{"id":1282466,"date":"2026-09-05T15:00:16","date_gmt":"2026-09-05T15:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282466\/"},"modified":"2026-09-05T15:00:16","modified_gmt":"2026-09-05T15:00:16","slug":"geopolitik-ein-faktor-sicherte-den-laengsten-frieden-seit-jahrhunderten-dann-kam-der-demolition-man","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282466\/","title":{"rendered":"Geopolitik: Ein Faktor sicherte den l\u00e4ngsten Frieden seit Jahrhunderten\u00a0\u2013 dann kam der \u201eDemolition Man\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach 1945 spielte die USA eine hervorragende Rolle auf der Weltb\u00fchne. Die Folge war eine ungew\u00f6hnliche Stabilit\u00e4t unter den Gro\u00dfm\u00e4chten. Aber wer die Politik von Donald Trump nur mit seiner Pers\u00f6nlichkeit erkl\u00e4rt, \u00fcbersieht einen entscheidenden Epochenbruch.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Donald Trump erinnert an Sylvester Stallone. In dem Film \u201eDemolition Man \u2013 ein eiskalter Bulle\u201c zerlegt der Gesetzesh\u00fcter unbeirrt einen ganzen H\u00e4userblock. Der US-Pr\u00e4sident geht einen \u00e4hnlichen Weg. Der Unterschied: Er nutzt vorweg politische Waffen wie Zwang und Erpressung. Trump behandelt Amerikas uralte Freunde in Europa, Kanada und Ostasien wie Feinde.<\/p>\n<p>Sicherheitsgarantien werden zerpfl\u00fcckt, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/plus69f84f9523e6b3dbf3c98359\/trump-plan-dieser-us-stuetzpunkt-wackelt-laut-nato-insidern.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/plus69f84f9523e6b3dbf3c98359\/trump-plan-dieser-us-stuetzpunkt-wackelt-laut-nato-insidern.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Truppen abgezogen<\/a>. Trump m\u00f6chte sich das d\u00e4nische Gr\u00f6nland greifen; er nimmt Kanada als \u201e51. Staat\u201c ins Visier und verh\u00e4ngt 50-Prozent-Z\u00f6lle. Da geht sie dahin, die nordamerikanische Freihandelszone. Gegen die EU spielt er Strafz\u00f6lle von 15 bis 30 Prozent aus; bis Trumps erster Amtszeit galten drei Prozent. Dabei sind EU und USA f\u00fcreinander die besten Handelspartner; das Volumen umfasst eine knappe Billion Euro. Doch geht es um viel mehr als schn\u00f6des Geld \u2013 es geht um die Frage, wer auf dem Schachbrett der Macht wen besiegt, ganz im Sinne Lenins.<\/p>\n<p>Trump f\u00fc\u00dfelt mit Russland, China <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a86268ecbb4a8f2ce8fe8ea\/nordkoreas-machthaber-trump-will-kim-jong-un-noch-in-diesem-jahr-treffen-dessen-schwester-spricht-von-guten-gefuehlen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a86268ecbb4a8f2ce8fe8ea\/nordkoreas-machthaber-trump-will-kim-jong-un-noch-in-diesem-jahr-treffen-dessen-schwester-spricht-von-guten-gefuehlen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">und Nordkorea<\/a>, mit der \u201eAchse der Autorit\u00e4ren\u201c. In Asien bangen Japan, Taiwan und S\u00fcdkorea um ihre Sicherheit, um die einst verl\u00e4sslichen Gel\u00fcbde der USA. Dito die Europ\u00e4er. Die Ukraine k\u00e4mpft um ihr Leben, w\u00e4hrend Trump mit ihr Achterbahn f\u00e4hrt. Mal will er einen Zwangsfrieden, der Moskaus Eroberungen ratifiziert. Mal darf Kiew US-Waffen kaufen. Die Rechnung begleichen die Europ\u00e4er \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft f\u00fcr die US\u2011R\u00fcstungsindustrie. Was er tut, h\u00e4ngt von der Tagesverfassung ab.<\/p>\n<p>Er attackiert Iran, ohne sich um Kosten und Konsequenzen zu k\u00fcmmern. Den alten Helmuth von Moltke hat er nicht gelesen; der dozierte: Kein Plan \u00fcberlebe die erste Feindber\u00fchrung. Seine Gener\u00e4le haben ihn gewarnt, pr\u00e4zise Irans \u201easymmetrische Kriegsf\u00fchrung\u201c vorausgesagt, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus6a50c022c13a557858aa0a2b\/moderne-kriegsfuehrung-der-rueckstand-des-westens-der-im-worst-case-ueber-sieg-und-niederlage-entscheiden-kann.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus6a50c022c13a557858aa0a2b\/moderne-kriegsfuehrung-der-rueckstand-des-westens-der-im-worst-case-ueber-sieg-und-niederlage-entscheiden-kann.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Amerikas Wunderwaffen entwertet<\/a>. Die Mullahkratie werde die Stra\u00dfe von Hormus schlie\u00dfen, durch die ein Viertel der maritimen \u00d6ltransporte flie\u00dft, und Amerikas arabische Sch\u00fctzlinge mit Luftangriffen terrorisieren. So ist es geschehen.<\/p>\n<p>Trotzdem hat sich Trump rund drei\u00dfigmal mit seinem \u201etotalen und kompletten Sieg\u201c gebr\u00fcstet. Das Regime in Teheran br\u00f6ckelt nicht, sondern versch\u00e4rft die Repression. Dass der Rest der Welt unter hochschie\u00dfenden Energiepreisen \u00e4chzt, k\u00fcmmert den Traumt\u00e4nzer so wenig wie das Wohl seiner W\u00e4hler. Daheim sind die Benzinpreise seit Januar, als der Trumpinator den Krieg gegen den Iran entfesselte, um ein Drittel gestiegen; die \u00f6ffentliche Meinung hat sich voraussagbar gegen den Krieg und den Pr\u00e4sidenten gedreht.<\/p>\n<p>Die Moral? Fange nicht an, was du nicht gewinnen kannst \u2013 es sei denn, du beh\u00e4ltst die \u201eEskalationsdominanz\u201c. Bomben allein bringen keinen Sieg. Der erfordert letztlich Bodentruppen, um den Golf zu sichern \u2013 ein Horrortrip, den Trump wohlweislich vermeidet. Jedenfalls gibt es keine Blitzsiege mehr, das lernt auch Wladimir Putin seit vier Jahren in der Ukraine. Dito Israel in Nahost, obwohl seine Luftwaffe zu den besten der Welt geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ein Regimewechsel aus der Luft funktioniert nicht gegen totalit\u00e4re Systeme wie das iranische, welches das eigene Volk im W\u00fcrgegriff h\u00e4lt. Nun will Trump den totalen Wirtschaftskrieg, um Teheran in die Knie zu zwingen. Er verkennt das Wesen solcher Regime. Das Volk blutet, der Machtapparat gedeiht, weil die Revolutionsgarden gro\u00dfe Teile der Wirtschaft kontrollieren. Die Machthaber leiden ebenso wenig wie im alten Sowjetreich. Oder in Nordkorea. Kim Jong-un besitzt mindestens sechs superteure Luxus-Karossen.<\/p>\n<p>Das iranische Regime m\u00e4\u00dfigt sich nicht, es wird radikaler. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69adf8457ce3c08db9d2668b\/iran-torwaechter-seines-vaters-chameneis-sohn-modschtaba-wird-oberster-fuehrer.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69adf8457ce3c08db9d2668b\/iran-torwaechter-seines-vaters-chameneis-sohn-modschtaba-wird-oberster-fuehrer.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gegen\u00fcber dem heutigen Religionsf\u00fchrer<\/a> wirkt der Vorg\u00e4nger Ali Chamenei wie ein Liberaler. Weil die Existenz der herrschenden Klasse auf dem Spiel steht, erstickt sie den Protest mit Terror und Blutrunst. Die Grausamkeit ist rational. F\u00e4llt die Mullahkratie, droht denen, die sie gest\u00fctzt haben, der Galgen. Folglich macht der Druck von au\u00dfen, ob milit\u00e4risch oder \u00f6konomisch, die Hardliner wilder, nicht milder.<\/p>\n<p>Zumal Russland und China, die Trump hofiert, clevere Waffen liefern. Der Irankrieg ist ein Gottesgeschenk f\u00fcr beide, schw\u00e4cht er doch die USA in der gef\u00e4hrlichsten Arena der Weltpolitik, wo die Gro\u00dfen seit Jahrtausenden k\u00e4mpfen. Mosche Dajan, Israels legend\u00e4rer Kriegsheld, beh\u00e4lt Recht: Die Levante ist der \u201eElefanten-Trampelpfad der Geschichte\u201c, wo seit Jahrtausenden die Imperien aufeinanderprallen. <\/p>\n<p>Nun zum weiten Erdenrund, wo Donald Trump mit seinen t\u00e4glich wechselnden Spr\u00fcchen nur in einem Bereich gl\u00e4nzt: in der globalen Aufmerksamkeits\u00f6konomie. Auf dieser B\u00fchne ist er der Star aller Stars, wirken hiesige Gr\u00f6\u00dfen nur wie Statisten. Es geht Trump nicht um Staatsr\u00e4son, sondern um \u201eIch, ich und sonst keiner\u201c. Sigmund Freud h\u00e4tte von \u201eNarzissmus\u201c gemurmelt. Derlei Instant-Diagnosen sind blo\u00dfe Psycho-Spielerei, die nicht die tektonischen Br\u00fcche der Weltpolitik einbezieht.<\/p>\n<p>Offenkundig ist: Der Mann mit der Abrissbirne zerlegt eine insgesamt segensreiche Ordnung \u2013 lassen wir Amerikas t\u00f6richte Kriege in Vietnam, Irak oder Afghanistan beiseite. In allen dreien sind die USA blutig gescheitert, sie konnten ihr proklamiertes Ziel, die Demokratisierung, nicht durchsetzen. Trotzdem: Noch nie seit dem Westf\u00e4lischen Frieden 1648 hat ein 80-j\u00e4hriger Frieden zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten gehalten. Die Ausnahme, welche die Regel best\u00e4tigt, liegt 73 Jahre zur\u00fcck \u2013 der Korea-Krieg, China gegen USA.<\/p>\n<p>Von Amerikas Macht profitierten viele andere<\/p>\n<p>Der B\u00fchnenstar Trump durchschaut nicht, welche hervorragende Rolle sein eigenes Land seit dem Zweiten Weltkrieg gespielt hat. Nach 1945 ist Amerika nicht in den alten Isolationismus zur\u00fcckgefallen. Machtpolitik gewiss, auf die verzichten die Gro\u00dfen nie. Zum Beispiel Pr\u00e4sident Eisenhower, der die befreundeten Briten und Franzosen in der Suezkrise 1956 aus Nahost vertrieb, um deren Platz in der Region einzunehmen, dem Scharnier dreier Kontinente.<\/p>\n<p>Das wirklich Neue im Spiel der M\u00e4chte? Es herrschte unter Trumps Vorg\u00e4ngern nicht der ungez\u00fcgelte Egoismus \u2013 also \u201emehr f\u00fcr mich und weniger f\u00fcr dich \u2013 am besten gar nichts\u201c. Sondern eine weisere Strategie: \u201eWir k\u00f6nnen beide gewinnen.\u201c Es sei denn, \u201edu bist ein existenzieller Feind wie die Sowjetunion\u201c. Der geb\u00fchrte Abschreckung und Eind\u00e4mmung. F\u00fcr Freunde und Verb\u00fcndete galt: \u201eGut f\u00fcr dich ist auch gut f\u00fcr mich.\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich regierte nicht purer Edelmut, sondern wohlbedachtes Eigeninteresse, das die Bed\u00fcrfnisse der anderen mitnahm. So konnte Amerika Gefolgschaft und Legitimit\u00e4t gewinnen. Au\u00dferdem darf sich eine Demokratie im Kreise anderer wohlf\u00fchlen, im Geiste eines \u201eDie sind wie wir\u201c. Fazit: Win-win auf beiden Seiten \u2013 Selbstsucht gepaart mit interessengeleitetem Altruismus.<\/p>\n<p>Trump setzt auf Nullsummenspiel<\/p>\n<p>Wie funktionierte das neue Spiel? Ein Wort: Institutionenbau. Washington tat sich als geradezu obsessiver Architekt hervor \u2013 zum eigenen Wohle wie dem der Partner. Hier die K\u00fcrzel. Allianzen wie Nato in Europa und SEATO in S\u00fcdostasien, ANZUS mit Australien plus B\u00fcndnisse mit Japan und S\u00fcdkorea. Globale Bauwerke wie die UN mit Dutzenden Gliederungen. In der Weltwirtschaft: IWF f\u00fcr Geldstabilit\u00e4t und Kredite, OECD, der Verbund der entwickelten Nationen. GATT und WTO f\u00fcr Freihandel. Nicht zu vergessen der Marshall-Plan, der dem darniederliegenden Europa auf die Beine half.<\/p>\n<p>Die \u00d6konomen sprechen hier von \u201eGemeing\u00fctern\u201c. Das Prinzip: Wenn einer deren Produktion organisiert, profitieren alle, sei\u2019s von einem Volkspark, B\u00fcndnis oder Freihandelssystem. So entstand ein Gewebe, das allen diente und sie bei der Stange hielt. Denn: Existieren solche G\u00fcter erst einmal, k\u00f6nnen sich alle an ihnen laben. Just diese Architektur \u201eMade in USA\u201c im Verbund mit anderen will der \u201eDemolition Man\u201c schleifen. Er hat verk\u00fcndet, 66 internationale Organisationen zu verlassen.<\/p>\n<p>Warum blo\u00df? Er behauptet, von den Freunden Amerikas finanziell ausgenommen zu werden. Er kujoniert und erpresst sie wie \u201eDer Pate\u201c Marlon Brando: \u201eIch mache ihm ein Angebot, das er nicht abweisen kann.\u201c Derweil richtet ein Handlanger seine Pistole auf das Opfer.<\/p>\n<p>Trumps Politik ist ein reines Nullsummenspiel: \u201eIch gewinne, wenn du verlierst.\u201c Das beste Beispiel <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a62848e26ebb8e13e2ef1ef\/trump-verhaengt-neue-zoelle-gegen-60-laender-umfassendste-massnahme-die-die-usa-je-ergriffen-haben.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a62848e26ebb8e13e2ef1ef\/trump-verhaengt-neue-zoelle-gegen-60-laender-umfassendste-massnahme-die-die-usa-je-ergriffen-haben.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ist der Rundum-Zollkrieg<\/a>. Es erfordert kein VWL-Diplom, um zu verstehen, dass Amerika selbst einer der Verlierer ist. Z\u00f6lle sind wie eine Verbrauchersteuer. Sie verteuern Lebensmittel, Autos, TV\u2011Ger\u00e4te. Die Industrie muss mehr f\u00fcr Aluminium, Bauholz und Technologie aus dem Ausland hinlegen \u2013 und reicht die Verteuerung weiter an die Konsumenten, die \u00e4rmer werden. Sodann der Gegenschlag. Die anderen ziehen selbst Zollmauern hoch, was ihre US-Importe staucht. Die Folge: Jobverluste in Trump-Land. Und Trump behauptet von sich, dass er ein \u201eechtes, stabiles Genie\u201c sei. Eher gilt: Der 47. Pr\u00e4sident ist sein eigener bester Feind.<\/p>\n<p>Trump bewundert imperialistische Vorg\u00e4nger<\/p>\n<p>Der W\u00fcterich folgt keiner Staatsr\u00e4son, nur st\u00fcndlich wechselnden Impulsen, die ihm die Schlagzeilen verschaffen. Seine \u201eStaatskunst\u201c besteht aus Einsch\u00fcchterung und N\u00f6tigung; das Wohl der eigenen Nation hinkt hinterher. Unter seinen 46 Vorg\u00e4ngern preist er nicht Washington, Lincoln oder Roosevelt, geschweige denn Truman. Dieser einstige Herrenausstatter aus Missouri entwarf eine Weltordnung zum Nutzen und Frommen des eigenen Landes sowie dessen Gef\u00e4hrten. Win-Win rundum.<\/p>\n<p>Bezeichnend: Wen bewundert Trump? Den Haudrauf Andrew Jackson, der sich Florida von Spanien griff, weit nach Westen expandierte, Indianer in Reservate zw\u00e4ngte und im Wei\u00dfen Haus besoffene Partys feierte. Ein zweiter Liebling ist der Imperialist William McKinley, der Kuba, Puerto Rico und die Philippinen kassierte. Sag mir, wer deine Vorbilder sind, und ich sage dir, wer du bist.<\/p>\n<p>Die heutigen Genossen wenden sich z\u00e4hneknirschend ab, weil der US-Schutzschirm, ein Gemeingut, l\u00f6chriger wird. Trump k\u00fcmmert es nicht, weil er seine Pappenheimer kennt. Die EU ist kein echter Staat, sondern ein B\u00fcndel von 27, das den kleinsten gemeinsamen Nenner verk\u00f6rpert. Zudem sind Europas Hauptm\u00e4chte, Berlin, London und Paris, Rivalen mit eigenen Interessen. Immerhin hat Trump allen einen Gefallen getan, indem er sie zwang, die Milit\u00e4rbudgets hochzufahren, mit Putins ungewollter Hilfe. Sie scheuen die Scheidung vom \u201ePaten\u201c, der sehr wohl wei\u00df, dass Wiederaufr\u00fcstung an die zehn Jahre dauern wird.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er wissen, dass Trump bis Januar 2029 im Gesch\u00e4ft bleibt. Sie m\u00fcssen sich arrangieren, derweil China und Russland sich freuen, dass der m\u00e4chtige Widersacher die dauerhafteste Allianz aller Zeiten besch\u00e4digt. Trump, der sich selbst zum \u201egr\u00f6\u00dften Pr\u00e4sidenten\u201c ernannt hat, schert es nicht. Er hat noch zwei Jahre, um Sylvester Stallone, den \u201eDemolition Man\u201c, zu geben.<\/p>\n<p>Amerika bezeichnet sich als unverzichtbare Nation. Das war es 80 Jahre lang. Unter dem B\u00fchnenakrobaten Trump winkt nicht \u201eAmerica First\u201c, es dr\u00e4ut \u201eAmerica Alone\u201c.<\/p>\n<p>Der Autor hat in Stanford und Harvard zur US\u2011Au\u00dfenpolitik gelehrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach 1945 spielte die USA eine hervorragende Rolle auf der Weltb\u00fchne. Die Folge war eine ungew\u00f6hnliche Stabilit\u00e4t unter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1282467,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[227,114,663,13,345,14,15,6633,307,12,45,10,8,9,11,113,64],"class_list":["post-1282466","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-china","tag-donald-geb-1946","tag-europa","tag-headlines","tag-iran","tag-nachrichten","tag-news","tag-north-atlantic-treaty-organization-nato","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-texttospeech","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-trump","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117219034685738967","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1282466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1282466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1282466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1282467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1282466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1282466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1282466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}