{"id":1282591,"date":"2026-09-05T16:20:21","date_gmt":"2026-09-05T16:20:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282591\/"},"modified":"2026-09-05T16:20:21","modified_gmt":"2026-09-05T16:20:21","slug":"berlin-demo-fuer-bezahlbare-mieten-zieht-durch-die-stadt-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282591\/","title":{"rendered":"Berlin: Demo f\u00fcr bezahlbare Mieten zieht durch die Stadt &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Janne und ihr Partner sind bald zu dritt. Ihre Zweizimmerwohnung in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Berlin\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> wird zu klein, deshalb suchen sie seit einem halben Jahr nach einer neuen. Rund f\u00fcnf Bewerbungen pro Woche schicken sie inzwischen ab. Insgesamt d\u00fcrften es etwa 70 gewesen sein, sch\u00e4tzen sie. Vier Wohnungen konnten sie bisher besichtigen. Bei Bewerbungen bei landeseigenen Wohnungsunternehmen bekommen sie nur etwa in jedem f\u00fcnften Fall \u00fcberhaupt eine R\u00fcckmeldung. Die Preise sind selbst au\u00dferhalb des Stadtrings kaum bezahlbar. Die Erfahrungen von Janne und ihrem Partner stehen f\u00fcr das, was viele Menschen in Berlin auf die Stra\u00dfe treibt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eHer mit den Wohnungen, runter mit den Mieten\u201c, skandierten am Samstagmittag Tausense in der Berliner Innenstadt. Zwei Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus trieb sie die Wohnungskrise auf die Stra\u00dfe. Das Thema Mieten dominiert den laufenden Wahlkampf, weil 85 Prozent der Berlinerinnen und Berliner zur Miete <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Wohnen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wohnen<\/a>. Die Veranstalter sprechen deshalb von einer Mietenwahl. Das B\u00fcndnis \u201eGemeinsam gegen Verdr\u00e4ngung und Mietenwahnsinn\u201c hatte gemeinsam mit Verb\u00e4nden, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Initiativen zu der Gro\u00dfdemonstration aufgerufen. Die Initiatoren hatten 20 000 Teilnehmer angemeldet, ihren Angaben nach waren es Ende gut 11 000.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wohnungskrise-sozialstaat-deutschland-mieten-wohngeld-sozialwohnungen-li.3540155\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;wie_die_wohnungskrise_den_sozialstaat_belastet&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;wohnen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3540155&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;wirtschaft&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedewirtschaftwohnungskrise-sozialstaat-deutschland-mieten-wohngeld-sozialwohnungen-li3540155\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/4a4c4891-7e3b-4ccd-8c3f-7957d20b3375.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Mietenreport<\/p>\n<p>:Wie die Wohnungskrise den Sozialstaat belastet<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-schema-org-speakable=\"true\">Millionen Mieter in Deutschland sind von steigenden Wohnkosten betroffen. Der neue Mietenreport macht deutlich: Springt der Staat mit finanzieller Unterst\u00fctzung ein, wird die Wohnungskrise zur Sozialstaatskrise.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Stadt war am Samstag voll, weil auch an anderen Orten zu Demonstrationen aufgerufen worden war. Aus allen Berliner Stadtteilen hatten sich sogenannte Zubringer-Demos auf den Weg zum Roten Rathaus gemacht \u2013 mit dem Fahrrad, den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fu\u00df. Schon vor dem offiziellen Beginn machten sie mit Klingeln, Lautsprecherdurchsagen und Musik auf ihr existenzielles Anliegen aufmerksam: Wohnen ist nicht mehr bezahlbar.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unter den Teilnehmenden waren Studierende, Familien mit Kinderwagen, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t. Sie verband die politische Forderung nach der Vergesellschaftung gro\u00dfer Wohnungskonzerne. Beim Volksentscheid 2021 stimmten 59 Prozent der Berlinerinnen und Berliner f\u00fcr die Enteignung. Dass diese Forderung weiter besteht, machten am Samstag mit einer umgedichteten Version von \u201eI Like the Flowers\u201c deutlich: \u201eH\u00e4user besitzen, darf sich nicht lohnen; H\u00e4user den Menschen, die darin wohnen; Wohnen ist Menschenrecht, muss bezahlbar sein; Umverteilen, Selbstverwalten.\u201c<\/p>\n<p>Enteignung bleibt zentrale Forderung<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Wohnungen von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Vonovia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vonovia<\/a>, Adler, Deutsche Wohnen und weiteren Konzernen sollen vergesellschaftet werden. Daf\u00fcr macht sich im aktuellen Wahlkampf auch die Berliner Linke mit ihrer Kandidatin Elif Eralp stark, ebenso die Gr\u00fcnen. Zus\u00e4tzlich forderten die Demonstrierenden am Samstag einen bundesweiten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Mietendeckel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mietendeckel<\/a>, die Regulierung gro\u00dfer Vermieter sowie ein Verbot von Eigenbedarfsk\u00fcndigungen und Zwangsr\u00e4umungen. Die Mieterrechte m\u00fcssten gest\u00e4rkt werden. Au\u00dferdem thematisierten sie die Wohnungslosigkeit in der Hauptstadt, die bek\u00e4mpft werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch \u00fcber die Gro\u00dfdemonstration hinaus riefen die Redner zu gemeinsamer Aktion auf. Sie verwiesen darauf, dass Mieterinnen und Mieter in Berlin die Mehrheit stellen und gemeinsam viel erreichen k\u00f6nnten. Allein gegen die Wohnungskonzerne zu k\u00e4mpfen, sei nicht zielf\u00fchrend, sagte ein Redner. Ein Drache aus gr\u00fcnen M\u00fcllbeuteln symbolisierte den eingeforderten Zusammenhalt \u2013 der Kiez bei\u00dft zur\u00fcck.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Beispiel daf\u00fcr, wie sich Mieter gemeinsam wehren k\u00f6nnen, ist die Nachbarschaft des Berliner Quartiers Q21 mit rund 450 Wohnungen. Stellvertretend f\u00fcr sie sprach Marlene auf der B\u00fchne. Sie hatte eine gemeinsame Klage gegen die Vermieter der Wohnungen initiiert. Vor Gericht m\u00f6chten sie sich Miete zur\u00fcckholen, die sie ihrer Ansicht nach zu viel gezahlt haben.<\/p>\n<p>Bunter Protestzug in der Innenstadt<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach der Auftaktkundgebung setzte sich der bunte Protestzug in Bewegung. Er bestand aus zehn Bl\u00f6cken mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Neben dem Berliner Mieterverein war das B\u00fcndnis \u201eDeutsche Wohnen und Co. enteignen\u201c besonders pr\u00e4sent. Das Gelb und Lila des B\u00fcndnisses blitzte immer wieder zwischen den Teilnehmenden auf. Viele trugen Westen mit dem namensgebenden Motto oder hielten Schilder in die Luft. Vor dem Begleitfahrzeug zeigte eine Cheerleadergruppe unter dem Jubel der Anwesenden eine Performance.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Protestzug zog in Begleitung der Polizei \u00fcber die Stra\u00dfe Unter den Linden bis zur Friedrichstra\u00dfe und \u00fcber die Franz\u00f6sische Stra\u00dfe zur\u00fcck zum Rathaus. Die Demonstrierenden hielten Plakate und Fahnen mit Aufschriften wie \u201eMiethaie enteignen\u201c oder \u201eWohnen ist Grundrecht\u201c in die Luft. Einige hatten sich verkleidet. Ein Teilnehmer kam im Astronautenkost\u00fcm mit dem Schild \u201eEure Mieten sind doch Mondpreise\u201c hoch. Auch Lastenr\u00e4der wurden als Plakatfl\u00e4chen genutzt. Eines war mit der Aufschrift \u201eMietpreisbremse jetzt\u201c beklebt, direkt daneben stand: \u201eD\u00f6nerpreisbremse jetzt\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Stimmungsbild vor dem Roten Rathaus zeigte, dass viele der Teilnehmer zu den 58 Prozent geh\u00f6rten, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wohnungskrise-sozialstaat-deutschland-mieten-wohngeld-sozialwohnungen-li.3540155\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die laut Mietenreport 2026 in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten<\/a> von Mieterh\u00f6hungen betroffen waren. Ein Ehepaar, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen m\u00f6chte, bildete eine Ausnahme. Die beiden haben noch einen alten Mietvertrag und mussten f\u00fcr ihre Wohnung, in der sie seit 30 Jahren leben, nur geringe Mieterh\u00f6hungen hinnehmen. \u201eSollte sie neu vermietet werden, k\u00f6nnte man wahrscheinlich das Dreifache der bisherigen Miete nehmen\u201c, sagte die Frau. Deshalb werden sie wohl noch lange in der Wohnung bleiben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auf der Kundgebung waren aber nicht nur Mieterinnen und Mieter. Manche zeigten sich solidarisch, obwohl sie selbst in einer Eigentumswohnung leben \u2013 etwa Uwe. \u201eDas ist die beste Methode gegen den Kapitalismus\u201c, sagte er mit einem Augenzwinkern. Er unterst\u00fctzte die Forderungen der Mieterinnen und Mieter und hat nach eigener Aussage auch die Petition zur Enteignung der Wohnungskonzerne unterschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Janne und ihr Partner sind bald zu dritt. 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