{"id":1281739,"date":"2026-09-05T06:50:19","date_gmt":"2026-09-05T06:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281739\/"},"modified":"2026-09-05T06:50:19","modified_gmt":"2026-09-05T06:50:19","slug":"tfa-im-trinkwasser-duh-klagt-gegen-pestizid-zulassung-in-braunschweig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281739\/","title":{"rendered":"TFA im Trinkwasser: DUH klagt gegen Pestizid-Zulassung in Braunschweig"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin:0 0 8px; font-weight:700;\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/p>\n<ul style=\"margin:0; padding-left:20px;\">\n<li>Die Deutsche Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben am Freitag, dem 4. September 2026, vor dem deutschen Verwaltungsgericht Braunschweig Klage gegen die Zulassung des Herbizids Joystick eingereicht. Das Mittel enth\u00e4lt nach Angaben der Organisation den Wirkstoff Diflufenican, der sich in der Umwelt zu Trifluoressigs\u00e4ure abbaut.<\/li>\n<li>Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit hat den Referenzwert f\u00fcr Trifluoressigs\u00e4ure am 22. Juli 2026 von 0,05 auf 0,014 Milligramm je Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag gesenkt \u2013 auf gut ein Viertel. Ausl\u00f6ser sind nach Darstellung der Beh\u00f6rde neue Befunde zum Schilddr\u00fcsenhormon Thyroxin.<\/li>\n<li>Die \u00f6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit fand die Substanz 2025 in 307 von 331 Trinkwasserproben. Der deutsche Trinkwasserleitwert von 60 Mikrogramm je Liter stammt aus dem Jahr 2020 und gilt nach Darstellung des Umweltbundesamtes weiterhin.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist ein Stoff, den kaum jemand kennt, und in \u00d6sterreich wurde er 2025 in gut neun von zehn untersuchten Trinkwasserproben gefunden. Trifluoressigs\u00e4ure, in Fachtexten meist als TFA abgek\u00fcrzt, entsteht unter anderem, wenn bestimmte Pflanzenschutzmittel und K\u00e4ltemittel in der Umwelt zerfallen. Sie ist gut wasserl\u00f6slich und gelangt mit dem Sickerwasser ins Grundwasser. Aus dem Trinkwasser lasse sie sich mit den \u00fcblichen Aufbereitungsverfahren praktisch nicht mehr entfernen, erkl\u00e4rt die Deutsche Umwelthilfe.<\/p>\n<p>Am Freitagvormittag hat die deutsche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) daraus einen Rechtsstreit gemacht. Nach ihrer <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/6345536\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitteilung vom 4. September 2026, 10:00 Uhr<\/a> reichte sie beim Verwaltungsgericht Braunschweig Klage gegen die Zulassung des Herbizids Joystick ein. Erteilt hat diese Zulassung nach Darstellung der Organisation das deutsche Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.<\/p>\n<p>Die Klage richtet sich gegen eine Zulassung, nicht gegen die Landwirtschaft<\/p>\n<p>Der Angriffspunkt der Klage ist die Zulassungsentscheidung selbst. Das Mittel enth\u00e4lt nach Angaben der DUH den Wirkstoff Diflufenican, der sich in der Umwelt zu TFA abbaut. Welche Rechtsgr\u00fcnde die Organisation im Einzelnen geltend macht, geht aus ihrer Mitteilung nicht hervor; die Klageschrift lag NETZ-TRENDS nicht vor.<\/p>\n<p>\u201eTFA kann unsere Gesundheit gef\u00e4hrden, reichert sich dauerhaft in der Umwelt an\u201c und werde durch die herk\u00f6mmliche Trinkwasseraufbereitung nicht entfernt, wird Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Resch in der Mitteilung zitiert. Er fordert darin: \u201eDie zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden d\u00fcrfen nicht weiter abwarten, bis unser Grund- und Trinkwasser noch st\u00e4rker belastet ist.\u201c Die Organisation verlangt einen sofortigen Zulassungsstopp f\u00fcr alle TFA-bildenden Pestizide sowie den Widerruf bereits erteilter Zulassungen.<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Verfahren dieser Art. Nach eigenen Angaben f\u00fchrt die DUH mehrere Klagen vor demselben Gericht mit dem Ziel, Zulassungen TFA-bildender Pflanzenschutzmittel aufheben zu lassen. Wie viele Verfahren derzeit anh\u00e4ngig sind und wann \u00fcber sie verhandelt wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Eine Stellungnahme des Bundesamtes oder des Zulassungsinhabers zu der neuen Klage lag zum Zeitpunkt dieser Ver\u00f6ffentlichung nicht vor; die Mitteilung der DUH gibt keine wieder.<\/p>\n<p>Die EU-Beh\u00f6rde hat den Referenzwert im Juli auf gut ein Viertel gesenkt<\/p>\n<p>Der eigentliche Grund, warum dieser Streit gerade jetzt an Gewicht gewinnt, liegt einige Wochen zur\u00fcck und auf europ\u00e4ischer Ebene. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat nach ihrer <a href=\"https:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/news\/efsa-lowers-safe-level-exposure-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitteilung vom 22. Juli 2026<\/a> die tolerierbare t\u00e4gliche Aufnahme f\u00fcr TFA neu festgesetzt: von zuvor 0,05 auf 0,014 Milligramm je Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag. Der neue Wert liegt damit bei gut einem Viertel des bisherigen. Zus\u00e4tzlich legte die Beh\u00f6rde erstmals einen akuten Referenzwert von 0,07 Milligramm je Kilogramm K\u00f6rpergewicht fest.<\/p>\n<p>Ausschlaggebend waren nach Angaben der EFSA neue Befunde, wonach TFA den Spiegel des Schilddr\u00fcsenhormons Thyroxin ver\u00e4ndert. Die Beh\u00f6rde benennt in derselben Mitteilung offen gebliebene Fragen: zur Langzeittoxizit\u00e4t, zur krebserzeugenden Wirkung und zur Wirkung auf das Immunsystem. Die Beh\u00f6rde benennt damit selbst, was ihre Bewertung nicht abdeckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/grafik-efsa.png\" alt=\"Balkendiagramm: Der TFA-Referenzwert der EFSA sinkt von 0,05 auf 0,014 Milligramm je Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag\" style=\"width:100%; height:auto;\"\/>Eigene Darstellung NETZ-TRENDS auf Basis von Daten der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA), Mitteilung vom 22. Juli 2026.<br \/>\nParallel l\u00e4uft ein Einstufungsverfahren \u2013 entschieden ist es nicht<\/p>\n<p>Ein zweiter Vorgang l\u00e4uft auf EU-Ebene, und sein Stand wird leicht \u00fcbersch\u00e4tzt. Nach der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/en\/press\/pressinformation\/german-agencies-classify-tfa-as-toxic-substance\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitteilung des deutschen Umweltbundesamtes vom 26. Mai 2025<\/a> haben das Bundesamt f\u00fcr Chemikalien bei der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Umweltbundesamt und das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung bei der Europ\u00e4ischen Chemikalienagentur einen Vorschlag eingereicht, TFA als fortpflanzungsgef\u00e4hrdend der Kategorie 1B sowie als sehr persistent und sehr mobil einzustufen.<\/p>\n<p>Ein Vorschlag ist keine geltende Einstufung. Nach derselben Mitteilung folgt auf die Ver\u00f6ffentlichung eine sechsw\u00f6chige Stellungnahmefrist, danach bewertet der Ausschuss f\u00fcr Risikobeurteilung der Agentur das Dossier; die abschlie\u00dfende Entscheidung trifft die Europ\u00e4ische Kommission. Als Zeitrahmen nennt die Beh\u00f6rde rund 18 Monate. Von diesem Unterschied h\u00e4ngt ab, welche Rechtsfolgen bereits an den Stoff gekn\u00fcpft sind und welche noch nicht.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich steckt TFA in 93 Prozent der Trinkwasserproben<\/p>\n<p>Wie stark das Wasser im deutschsprachigen Raum tats\u00e4chlich belastet ist, l\u00e4sst sich am genauesten f\u00fcr \u00d6sterreich sagen. Die <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/mensch\/ernaehrung-lebensmittel\/rueckstaende-kontaminanten-von-a-bis-z\/trifluoressigsaeure-bzw-trifluoracetat-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit (AGES)<\/a> untersuchte 2025 insgesamt 331 Trinkwasserproben. In 307 davon \u2013 rund 93 Prozent \u2013 lag TFA \u00fcber der Bestimmungsgrenze von 0,1 Mikrogramm je Liter. Die meisten Werte bewegten sich zwischen null und einem Mikrogramm je Liter, der h\u00f6chste gemessene Wert lag bei 6,03 Mikrogramm je Liter.<\/p>\n<p>Beim Grundwasser reicht die \u00f6sterreichische Messreihe weiter zur\u00fcck: Seit 2018 wurden 281 Proben analysiert, in 274 davon war die Substanz nachweisbar. Der Durchschnitt lag bei 1,4 Mikrogramm je Liter, der H\u00f6chstwert bei 21 Mikrogramm je Liter.<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland liegen vergleichbare bundesweite Reihen nicht in derselben Form vor. Der Hamburger Versorger Hamburg Wasser gibt auf seiner <a href=\"https:\/\/www.hamburgwasser.de\/umwelt\/wasserschutz\/spurenstoffe\/tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Informationsseite zu TFA<\/a>, Stand 25. Juni 2025, an, die Werte im Hamburger Trinkwasser l\u00e4gen \u00fcberwiegend unter der Bestimmungsgrenze des Labors von 0,25 Mikrogramm je Liter; in Einzelf\u00e4llen seien bis zu 0,7 Mikrogramm je Liter gemessen worden. F\u00fcr die Schweiz ver\u00f6ffentlichte SRF Investigativ bereits am 26. April 2022 eigene Messungen an zehn Leitungswasserproben mit Werten zwischen 0,51 und 1,5 Mikrogramm je Liter; einen gesetzlichen H\u00f6chstwert f\u00fcr TFA gibt es dort nach dieser Darstellung nicht.<\/p>\n<p>Sechs Werte, drei Rechtsformen \u2013 und kein gemeinsamer EU-Grenzwert<\/p>\n<p>Der Vergleich der nationalen Vorgaben ist der Punkt, an dem die Sache un\u00fcbersichtlich wird. Es gibt in der Europ\u00e4ischen Union bislang keinen einheitlichen Grenzwert f\u00fcr TFA im Trinkwasser. Was die einzelnen Staaten haben, unterscheidet sich nicht nur in der H\u00f6he, sondern auch in der Rechtsnatur: Ein gesundheitlicher Leitwert ist etwas anderes als ein verbindlicher Grenzwert.<\/p>\n<tr style=\"background:#087f70; color:#ffffff;\">\nLand<br \/>\nArt der Vorgabe<br \/>\nWert in \u00b5g\/l<br \/>\nStand<br \/>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Deutschland<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">gesundheitlicher Trinkwasserleitwert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">60<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">aus 2020, laut UBA weiter g\u00fcltig<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#f4f7f7; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Italien<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">nationaler Wert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">rund 10<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">seit Juli 2025<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">D\u00e4nemark<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">nationaler Wert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">9<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">laut AGES<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#f4f7f7; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">\u00d6sterreich<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">kein eigener Grenzwert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">\u2013<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">laut AGES<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Schweiz<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">kein gesetzlicher Grenzwert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">\u2013<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Stand SRF-Recherche 2022<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#f4f7f7; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Europ\u00e4ische Union<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">kein einheitlicher Grenzwert<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">\u2013<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">laut AGES<\/td>\n<\/tr>\n<p>Quellen: Umweltbundesamt (Deutschland), FAQ-Seite Stand 26. Juni 2026; AGES (\u00d6sterreich), Informationsseite zu TFA; SRF Investigativ vom 26. April 2022 f\u00fcr die Schweiz. Die Werte sind rechtlich nicht gleichartig: Ein Leitwert ist eine gesundheitliche Orientierungsgr\u00f6\u00dfe, ein Grenzwert eine verbindliche Vorgabe. \u201e\u2013\u201c bedeutet, dass nach diesen Quellen kein Wert festgelegt ist.<br \/>\nDer deutsche Leitwert stammt aus dem Jahr 2020<\/p>\n<p>F\u00fcr Haushalte in Deutschland ist der Wert von 60 Mikrogramm je Liter die entscheidende Gr\u00f6\u00dfe. Er stammt nach der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/faq-ewigkeitschemikalie-trifluoressigsaeure-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FAQ-Seite des Umweltbundesamtes<\/a> aus dem Jahr 2020. Dort hei\u00dft es: \u201eDer gesundheitliche Trinkwasserleitwert f\u00fcr TFA von 60 \u00b5g\/l aus dem Jahr 2020 bleibt weiterhin g\u00fcltig.\u201c Die Beh\u00f6rde begr\u00fcndet das damit, dass ein Leitwert auf Grundlage der Daten zur Reproduktionstoxizit\u00e4t nicht niedriger ausfiele.<\/p>\n<p>Eine Beobachtung dazu l\u00e4sst sich ohne Wertung festhalten, weil sie sich allein aus den Datumsangaben ergibt: Diese Seite tr\u00e4gt den Stand 26. Juni 2026. Die Neubewertung der EFSA datiert vom 22. Juli 2026 und wird auf der Seite nicht erw\u00e4hnt. Ob und wann das deutsche Umweltbundesamt den Leitwert im Licht des neuen europ\u00e4ischen Referenzwerts \u00fcberpr\u00fcft, ist den bislang \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Angaben nicht zu entnehmen. NETZ-TRENDS hat dazu keine Auskunft der Beh\u00f6rde vorliegen.<\/p>\n<p>Was die Zahlen f\u00fcr zwei Liter Leitungswasser bedeuten<\/p>\n<p>Zahlen in Milligramm je Kilogramm K\u00f6rpergewicht sagen einem Haushalt wenig. Deshalb hilft eine Umrechnung \u2013 und sie f\u00e4llt weniger dramatisch aus, als die Debatte vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"margin:0 0 8px; font-weight:700;\">Rechenbeispiel: eine Person mit 75 Kilogramm<\/p>\n<ul style=\"margin:0; padding-left:20px;\">\n<li>Neuer EFSA-Referenzwert: 0,014 mg je Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag \u2013 das sind 1.050 Mikrogramm t\u00e4glich.<\/li>\n<li>Zwei Liter Leitungswasser mit dem \u00f6sterreichischen H\u00f6chstwert von 6,03 \u00b5g\/l ergeben 12,06 Mikrogramm \u2013 rund 1,1 Prozent dieser Menge.<\/li>\n<li>Zwei Liter mit dem deutschen Leitwert von 60 \u00b5g\/l erg\u00e4ben 120 Mikrogramm \u2013 rund 11 Prozent. Der Leitwert ist eine Obergrenze; die oben genannten Messwerte aus Hamburg liegen um ein Vielfaches darunter.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin:8px 0 0; font-size:14px; color:#667180;\">Eigene Berechnung von NETZ-TRENDS aus den oben belegten Werten. Trinkwasser ist nur einer von mehreren Aufnahmewegen; die EFSA bezieht ihren Referenzwert auf die gesamte Aufnahme \u00fcber die Nahrung.<\/p>\n<p>Die AGES selbst ordnet die Lage \u00e4hnlich ein: Eine Person mit 75 Kilogramm K\u00f6rpergewicht k\u00f6nnte nach dem neuen Referenzwert t\u00e4glich bis zu 1.050 Mikrogramm aufnehmen; die tats\u00e4chliche Aufnahme sch\u00e4tzt die \u00f6sterreichische Agentur auf etwa 100 Mikrogramm und damit auf rund ein Zehntel. Das ist die Zahl, die in der Zuspitzung der Debatte am h\u00e4ufigsten fehlt \u2013 und sie geh\u00f6rt in denselben Text wie die Klage.<\/p>\n<p>Was die Beteiligten offenlassen<\/p>\n<p>Drei Fragen bleiben nach der aktuellen Quellenlage unbeantwortet, und jede davon betrifft Haushalte unmittelbar.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wer zahlt, falls nachger\u00fcstet werden muss.<\/strong> Weder die DUH-Mitteilung noch die Angaben des Umweltbundesamtes beziffern, was eine Entfernung von TFA aus dem Trinkwasser kosten w\u00fcrde. Verfahren, die daf\u00fcr infrage k\u00e4men, sind aufwendig; eine Gr\u00f6\u00dfenordnung nennt keine der ausgewerteten Quellen. Wie sich Kosten der Wasseraufbereitung auf Geb\u00fchren auswirken, hat NETZ-TRENDS zuletzt am Beispiel der <a href=\"https:\/\/www.netz-trends.de\/eugh-schlussantraege-kokott-kommunalabwasserrichtlinie-herstellerverantwortung-80-prozent-abwassergebuehren-3-september-2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vierten Reinigungsstufe in der EU-Kommunalabwasserrichtlinie<\/a> beschrieben.<\/li>\n<li><strong>Ob der deutsche Leitwert \u00fcberpr\u00fcft wird.<\/strong> Die \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Darstellung des Umweltbundesamtes ist \u00e4lter als die EFSA-Entscheidung.<\/li>\n<li><strong>Wie das Zulassungsamt die Klage bewertet.<\/strong> Eine Stellungnahme des Bundesamtes f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit liegt zu dieser Klage nicht vor.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie es weitergeht<\/p>\n<p>Zwei Verfahren laufen parallel und in unterschiedlichem Tempo. Vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig ist die Klage der DUH anh\u00e4ngig; ein Verhandlungstermin ist nach der Mitteilung nicht bekannt. Auf europ\u00e4ischer Ebene liegt der Einstufungsvorschlag beim Ausschuss f\u00fcr Risikobeurteilung der Europ\u00e4ischen Chemikalienagentur, bevor die Europ\u00e4ische Kommission entscheidet \u2013 nach Angaben des Umweltbundesamtes ein Verfahren von rund 18 Monaten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Haushalte in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz \u00e4ndert sich vorerst nichts: Die geltenden Werte bleiben, wo sie sind, und das Leitungswasser wird weiter nach den bestehenden Vorgaben geliefert. Ge\u00e4ndert hat sich der gesundheitliche Referenzwert, an dem die EFSA die Substanz misst. Ob daraus neue Vorgaben f\u00fcr das Trinkwasser folgen, entscheidet sich in den beiden genannten Verfahren.<\/p>\n<p>Wie sehen Sie das: Sollte Deutschland seinen Trinkwasserleitwert f\u00fcr TFA an den neuen europ\u00e4ischen Referenzwert anpassen, oder reicht die bisherige Regelung aus? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<ul>\n<li>Deutsche Umwelthilfe: Pressemitteilung \u201eVersch\u00e4rfte Risikobewertung f\u00fcr TFA-bildende Pestizide: Deutsche Umwelthilfe reicht Klage gegen Zulassung von Pestizid Joystick ein\u201c vom 4. September 2026, 10:00 Uhr \u2013 <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/22521\/6345536\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">presseportal.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.duh.de\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilung\/verschaerfte-risikobewertung-fuer-tfa-bildende-pestizide-deutsche-umwelthilfe-reicht-klage-gegen-zula\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">duh.de<\/a><\/li>\n<li>Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA): Mitteilung \u201eEFSA lowers safe level of exposure to TFA\u201c vom 22. Juli 2026 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.efsa.europa.eu\/en\/news\/efsa-lowers-safe-level-exposure-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">efsa.europa.eu<\/a><\/li>\n<li>Umweltbundesamt (Deutschland): FAQ \u201eEwigkeitschemikalie Trifluoressigs\u00e4ure (TFA)\u201c, Stand 26. Juni 2026 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/faq-ewigkeitschemikalie-trifluoressigsaeure-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">umweltbundesamt.de<\/a><\/li>\n<li>Umweltbundesamt (Deutschland): Pressemitteilung Nr. 20\/2025 zum Einstufungsvorschlag bei der Europ\u00e4ischen Chemikalienagentur vom 26. Mai 2025 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/en\/press\/pressinformation\/german-agencies-classify-tfa-as-toxic-substance\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">umweltbundesamt.de<\/a><\/li>\n<li>AGES \u2013 \u00d6sterreichische Agentur f\u00fcr Gesundheit und Ern\u00e4hrungssicherheit: Informationsseite \u201eTrifluoressigs\u00e4ure bzw. Trifluoracetat (TFA)\u201c mit dem Trinkwasser- und Grundwassermonitoring \u2013 <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/mensch\/ernaehrung-lebensmittel\/rueckstaende-kontaminanten-von-a-bis-z\/trifluoressigsaeure-bzw-trifluoracetat-tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ages.at<\/a><\/li>\n<li>Hamburg Wasser: Informationsseite \u201eTrifluoracetat (TFA): Wie ist die Situation in Hamburg?\u201c, Stand 25. Juni 2025 \u2013 <a href=\"https:\/\/www.hamburgwasser.de\/umwelt\/wasserschutz\/spurenstoffe\/tfa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hamburgwasser.de<\/a><\/li>\n<li>SRF Investigativ: \u201ePflanzengift TFA fl\u00e4chendeckend im Schweizer Trinkwasser\u201c vom 26. April 2022, Analyse durch das Technologiezentrum Wasser Karlsruhe \u2013 <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/umweltrisiko-trifluoracetat-pflanzengift-tfa-flaechendeckend-im-schweizer-trinkwasser\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">srf.ch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gest\u00fctzte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgef\u00fchrt. Die Ver\u00f6ffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Wichtigste in K\u00fcrze Die Deutsche Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben am Freitag, dem 4. 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