{"id":1278212,"date":"2026-09-03T14:20:23","date_gmt":"2026-09-03T14:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1278212\/"},"modified":"2026-09-03T14:20:23","modified_gmt":"2026-09-03T14:20:23","slug":"bach-und-haendel-treffen-sich-in-wuppertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1278212\/","title":{"rendered":"Bach und H\u00e4ndel treffen sich in Wuppertal\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eBach und H\u00e4ndel. Eine fast gegl\u00fcckte Begegnung\u201c \u2013 so hei\u00dft das Motto der diesj\u00e4hrigen Barmer Bach-Tage. Die beiden gro\u00dfen Komponisten des 18. Jahrhunderts, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich H\u00e4ndel \u2013 beide im Jahr 1685 geboren -sind einander nie pers\u00f6nlich begegnet. Man wei\u00df, dass sie sich gegenseitig sehr gesch\u00e4tzt haben, zu einem Treffen kam es aber nicht. Dieses \u201eTreffen\u201c arrangierte jetzt Matthias Lotzmann in einem Konzert in der Neuapostolischen Kirche in Elberfeld. Im ruhigen Ambiente des Kirchenraums bekamen etwa 90 Besucher eine F\u00fclle von Informationen \u00fcber den Lebensweg der beiden Musiker und vor allem \u00fcber ihre Musik. \u201eHistorisch ist die Begegnung nicht gelungen, hier kommen die beiden ins Gespr\u00e4ch\u201c, erkl\u00e4rte Lotzmann, der k\u00fcnstlerische Leiter der BB-T, und stellte Kompositionen von Bach und H\u00e4ndel einander gegen\u00fcber \u2013 jeweils in derselben Tonart und der gleichen musikalischen Form.<\/p>\n<p>Die \u201eHauptdarstellerin\u201c: das Cembalo aus Walnussholz      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Diese Kammermusik klang, wie sie vor 300 Jahren geklungen haben wird, denn Matthias Lotzmann spielte auf einem zweimanualigen Cembalo aus der Werkstatt von Volker Platte in Remscheid-Lennep. Es ist ein exakter Nachbau eines Cembalos, das der Instrumentenbauer Michael Mietke (1671-1729) f\u00fcr den preu\u00dfischen Hof herstellte. Das Original befindet sich heute im Schloss Charlottenburg in Berlin. Lotzmann stellte den Besuchern \u201edie Hauptdarstellerin des Abends\u201c vor: Das Cembalo aus Walnussholz, das komplett in Handarbeit gefertigt wurde, hat 180 Saiten. Sein klarer, warmer und filigraner Klang ist typisch f\u00fcr deutsche Cembali.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die ersten beiden Werke erklangen in der selten verwendeten Tonart fis-Moll. Die der Musik eine eher nach innen gewandte, leicht geheimnisvolle F\u00e4rbung gibt. F\u00fcr den zweiten Vergleich stellte Lotzmann zwei Fugen in der Tonart G-Dur einander gegen\u00fcber: H\u00e4ndel hatte seine fr\u00f6hlich flie\u00dfende Fuge auf Reisen in einer Postkutsche geschrieben. Trotz h\u00f6rbarer Unterschiede war auch Bachs Fuge \u2013 aus dem zweiten Band des \u201eWohltemperierten Klaviers\u201c &#8211; von spielerisch-t\u00e4nzerischer Leichtigkeit gepr\u00e4gt. Beide Beispiele, wie auch die folgenden, wurden zum gro\u00dfen H\u00f6rgenuss.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zwischen den Werken erfuhren die Besucher, wie sehr sich Lebenswege und Berufsbilder von Bach und H\u00e4ndel unterscheiden: H\u00e4ndel, Sohn aus reichem Hause, Genie von Geburt an, komponierte ein breites Genre, war ein erfolgreicher Musikunternehmer und \u201eEntertainer\u201c. Bach, mit zehn Jahren Vollwaise, war stets bildungshungrig, arbeitete in wechselnden Angestelltenverh\u00e4ltnissen, komponierte vor allem \u201ezu Ehren Gottes\u201c. \u201eIch musste immer flei\u00dfig sein\u201c, zitierte Matthias Lotzmann J.S. Bach. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Interessiert und konzentriert lauschte das Publikum den H\u00f6rbeispielen, entdeckte Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Der Vergleich zweier Werke in c-Moll war verbl\u00fcffend: H\u00e4ndels Thema der Fuge (HWV 610) klingt, als habe er Bachs Thema von Pr\u00e4ludium und Fuge (BWV 871) spiegelverkehrt notiert. Bachs sehr gesangliches Pr\u00e4ludium und Fuge in g-Moll (BWV 885) steht H\u00e4ndels Komposition in barocker Leichtigkeit in nichts nach \u2013 \u00fcbertrifft sie sogar noch mit einem bezaubernden Schluss.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die letzten Werke des Abends widmete Lotzmann nur Bach. Die \u201eChromatische Fantasie und Fuge\u201c (BWV 903) erklang mit silbrig perlenden L\u00e4ufen, stellte Fragen, lie\u00df Trauer, Schmerz und Leid sp\u00fcren \u2013 f\u00fcr die damalige Zeit fast revolution\u00e4r, denn Musik sollte nur dem Vergn\u00fcgen dienen. Als Abschluss nach so viel Musik- und Wissensvermittlung spielte der Cembalist die \u201eAria\u201c aus den Goldbergvariationen \u2013 J.S. Bach zum puren Genuss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eBach und H\u00e4ndel. Eine fast gegl\u00fcckte Begegnung\u201c \u2013 so hei\u00dft das Motto der diesj\u00e4hrigen Barmer Bach-Tage. 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