{"id":12854,"date":"2025-04-07T10:54:13","date_gmt":"2025-04-07T10:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12854\/"},"modified":"2025-04-07T10:54:13","modified_gmt":"2025-04-07T10:54:13","slug":"kritik-an-trumps-zollpolitik-im-eigenen-lager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/12854\/","title":{"rendered":"Kritik an Trumps Zollpolitik im eigenen Lager"},"content":{"rendered":"<p><strong>Trump ist seit Jahrzehnten Fan von Z\u00f6llen &#8211; mit ihnen will er die USA in eine glorreiche Zukunft f\u00fchren. Doch noch dem Absturz der B\u00f6rsen macht sich erkennbar Nerv\u00f6sit\u00e4t breit. Allerdings nicht beim Pr\u00e4sidenten.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es jemanden gibt, der fest an der Seite von US-Pr\u00e4sident Donald Trump steht, ist es Elon Musk. So war es zumindest in den vergangenen Monaten &#8211; Trump ernannte den Teslachef zu seinem Beauftragten f\u00fcr B\u00fcrokratieabbau und der st\u00fcrzte sich wie die Axt im Walde in die neue Aufgabe. Doch jetzt weicht er pl\u00f6tzlich von der reinen Trump-Lehre ab: Musk spricht seine gegen Z\u00f6lle gegen Europa aus.<\/p>\n<p>&#8222;Ich hoffe, man ist sich einig, dass sowohl Europa als auch die Vereinigten Staaten meiner Meinung nach idealerweise zu einer Null-Zoll-Situation \u00fcbergehen sollten, um eine Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika zu schaffen&#8220;, sagte Musk in seiner Rede. Auf seiner <a href=\"https:\/\/x.com\/elonmusk\/status\/1908392805841371225\" rel=\"Follow\" target=\"_self\">Plattform X kanzelte er au\u00dferdem Trumps Handelsberater Peter Navarro ab<\/a>. &#8222;Ein Doktortitel von Harvard ist etwas Schlechtes, nichts Gutes&#8220;, schrieb er da unter ein Video, in dem Navarro Trumps Z\u00f6lle erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Das war schon bemerkenswert, auch wenn es die Erkl\u00e4rung recht simpel sein k\u00f6nnte. Musks Unternehmen Tesla wird von den Z\u00f6llen gegen China voll getroffen, seine E-Autos d\u00fcrften erheblich teurer werden. In diese Kerbe schlug auch Navarro selbst. Musk wolle nur Autos verkaufen, \u00e4tzte er zur\u00fcck. Falsch ist das sicher nicht. Doch die Tesla-Verk\u00e4ufe leiden schon seit Monaten. Was auch an Musks Engagement f\u00fcr Trump liegt. Ginge es ihm zuallererst darum, Teslas zu verkaufen, h\u00e4tte er sich wom\u00f6glich gar nicht so eng mit Trump verb\u00fcnden d\u00fcrfen. Dass Musk die Z\u00f6lle nicht mag, ist keine \u00dcberraschung. Dass er es laut gesagt hat, schon.<\/p>\n<p>Milliard\u00e4r kritisiert Trump<\/p>\n<p>Auch ein anderer Milliard\u00e4r, der Hedgefonds-Manager Bill Ackman, zeigte sich unzufrieden mit Trumps Z\u00f6llen &#8211; auch er hatte den Republikaner im Wahlkampf unterst\u00fctzt. &#8222;Daf\u00fcr haben wir ihn nicht gew\u00e4hlt&#8220;, <a href=\"https:\/\/x.com\/BillAckman\" rel=\"Follow\" target=\"_self\">schrieb er ebenfalls auf X<\/a>. &#8222;Im Gesch\u00e4ftsleben geht es um Vertrauen&#8220;, schrieb er. &#8222;Der Pr\u00e4sident verliert das Vertrauen von Wirtschaftsf\u00fchrern auf der ganzen Welt. Die Folgen f\u00fcr unser Land und die Millionen von B\u00fcrgern, die den Pr\u00e4sidenten unterst\u00fctzt haben &#8211; besonders die Verbraucher mit geringem Einkommen, die bereits unter gro\u00dfem wirtschaftlichen Druck stehen, werden klar sein.&#8220; Er forderte eine Zoll-Pause von 90 Tagen.<\/p>\n<p>Auch einige Republikaner weichen offen von der Linie des Pr\u00e4sidenten ab. Vier republikanische Senatoren stimmten einer Resolution der Demokraten zu, mit der sie die Z\u00f6lle verhindern wollten. Zwei von ihnen, Susan Collins und Lisa Murkowski, sind ohnehin die kritischsten Republikanerinnen im Senat. Auch der fr\u00fchere Fraktionschef der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, ist zwar sehr konservativ, aber dennoch ein Trump-Gegner. Rand Paul, wie McConnel aus Kentucky, hat ebenfalls stets Freihandel bef\u00fcrwortet und Trumps Z\u00f6lle offen kritisiert.<\/p>\n<p>Widerspruch von diesen vier &#8222;\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen&#8220; ist noch kein Hinweis auf einen tiefen Riss im MAGA-Lager des Pr\u00e4sidenten. Aber diese Kritiker k\u00f6nnten so etwas wie eine Wetterfahne sein, ein erstes Anzeichen eines Stimmungswechsels. Denn in den stimmten sie bisher trotz ihrer Kritik am Ende im Senat so ab, wie Trump sich das w\u00fcnschte. Tun sie es nicht, muss ihre Ablehnung wirklich gro\u00df sein.<\/p>\n<p>Unzufriedenheit mit den Z\u00f6llen d\u00fcrften sie auch von ihren W\u00e4hlern bekommen. McConnels Heimat Kentucky beispielsweise k\u00f6nnte von Gegenz\u00f6llen der EU betroffen sein &#8211; dort wird beispielsweise der Jim-Beam-Bourbon produziert. Collins kommt aus Maine, Murkowski aus Alaska -beides Staaten mit zwischen Demokraten und Republikanern gemischter W\u00e4hlerschaft. Beide m\u00fcssen darauf achten, auch f\u00fcr gem\u00e4\u00dfigte Demokraten w\u00e4hlbar zu bleiben. Treibt es Trump zu wild, gehen sie daher bewusst auf Distanz.<\/p>\n<p>Proteste am Wochenende<\/p>\n<p>Und die Emp\u00f6rung unter den Demokraten w\u00e4chst. Am Wochenende gingen Hunderttausende in mehren St\u00e4dten der USA auf die Stra\u00dfe und protestierten mit dem Motto &#8222;H\u00e4nde weg!&#8220; gegen Trumps Ma\u00dfnahmen. Ihnen ging es nicht nur um die Z\u00f6lle. Auch Musks brachiale Methoden gegen echte und vermeintliche Ineffizienz der Bundesbeh\u00f6rden in Washington sorgt f\u00fcr Ver\u00e4rgerung. Schon zuvor hatten republikanische Abgeordnete die Wut der B\u00fcrger zu sp\u00fcren bekommen &#8211; so sehr, dass ihnen geraten wurde, sich den Fragen der B\u00fcrger nur noch online zu stellen.<\/p>\n<p>So h\u00f6rbar die Kritik auch im erweiterten Trump-Umfeld ist &#8211; ebenso zahlreich und \u00fcberzeugt wirft sich sein Umfeld in die Debatte, um die Z\u00f6lle zu verteidigen. Trotz des Absturzes der B\u00f6rsen behaupten Leute wie Handelsminister Howard Lutnick und der Wirtschaftsratsdirektor Kevin Hassett, die Z\u00f6lle w\u00fcrden die USA reicher machen und reindustrialisieren.<\/p>\n<p>Trump erwartet solche Loyalit\u00e4tsbekundungen. Er will sich erstmal nicht bewegen, das machte er am Wochenende deutlich. Bei CNN sagte er, die USA h\u00e4tten Europa einen hohen Zoll auferlegt, und die Europ\u00e4er k\u00e4men jetzt an den Verhandlungstisch. &#8222;Sie wollen reden, aber es wird keine Gespr\u00e4che geben, ehe sie uns eine Menge Geld auf j\u00e4hrlicher Basis zahlen &#8211; f\u00fcr jetzt und f\u00fcr die Vergangenheit.&#8220; Vers\u00f6hnlich geht anders.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trump ist seit Jahrzehnten Fan von Z\u00f6llen &#8211; mit ihnen will er die USA in eine glorreiche Zukunft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12855,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[1383,331,332,106,444,548,663,158,3934,3935,13,14,15,16,1555,12,211],"class_list":{"0":"post-12854","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktienkurse","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-donald-trump","12":"tag-elon-musk","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europaeische-union","16":"tag-europe","17":"tag-european-union","18":"tag-headlines","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-politik","22":"tag-republikaner","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114296315202374912","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12854"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12854\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}