{"id":1285419,"date":"2026-09-07T01:41:14","date_gmt":"2026-09-07T01:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285419\/"},"modified":"2026-09-07T01:41:14","modified_gmt":"2026-09-07T01:41:14","slug":"landtagswahl-afd-siegt-in-sachsen-anhalt-debakel-fuer-die-cdu-deutschland-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285419\/","title":{"rendered":"Landtagswahl: AfD siegt in Sachsen-Anhalt \u2013 Debakel f\u00fcr die CDU &#8211; Deutschland &#038; Welt"},"content":{"rendered":"<p>Landtagswahl<\/p>\n<p>AfD siegt in Sachsen-Anhalt \u2013 Debakel f\u00fcr die CDU<\/p>\n<p>07.09.2026, 03:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"teaser\">Sachsen-Anhalt straft die CDU ab \u2013 und beschert der AfD einen Erdrutschsieg. Doch kann die im Land als rechtsextremistisch eingestufte Partei ohne absolute Mehrheit regieren?<\/p>\n<p>Aktualisiert am 07. September 2026 03:30 Uhr<\/p>\n<p>\nLesezeit 4 Minuten <\/p>\n<p>Magdeburg (dpa) &#8211; Die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit gro\u00dfem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Die CDU mit Ministerpr\u00e4sident Sven Schulze kommt mit herben Verlusten auf Platz zwei, wie aus den auf der Webseite der Landeswahlleiterin ver\u00f6ffentlichten vorl\u00e4ufigen Ergebnissen hervorgeht.<\/p>\n<p>Angaben zu den Mandaten im Landtag gab es dort zun\u00e4chst keine. Nach Berechnungen zur Sitzverteilung von Infratest dimap (ARD) und Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) k\u00f6nnte mit der AfD das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen \u2013 br\u00e4uchte daf\u00fcr aber Unterst\u00fctzer.\u00a0<\/p>\n<p>Ob es ihr gelingen kann, etwa einzelne Abgeordnete anderer Fraktionen f\u00fcr die Wahl Siegmunds zum Ministerpr\u00e4sidenten zu gewinnen, ist unklar. Eine Koalition mit der AfD hatten die \u00fcbrigen Parteien im Landtag vor der Wahl ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Den vorl\u00e4ufigen Ergebnissen zufolge b\u00fc\u00dft die Linke Stimmen ein, die SPD bleibt einstellig. Die Gr\u00fcnen fahren ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ein. Die FDP scheitert an der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde \u2013 Landeschefin Sylvia H\u00fcskens k\u00fcndigte ihren R\u00fccktritt an. Das B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht (BSW) musste lange zittern, zieht aber nun erstmals in den Landtag in Magdeburg ein.<\/p>\n<p>AfD verdoppelt ihr Ergebnis \u2013 CDU st\u00fcrzt ab<\/p>\n<p>Die AfD kann laut vorl\u00e4ufigen Ergebnissen ihren Stimmenanteil auf 43,8 Prozent (2021: 20,8) mehr als verdoppeln. Es ist der beste Wert, den eine Partei in den vergangenen zehn Jahren bei Landtagswahlen erreicht hat, und ein Rekord f\u00fcr die AfD. Die CDU st\u00fcrzt ab auf 17,2 Prozent (37,1) \u2013 ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.<\/p>\n<p>Die Linke verliert leicht und kommt auf 8,6 Prozent (11). Die SPD kann sich mit 9,3 Prozent (8,4) auf niedrigem Niveau verbessern. Die Gr\u00fcnen klettern auf 8,9 Prozent (5,9). Die FDP fliegt mit 2,6 Prozent (6,4) aus dem Parlament. Das BSW bekommt 5,3 Prozent.<\/p>\n<p>Im Landtag in Magdeburg erh\u00e4lt die AfD laut Zahlen von ARD und ZDF 39 Sitze (2021: 23), die CDU 15 (40). Die Linke kommt auf 8 Mandate (12), die SPD ebenfalls auf 8 (9) und die Gr\u00fcnen erhalten auch 8 Sitze (6). Das BSW stellt 5 Abgeordnete.<\/p>\n<p>Die Wahlbeteiligung liegt laut vorl\u00e4ufigen Ergebnissen bei 77,8 Prozent (2021: 60,3) \u2013 der h\u00f6chste Wert in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung. Knapp 1,7 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.<\/p>\n<p>Komplizierte Regierungsoptionen<\/p>\n<p>Die bisher regierende Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit am Ende, Regierungschef Schulze und sein Kabinett bleiben jedoch bis zur Wahl eines neuen Ministerpr\u00e4sidenten gesch\u00e4ftsf\u00fchrend im Amt. Die AfD hatte vor der Wahl das Ziel einer Alleinregierung ausgegeben \u2013 das verpasst sie aber laut Zwischenergebnissen. Die sonstigen Regierungsoptionen sind kompliziert.<\/p>\n<p>Das einzige B\u00fcndnis, das rein rechnerisch ohne die AfD eine Mehrheit h\u00e4tte, w\u00e4re ein Zusammenschluss aller \u00fcbrigen Parteien. Die CDU lehnt aber eine Koalition oder vergleichbare Formen der Zusammenarbeit laut einem Bundesparteitagsbeschluss nicht nur mit der AfD, sondern auch mit der Linken f\u00fcr sich ab. Diese Linie wird als \u00abBrandmauer\u00bb bezeichnet.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr eine CDU-gef\u00fchrte Minderheitsregierung w\u00e4re das ein Knackpunkt. Zudem hat die BSW-Bundesspitze die Wahl von CDU-Spitzenkandidat Schulze zum Ministerpr\u00e4sidenten ausgeschlossen.<\/p>\n<p>AfD will regieren und schlie\u00dft Neuwahl nicht aus<\/p>\n<p>AfD-Spitzenkandidat Siegmund sagte zum Abschneiden seiner Partei: \u00abNat\u00fcrlich ist es ein Regierungsauftrag.\u00bb \u00abSelbstverst\u00e4ndlich\u00bb werde er auch mit nur einer Stimme mehr regieren, betonte er entgegen seiner Ank\u00fcndigung im Wahlkampf, nur mit stabiler Mehrheit regieren zu wollen.<\/p>\n<p>Zugleich sagte der 35-J\u00e4hrige, er sehe aktuell keine Partner f\u00fcr eine Koalition. Er wisse aber nicht, was in den n\u00e4chsten Tagen passiert. \u00abIch wei\u00df ja nicht, ob es einzelne Abgeordnete gibt, die sagen: &#8222;Jetzt ist Schluss, jetzt spiel&#8216; ich das hier nicht mehr mit&#8220;.\u00bb Da k\u00f6nne noch viel passieren.<\/p>\n<p>Auch AfD-Co-Bundeschefin Alice Weidel sprach von einem \u00abganz klaren Regierungsauftrag\u00bb. Co-Chef Tino Chrupalla sagte: \u00abUlrich Siegmund wird definitiv als Ministerpr\u00e4sidentenkandidat im Landtag antreten, das ist schonmal sicher.\u00bb<\/p>\n<p>Sollte es mit einer Regierungsbildung nicht klappen, kommt aus Sicht von Siegmund auch eine Neuwahl infrage. \u00abIm Notfall w\u00fcrde es halt Neuwahlen geben, dann haben wir halt 50 oder 55 Prozent\u00bb, sagte er am Abend.<\/p>\n<p>Schulze gesteht Niederlage ein<\/p>\n<p>CDU-Spitzenkandidat Schulze \u2013 erst seit Januar als Ministerpr\u00e4sident im Amt \u2013 gestand das Scheitern seiner Partei ein. \u00abEs ist f\u00fcr uns eine Niederlage\u00bb, sagte der 47-J\u00e4hrige. M\u00f6gliche Konsequenzen lie\u00df er am Abend offen. \u00abIch fahre morgen nach Berlin, da ist Bundesvorstand, und morgen Abend ist dann Landesvorstand, und da werde ich der CDU Sachsen-Anhalt einen Verfahrensvorschlag machen. Aber das werden wir dann morgen im Landesvorstand auch besprechen\u00bb, sagte er.<\/p>\n<p>Schulze sah sich am Abend mit Forderungen aus den eigenen Reihen konfrontiert, als Landesparteichef zur\u00fcckzutreten. Die CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feu\u00dfner verlangte dies ebenso wie die Junge Union Sachsen-Anhalt.<\/p>\n<p>Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), sieht seine Partei vor schwierigen Gespr\u00e4chen \u00fcber eine Regierungsbildung unter Ausschluss der AfD. \u00abWir werden schauen m\u00fcssen, was wir tun k\u00f6nnen, um f\u00fcr das Land eine einigerma\u00dfen stabile Regierung zu gew\u00e4hrleisten\u00bb, sagte er. \u00abDas ist jetzt nicht die Stunde, wo man sich wegducken kann.\u00bb Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Frei erneut klar aus.<\/p>\n<p>BSW-Spitzenkandidat will mit AfD sprechen<\/p>\n<p>BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze zeigte sich hingegen offen f\u00fcr Gespr\u00e4che mit der AfD. \u00abWir haben gesagt, wir sprechen mit allen Parteien. Dazu geh\u00f6rt die AfD\u00bb, sagte er der dpa. \u00abDie Brandmauer interessiert uns nicht, und wir werden mit allen Parteien sprechen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Co-Chefin der Partei im Bund, Amira Mohamed Ali, sagte: \u00abWir werden genau das tun nach der Wahl, was wir vor der Wahl angek\u00fcndigt haben. Wir werden weder Herrn Schulze noch Herrn Siegmund w\u00e4hlen.\u00bb<\/p>\n<p>FDP-Landeschefin H\u00fcskens k\u00fcndigte nach dem verpassten Wiedereinzug ihrer Partei in den Landtag ihren R\u00fccktritt an. \u00abIch bin die Landesvorsitzende, ich habe den Landtag als Spitzenkandidatin angef\u00fchrt, sodass ich auch daf\u00fcr die Konsequenz zahle\u00bb, sagte sie der dpa.<\/p>\n<p>Nur zwei Wochen bis zu den n\u00e4chsten Wahlen<\/p>\n<p>Welche Konsequenzen die Landtagswahl mit dem Absturz der CDU f\u00fcr die schwarz-rote Koalition im Bund haben wird, ist noch nicht abzusehen. Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz \u00e4u\u00dferte sich am Abend zun\u00e4chst nicht zum Debakel f\u00fcr seine Partei. In zwei Wochen \u2013 am 20. September \u2013 folgen schon zwei weitere Landtagswahlen: in Mecklenburg-Vorpommern und im Land Berlin.<\/p>\n<p>\u00a9 dpa-infocom, dpa:260907-930-644102\/3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Landtagswahl AfD siegt in Sachsen-Anhalt \u2013 Debakel f\u00fcr die CDU 07.09.2026, 03:10 Uhr Sachsen-Anhalt straft die CDU ab&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1285420,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[242036,331,3924,332,3922,3364,29,30,13,4063,14,3923,15,3921,12,2408],"class_list":["post-1285419","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-ltwlsa26","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-magdeburg","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-schlagzeilen","tag-zusammenfassung"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1285419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1285419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1285419\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1285420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1285419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1285419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1285419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}