{"id":1284230,"date":"2026-09-06T11:56:19","date_gmt":"2026-09-06T11:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1284230\/"},"modified":"2026-09-06T11:56:19","modified_gmt":"2026-09-06T11:56:19","slug":"ruf-nach-strenger-gluecksspiel-werbung-kein-harmloser-spass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1284230\/","title":{"rendered":"Ruf nach strenger Gl\u00fccksspiel-Werbung: kein harmloser Spa\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Millionen Menschen sind gl\u00fccksspiels\u00fcchtig oder zocken riskant viel. Die Werbung m\u00fcsse strenger reguliert werden, fordern Fachstellen vor einem Aktionstag. Wie sprechen Anbieter ihre Zielgruppen an?<\/p>\n<p>Bielefeld (dpa) &#8211; Die Werbung ist manchmal mit Coupons versehen oder lockt mit Bonus- Versprechen: Gl\u00fccksspiel werde oft als harmloser Freizeitspa\u00df dargestellt, kritisieren Landesfachstellen. Aber: &#8222;Werbung tr\u00e4gt dazu bei, Gl\u00fccksspiel zu normalisieren und als allt\u00e4glichen Bestandteil des Lebens erscheinen zu lassen&#8220;, kritisiert Verena K\u00fcpperbusch, Leiterin der NRW-Fachstelle Gl\u00fccksspielsucht in Bielefeld. Risiken wie Verschuldung, Kontrollverlust und Sucht w\u00fcrden meistens ausgeblendet.\u00a0<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Millionen riskant Spielende und s\u00fcchtige Zocker\u00a0<\/p>\n<p>In Deutschland zocken 3,14 Millionen Menschen Gl\u00fccksspiele in riskanter Weise, und weitere rund 1,25 Millionen Personen haben eine Gl\u00fccksspiel- St\u00f6rung, gelten als pathologische, s\u00fcchtige Spieler. Im bev\u00f6lkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen spielen etwa 682.000 Menschen in riskantem Ausma\u00df und 273.000 Personen werden als gl\u00fccksspiels\u00fcchtig eingestuft, wie K\u00fcpperbusch unter Berufung auf den &#8222;Gl\u00fccksspiel-Survey 2025&#8220; schildert. Zum bundesweiten Aktionstag gegen Gl\u00fccksspielsucht am 30. September fordern die Landesfachstellen eine deutlich strengere Regulierung von Gl\u00fccksspielwerbung. Die Branche arbeite mit emotionalen Botschaften, Gewinnversprechen und einer gezielten Verkn\u00fcpfung von Gl\u00fccksspiel mit Sport, Unterhaltung, Gemeinschaft, sagt K\u00fcpperbusch. H\u00e4ufig w\u00fcrden Nutzer auch direkt und individuell \u00fcber personalisierte Werbung angesprochen.<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Landesfachstelle NRW: Branche l\u00e4sst sich Werbung viel kosten\u00a0<\/p>\n<p>Die Gl\u00fccksspielbranche gab in Deutschland 2025 mehr als 620 Millionen Euro f\u00fcr Werbung aus &#8211; und geh\u00f6rt damit zu den zehn Branchen mit den gr\u00f6\u00dften Werbebudgets, wie die Landfachstelle Gl\u00fccksspielsucht NRW berichtet. Ein weiterer Hinweis auf erhebliche Werbeaktivit\u00e4ten: Es gebe in &#8222;massivem Ausma\u00df&#8220; Abfragen beim Sperrsystem OASIS. Gl\u00fccksspielanbieter d\u00fcrfen personifizierte Werbung nur direkt an Personen verschicken, die \u00fcber dieses bundesweite Register nicht gesperrt sind, erl\u00e4utert K\u00fcpperbusch. Betroffene k\u00f6nnen sich bei OASIS selbst sperren lassen. Zudem k\u00f6nnen Angeh\u00f6rige das veranlassen, wenn sie Belege \u00fcber problematisches Zocken vorlegen. Spielebetreiber seien verpflichtet, Fremdsperren zu beantragen, sofern sie Anzeichen f\u00fcr Suchtverhalten sehen &#8211; wenn etwa ein Kunde wiederholt exzessiv in der Spielhalle zocke. Diese Fremdsperre funktioniere aber nicht gut, solche Meldungen durch Anbieter seien sehr selten, moniert die Expertin. Das bundesweite OASIS-System wird im Regierungspr\u00e4sidium Darmstadt gef\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Konkret fordern die Fachstellen unter anderem: &#8211; Werbung und Sponsoring f\u00fcr Angebote mit erh\u00f6htem Suchtpotenzial sollen viel st\u00e4rker begrenzt werden. &#8211; Werbung in sozialen Medien sollte auf rein sachliche und nicht anreizende Informationen beschr\u00e4nkt werden. &#8211; Werbung mit Boni, Freiwetten, Cashback-Systemen oder vergleichbaren finanziellen Anreizen m\u00fcsse g\u00e4nzlich unzul\u00e4ssig sein.\u00a0<\/p>\n<p class=\"contextmenu caption\">Illegale Angebote problematisch\u00a0<\/p>\n<p>Gl\u00fccksspielangebote sind in Nordrhein-Westfalen fl\u00e4chendeckend verf\u00fcgbar, kommunale Kontrollen aber l\u00fcckenhaft, hatte j\u00fcngst eine Studie der Landesfachstelle Gl\u00fccksspielsucht im Auftrag des Sozialministeriums ergeben. Hinzu kommen illegale Angebote, die gro\u00dfe Sorgen bereiteten, sagt K\u00fcpperbusch. &#8222;Das ist ein besonders gef\u00e4hrlicher Markt, der auch in Nordrhein-Westfalen definitiv vorhanden ist.&#8220; Wie gro\u00df der Schwarzmarkt sei, lasse sich schwerlich erfassen. <\/p>\n<p>Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich gesch\u00fctzt.<br \/>\n            Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Millionen Menschen sind gl\u00fccksspiels\u00fcchtig oder zocken riskant viel. 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