{"id":1282902,"date":"2026-09-05T20:01:20","date_gmt":"2026-09-05T20:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282902\/"},"modified":"2026-09-05T20:01:20","modified_gmt":"2026-09-05T20:01:20","slug":"us-rekordschulden-von-40-billionen-dollar-beunruhigen-oekonomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1282902\/","title":{"rendered":"US-Rekordschulden von 40 Billionen Dollar beunruhigen \u00d6konomen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/siegel-us-finanzministerium-100.jpg\" alt=\"Das Siegel des US-Finanzministeriums.\" title=\"Das Siegel des US-Finanzministeriums. | AP Photo\/Julia Demaree Nikhinson\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.09.2026 \u2022 21:14 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die US-Staatsschulden liegen inzwischen bei mehr als 40 Billionen Dollar. Immer mehr Geld aus dem Haushalt flie\u00dft so in Zinszahlungen &#8211; und weniger bleibt \u00fcbrig f\u00fcr Investitionen in die Zukunft des Landes. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/korrespondenten\/schneider-160.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Anne Schneider\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/schneider-166.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Du genie\u00dft von nun an die Rechte und Freiheiten dieses Landes. Aber du \u00fcbernimmst auch einen Teil seiner Probleme. Rein rechnerisch hast du bereits 50.000 Dollar Staatsschulden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit diesen Worten begann 1985 ein Fernsehspot, der Neugeborene symbolisch als neue Staatsb\u00fcrger der Vereinigten Staaten begr\u00fc\u00dfte. Die Botschaft: Die Staatsverschuldung betrifft jeden Amerikaner. Das Baby reagiert mit lautem Geschrei.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heute w\u00e4re dieses Kind 41 Jahre alt. Und die US-Staatsschulden haben inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar \u00fcberschritten. Rechnerisch entfallen damit rund 120.000 Dollar Schulden auf jeden Einwohner der Vereinigten Staaten. In Deutschland liegt die Pro-Kopf-Verschuldung zum Vergleich bei umgerechnet rund 34.000 Dollar.<\/p>\n<p>    Vom Haushalts\u00fcberschuss zum Dauerdefizit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei sah die Lage einst deutlich anders aus. Ende der 1990er-Jahre erwirtschaftete die US-Regierung unter dem damaligen Pr\u00e4sidenten Bill Clinton sogar Haushalts\u00fcbersch\u00fcsse. Damals schien es m\u00f6glich, den Schuldenstand langfristig zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch in den folgenden Jahrzehnten drehten sich die Vorzeichen. Kriege, Konjunkturprogramme, Corona-Hilfen, steigende Sozialausgaben und Steuersenkungen lie\u00dfen die Defizite wachsen, w\u00e4hrend die Staatseinnahmen nicht Schritt hielten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders problematisch sei, dass neue Schulden heute h\u00e4ufig nicht f\u00fcr langfristige Investitionen aufgenommen w\u00fcrden, sondern zur Finanzierung laufender Ausgaben dienten, kritisiert die Arbeitsmarkt\u00f6konomin Kathryn Anne Edwards die derzeitige Praxis des Schuldenmachens: &#8222;Wir bauen kein landesweites Autobahnnetz, bek\u00e4mpfen nicht den Klimawandel und investieren nicht in die n\u00e4chste Generation.&#8220; Mit anderen Worten: Ein wachsender Teil der Neuverschuldung flie\u00dft nicht in Projekte, die k\u00fcnftig wirtschaftliche Ertr\u00e4ge bringen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>    Die eigentliche Sorge: die Zinskosten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders aufmerksam verfolgen \u00d6konominnen und \u00d6konomen deshalb die Entwicklung der Zinsausgaben. Nach aktuellen Sch\u00e4tzungen wird die US-Regierung 2026 mehr als eine Billion Dollar allein f\u00fcr Zinsen zahlen. Das entspricht t\u00e4glich rund 2,7 bis drei Milliarden Dollar. Die Zinskosten liegen mittlerweile \u00fcber den Verteidigungsausgaben und \u00fcbertreffen viele andere gro\u00dfe Haushaltsposten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinzu kommt, dass Anlegerinnen und Anleger inzwischen h\u00f6here Renditen verlangen, um den amerikanischen Staat zu finanzieren. Vor allem bei mittleren und l\u00e4ngeren Laufzeiten sind die Zinsen auf US-Staatsanleihen seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Jede neu ausgegebene Anleihe verteuert damit die Finanzierung des Staates.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Problem versch\u00e4rft sich dabei selbst: je h\u00f6her der Schuldenberg, desto gr\u00f6\u00dfer die j\u00e4hrlichen Zinszahlungen. Und je h\u00f6her die Zinszahlungen, desto weniger Geld bleibt f\u00fcr Bildung, Infrastruktur, Forschung oder andere Zukunftsinvestitionen.<\/p>\n<p>    Warum die USA trotzdem zahlungsf\u00e4hig bleiben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotz der Rekordschulden gilt ein unmittelbarer Zahlungsausfall der Vereinigten Staaten aber als unwahrscheinlich. Der wichtigste Grund: Die USA verschulden sich \u00fcberwiegend in ihrer eigenen W\u00e4hrung, dem Dollar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anders als Staaten, die Kredite in Fremdw\u00e4hrungen aufnehmen m\u00fcssen, verf\u00fcgen die USA \u00fcber die M\u00f6glichkeit, ihre Schulden in Dollar zur\u00fcckzuzahlen. Im Notfall kann die US-Notenbank zus\u00e4tzliche Liquidit\u00e4t bereitstellen. Das bedeutet nicht, dass Schulden folgenlos w\u00e4ren. Aber das Risiko einer klassischen Staatspleite reduziert sich dadurch erheblich.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deshalb betrachten viele Fachleute nicht die absolute Schuldenh\u00f6he als gr\u00f6\u00dfte Gefahr, sondern dass die Finanzierungskosten immer weiter steigen und einen zunehmenden Teil des Bundeshaushalts ausmachen.<\/p>\n<p>    Ein Problem ohne einfache L\u00f6sung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber den richtigen Weg aus der Schuldenfalle herrscht in Washington keine Einigkeit. Der fr\u00fchere Wirtschaftsberater Jason Furman bringt die Optionen auf eine einfache Formel: &#8222;Es gibt nur zwei L\u00f6sungen: Ausgaben senken, Steuern erh\u00f6hen oder eine Kombination aus beidem.&#8220; Viele \u00d6konominnen und \u00d6konomen gehen davon aus, dass langfristig beides notwendig sein wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Carolyn Bourdeaux von der Concord Coalition, einer \u00fcberparteilichen US-Initiative f\u00fcr nachhaltige Staatsfinanzen, geh\u00f6rt zu denjenigen, die besonders eindringlich warnen. Sollte der Schuldenanstieg dauerhaft au\u00dfer Kontrolle geraten, k\u00f6nnten ihrer Ansicht nach deutlich h\u00f6here Zinsen, anhaltender Inflationsdruck oder andere wirtschaftliche Verwerfungen die Folge sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob die USA tats\u00e4chlich auf eine solche Krise zusteuern, ist unter Expertinnen und Experten umstritten. Einigkeit besteht aber in einem Punkt: Je l\u00e4nger Washington notwendige Reformen aufschiebt, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Teil des Bundeshaushalts, der f\u00fcr vergangene Schulden aufgewendet werden muss, statt in die Zukunft des Landes investiert zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.09.2026 \u2022 21:14 Uhr Die US-Staatsschulden liegen inzwischen bei mehr als 40 Billionen Dollar. 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