{"id":1283968,"date":"2026-09-06T09:07:30","date_gmt":"2026-09-06T09:07:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1283968\/"},"modified":"2026-09-06T09:07:30","modified_gmt":"2026-09-06T09:07:30","slug":"einwanderungspolitik-das-sind-die-zuwanderer-die-deutschland-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1283968\/","title":{"rendered":"Einwanderungspolitik: Das sind die Zuwanderer, die Deutschland braucht"},"content":{"rendered":"<p>Italien oder Schweiz, Lettland oder Portugal? Die Konkurrenz um reiche Zuwanderer, die Kapital und Ideen mitbringen, ist gro\u00df. Leider findet sie unter Ausschluss von Deutschland statt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, politische Verwerfungen von Washington bis Jakarta, ein Erstarken des Protektionismus \u2013 die Welt ist f\u00fcr verm\u00f6gende Familien und Unternehmer in den vergangenen Jahren un\u00fcbersichtlicher geworden. Viele von ihnen ziehen daraus eine n\u00fcchterne Konsequenz. Neben dem Anlageportfolio wird zunehmend auch der eigene Wohnsitz diversifiziert. Die M\u00f6glichkeit, im Ernstfall woanders leben, arbeiten und investieren zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr sie l\u00e4ngst kein Luxus mehr, sondern ein Verm\u00f6genswert.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df dieser Trend inzwischen ist, zeigen die Zahlen. Mehr als 80 Staaten bieten heute sogenannte Investment-Migration-Programme an. Sie bieten legale Wege, sich \u00fcber eine Investition ein Aufenthaltsrecht oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Staatsb\u00fcrgerschaft zu sichern. Darunter sind EU-Mitglieder wie Italien, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article253295422\/Athen-erhoeht-die-Kosten-fuer-Golden-Visa-drastisch.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wirtschaft_nt\/article253295422\/Athen-erhoeht-die-Kosten-fuer-Golden-Visa-drastisch.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Griechenland<\/a>, Portugal und Malta, aber auch Karibikstaaten und Pazifik-Nationen. Allein die Aufenthalts- und Staatsb\u00fcrgerschaftsprogramme der EU haben laut Europ\u00e4ischem Parlament zwischen 2011 und 2019 mehr als 21,8 Milliarden Euro an direkten Einnahmen erzielt.<\/p>\n<p>Die Konkurrenz um verm\u00f6gende Zuwanderer ist entsprechend gro\u00df, aber sie findet ohne Deutschland statt. Andere Staaten arbeiten aktiv an ihrer Attraktivit\u00e4t f\u00fcr diese Klientel, mit niedrigeren Steuern und unb\u00fcrokratischen Verfahren. Lettland bietet einen der erschwinglichsten Aufenthaltstitel f\u00fcr die EU. Wenn zum Beispiel eine Familie aus Asien f\u00fcr die Eltern, Kinder und vielleicht auch Gro\u00dfeltern einen Aufenthaltstitel m\u00f6chte, w\u00fcrde sie andernorts Millionen aufwenden m\u00fcssen. F\u00fcr Lettland spricht, dass das Prozedere vergleichsweise unb\u00fcrokratisch und einfach ist.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/immigrantinvest.com\/de\/blog\/italy-golden-visa\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/immigrantinvest.com\/de\/blog\/italy-golden-visa\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Italien wiederum lockt<\/a> mit einer Pauschalsteuer f\u00fcr neue Steuerresidenten von 300.000 Euro pro Jahr f\u00fcr zehn Jahre und einem Investorenvisum, das je nach Investitionsh\u00f6he innerhalb von drei bis vier Monaten erteilt wird. Griechenland verzeichnet \u00fcber seine Golden Visa mehr als sieben Prozent seiner gesamten ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen. Und selbst die Schweiz punktet international mit ihrer Pauschalsteuer f\u00fcr zuziehende Verm\u00f6gende. Ein vergleichbares Angebot sucht man in Deutschland vergeblich.<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Effekt solcher Programme ist betr\u00e4chtlich. Allein nach Italien sind 2025 mehr als 6000 Million\u00e4re gezogen, viele von ihnen aus den USA. Sie bringen nicht nur frisches Kapital mit, sondern h\u00e4ufig auch unternehmerische Energie, etwa in Form von Folgeinvestitionen, Konsum oder Unternehmensgr\u00fcndungen, von denen die Standorte messbar profitieren.<\/p>\n<p>Anders als in der \u00f6ffentlichen Debatte oft unterstellt, sind solche Programme kein Selbstbedienungsladen f\u00fcr zwielichtige Gestalten. Die Staaten legen die Kriterien selbst fest und k\u00f6nnen ihre Programme gezielt auf bestimmte Profile zuschneiden, etwa Unternehmer, Investoren oder gefragte Fachkr\u00e4fte. Seri\u00f6se Programme verlangen eine strenge Due Diligence: Herkunft des Verm\u00f6gens, Steuerhistorie und Reputation jedes Antragstellers werden eingehend gepr\u00fcft, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68fb2dcc9b0d2f56f665a661\/russland-sanktionen-die-oligarchen-wollen-nicht-mehr-zurueck-nach-europa.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68fb2dcc9b0d2f56f665a661\/russland-sanktionen-die-oligarchen-wollen-nicht-mehr-zurueck-nach-europa.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">sanktionierte oder auff\u00e4llige Personen<\/a> von vornherein ausgeschlossen. Wer sich f\u00fcr eine solche Diversifikation interessiert, bewegt sich in einem regulierten, transparenten Markt, dessen Leitlinien der jeweilige Staat bestimmt.<\/p>\n<p>F\u00fcr verm\u00f6gende deutsche Familien und Unternehmer, die ihr Wohnsitz- und Staatsb\u00fcrgerschaftsportfolio breiter aufstellen wollen, hei\u00dft das vor allem eines: Der Blick geht ins Ausland. Insofern \u00fcberrascht es nicht, dass das Interesse aus Deutschland gro\u00df ist, zu er\u00f6rtern, wie in einer zunehmend unvorhersehbaren Welt der Zugang, die Mobilit\u00e4t und die Sicherheit \u00fcber Landesgrenzen hinweg gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Deutschland bietet trotz stabiler Infrastruktur, hoher Rechtssicherheit, gutem Gesundheitswesen, starkem Bildungssystem und gro\u00dfem Fachkr\u00e4ftepotenzial kein eigenes Programm, mit dem es diese Zielgruppe anspricht. Die Bundesrepublik verzichtet damit auf die Steuereinnahmen, Investitionen und unternehmerischen Impulse, die anderswo entstehen. F\u00fcr die eigene Vorsorge \u00e4ndert das jedoch wenig an der Ausgangslage: Wer diversifizieren will, muss dies bei den L\u00e4ndern tun, die bereits funktionierende Angebote geschaffen haben.<\/p>\n<p>Christian H. K\u00e4lin ist Experte f\u00fcr Investment Migration und Verwaltungsratspr\u00e4sident von Henley &amp; Partners.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Italien oder Schweiz, Lettland oder Portugal? 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