{"id":1279150,"date":"2026-09-04T01:49:16","date_gmt":"2026-09-04T01:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1279150\/"},"modified":"2026-09-04T01:49:16","modified_gmt":"2026-09-04T01:49:16","slug":"vom-burgpassagen-loch-bis-zum-bahnhof-braunschweig-baut-an-seiner-zukunft-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1279150\/","title":{"rendered":"Vom Burgpassagen-Loch bis zum Bahnhof: Braunschweig baut an seiner Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Braunschweig steckt mitten im gr\u00f6\u00dften Umbau seit Jahrzehnten. In der Innenstadt klafft dort eine Baugrube, wo 42 Jahre lang die Burgpassage stand. Rund um den Hauptbahnhof soll ein komplett neues Quartier mit Hunderten Wohnungen entstehen. Dazu kommen ein Haus der Musik, eine sanierte Stadthalle, neue Radrouten und eine verl\u00e4ngerte Stadtbahn.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der rote Faden hinter all dem hei\u00dft Strukturwandel. Kaufh\u00e4user verschwinden, Handelsfl\u00e4chen schrumpfen, Innenst\u00e4dte brauchen neue Funktionen. Braunschweig setzt deshalb auf Wohnen, Bildung und Kultur in der City. Gleichzeitig sollen versiegelte Fl\u00e4chen gr\u00fcner werden, um Hitze und Starkregen besser abzufedern.<\/p>\n<p> Was passiert auf dem Burgpassagen-Areal? <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das prominenteste Loch der Stadt liegt zwischen Schuhstra\u00dfe und Hutfiltern. Dort entstehen bis November 2028 die sogenannten Stiftsh\u00f6fe. Geplant sind Wohn- und B\u00fcrofl\u00e4chen, ein Erweiterungsbau des Gymnasiums Kleine Burg, ein Motel One, Gastronomie und begr\u00fcnte Innenh\u00f6fe. Rund 95 Millionen Euro kostet das Vorhaben insgesamt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abriss endete p\u00fcnktlich zum Weihnachtsmarkt, danach ruhte die Baustelle f\u00fcr einige Monate. Vor dem Hochbau muss die Stadt erst den historischen Burgm\u00fchlengraben sanieren, der unter dem Areal verl\u00e4uft. Auch eine gro\u00dfe Fernw\u00e4rmeleitung wird verlegt. Erst danach folgt der eigentliche Neubau.<\/p>\n<p> Wer die neuen Stiftsh\u00f6fe baut <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Generalunternehmer hat die st\u00e4dtische Struktur-F\u00f6rderung Braunschweig die bundesweit t\u00e4tige K\u00f6ster GmbH beauftrag. Das Unternehmen \u00fcbernimmt Schulerweiterung, Wohnprojekt und Hotel. Zun\u00e4chst geht es um Feinabbruch, Leitungsverlegung und Spezialtiefbau.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oberb\u00fcrgermeister Thorsten Kornblum spricht von einem Schl\u00fcsselprojekt der Innenstadtentwicklung. Termin- und Kostenplan hielten bislang, hei\u00dft es von der Projektgesellschaft. Ob das \u00fcber die gesamte Bauzeit gelingt, bleibt offen. Bei Gro\u00dfprojekten dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung sind Verz\u00f6gerungen erfahrungsgem\u00e4\u00df nie ausgeschlossen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"padding-right:var(--wp--preset--spacing--60);padding-left:var(--wp--preset--spacing--60)\"><p> \ud83d\udccc Schon gewusst?  <\/p>\n<ul class=\"wp-block-list has-small-font-size\">\n<li>Beim Bau des Pocket Parks stie\u00dfen Arch\u00e4ologen auf die \u00dcberreste einer mittelalterlichen metallverarbeitenden Werkstatt. Die Funde wurden wissenschaftlich dokumentiert, die Bauabl\u00e4ufe mussten laufend angepasst werden<\/li>\n<li>Bei der Stadthallensanierung gab es im Fr\u00fchjahr 2026 einen Asbest-Zwischenfall. Auf den Zeitplan wirkte er sich nach Angaben der Projektgesellschaft nicht aus<\/li>\n<li>Vor der Entscheidung f\u00fcr die Sanierung stand ein Neubau der Stadthalle zur Debatte. Er w\u00e4re nach damaliger Rechnung rund elf Millionen Euro teurer geworden<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p> Wie sich das Bahnhofsviertel ver\u00e4ndert <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch gr\u00f6\u00dfer denkt die Stadt am Hauptbahnhof. Auf rund 18 Hektar soll ein Quartier mit etwa 600 Wohneinheiten entstehen, 30 Prozent davon im sozialen Wohnungsbau. B\u00fcros, Gastronomie, Gewerbe und soziale Einrichtungen erg\u00e4nzen den Mix. Der Rat hat den Bebauungsplan samt \u00c4nderung des Fl\u00e4chennutzungsplans beschlossen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Platz daf\u00fcr schaffen vor allem \u00fcberdimensionierte Stra\u00dfen aus der Zeit der autogerechten Stadt. Besonders die Kurt-Schumacher-Stra\u00dfe verliert Fahrbahnfl\u00e4che, Viewegs Garten w\u00e4chst daf\u00fcr. Vorgesehen sind au\u00dferdem ein neues Fernbusterminal, gro\u00dfe Fahrradparkh\u00e4user und Quartiersgaragen, wie die <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.braunschweig.de\/politik_verwaltung\/nachrichten\/bebauungsplan-bahnhofsquartier.php\">Stadt Braunschweig<\/a> mitteilt. Teilfl\u00e4chen geh\u00f6ren der Deutschen Bahn und einer Investmentgesellschaft.<\/p>\n<p> Was wird aus Schlossplatz und Horten-Geb\u00e4ude? <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Brennpunkt ist der leerstehende Galeria-Horten-Komplex am Bohlweg. Volksbank BRAWO und Stadt lie\u00dfen sechs Planungsteams im Wettbewerb BOMA+ gegeneinander antreten. Den ersten Preis holte das Aachener B\u00fcro kadawittfeldarchitektur mit RABE Landschaften. Der Entwurf will die historische Wegeverbindung Damm\u2013Langedammstra\u00dfe wiederherstellen.<\/p>\n<p class=\"has-light-gray-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Auch interessant:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.news38.de\/braunschweig\/article300705816\/braunschweig-innenstadt-ladensterben-leerstand-gruende.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Braunschweig verliert immer mehr Gesch\u00e4fte \u2013 diese Gr\u00fcnde stecken dahinter<\/a><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch entst\u00fcnde ein neuer Platz, der Magniviertel und Fu\u00dfg\u00e4ngerzone verbindet. Etwa die H\u00e4lfte des vorhandenen Bauvolumens soll erhalten bleiben, was Ressourcen spart. Die Teams lieferten zudem Ideen f\u00fcr Begr\u00fcnung, Schwammstadtelemente und weniger Autospuren am Bohlweg. Ein autofreier Abschnitt am Schlossplatz erscheint langfristig m\u00f6glich, konkrete Beschl\u00fcsse stehen aber noch aus.<\/p>\n<p> Welche Kulturprojekte dazu kommen <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Gewandhaus soll das fr\u00fchere Karstadt-Einrichtungshaus zum Haus der Musik werden. Stadt und das Modeunternehmen New Yorker teilen sich die auf 120 Millionen Euro gesch\u00e4tzten Umbaukosten. Eine Stiftung \u00fcbernimmt Bau und Unterhalt, das Unternehmen bringt 60 Millionen Euro ein. Musikschule, Konzertsaal und \u00f6ffentliche Angebote ziehen dort ein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel l\u00e4uft die Sanierung der Stadthalle am Leonhardsplatz. Seit Sommer 2024 ruht der regul\u00e4re Betrieb, das Budget liegt bei 140 Millionen Euro. Geothermie, Photovoltaik und ein Energiemanagement sollen die denkmalgesch\u00fctzte Halle weitgehend autark machen. Die Wiederer\u00f6ffnung ist f\u00fcr 2028 vorgesehen.<\/p>\n<p> Netz f\u00fcr Bahn und Rad w\u00e4chst <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch beim Nahverkehr tut sich etwas. Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH verl\u00e4ngert die Stadtbahn im Projekt Stadt.Bahn.Plus. um rund 1,3 Kilometer nach Volkmarode Nord. Drei neue Haltestellen und eine Wendeschleife sind geplant. Den Planfeststellungsbeschluss erteilte die <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.strassenbau.niedersachsen.de\/startseite\/aufgaben\/planfeststellung\/aktuelle_grossere_verfahren\/stadtbahnausbau-braunschweig-neubau-einer-stadtbahnstrecke-nach-volkmarode-nord-235681.html\">Landesbeh\u00f6rde f\u00fcr Stra\u00dfenbau und Verkehr<\/a> im Juli 2026.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Radfahrer entstehen Velorouten, etwa am Sch\u00f6ppenstedter Turm und rund um den Wallring. Der Ausbau des Wallrings soll bis 2027 abgeschlossen sein. Unumstritten sind die Routen nicht, Teile der Wirtschaft und der CDU kritisieren sie scharf, wie die <a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.braunschweiger-zeitung.de\/niedersachsen\/braunschweig\/article410813459\/stadtentwicklung-braunschweig-diese-weichen-wurden-fuer-2026-gestellt.html\">Braunschweiger Zeitung<\/a> dokumentiert. Das Ringgleis w\u00e4chst derweil weiter, die L\u00fccke im S\u00fcden soll \u00fcber alte Eisenbahnbr\u00fccken geschlossen werden.<\/p>\n<p> Was bedeutet der Umbau f\u00fcr den Alltag? <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzfristig hei\u00dft Umbau vor allem: Baustellen. Am Hagenmarkt entsteht f\u00fcr 7,35 Millionen Euro ein gr\u00fcner Stadtplatz rund um den Heinrichsbrunnen. Anliegende H\u00e4ndler klagen \u00fcber Umsatzeinbr\u00fcche, ein Eiscaf\u00e9 gab bereits auf. Solche Konflikte begleiten fast jedes Innenstadtprojekt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr News:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Positive Effekte zeigen sich schon am Pocket Park an der Kannengie\u00dferstra\u00dfe. Aus einem Parkplatz f\u00fcr 70 Autos wurde eine 1.700 Quadratmeter gro\u00dfe Gr\u00fcnfl\u00e4che mit Font\u00e4nenfeld und Trinkbrunnen. Rund zwei Millionen Euro kostete der Umbau, gut ein Drittel kam aus EU-Mitteln. Ob die gro\u00dfen Projekte \u00e4hnlich \u00fcberzeugen, entscheidet sich erst in den kommenden Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Braunschweig steckt mitten im gr\u00f6\u00dften Umbau seit Jahrzehnten. 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