{"id":1278062,"date":"2026-09-03T12:32:21","date_gmt":"2026-09-03T12:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1278062\/"},"modified":"2026-09-03T12:32:21","modified_gmt":"2026-09-03T12:32:21","slug":"dekagon-weltraumteleskop-hubble-fotografiert-zehneckigen-sturm-auf-dem-saturn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1278062\/","title":{"rendered":"Dekagon: Weltraumteleskop Hubble fotografiert zehneckigen Sturm auf dem Saturn"},"content":{"rendered":"<p>Um den S\u00fcdpol des Saturn hat sich unerwartet ein zehneckiger Sturm herausgebildet, das Dekagon ist auf neuen Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble deutlich erkennbar. Die ersten Hinweise auf die Struktur hat ein Forschungsteam um Agust\u00edn S\u00e1nchez-Lavega von der Universit\u00e4t des Baskenlandes im spanischen Bilbao auf einer amateurastronomischen Aufnahme entdeckt. Eine abschlie\u00dfende Best\u00e4tigung und die besten Bilder lieferte aber erst Hubble. Die Entdeckung gelang jetzt \u00fcber 40 Jahre nach dem Fund des ber\u00fchmten Hexagons am Nordpol des Saturn. Wie die beiden entstehen, warum sie eine eckige Struktur bilden und warum sie sich so deutlich voneinander unterscheiden, ist unklar, erkl\u00e4rt die Forschungsgruppe.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Viele offene Fragen<\/p>\n<p>Bei dem zehneckigen Sturm handelt es sich um eine atmosph\u00e4rische Welle, die den S\u00fcdpol des Ringplaneten umschlie\u00dft, <a href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/missions\/hubble\/nasas-hubble-tracks-new-decagon-encircling-saturns-south-pole\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">erl\u00e4utert die NASA<\/a>. Die sitzt demnach in dem m\u00e4chtigen Jetstream und erstreckt sich \u00fcber verschiedene Bereiche der Atmosph\u00e4re, es sei also wohl keine einfache Wolkenformation. F\u00fcr die Forscherinnen und Forscher ist vor allem interessant, dass sich die Struktur erst vor vergleichsweise kurzer Zeit gebildet hat. \u201eDie Frage ist: Warum hat es sich gerade jetzt pl\u00f6tzlich gebildet, wo wir doch bisher noch nie eines gesehen haben?\u201c, sagt die NASA-Forscherin Amy Simon. So sei <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/NASA-Sonde-Cassini-filmt-Saturn-Sturm-Hexagon-2061747.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Hexagon am Nordpol<\/a> ja seit Jahrzehnten immer da, wenn man danach suche, w\u00e4hrend sich das Dekagon erst ab 2023 gebildet hat.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/5\/8\/1\/6\/1\/STScI-01M0TEDY8SNMB6C5E0F9T3GSJZ-a66b212f61c94b5f.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"2000\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 2000 \/ 2000; object-fit: cover;\" width=\"2000\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Mit Filter werden die Ecken besonders gut sichtbar (das \u201eX\u201c markiert Bereiche, zu denen keine Daten vorliegen)<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0NASA, ESA, STScI, Agustin S\u00e1nchez-Lavega (UPV), Amy Simon (NASA-GSFC), Michael Wong (UC Berkeley); Image Processing: Alyssa Pagan)\n    <\/p>\n<p>Ein Ph\u00e4nomen wie die mehreckigen St\u00fcrme auf dem Saturn gibt es im Sonnensystem sonst nirgendwo, auch wenn die zackige Struktur nicht ganz so einzigartig ist, wie es den Anschein hat. So zeigt eine Darstellung der Jetstreams auf der Erde ein \u00e4hnliches Muster. Auf unserem Heimatplaneten ist das Ph\u00e4nomen aber nicht einmal ann\u00e4hernd so stabil, prim\u00e4r wegen Hindernissen auf der Oberfl\u00e4che. Auf dem Gasplaneten Saturn hingegen gibt es solche nicht, und wohl auch deswegen kann zumindest das Hexagon am Nordpol Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang bestehen. Damit bleibt aber die Frage, warum das Zehneck am S\u00fcdpol augenscheinlich nicht so langlebig ist. Die Forschungsgruppe will den Sturm weiter beobachten, um herauszufinden, ob er sich jetzt stabilisiert und wie er entstanden ist.<\/p>\n<p>Erm\u00f6glicht wurde die Entdeckung dank eines Programms der Universit\u00e4t in Bilbao, das unter dem Namen <a href=\"http:\/\/pvol2.ehu.eus\/pvol2\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Planetary Virtual Observatory and Laboratory<\/a> l\u00e4uft. In dessen Rahmen k\u00f6nnen Astronominnen und Astronomen, die das nicht beruflich machen, astronomische Aufnahmen einreichen. Auf dar\u00fcber eingereichten Bildern habe S\u00e1nchez-Lavega mit zwei Amateurastronomen \u201eein kaum wahrnehmbares, wellenf\u00f6rmiges Band entlang des S\u00fcdpols\u201c entdeckt, erkl\u00e4rt die NASA. Ein Jahr sp\u00e4ter sei es deutlicher zu erkennen gewesen. Erst Hubble habe die Struktur aber komplett abbilden k\u00f6nnen, weil es aus der Erdumlaufbahn eine ganze Rotation des Ringplaneten abbilden kann. Vorgestellt wird die Entdeckung <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.aee4251\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">in einem Fachartikel<\/a> im Forschungsmagazin Science Advances.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mho@heise.de\" title=\"Martin Holland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mho<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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