zusammenarbeit erm\u00f6glicht und finanziell unterst\u00fctzt. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Autor.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dienstagmorgen, kurz nach zehn Uhr, im Arbeitsamt der Woiwodschaft in Stettin. Hinter einer schlichten B\u00fcrot\u00fcr wartet kein Schalterbeamter,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1277400,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[32675,331,3924,332,3922,620,3886,263568,3364,29,263569,1707,30,24883,13,14,3923,15,3921,56060,3917,12,48946],"class_list":["post-1277399","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-agentur-fuer-arbeit","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-arbeitsmarkt","tag-ausbildung","tag-bozena-witt","tag-de","tag-deutschland","tag-eures","tag-fachkraeftemangel","tag-germany","tag-grenzregion","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-pasewalk","tag-polen","tag-schlagzeilen","tag-stettin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117205459011037852","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1277399"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277399\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1277400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1277399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1277399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1277399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}