{"id":1285607,"date":"2026-09-07T04:05:13","date_gmt":"2026-09-07T04:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285607\/"},"modified":"2026-09-07T04:05:13","modified_gmt":"2026-09-07T04:05:13","slug":"wer-beraet-die-kunden-wenn-39-000-verkaeufer-fehlen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285607\/","title":{"rendered":"Wer ber\u00e4t die Kunden, wenn 39.000 Verk\u00e4ufer fehlen? &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\"><b>In keiner anderen Berufsgruppe k\u00f6nnten 2029 so viele Fachkr\u00e4fte fehlen wie im Verkauf. Was bedeutet das f\u00fcr den kriselnden Einzelhandel \u2013 und wer unterst\u00fctzt k\u00fcnftig Kunden in Gesch\u00e4ften?<\/b><\/p>\n<p><a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"K\u00f6ln\" data-rtr-id=\"0b82ad07b145b3b1e655ae74d9cedd46f0c7c810\" data-rtr-score=\"14.991997154543839\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"25\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/koeln\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00f6ln<\/a> (dpa) &#8211; Bis 2029 k\u00f6nnten bundesweit rund 39.100 Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer fehlen. Das geht aus einer Untersuchung des <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Institut der deutschen Wirtschaft\" data-rtr-id=\"a9d2feccb24b36a51756b0a73d41c485f4cd215c\" data-rtr-score=\"14.655877645385026\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"0\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/institut-der-deutschen-wirtschaft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Instituts der deutschen Wirtschaft<\/a> (IW) hervor. Damit d\u00fcrfte die Fachkr\u00e4ftel\u00fccke deutlich wachsen. In keiner anderen Berufsgruppe k\u00f6nnten dann so viele Stellen unbesetzt bleiben. Von einer Prognose will Studienautor Alexander Burstedde nicht sprechen. Die Analyse schreibe die Entwicklungen des Arbeitsmarktes bis 2029 fort und zeige, was passieren w\u00fcrde, wenn aktuelle Trends anhielten. <\/p>\n<p>Wie ist die Entwicklung zu erkl\u00e4ren? <\/p>\n<p>Die Berufsgruppe \u00abFachkraft im Verkauf ohne Produktspezialisierung\u00bb umfasst laut IW gut 870.000 Besch\u00e4ftigte und ist damit die drittgr\u00f6\u00dfte in Deutschland. Noch sei der Fachkr\u00e4ftemangel in diesem Bereich gering, sagt Burstedde. Das d\u00fcrfte sich jedoch \u00e4ndern. <\/p>\n<p>Der Experte f\u00fchrt den erwarteten Anstieg unter anderem darauf zur\u00fcck, dass in den kommenden Jahren viele Menschen in Rente gehen. Zugleich komme voraussichtlich zu wenig Nachwuchs nach \u2013 auch, weil weniger Arbeitskr\u00e4fte aus dem Ausland gewonnen werden k\u00f6nnten. Eine wirtschaftliche Erholung d\u00fcrfte den Bedarf an Fachkr\u00e4ften zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Zu der Berufsgruppe z\u00e4hlen unter anderem Einzelhandelskaufleute und Fachverk\u00e4ufer. Die meisten von ihnen arbeiten laut IW im station\u00e4ren Einzelhandel, oft in direktem Kundenkontakt. Zu ihren Aufgaben geh\u00f6ren neben der Beratung auch kaufm\u00e4nnische T\u00e4tigkeiten wie Warenbestellungen oder die Gestaltung von Verkaufsfl\u00e4chen. Ausgenommen sind Verk\u00e4ufer, die auf eine Warengruppe festgelegt sind, etwa B\u00e4cker, Fleischfachverk\u00e4ufer, Buchh\u00e4ndler oder Floristen. <\/p>\n<p>Welche Auswirkungen hat der Fachkr\u00e4ftemangel? <\/p>\n<p>\u00abDer Fachkr\u00e4ftemangel im Verkauf f\u00fchrt in erster Linie dazu, dass die Beratungsqualit\u00e4t sinkt\u00bb, sagt Burstedde. Viele Menschen w\u00fcrden lieber vor Ort einkaufen. F\u00fchlten sie sich dort nicht gut beraten, k\u00f6nnten sie zum Online-Handel abwandern. <\/p>\n<p>Ulrike Witt vom Handelsforschungsinstitut EHI beobachtet in Gesch\u00e4ften bereits gro\u00dfe Unterschiede bei der Qualit\u00e4t der Beratung. Viele H\u00e4ndler h\u00e4tten Probleme, gutes Personal zu finden. \u00abDie Bewerber bringen oft nicht mehr so viel mit wie vor 20 Jahren.\u00bb Gute Beratung mache viel aus. Andererseits seien Kunden oft schon vor dem Einkauf gut informiert und br\u00e4uchten weniger Unterst\u00fctzung als fr\u00fcher. \u00abViele kommen ins Gesch\u00e4ft, um Produkte zu sehen oder auszuprobieren.\u00bb In Bereichen wie Baum\u00e4rkten, im Bekleidungshandel oder beim K\u00fcchenkauf bleibe Beratung jedoch wichtig. <\/p>\n<p>Die zunehmenden Personalengp\u00e4sse treffen den station\u00e4ren Einzelhandel zu einem ung\u00fcnstigen Zeitpunkt. Die Branche steht wegen der Kaufzur\u00fcckhaltung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Im Internet k\u00f6nnen Kunden rund um die Uhr einkaufen. Die Auswahl ist gr\u00f6\u00dfer, und die Produkte sind oft g\u00fcnstiger. Pers\u00f6nliche Beratung gilt als einer der letzten gro\u00dfen Vorteile station\u00e4rer Gesch\u00e4fte. <\/p>\n<p>Kann KI die pers\u00f6nliche Beratung ersetzen? <\/p>\n<p>In Onlineshops kommen zunehmend KI-Chatbots zum Einsatz, die Kunden beraten. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts IFH K\u00f6ln bevorzugen Konsumenten vor einem Kauf weiterhin den Austausch mit Menschen. Wenn Vertrauen, Beratung und echte Entscheidungen gefragt seien, ziehen sie demnach den pers\u00f6nlichen Kontakt vor. Die KI \u00fcberzeuge als Ersatz deutlich weniger. <\/p>\n<p>\u00abDie zunehmende Verbreitung von KI f\u00fchrt offenbar nicht dazu, dass der Mensch an Bedeutung verliert, sondern macht seinen Wert in vielen Situationen sogar noch sichtbarer\u00bb, sagt Studienautor Werner Reinartz von der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. F\u00fcr die Studie wurden 1.000 Verbraucher zwischen 16 und 69 Jahren im Juli 2026 repr\u00e4sentativ befragt. <\/p>\n<p>Wie geht der Handel mit der Situation um? <\/p>\n<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel sei eine Herausforderung, sagt Steven Haarke vom Handelsverband Deutschland (HDE). \u00abGute Kundenberatung ist f\u00fcr viele Gesch\u00e4fte \u00fcberlebenswichtig, um sich von der Konkurrenz nebenan oder im Internet zu differenzieren.\u00bb Verbessere sich die Lage nicht sp\u00fcrbar, w\u00fcrden Gesch\u00e4fte versuchen, den Mangel mit neuen technischen L\u00f6sungen auszugleichen. Als Beispiel nennt er Kassen, an denen Kunden Produkte selbst scannen. Bei Warenbestellungen leisteten digitale Werkzeuge vielerorts bereits gute Dienste. Auch Gesch\u00e4fte ohne Personal breiteten sich zunehmend aus. <\/p>\n<p>Der Verband fordert von der Politik, das Zuwanderungsrecht zu vereinfachen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. So solle es an allen Wochentagen und auch samstags nach 17 Uhr Betreuungsangebote geben. <\/p>\n<p>Die Suche nach Nachwuchs gestaltet sich f\u00fcr viele H\u00e4ndler schwierig. Nach Angaben des HDE konnte 2025 nur etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen alle Ausbildungspl\u00e4tze besetzen. EHI-Expertin Witt sagt: Der Verk\u00e4uferberuf m\u00fcsste attraktiver werden \u2013 etwa durch bessere Bezahlung, Gesundheitsangebote und flexiblere \u00d6ffnungszeiten. <\/p>\n<p>Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt insgesamt? <\/p>\n<p>Laut IW k\u00f6nnten 2029 bundesweit rund 723.000 Fachkr\u00e4fte fehlen \u2013 96 Prozent mehr als 2025. Nach Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufern d\u00fcrften die Berufsgruppen Kinderbetreuung und -erziehung (29.900), Sozialarbeit und -p\u00e4dagogik (23.600), Gesundheits- und Krankenpflege (18.700) sowie Bauelektrik (17.400) am st\u00e4rksten betroffen sein. <\/p>\n<p>\u00abDer Fachkr\u00e4ftemangel wird sich in vielen Bereichen versch\u00e4rfen, und wir werden das t\u00e4glich sp\u00fcren, etwa bei der Suche nach einem Pflegeplatz oder einem Handwerker\u00bb, sagt IW-\u00d6konom Burstedde. Er r\u00e4t der Politik, die Arbeitsanreize zu erh\u00f6hen und die qualifizierte Zuwanderung aus EU-Drittstaaten zu erleichtern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In keiner anderen Berufsgruppe k\u00f6nnten 2029 so viele Fachkr\u00e4fte fehlen wie im Verkauf. 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