{"id":127961,"date":"2025-05-21T11:40:14","date_gmt":"2025-05-21T11:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127961\/"},"modified":"2025-05-21T11:40:14","modified_gmt":"2025-05-21T11:40:14","slug":"trumps-grosser-irrtum-putin-will-keinen-frieden-sondern-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/127961\/","title":{"rendered":"Trumps gro\u00dfer Irrtum: Putin will keinen Frieden, sondern die Ukraine"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der russische Diktator hat sein Land f\u00fcr Jahrzehnte auf Krieg eingestellt. F\u00fcr ihn kann es kein Zur\u00fcck in der Ukraine geben. Denn Putins Ziele haben sich kein St\u00fcck ge\u00e4ndert. Er will das Nachbarland komplett einnehmen. Das hat sogar Donald Trump gemerkt &#8211; und sich dennoch vorf\u00fchren lassen. <\/strong><\/p>\n<p>Die Tatsache, dass Donald Trump immer wieder Unsinn redet oder schreibt, ist weniger Dummheit geschuldet als vielmehr Ignoranz. Der US-Pr\u00e4sident lebt, umgeben von Lakaien, in einer selbst geschaffenen Blase, in der nur eine Wahrheit z\u00e4hlt: seine eigene. Er glaubt vermutlich ernsthaft, dass Wladimir Putin den Krieg &#8222;satthat&#8220;. Das war Irrtum eins. Irrtum zwei geht so: &#8222;Er steht nicht gut da und m\u00f6chte gut dastehen. Vergessen Sie nicht, dass das Ganze eigentlich in einer Woche vorbei sein sollte. Wenn er nicht mit seinen Panzern im Schlamm stecken geblieben w\u00e4re, w\u00e4ren sie in etwa f\u00fcnf Stunden in Kiew gewesen.&#8220;<\/p>\n<p>Auch wenn man sich l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt hat, dass der Pr\u00e4sident des m\u00e4chtigsten Landes der Welt gerne Stuss in die Welt hinausbl\u00f6kt, wenn der Tag lang ist, schockiert immer wieder das hohe Ma\u00df an Unwissen. Doch anders als in seiner ersten Amtszeit hat es Trump geschafft, seine Blase gegen jeden noch so kleinen Stich von innen und au\u00dfen zu sch\u00fctzen, sie undurchdringbar zu machen. Wer ihm widerspricht und Zweifel an seiner &#8211; imaginierten &#8211; politischen Kunstfertigkeit bekundet, wird unter Beleidigungen verbannt. Wer ihn best\u00e4tigt, schmeichelt und seine &#8211; imaginierte &#8211; Einzigartigkeit best\u00e4tigt, hat leichteres Spiel. (Falls er kein Europ\u00e4er ist.)<\/p>\n<p>Putin, so ruchlos und tumb wie sein amerikanisches Gegen\u00fcber, nutzt die Charakterz\u00fcge gnadenlos zu seinen Gunsten aus. Der Massenm\u00f6rder im Kreml ist geschickt darin, Trump das Gef\u00fchl zu geben, sein Kumpel und mit ihm auf Augenh\u00f6he zu sein. Das ist aber nicht der Fall. Der Russe ist &#8211; anders als der US-Pr\u00e4sident &#8211; ein ruhiger Stratege, der einen Plan hat und ihn eisern durchzieht, ohne Tag f\u00fcr Tag was anderes zu erz\u00e4hlen. An Verschlagen- und Gerissenheit ist Putin Trump weit \u00fcberlegen &#8211; was etwas hei\u00dfen will. Der erste Mann im Wei\u00dfen Haus schaut zu ihm auf, weil Putin genau das tut, was sich der Amerikaner nicht oder noch nicht traut: Seine Macht mit allen erdenklichen Mitteln zu sichern &#8211; und sich mit Gewalt zu nehmen, was er will. <\/p>\n<p>Putin kann nur noch Krieg<\/p>\n<p>&#8222;Russland und die Ukraine werden sofort Verhandlungen \u00fcber einen Waffenstillstand und, was noch wichtiger ist, \u00fcber ein ENDE des Krieges aufnehmen&#8220;, erkl\u00e4rte Trump nach dem Telefonat mit Putin. Der wiederum legte Wert auf die Feststellung, &#8222;dass die Position Russlands insgesamt klar ist. Unser Hauptziel ist es, die Ursachen dieser Krise zu beseitigen.&#8220; Zwischen den Aussagen liegen Welten. <\/p>\n<p>Zu den angeblichen &#8222;Ursachen dieser Krise&#8220; geh\u00f6ren die absurden und erfundenen Vorw\u00fcrfe gegen den Westen, insbesondere die NATO, Russland umstellt und st\u00e4ndig bedroht zu haben. Die baltischen Staaten, Rum\u00e4nien, die skandinavischen L\u00e4nder werden das B\u00fcndnis schon wegen der Bedrohung durch Russland nicht verlassen, damit Putin endlich glauben kann, sein Land sei wieder Weltmacht &#8211; in Wahrheit ist es inzwischen politisch, milit\u00e4risch und \u00f6konomisch komplett von China abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Putin, der den Krieg ganz allein begonnen hat, will die demokratisch gew\u00e4hlte Regierung des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj st\u00fcrzen, dann eine Moskauer Marionette installieren, das Nachbarland als Staat ausl\u00f6schen und dann ins russische Reich heimholen. Frieden will er nicht &#8211; und wenn doch, dann nur zum Schein und bis zum n\u00e4chsten \u00dcberfall auf welches Nachbarland auch immer. Ihm wird schon eine neue haneb\u00fcchene L\u00fcge einfallen, einen Waffengang zu rechtfertigen. <\/p>\n<p>Putin ist das Verrecken auf dem Schlachtfeld oder in den Wohnh\u00e4usern der Ukraine v\u00f6llig egal. Er ist ein empathieloser Schl\u00e4chter, der sein Land, die Bev\u00f6lkerung, die gesamte Gesellschaft auf jahrzehntelange Kriegswirtschaft um- und eingestellt hat. Der milit\u00e4risch-industrielle Komplex ist die Lokomotive der Wirtschaft. Die B\u00fcrger halten still &#8211; m\u00fcssen sie auch, wenn sie nicht im Gulag landen wollen.<\/p>\n<p>Trump ahnungslos hinterm Fichtenwald<\/p>\n<p>Putin hat eine Diktatur installiert, die seine Macht garantiert. Er kann schalten und walten, wie er will. Ein Zur\u00fcck in der Ukraine gibt es und kann es f\u00fcr ihn nicht mehr geben. Er kann gar nicht anders, weil auch er &#8222;die Spezialoperation&#8220; und all den damit verbundenen Blutzoll irgendwie legitimieren muss. Ihm w\u00e4re es unm\u00f6glich, jetzt zu erkl\u00e4ren, das eroberte Staatsgebiet der Ukraine doch nicht zu annektieren. Minderwertigkeitsgef\u00fchle lassen sich nicht wegverhandeln, imperiale Ziele sind nur milit\u00e4risch erreichbar. Solange China an seiner Seite ist, muss Putin nichts f\u00fcrchten &#8211; wohl aber die Ukraine: und zwar ihr Ende.<\/p>\n<p>Trump wird es jedenfalls nicht richten, wenn er einen Tag mit der Versch\u00e4rfung der Sanktionen droht und am n\u00e4chsten Tag Putin f\u00fcr seine angebliche Verhandlungsbereitschaft \u00fcber den gr\u00fcnen Klee lobt und zu einem bevorzugten Handelspartner Amerikas erkl\u00e4rt. Der US-Pr\u00e4sident baut ein Drohpotenzial auf, um es Stunden sp\u00e4ter wieder einzurei\u00dfen und f\u00fcr totale Verwirrung zu sorgen. Trump, ein Egomane vor dem Herrn, will Putins Freund sein. Dabei verliert er &#8211; so er es je hatte &#8211; jedes Gesp\u00fcr daf\u00fcr zu merken, wie ihn sein russisches Pendant nicht hinter die Fichte, sondern einen ganzen Fichtenwald f\u00fchrt. Putin hat die USA dort, wo er sie haben will &#8211; und damit die Ukraine in der N\u00e4he eines Diktatfriedens, den das Land niemals akzeptieren wird.<\/p>\n<p>16 Sanktionsppakete haben nicht gereicht<\/p>\n<p>Zu lesen ist jetzt wieder viel von der Zauberformel &#8222;Druck auf Putin&#8220;. Doch in Wahrheit passiert nichts, was wirklich hilft. Die Boykotte werden zum Alibi. Die EU-Staaten haben das 17. Sanktionspaket verabschiedet, was umgekehrt und nachweislich bedeutet, dass die 16 davor nicht den gew\u00fcnschten Erfolg brachten. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas sagt zwar tapfer: &#8222;Die Sanktionen wirken. Sie treffen Russlands Wirtschaft hart und behindern seine F\u00e4higkeit, Krieg zu f\u00fchren.&#8220; Doch kann eben tats\u00e4chlich nur von &#8222;behindern&#8220; die Rede sein.<\/p>\n<p>Weil Putin Soldaten f\u00fcr russische Verh\u00e4ltnisse exzellent bezahlt und die L\u00f6hne deutlich gestiegen sind, geht es vielen Menschen irrerweise besser als vor dem Krieg. China exportiert alle m\u00f6glichen Produkte nach Russland und hat dort den Westen ersetzt. Die Europ\u00e4er kaufen Russland weiter Monat f\u00fcr Monat f\u00fcr zig Milliarden Rohstoffe ab. Deutschland importiert in Indien aus russischem \u00d6l erzeugte Produkte, vor allem Gas\u00f6le f\u00fcr die Herstellung von Diesel oder Heiz\u00f6l.<\/p>\n<p>Sanktionen br\u00e4chten nur etwas, wenn sie scharf sind, ohne Abstriche durchgezogen und Schlupfl\u00f6cher geschlossen w\u00fcrden, was aber hie\u00dfe, dass es die EU-Staaten trotz aller Konsequenzen wirklich wollen und die Amerikaner mitmachen. Deshalb wird nichts geschehen. Scharfer Druck w\u00fcrde entstehen, w\u00fcrden die Europ\u00e4er und die Amerikaner Waffen bis zum bitteren oder gl\u00fccklichen Ende des Schlachtens liefern. Aber auch das ist nicht in Sicht. Geradezu irrwitzig sind die &#8222;Drohungen&#8220; der Amerikaner, aus den Bem\u00fchungen auszusteigen, den Krieg zu beenden. Das ist exakt das, was die Russen wollen: Denn dann st\u00fcnden die Europ\u00e4er allein da mit ihren Sanktionen und anderen &#8222;Drohungen&#8220;. Da darf man gespannt sein, ob Kanzler Friedrich Merz den Taurus liefert.<\/p>\n<p>&#8222;Binnen 24 Stunden beende ich den Krieg in der Ukraine&#8220;, hatte Trump im Wahlkampf erkl\u00e4rt. Wie so viele seiner Spr\u00fcche ein Witz. Ab und an gibt es jedoch Lichtblicke, die den Eindruck v\u00f6lliger Unkenntnis der Lage aufweichen. So war es, als der US-Pr\u00e4sident neulich bei einem Treffen mit Gro\u00dfspendern erkl\u00e4rte, Putin wolle &#8222;das ganze Ding&#8220;. Korrekt. Der russische Diktator will die Ukraine komplett einnehmen, ob im Krieg oder durch Kapitulation des Landes ist ihm v\u00f6llig egal. Doch ein erzwungener Scheinfrieden beruht niemals auf Vers\u00f6hnung und birgt deshalb das Risiko f\u00fcr weiteres Blutvergie\u00dfen. Hoffentlich begreift das irgendwann auch der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten von Amerika.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der russische Diktator hat sein Land f\u00fcr Jahrzehnte auf Krieg eingestellt. 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