{"id":1283052,"date":"2026-09-05T21:45:20","date_gmt":"2026-09-05T21:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1283052\/"},"modified":"2026-09-05T21:45:20","modified_gmt":"2026-09-05T21:45:20","slug":"forbes-liste-was-sagt-uns-die-liste-der-superreichen-und-was-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1283052\/","title":{"rendered":"Forbes-Liste: Was sagt uns die Liste der Superreichen &#8211; und was nicht?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u00dcber den amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump kursieren die absurdesten Geschichten, auch abseits seines politischen Tuns. So auch diese: Vor rund drei Jahren forderte er von \u201e<a data-rtr-index=\"8\" title=\"Forbes\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/forbes\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forbes<\/a>\u201c eine Entschuldigung. Das Magazin hatte seine allj\u00e4hrliche Liste der 400 wohlhabendsten Amerikaner ver\u00f6ffentlicht, und Trump war nicht mehr darauf zu finden. Laut der Auswertung war sein Verm\u00f6gen um 600 Millionen Dollar gefallen und Trump damit von der Liste gerutscht. Das gefiel ihm nicht, und er setzte einen Post auf seiner Plattform Truth Social ab. \u201eForbes\u201c betreibe ein Propagandaspiel gegen ihn, wetterte er.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Man k\u00f6nnte meinen, Menschen wie Trump h\u00e4tten Besseres zu tun, als sich \u00fcber ihren Platz in einem Verm\u00f6gensranking zu echauffieren, zumal er in der Zeit nicht mal im Amt war. Wie wichtig solche Listen genommen werden, zeigt der Vorfall aber allemal. Es sind l\u00e4ngst nicht nur Exzentriker wie Trump, die dar\u00fcber reden. Die Frage, wer wie reich ist, besch\u00e4ftigt auch die breite Gesellschaft. Neuen Gespr\u00e4chsstoff werden die kommenden Tage liefern, denn dann ver\u00f6ffentlicht \u201eForbes\u201c die neue Liste der reichsten Amerikaner.<\/p>\n<p>\u201eDas Interesse ist von Voyeurismus getragen\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ziemlich sicher ist, dass <a data-rtr-index=\"5\" title=\"Elon Musk\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/elon-musk\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Elon Musk<\/a> wieder eine Spitzenposition einnimmt. Im vergangenen Jahr dominierte er mit 428 Milliarden Dollar das Ranking, mittlerweile hat er sein Verm\u00f6gen verdoppelt, auch dank des B\u00f6rsengangs seiner Firma SpaceX. Die reichste Frau war im Vorjahr die Walmart-Erbin Alice Walton. Meta-Chef Mark Zuckerberg schaffte es auf Platz drei, gefolgt von Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos. Ob sie alle ihren Rang auch in diesem Jahr halten? Wer ist neu, wer f\u00e4llt von der Liste? Es bleibt spannend.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Elon Musk wird ziemlich sicher wieder eine Spitzenposition im Forbes-Ranking einnehmen\" height=\"3875\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/elon-musk-wird-ziemlich-sicher.webp\" width=\"5809\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Elon Musk wird ziemlich sicher wieder eine Spitzenposition im Forbes-Ranking einnehmenNurPhoto via AFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">So mancher mag angesichts der Berichterstattung dar\u00fcber aufst\u00f6hnen und sich fragen, was ihn die Reichen angehen. Tats\u00e4chlich aber haben diese Listen \u00fcber die Jahrzehnte enorme Popularit\u00e4t erlangt. Schon Anfang der Zehnerjahre des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland eine Million\u00e4rsliste mit dem Verm\u00f6gen der Gro\u00dfb\u00fcrger und Adeligen, sie sorgte damals f\u00fcr ziemlich viel Furore. Anfang der Achtzigerjahre nahmen sich dann auch Journalisten des Themas an.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">F\u00fcr Au\u00dfenstehende geben solche Zahlen einen Einblick in eine Welt, die sonst den meisten Menschen verschlossen bleibt. \u201eDas Interesse ist durchaus von einem gewissen Voyeurismus getragen\u201c, sagt Hanna Kuusela, die sich an der finnischen Universit\u00e4t\u00a0Jyv\u00e4skyl\u00e4\u00a0mit den Eliten und ihrem Verm\u00f6gen besch\u00e4ftigt. Die Neugier auf das Leben der Reichen sei zuletzt besonders gewachsen, sagt sie, befeuert auch durch Serien wie \u201eSuccession\u201c, die das Leben der Wohlhabenden portr\u00e4tieren. Gleichzeitig haben f\u00fcr Kuusela diese Auswertungen ernsthafte gesellschaftliche Dimensionen. Denn Verm\u00f6gen gehe oft mit Macht einher, etwa durch die N\u00e4he zur Politik. \u201eF\u00fcr eine Demokratie ist es sehr wichtig zu wissen, wer viel Verm\u00f6gen hat\u201c, sagt sie. Zudem geben die Listen Auskunft \u00fcber die Herkunft des Reichtums. Kam er fr\u00fcher h\u00e4ufig aus der Industrie, stehen heute viele Techmilliard\u00e4re in den Auswertungen \u2013 und Erben, deren Eltern oder Gro\u00dfeltern erfolgreiche Unternehmer waren.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/fas_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die \u201eForbes\u201c-Liste der 400 reichsten Amerikaner ist l\u00e4ngst nicht die einzige. Das Magazin ver\u00f6ffentlicht auf seiner Website zus\u00e4tzlich ein Ranking der Ultrareichen, das sich im Minutentakt aktualisiert. Auch andere Medien wie Bloomberg oder \u2013 hier in Deutschland \u2013 das \u201eManager-Magazin\u201c erstellen solche Auswertungen. Sogar \u00d6konomen greifen f\u00fcr ihre Forschung inzwischen darauf zur\u00fcck, denn die statistischen \u00c4mter erfassen meist nur das Einkommen der B\u00fcrger, nicht aber deren Verm\u00f6gen\u00a0\u2013 und schon gar nicht fl\u00e4chendeckend. Und auf die Ergebnisse berufen sich wiederum Politiker oder Organisationen wie Oxfam, wenn sie eine neue Verm\u00f6gen- oder Erbschaftsteuer fordern. Kurz: Die Rankings der Reichen haben ein betr\u00e4chtliches politisches Gewicht. Umso dr\u00e4ngender ist die Frage, woher deren Ersteller \u00fcberhaupt wissen, wie reich Elon Musk und Co. sind. Ihre Kontoausz\u00fcge d\u00fcrften die Reichen den Medien kaum zuspielen.<\/p>\n<p>Die Berechnungen basieren teils auf Sch\u00e4tzungen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die kurze Antwort lautet: Auf den <a data-rtr-index=\"18\" title=\"Dollar\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/dollar\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dollar<\/a> genau \u2013 oder besser gesagt: auf die Million genau \u2013 kann \u201eForbes\u201c das nicht wissen. Die l\u00e4ngere Antwort ist umso interessanter. Zur Methodik gibt \u201eForbes\u201c an, mit den Wohlhabenden und deren Umfeld zu sprechen, etwa mit Verm\u00f6gensverwaltern, Mitarbeitern oder Konkurrenten. Das gelingt freilich nur, wenn diese zu Gespr\u00e4chen bereit sind, was nicht immer der Fall sein d\u00fcrfte. Zus\u00e4tzlich durchforsten die Journalisten Dokumente zu den Unternehmen der Reichen und deren Beteiligungen. Auch andere Verm\u00f6genswerte wie Immobilien, Yachten, Schmuck oder Privatjets flie\u00dfen ein, nach ihren Angaben sogar Schulden. Und dennoch muss auch Forbes einr\u00e4umen, in manchen Bereichen nur auf Sch\u00e4tzungen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die reichste Frau: Walmart-Gr\u00fcnderin Alicia Walton\" height=\"2333\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/die-reichste-frau-walmart.webp\" width=\"3500\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Die reichste Frau: Walmart-Gr\u00fcnderin Alicia WaltonAction Press<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">An solchen Listen wirkt auch Andreas Bornefeld mit. Der Politologe recherchiert zu deutschen Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnissen und arbeitet sowohl an der weltweiten \u201eForbes\u201c-Auswertung mit als auch an der Liste der reichsten Deutschen, die das \u201eManager-Magazin\u201c j\u00e4hrlich herausgibt. Er kennt also auch die regionalen Unterschiede. \u201eIn den USA ist es oft etwas einfacher, weil dort viel Verm\u00f6gen aus b\u00f6rsennotierten Unternehmen stammt\u201c, sagt er. In Deutschland sei das oft schwieriger. Dann zieht er zus\u00e4tzlich das Handelsregister hinzu, um Einblick in die Unternehmen zu bekommen und daraus das Verm\u00f6gen der Inhaber abzuleiten. Der Wert von Immobilien, Oldtimern oder Kunstsammlungen wiederum l\u00e4sst sich nur schwer sch\u00e4tzen. \u201eOft ist ja nicht einmal bekannt, wer was besitzt\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Eine Korrektur gibt es \u00fcblicherweise dann, wenn sich die Reichen selbst melden. So manche Auswertung d\u00fcrfte genau darauf spekulieren, um an neue Daten zu kommen. Andere Genannte wiederum wehren sich dagegen, \u00fcberhaupt aufzutauchen. Denn auch das geh\u00f6rt zur Wahrheit solcher Listen: So spannend es ist, mehr \u00fcber das Verm\u00f6gen der anderen zu erfahren, den eigenen Namen m\u00f6chten viele Reiche nicht in einem Ranking lesen. F\u00fcr viele gilt noch immer der Grundsatz: \u00dcber Geld spricht man nicht. Und auch Sicherheitsbedenken werden gern ins Feld gef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-374fb494=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ob die Gesellschaft \u00fcberhaupt das Recht hat, mehr \u00fcber die Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse Wohlhabender zu erfahren, wurde sogar gerichtlich behandelt. Im Jahr 2011 ging der Bofrost-Gr\u00fcnder Josef Boquoi gegen die Auswertung des \u201eManager-Magazins\u201c vor. Im Kern drehte sich der Streit darum, wie viele Medien \u00fcber das Verm\u00f6gen wohlhabender Menschen berichten d\u00fcrfen. Zudem sei die genannte H\u00f6he\u00a0von Boquois Verm\u00f6gen falsch gewesen, hie\u00df es damals von seinem Anwalt. Das Gericht aber urteilte, es bestehe ein berechtigtes \u00f6ffentliches Interesse an Personen mit einem sehr hohen Verm\u00f6gen. Das Urteil liegt einige Jahre zur\u00fcck, doch die Botschaft gilt bis heute: Die Listen wird es wohl weiter geben, ob es den darauf Genannten passt oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00dcber den amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump kursieren die absurdesten Geschichten, auch abseits seines politischen Tuns. 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