{"id":1280393,"date":"2026-09-04T15:15:28","date_gmt":"2026-09-04T15:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1280393\/"},"modified":"2026-09-04T15:15:28","modified_gmt":"2026-09-04T15:15:28","slug":"journal-frankfurt-news-theater-willy-praml-inszeniert-peter-handke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1280393\/","title":{"rendered":"Journal Frankfurt News &#8211; Theater Willy Praml inszeniert Peter Handke"},"content":{"rendered":"<p>Er ist einer der streitbarsten Schriftsteller der Gegenwart. Als Peter Handke 2019 den Literaturnobelpreis erhielt, entbrannte noch einmal die Debatte um sein Parteiergreifen f\u00fcr den serbischen Pr\u00e4sidenten Slobodan Milo\u0161evi\u0107, der wegen V\u00f6lkermords angeklagt worden war. Handke wiederum verteidigte seine Literatur: Er werde immer nur auf seine politische Rolle angesprochen, nie auf seine <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.journal-frankfurt.de\/journal_news\/kultur-161\/Lesung-im-Oktober-Gisle-Pelicot-stellt-Autobiografie-in-Frankfurt-vor-46218.html\" rel=\"nofollow noopener\">B\u00fccher<\/a>. <\/p>\n<p>Bekannt wurde Handke vor allem durch seine Erz\u00e4hlungen, wie etwa \u201eDie Angst des Tormanns beim Elfmeter\u201c oder \u201eWunschloses Ungl\u00fcck\u201c. Wie kaum ein anderer pr\u00e4gte er damit jene Literaturstr\u00f6mung, die Marcel Reich-Ranicki und andere als \u201eNeue Subjektivit\u00e4t\u201c bezeichneten \u2013 eine Abkehr von den politischen Themen der 68er und eine Hinwendung zum Privaten und Pers\u00f6nlichen. Auch sein Sprechst\u00fcck \u201eSelbstbezichtigung\u201c passt in diese Einordnung. <\/p>\n<p>St\u00fcck ist eine Art kollektiver Biographie<\/p>\n<p>Als Auflistung beschreibt Peter Handke darin eine Ichwerdung: \u201eIch bin auf die Welt gekommen. Ich bin geworden. Ich bin gezeugt worden. Ich bin entstanden. Ich bin gewachsen.\u201c Diese Liste f\u00fchrt weiter \u00fcber den Spracherwerb und das Verstehen abstrakter Konzepte wie Wille, Ehre oder Gewissen, \u00fcber die Unterscheidung zwischen dem eigenen Ich und der Gesellschaft. Damit wird das St\u00fcck zu einer Art kollektiver Biographie. Wenn darin von einem \u201eIch\u201c die Rede ist, kann jeder sich selbst oder auch jemand anderen einsetzen.  <\/p>\n<p>Die sechsk\u00f6pfige Besetzung beim <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.journal-frankfurt.de\/journal_news\/theater-158\/Willy-Praml-feiert-Geburtstag-Bitte-keine-Geschenke-46172.html\" rel=\"nofollow noopener\">Theater Willy Praml<\/a> tr\u00e4gt zu dieser Interpretation bei. Man kann das St\u00fcck aber auch als eine Verteidigung der Literatur lesen, die immer zu mehrdeutig bleiben muss, als dass man sie auf einfache Aussagen herunterbrechen k\u00f6nnte. Nicht zuletzt kann man au\u00dferdem an die Enzyklika \u201eMagnifica Humanitas\u201c von Papst Leo XIV. denken, die vom Verh\u00e4ltnis der K\u00fcnstlichen Intelligenz zum Menschen handelt und klar feststellt, dass die KI \u2013 bei allem, was sie technisch lernen kann \u2013 niemals das annehmen kann, was einen Menschen ausmacht. <\/p>\n<p>Info<br \/><b>Selbstbezichtigung. Handke<\/b>, Schauspiel, Ffm: Theater Willy Praml, Produktionshaus Naxos, Waldschmidtstra\u00dfe 19, 29.8.\/4.\/5.9., 20 Uhr, 6.9., 18 Uhr, 12.9., 20 Uhr, 13.9., 18 Uhr, 24.\u201326.9., 20 Uhr, 3.10., 18 Uhr, 9.\/11.10., 20 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er ist einer der streitbarsten Schriftsteller der Gegenwart. 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