{"id":1281913,"date":"2026-09-05T08:50:16","date_gmt":"2026-09-05T08:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281913\/"},"modified":"2026-09-05T08:50:16","modified_gmt":"2026-09-05T08:50:16","slug":"mode-mit-steel-junge-mode-trifft-auf-alte-industrie-ruhrkanalnews","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1281913\/","title":{"rendered":"Mode mit Steel \u2013 Junge Mode trifft auf alte Industrie \u2013 RuhrkanalNews\u00ae"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hattingen \u2013 <\/strong>Paris, Mailand, D\u00fcsseldorf \u2013 und am Freitagabend (4.September 2026) auch Hattingen. Zum siebten Mal wurde die Henrichsh\u00fctte zum Laufsteg f\u00fcr junge Designer und ihre Kollektionen. \u201eMode mit Steel\u201c ist dabei l\u00e4ngst mehr als eine klassische Modenschau. Zwischen alter Industriearchitektur, Licht, Musik und Inszenierung entstand eine Show, die ebenso ungew\u00f6hnlich war wie ihr Publikum.<\/p>\n<p>Hattingen und eine Modenschau? Auf den ersten Blick passt das vielleicht ungef\u00e4hr so gut zusammen wie Feuer und Wasser. Doch wer am Freitagabend in der Henrichsh\u00fctte dabei war, wurde schnell eines Besseren belehrt.<\/p>\n<p>Acht Labels und Designer pr\u00e4sentierten ihre Arbeiten auf dem Laufsteg. Professionell in Szene gesetzt wurden die Kollektionen von Amateurmodels, die sich zwischen Lichtshow und Musik keineswegs verstecken mussten. Die Bandbreite war enorm: d\u00fcster und beinahe geheimnisvoll, knallig und farbenfroh, experimentell, tragbar und schlie\u00dflich sogar Hochzeitsmode in klassischem Wei\u00df.<\/p>\n<p>Gerade diese Unterschiede machten den Abend spannend. Hier wurde nicht eine aktuelle Moderichtung einfach achtmal neu interpretiert. Jeder Designer brachte eine eigene Handschrift, eigene Ideen und teilweise eine ganz eigene Welt auf den Laufsteg.<\/p>\n<p><strong>Eine Modenschau, die eigentlich eine Show ist<\/strong><\/p>\n<p>Genau dahin hat sich \u201eMode mit Steel\u201c in den vergangenen Jahren entwickelt. Die erste Veranstaltung fand 2020 mit gerade einmal rund 100 G\u00e4sten und drei oder vier Labels statt. Susa Flor war damals bereits dabei und geh\u00f6rt bis heute zum festen Bestandteil der Veranstaltung.<\/p>\n<p>Inzwischen spricht auch der Veranstalter nicht mehr nur von einer Modenschau, sondern von einer \u201eModenshow\u201c. In diesem Jahr geh\u00f6rte dazu beispielsweise ein Auftritt der Bochumer Tanzschule Cypher44 zu Beginn. Licht, Musik und die Inszenierungen der einzelnen Kollektionen sorgten anschlie\u00dfend daf\u00fcr, dass nicht einfach nur Kleidungsst\u00fccke \u00fcber einen Laufsteg getragen wurden.<\/p>\n<p>Einige Designer wollten ganz bewusst Geschichten erz\u00e4hlen und Emotionen ausl\u00f6sen. Andere r\u00fcckten Nachhaltigkeit, besondere Materialien oder neue Produktionsweisen in den Mittelpunkt.<\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">Mode mit Steel (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS))<\/p>\n<p>Susa Flor etwa setzt konsequent auf nachhaltige Mode. Produziert wird nicht einfach auf Verdacht f\u00fcr ein volles Lager. Die Kollektion wird zun\u00e4chst gezeigt und erst dann gefertigt, wenn sich ein Kunde tats\u00e4chlich f\u00fcr ein St\u00fcck entscheidet. Erg\u00e4nzt wird das Konzept durch Upcycling.<\/p>\n<p>Wie viel Arbeit in einer Kollektion stecken kann, wurde ebenfalls deutlich. Monate der Entwicklung, Versuche mit Materialien und Schnitten und immer wieder Ver\u00e4nderungen gehen einem Auftritt voraus, der auf dem Laufsteg schlie\u00dflich nur wenige Minuten dauert.<\/p>\n<p>Und dann gab es noch einen Bereich, den \u201eMode mit Steel\u201c in dieser Form bislang nicht gezeigt hatte: Brautmode. Designer Quentin Eden erkl\u00e4rte auf der B\u00fchne, was ihn daran besonders reizt. Ein Hochzeitskleid begleite schlie\u00dflich einen der pers\u00f6nlichsten Momente im Leben eines Menschen. F\u00fcr einen Designer sei es ein besonderes Kompliment, wenn jemand genau eines seiner Kleider mit dieser Erinnerung verbinden m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>Und dann war da dieses Publikum<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht war das aber die eigentliche \u00dcberraschung des Abends.<\/p>\n<p>Solange die G\u00e4ste auf ihren Pl\u00e4tzen sa\u00dfen und auf den Laufsteg blickten, fiel es zun\u00e4chst kaum auf. Nach der Show \u00e4nderte sich das. Die Besucher konnten an den St\u00e4nden mit den Designern sprechen, Kleidungsst\u00fccke aus der N\u00e4he betrachten und nat\u00fcrlich auch anfassen.<\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich wurde sichtbar, wer da eigentlich gekommen war.<\/p>\n<p>Das war kein Publikum, das sich f\u00fcr einen besonderen Abend einmal besonders schick gemacht hatte. Viele G\u00e4ste waren selbst ausgesprochen modebewusst gekleidet. Dabei sah man erstaunlich wenig von den gro\u00dfen bekannten Marken, wie man sie beispielsweise auf der D\u00fcsseldorfer K\u00f6nigsallee erwarten w\u00fcrde. Stattdessen dominierten individuelle St\u00fccke und Mode junger Labels.<\/p>\n<p>Teilweise h\u00e4tte man kaum sagen k\u00f6nnen, wer gerade noch auf dem Laufsteg gestanden hatte und wer als Gast durch die Halle lief.<\/p>\n<p>Genau an diesem Punkt beantwortete sich auch die Frage, was eine solche Veranstaltung \u00fcberhaupt bewirken kann. Hier standen nicht einfach Designer vor einem zuf\u00e4lligen Museumspublikum. Junge Modeschaffende trafen auf Menschen, die sich tats\u00e4chlich f\u00fcr ihre Arbeit interessieren, ihre Labels kennen oder neu entdecken wollen.<\/p>\n<p>Dass einige Designer bereits eine beachtliche Fangemeinde besitzen, lie\u00df sich sp\u00e4testens bei der gemeinsamen Vorstellung am Ende h\u00f6ren. Der Applaus fiel durchaus unterschiedlich aus \u2013 einige Namen wurden vom Publikum deutlich enthusiastischer gefeiert als andere.<\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">Mode mit Steel (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS))<\/p>\n<p><strong>Industriekultur erreicht ein neues Publikum<\/strong><\/p>\n<p>Und genau das ist auch f\u00fcr das LWL-Museum interessant. Mit Veranstaltungen wie \u201eMode mit Steel\u201c sollen Menschen erreicht werden, die vielleicht nicht unbedingt auf die Idee k\u00e4men, f\u00fcr einen klassischen Museumsbesuch zur Henrichsh\u00fctte zu fahren.<\/p>\n<p>An diesem Abend funktionierte das ausgesprochen gut.<\/p>\n<p>Dabei ist die Verbindung zwischen Industrie und Mode weniger ungew\u00f6hnlich, als sie zun\u00e4chst erscheint. Das Ruhrgebiet besitzt neben Kohle und Stahl auch eine lange Textil- und Modegeschichte. Heute arbeiten zwischen Duisburg und Dortmund wieder zahlreiche junge Labels \u2013 viele davon mit einem besonderen Augenmerk auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Produktion.<\/p>\n<p>Die Henrichsh\u00fctte lieferte daf\u00fcr eine Kulisse, die man mit keinem gew\u00f6hnlichen Laufsteg vergleichen kann.<\/p>\n<p>Nach dem Finale war deshalb noch lange nicht Schluss. Bei der Aftershow-Party, Live-Musik und Getr\u00e4nken blieben die Designer an ihren St\u00e4nden ansprechbar. Aus einer Modenschau wurden Gespr\u00e4che, Kontakte und vielleicht auch der eine oder andere neue Kunde.<\/p>\n<p>\u201eMode mit Steel\u201c hat an diesem Abend vor allem eines gezeigt: In Hattingen funktioniert auch etwas, das hier zun\u00e4chst vollkommen ungewohnt erscheint.<\/p>\n<p>Vielleicht gerade deshalb.<\/p>\n<p>Die achte Ausgabe ist bereits geplant: Am\u00a0<strong>3. September 2027<\/strong>\u00a0soll die Henrichsh\u00fctte wieder zum Laufsteg werden.\n<\/p>\n<p>Gef\u00e4llt mir:<\/p>\n<p>Gef\u00e4llt mir Wird geladen\u00a0\u2026<\/p>\n<p><a class=\"sd-link-color\"\/>\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hattingen \u2013 Paris, Mailand, D\u00fcsseldorf \u2013 und am Freitagabend (4.September 2026) auch Hattingen. 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