{"id":1284686,"date":"2026-09-06T17:02:40","date_gmt":"2026-09-06T17:02:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1284686\/"},"modified":"2026-09-06T17:02:40","modified_gmt":"2026-09-06T17:02:40","slug":"papst-leo-xiv-erwarten-in-frankreich-konflikte-in-kirche-und-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1284686\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. erwarten in Frankreich Konflikte in Kirche und Politik"},"content":{"rendered":"<p>Die Frankreichreise des Papstes vom 25. bis 28. September steckt voller ungewohnter Herausforderungen f\u00fcr den bislang weitgehend &#8222;unfallfreien&#8220; Papst Leo XIV. Das liegt nicht nur an der explosiven politischen Lage rund ein halbes Jahr vor den mit Spannung erwarteten Pr\u00e4sidentschaftswahlen im April 2027. Denn dann scheint eine Macht\u00fcbernahme durch die fremdenfeindlichen Rechtsnationalen unter F\u00fchrung von Marine Le Pen in Reichweite.<\/p>\n<p>Spannende innerkirchliche Themen<\/p>\n<p>Sehr speziell gelagert sind auch die innerkirchlichen Konflikte. In Frankreich geht es vor allem um Themen der Post-Modernit\u00e4t, die in die Kirche ausstrahlen. Sie zeigen sich etwa im Aufschwung von Erwachsenen-Taufen, der die Bisch\u00f6fe in einigen Gro\u00dfst\u00e4dten \u00fcberrascht hat. Hinzu kommt der Konflikt mit den in Frankreich besonders stark vertretenen Traditionalisten der Piusbruderschaft. Er ist selbst nach der j\u00fcngsten Exkommunikation ihrer Bisch\u00f6fe durch den Vatikan keineswegs ausgestanden. Und auch die Skandale um sexuellen Missbrauch durch Kleriker werfen noch immer ihre langen Schatten auf die Kirche zwischen Rhein und Atlantik.<\/p>\n<p>Doch Papst Leo ist kein Freund von Streit und Zuspitzungen. Seine Frankreich-Reise hat er so geplant, dass weder die Pr\u00e4sidentschaftswahl am Horizont noch die anhaltenden innerkatholischen Spannungen ins Zentrum r\u00fccken sollen.<\/p>\n<p>Abtreibung und Sterbehilfe im Fokus<\/p>\n<p>Das biblische Motto der Reise verdeutlicht dies. Es lautet &#8222;Damit die Welt das Leben habe&#8220;. Das l\u00e4sst jedoch Raum f\u00fcr Spekulationen, ob der Papst in seinen Ansprachen auf die unter Pr\u00e4sident Emanuel Macron liberalisierte Gesetzgebung in Sachen Abtreibung und Sterbehilfe eingehen wird.\u00a0<\/p>\n<p>Klar ist bislang aber nur das Programm der Reise. Nach dem Empfang durch den Staatspr\u00e4sidenten am Freitag im Elysee-Palast und einer Rede vor Politikern und Diplomaten steht als erster H\u00f6hepunkt ein Besuch am Sitz der weltweiten Kulturbeh\u00f6rde Unesco auf dem Programm.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen der Erwachsenen-Taufen<\/p>\n<p>Mit einem Wortgottesdienst in der aus Feuersbrunst und Asche wiedererstandenen Kathedrale Notre Dame und einer Gebetsvigil mit Jugendlichen im &#8222;Stade de France&#8220; folgen zwei unverf\u00e4ngliche kirchliche Highlights. Spannend wird es am Samstagmorgen, wenn der Papst die Mitglieder der Synodalversammlung des Gro\u00dfraums Paris trifft.<\/p>\n<p>Dort wird Leo XIV. Gelegenheit haben, das schwer zu deutende und von manchen f\u00fcr problematisch erkl\u00e4rte Ph\u00e4nomen der unerwartet zahlreichen Erwachsenen-Taufen in Frankreich anzusprechen. Etliche der Neulinge werden bei dem Treffen dabei sein.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Papstmesse als Stimmungsbarometer<\/p>\n<p>Der anschlie\u00dfende gro\u00dfe Freiluftgottesdienst auf der &#8222;Place de la Concorde&#8220; am Samstagnachmittag wird ein wichtiges Stimmungsbarometer. Die Messlatten fr\u00fcherer Papstgottesdienste in Paris liegen hoch: Johannes Paul II. konnte dort beim Weltjugendtag 1997 \u00fcberraschend 1,2 Millionen meist junge Leute mobilisieren. Und zuletzt predigte Benedikt XVI. im September 2008 am Invalidendom vor einer Viertelmillion Menschen.<\/p>\n<p>Ein kleines Handicap f\u00fcr den Papst mit dem franz\u00f6sischen Familiennamen Prevost ist die Sprache. Vor allem mit der Aussprache des Franz\u00f6sischen tut er sich mitunter schwer. Aber das hindert ihn nicht daran, es in manchen Momenten auch kraftvoll und mitrei\u00dfend zu nutzen &#8211; so wie er es bei seiner Reise in den Libanon im vergangenen Dezember tat.<\/p>\n<p>Belastende Rupnik-Mosaiken in Lourdes<\/p>\n<p>Ein besonders unangenehmer Konflikt erwartet Leo XIV. am dritten Tag seiner Reise ausgerechnet am Marienwallfahrtsort Lourdes in S\u00fcdwestfrankreich. Die Fassade der dortigen Rosenkranzbasilika ist Teil des Problems. Der wegen Missbrauchsvorw\u00fcrfen von Ordensfrauen in der Kritik stehende Mosaikk\u00fcnstler Marko Rupnik hat sie einst bildnerisch mitgestaltet.<\/p>\n<p>Zwar findet der gro\u00dfe Papst-Gottesdienst am Sonntag auf einem Freigel\u00e4nde neben der Basilika statt &#8211; ohne Blick auf die Fassade. Auf Gehei\u00df des Ortsbischofs wurde im vergangenen Jahr damit begonnen, einige Rupnik-Mosaiken zu verh\u00e4ngen. Noch vor Leos XIV. Besuch soll auch der Rest verdeckt werden. Der kirchenrechtliche Prozess gegen den K\u00fcnstler im Vatikan verl\u00e4uft indes bislang ohne erkennbare Fortschritte und im Geheimen &#8211; und das f\u00fchrt zu einer ungewollten Belastung des Papstbesuchs an dem popul\u00e4ren Marienwallfahrtsort.<\/p>\n<p>Debatte um die Kosten der Reise<\/p>\n<p>Zudem gibt es in Frankreich eine Debatte um die Kosten des Besuchs. Der Streit geht darum, inwieweit der laizistische Staat neben den Kosten f\u00fcr die Sicherheit auch jene f\u00fcr die Bereitstellung der Infrastruktur \u00fcbernehmen soll. Doch die M\u00f6glichkeiten der weitgehend mittellosen Kirche in Frankreich sind trotz eigener Spendensammlungen f\u00fcr den Besuch begrenzt, so dass der Staat trotz aller Bedenken vermutlich einspringen wird.<\/p>\n<p>An seinem letzten Besuchstag \u00fcberfliegt Leo XIV. Frankreich von West nach Ost und reist nach Metz. Es wird erwartet, dass er im lothringischen Dreil\u00e4ndereck unter Berufung auf den Europa-Gr\u00fcndervater Robert Schuman die christlichen Wurzeln und die Einheit des Kontinents beschw\u00f6ren wird.<\/p>\n<p>Gut m\u00f6glich, dass er bei dieser Gelegenheit auch ein paar S\u00e4tze auf Deutsch sagen wird &#8211; und dass Menschen aus der benachbarten Region Luxemburg-Trier-Saarbr\u00fccken ihn dort live erleben k\u00f6nnen. Am sp\u00e4ten Montagabend wird der Papst in Rom zur\u00fcckerwartet.<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/glossar\/papstbesuch-frankreich-2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>      Papstbesuch in Frankreich 2026<\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Papst Leo XIV. reist vom 25. bis 28. September nach Frankreich und macht Station in der Hauptstadt Paris, im Marienwallfahrtsort Lourdes sowie in Metz in Lothringen. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert das vom Vatikan am Freitag ver\u00f6ffentlichte Reiseprogramm in eigener \u00dcbersetzung. \u00a0<\/p>\n<p>Apostolische Reise Seiner Heiligkeit Papst Leos XIV. nach Frankreich und Besuch des Hauptsitzes der Unesco (25.-28. September 2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Frankreichreise des Papstes vom 25. bis 28. 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