{"id":1281873,"date":"2026-09-05T08:21:17","date_gmt":"2026-09-05T08:21:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281873\/"},"modified":"2026-09-05T08:21:17","modified_gmt":"2026-09-05T08:21:17","slug":"flutkatastrophe-im-himalaya-nepals-wut-auf-die-verursacher-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281873\/","title":{"rendered":"Flutkatastrophe im Himalaya: Nepals Wut auf die Verursacher des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/nepal-sturzflut-112.jpg\" alt=\"Menschen suchen in ihrem zerst\u00f6rten Haus in Nepal nach Habseligkeiten.\" title=\"Menschen suchen in ihrem zerst\u00f6rten Haus in Nepal nach Habseligkeiten. | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.09.2026 \u2022 09:29 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Nach der Sturzflut im Himalaya mit mehr als 1.000 Toten ist die Zerst\u00f6rung gro\u00df. W\u00e4hrend die \u00dcberlebenden ihre Habseligkeiten bergen, w\u00e4chst der Zorn: Nepal st\u00f6\u00dft kaum CO2 aus, wird aber immer h\u00e4rter vom Klimawandel getroffen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach wie vor arbeiten Rettungs- und Bergungsmannschaften unerm\u00fcdlich im Katastrophengebiet. Angefeuert davon, dass am Freitag zwei M\u00e4nner lebend aus den Tunneln der zerst\u00f6rten Wasserkraftwerke befreit wurden, graben sie sich vor. Die nepalesische Armee sei schon Hunderte Meter in verschiedene Richtungen vorgedrungen, beschreibt es Oberst Jhabindra Bahadur Reshmi.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An vielen Stellen habe die Armee die Zug\u00e4nge erweitern m\u00fcssen. Teilweise h\u00e4tten sie sich bis 275 Meter weit durch die verschlammten Tunnel vorgek\u00e4mpft. &#8222;Aber wir haben an vielen Stellen nichts gefunden&#8220;, sagt er. Die Helfer machen dennoch weiter. Unterst\u00fctzt werden sie durch Spezialisten aus China, Indien, S\u00fcdkorea und Australien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da die Br\u00fccken \u00fcber den Trishuli-Fluss zerst\u00f6rt sind &#8211; 60 von ihnen hat die Sturzflut wie Spielzeug mitgerissen &#8211; kommen viele Menschen nur mit Schwierigkeiten in ihre Heimat zur\u00fcck. Und auch die Retter kommen auf der Suche nach \u00dcberlebenden nur mit Helikoptern dorthin. Inzwischen f\u00fchren provisorische Seilbahnen \u00fcber den Fluss. Die Menschen stehen stundenlang an, um auf die andere Seite zu gelangen.<\/p>\n<p>Was war passiert?<\/p>\n<p>            Eine verheerende Sturzflut aus Wasser, Schlamm, Eis und Ger\u00f6ll hatte am 26. August im Grenzgebiet alles mit sich gerissen, was ihr im Weg stand. Experten zufolge soll ein massiver Gletscherabbruch auf der tibetischen Seite die Flut ausgel\u00f6st haben. Viele D\u00f6rfer sind v\u00f6llig zerst\u00f6rt, die Bewohner dort haben alles verloren. Tausende Einsatzkr\u00e4fte suchen weiter in den Erdmassen und in versch\u00fctteten Tunneln nach Vermissten. Die Such- und Rettungsarbeiten werden immer wieder von weiteren drohenden Sturzfluten und schlechtem Wetter beeintr\u00e4chtigt. <\/p>\n<p>    Die Angst ist geblieben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Heute sieht es so aus, als k\u00f6nnte ich aufbrechen&#8220;, sagt die 40-j\u00e4hrige Sujana Sunar einer Reporterin der Nachrichtenagentur Reuters. &#8222;Schon seit gestern m\u00f6chte ich in mein Dorf zur\u00fcckkehren. W\u00e4hrend mein Haus noch steht, wurden viele andere im Dorf zerst\u00f6rt. Ich habe \u00fcberlebt &#8211; auch wenn ich schon mit einem Fu\u00df im Grab stand.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sujana war gerade auf dem Markt diesseits des Flusses, als die Sturzflut kam. Jetzt will sie endlich in ihr Haus auf der anderen Seite zur\u00fcck. Und so wartet sie wie die anderen in der Schlange weiter. Mit Schwimmwesten gesichert steigen sie in ein metallenes Korbgestell und werden an Drahtseilen \u00fcber das schlammig-wirbelnde Wasser des Trishuli-Flusses gezogen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hari Gopal Pradhan will die Tour ebenfalls wagen. Seine Familie ist aus dem Haus geflohen, als die Flut kam. &#8222;Aber inzwischen hat sich die Lage gebessert&#8220;, sagt er. &#8222;Doch dort zu wohnen ist nachts sehr be\u00e4ngstigend, wenn neue Fluten kommen.&#8220; Sein Haus stehe nahe einer Abbruchkante. Der 60-J\u00e4hrige hat \u00fcberlebt, doch die Angst ist geblieben.<\/p>\n<p>    Nepal will gemeinsames Fr\u00fchwarnsystem mit China<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unterdessen geht die Ursachenforschung weiter. Auch, warum die Verw\u00fcstung so gro\u00df war. In \u00fcberflutungsgef\u00e4hrdeten Gebieten direkt am Fluss sollte eigentlich nicht gebaut werden. Doch Beobachter vermuten, dass die Menschen, die 2015 nach den schweren Erdbeben ihre Heimat verloren hatten, ausgerechnet an den Ufern ihre neue Bleibe errichteten &#8211; mehr oder weniger legal. Und dort wurden sie Opfer der neuen Katastrophe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nepal will sein Fr\u00fchwarnsystem erneuern. China, unter dessen Verwaltung die Nachbarregion Tibet steht, hat schon signalisiert, dass es mit Nepal gemeinsam auf die Bedrohung durch den Klimawandel schauen m\u00f6chte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Dies ist ein ernstes Signal daf\u00fcr, dass neben dem Klimawandel auch die Risiken zunehmen, denen wir in der Himalaya-Region ausgesetzt sind&#8220;, sagte Nepals Premier Balendra Shah diese Woche. &#8222;Es ist an der Zeit, der internationalen Gemeinschaft nachdr\u00fccklich vor Augen zu f\u00fchren, welche Katastrophen wir infolge des Klimawandels erleiden.&#8220;<\/p>\n<p>    Land fordert internationale Unterst\u00fctzung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nepal fordert Unterst\u00fctzung beim Wiederaufbau. Auf 2,5 Milliarden US-Dollar hat der Leiter der Katastrophenschutzbeh\u00f6rde die Sch\u00e4den an H\u00e4usern und Infrastruktur beziffert. Und w\u00e4hrend, wie der Regierungschef betont, die ganze Welt f\u00fcr den Klimawandel verantwortlich ist, tr\u00e4gt Nepal nur einen Bruchteil bei, f\u00fchrt Klimaforscher Ujjwal Uphadhyay aus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es sind weniger als 0,0011 Prozent, nicht wahr? Und Nepal nimmt zugunsten seiner Rolle als CO2-Senke Einschr\u00e4nkungen bei der ehrgeizigen wirtschaftlichen Entwicklung in Kauf&#8220;, sagt der Klimaforscher. &#8222;Denn wir setzen lieber auf das Pflanzen von B\u00e4umen als auf eine umweltsch\u00e4dliche Entwicklung.&#8220; 45 Prozent der nepalesischen Landesfl\u00e4che seien in Wald umgewandelt worden. &#8222;Nepal unternimmt also enorme Anstrengungen, um das Land bis 2045 klimaneutral oder sogar CO2-negativ zu machen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Strom des Landes kommt aus klimafreundlicher Wasserkraft, aber die Sturzflut hat Hydropower-Projekte im Wert von einer halben Milliarde Dollar zerst\u00f6rt. &#8222;Sie wurden durch Emissionen zerst\u00f6rt, die durch schmutzige Brennstoffe verursacht wurden&#8220;, sagt Ujjwal Uphadhyay. &#8222;Das ist also der Preis, den wir zahlen. Und das ist die Verw\u00fcstung, die dieses Land leider schon seit einigen Jahren erlebt.&#8220; Jetzt sei es Zeit zu sagen: &#8222;Es reicht.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.09.2026 \u2022 09:29 Uhr Nach der Sturzflut im Himalaya mit mehr als 1.000 Toten ist die Zerst\u00f6rung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1281874,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[227,13,952,14,16410,15,12,77967,10,8,9,11,103,104],"class_list":["post-1281873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-china","tag-headlines","tag-klimawandel","tag-nachrichten","tag-nepal","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-sturzflut","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117217467851345954","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1281873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1281873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1281873\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1281874"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1281873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1281873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1281873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}