{"id":1277712,"date":"2026-09-03T08:45:31","date_gmt":"2026-09-03T08:45:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277712\/"},"modified":"2026-09-03T08:45:31","modified_gmt":"2026-09-03T08:45:31","slug":"drogenszene-an-der-piepe-warum-bremen-auf-zaun-statt-aufloesung-setzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1277712\/","title":{"rendered":"Drogenszene an der Piepe: Warum Bremen auf Zaun statt Aufl\u00f6sung setzt"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Der Beirat Neustadt, die Bremer Umwelt- und Gesundheitsbeh\u00f6rde beschlie\u00dfen neue Sitzm\u00f6bel und einen Zaun f\u00fcr die Drogenszene an der Piepe, finanziert durch ihre Mittel.<\/li>\n<li>Petenten aus der Nachbarschaft fordern weiterhin eine Aufl\u00f6sung des Szenetreffs; sie bef\u00fcrchten, dass neue Ma\u00dfnahmen das Problem versch\u00e4rfen. Diese Sorgen wurden in der Sitzung erneut vorgetragen.<\/li>\n<li>Der Beschluss des Beirates fiel einstimmig bei Enthaltungen von SPD und B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht; die CDU-Neustadt hatte angek\u00fcndigt, dagegen zu stimmen, war aber bei der Abstimmung nicht vertreten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<p>Der Treffpunkt der Drogenszene an der Neust\u00e4dter Piepe erh\u00e4lt neue Sitzm\u00f6bel und einen Zaun. Die Bremer Umwelt- sowie die Gesundheitsbeh\u00f6rde und der Beirat Neustadt bezahlen die umstrittene Umbauma\u00dfnahme. Die Petenten aus der Nachbarschaft fordern trotzdem weiterhin eine Aufl\u00f6sung des Szenetreffs. Der Beirat ist aber \u00fcberzeugt, dass eine Verbesserung der Lage nur auf anderem Weg m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Wie soll die Bauma\u00dfnahme aussehen?<\/p>\n<p>\n    Mit den beschlossenen Sitzkombinationen werde ein Zustand wiederhergestellt, der bis vor wenigen Monaten auch die Jahre zuvor an der Piepe vorzufinden gewesen sei, argumentiert der Beirat. Die Tische und B\u00e4nke werden etwas vom Buntentorsteinweg abger\u00fcckt zwischen dem Kiosk und <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/buntentor-in-bremen-funde-aus-400-jahren-ans-licht-gebracht-doc8204ckkyw40l525u8ud\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der historischen Bed\u00fcrfnisanstalt an der Ecke zur Osterstra\u00dfe<\/a> aufgebaut. Bis zu 20.700 Euro stellt das Stadtteilparlament daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung.\n<\/p>\n<p>Die Umwelt- und Gesundheitsbeh\u00f6rde finanzieren zusammen dar\u00fcber hinaus auch noch Bodenarbeiten, M\u00fclleimer und einen neuen Stabgitterzaun. Der Zaun soll vom historischen Kloh\u00e4uschen hinter dem Sitzbereich und vor den B\u00fcschen entlang verlaufen, die am Fu\u00dfweg neben der Piepe wachsen.<\/p>\n<p>Warum wurde das Dach weggelassen?<\/p>\n<p>\n    Urspr\u00fcnglich war die Idee, den Treffpunkt etwas komfortabler zu gestalten und mit einem Dach \u00fcber den Sitzm\u00f6beln auszustatten. Auch ein seitlicher Windschutz war angedacht. Doch davon haben Beh\u00f6rden und Beirat nun vorerst wieder Abstand genommen \u2013 als Reaktion auf die<a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/drogenszene-bremen-anwohner-fordern-aufloesung-des-treffs-an-der-piepe-doc863j2btj4kwvgv5sf4n\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> derzeit laufende Petition aus der Nachbarschaft.<\/a><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" alt=\"Seit Monaten werden immer wieder aufs Neue provisorisch ein Pavillon und St\u00fchle versteckt hinter dem denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude aufgebaut.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/1788425131_515_Landscape.jpg\"\/><\/p>\n<p>Seit Monaten werden immer wieder aufs Neue provisorisch ein Pavillon und St\u00fchle versteckt hinter dem denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude aufgebaut.<\/p>\n<p>                    Foto:<br \/>\n     Frank Thomas Koch <\/p>\n<p>\n    Denn die Planung eines Unterstandes f\u00fcr den Szenetreff war einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Petenten, zum jetzigen Zeitpunkt eine Aufl\u00f6sung und Verlagerung der dortigen offenen Drogenszene zu fordern. Die Bef\u00fcrchtung der Petenten ist es, dass ein Ausbau des Treffpunkts zu einem Unterstand die Anziehungskraft des Ortes noch erh\u00f6hen w\u00fcrde. In der Folge k\u00f6nnten die <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/drogenszene-bremen-piepe-treff-belastet-anwohner-und-geschaefte-doc868rwfluoi0himkamj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Probleme vor Ort und im Umfeld mit aggressivem Betteln, Beschaffungskriminalit\u00e4t und mangelnder Sauberkeit <\/a>eher noch verschlimmert werden, so die Sorge.\n<\/p>\n<p>Was ist der Zweck der Arbeiten?<\/p>\n<p>Aus Sicht des Beirates und der Beh\u00f6rden ist die nun geplante Instandsetzung des Treffpunktes notwendig, um die Lage vor Ort wieder besser beherrschbar zu machen. Zentrales Element ist dabei der geplante Zaun. Die Versteckm\u00f6glichkeiten in den B\u00fcschen an der Piepe sind dadurch vom Sitzbereich aus nicht mehr zu erreichen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich nimmt er den Szenemitgliedern die M\u00f6glichkeit, sich in den nicht einsehbaren Winkel hinter dem denkmalgesch\u00fctzten Kloh\u00e4uschen zur\u00fcckzuziehen. Also dorthin, wo seit Monaten immer wieder ein Pavillon mit Campingst\u00fchlen aufgebaut wird, wenn das Ordnungsamt den Platz wieder einmal abger\u00e4umt hat. &#8222;Durch den Zaun und die neuen Sitzm\u00f6bel wird der Treffpunkt zwingend auf den Bereich direkt neben dem Kiosk konzentriert. Dort ist die Fl\u00e4che voll einsehbar&#8220;, hei\u00dft es in dem Beschluss des Beirates dazu.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich fordert der Beirat von den zust\u00e4ndigen Senatsressorts, &#8222;die Wiederherstellung des Platzes zwingend durch eine engmaschige Pr\u00e4senz von Polizei und Streetwork zu flankieren, um Platzregeln durchzusetzen und eine Ausbreitung der Szene in das Quartier zu verhindern&#8220;.<\/p>\n<p>Warum gab es kurzzeitig keine B\u00e4nke und Tische?<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2026 ist der seit Jahren etablierte Platz neben dem Kiosk f\u00fcr die fr\u00fchere Trinkerszene durch die Stadt ger\u00e4umt worden: Die vorhandenen B\u00e4nke und Tische wurden abgebaut und die B\u00fcsche hin zur Piepe drastisch zur\u00fcckgeschnitten. Die R\u00e4umung habe die grundlegenden Probleme vor Ort jedoch nicht gel\u00f6st, kritisiert das Stadtteilparlament. &#8222;Im Gegenteil: Sie hat dazu gef\u00fchrt, dass sich die Szene noch weiter unkontrolliert in angrenzende Bereiche des Quartiers verlagert hat&#8220;, steht in dem mehrheitlich gefassten Beschluss.<\/p>\n<p>Dadurch seien sowohl die sicherheitspolitische Kontrolle als auch die m\u00f6gliche Erreichbarkeit durch die Stra\u00dfensozialarbeit erheblich erschwert worden. &#8222;Eine blo\u00dfe Verdr\u00e4ngungspolitik ist nachweislich nicht zielf\u00fchrend&#8220;, schlussfolgert der Beirat daraus. Die Wiederherstellung der Fl\u00e4che sei daher explizit &#8222;kein Zugest\u00e4ndnis an die Szene&#8220;, sondern das zwingend notwendige Instrument, &#8222;um ordnungspolitische Steuerung \u00fcberhaupt erst wieder zu erm\u00f6glichen&#8220;.<\/p>\n<p>Gab es Gegenstimmen im Beirat gegen den Beschluss?<\/p>\n<p>Der Beschluss war einstimmig bei mehreren Enthaltungen. Ja-Stimmen kamen von den Parteien B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, Die Linke, Die Partei und B\u00fcrger in Wut. Enthaltungen gab es von der <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/spd-q49768\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>-Fraktion sowie von der Vertreterin des B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht. Grunds\u00e4tzlich stehe die SPD hinter dem Beschluss, erkl\u00e4rte Fraktionssprecher Udo Schmitz. Gl\u00fccklicher w\u00e4re es aus Sicht der SPD aber gewesen, vor einer Entscheidung zun\u00e4chst den Petitionsausschuss abzuwarten, der sich im September mit der Situation an der Piepe befassen wird. <\/p>\n<p>\n    Die CDU-Neustadt positionierte sich im Vorfeld der Sitzung gegen eine Verstetigung des Szenetreffs an der Piepe. Alexander Pejcinovic, Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes Neustadt, k\u00fcndigte eine Ablehnung im Beirat an. <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/zwei-sitze-ungenutzt-personalmangel-bei-cdu-im-bremer-beirat-neustadt-doc86n4v9kd58z1gf4ibc5r\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Da der einzige verbliebene Vertreter der CDU im Beirat <\/a>nicht anwesend war, blieb diese m\u00f6gliche Gegenstimme w\u00e4hrend der Abstimmung jedoch aus.\n<\/p>\n<p>Was sagen die Petenten zu den Pl\u00e4nen?<\/p>\n<p>\n    Die Petenten <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/bremen-anwohner-unzufrieden-mit-rundem-tisch-zur-drogenszene-an-piepe-doc8742rx845ns84eiw5mb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">glauben nicht daran, dass die geplante Bauma\u00dfnahme eine Verbesserung an der Piepe bringen wird, und f\u00fchlen sich \u00fcbergangen.<\/a> In einem l\u00e4ngeren Redebeitrag legte eine der Petentinnen nochmals dar, wie belastend die Alltagserfahrungen im Zusammenleben mit der Drogenszene seien. Und sie appellierte erneut an den Beirat: &#8222;Setzen Sie sich wie beim Lucie-Flechtmann-Platz sch\u00fctzend f\u00fcr Ihre B\u00fcrger ein und l\u00f6sen Sie den Szenetreff an der Piepe auf.&#8220;\n<\/p>\n<p>Beiratssprecher Johannes Osterkamp (Gr\u00fcne) beteuerte erneut, dass der Beirat die ge\u00e4u\u00dferten \u00c4ngste ernst nehme und verstehen k\u00f6nne, wenn die Anwohnerschaft mit den bisherigen L\u00f6sungsversuchen der Politik unzufrieden sei. Da der Senat jedoch noch keinen Standort f\u00fcr eine feste Drogenhilfeeinrichtung im Stadtteil gefunden habe, sei eine reine Verdr\u00e4ngung der Szene keine ernst zu nehmende Alternative zur Wiederherstellung des Aufenthaltsortes. <\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc87edz1zh8y9c8ym7eoe\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-neustadt\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Beirat Neustadt, die Bremer Umwelt- und Gesundheitsbeh\u00f6rde beschlie\u00dfen neue Sitzm\u00f6bel und einen Zaun f\u00fcr die Drogenszene an&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1277713,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":["post-1277712","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bremen","tag-bremen","tag-de","tag-deutschland","tag-germany"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117206237620008375","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1277712"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1277712\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1277713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1277712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1277712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1277712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}