{"id":1285622,"date":"2026-09-07T04:14:35","date_gmt":"2026-09-07T04:14:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285622\/"},"modified":"2026-09-07T04:14:35","modified_gmt":"2026-09-07T04:14:35","slug":"julia-fischer-ueber-ihre-erste-zeit-in-mitte-die-mieten-waren-im-vergleich-zu-heute-spottbillig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1285622\/","title":{"rendered":"Julia Fischer \u00fcber ihre erste Zeit in Mitte: \u201eDie Mieten waren im Vergleich zu heute spottbillig\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Sind <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/sonnenvitamin-d-warum-es-wichtig-ist-und-was-man-darueber-wissen-sollte-10008190\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<\/a> sinnvoll? Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken? Hilft Kollagen gegen Falten? Und ist Bio automatisch ges\u00fcnder?<\/p>\n<p>In kaum einem Bereich gibt es so viele widerspr\u00fcchliche Informationen wie bei Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsfragen. Ein wenig Licht in den Dschungel will Julia Fischer bringen. Die bekannte Moderatorin und \u00c4rztin geht in ihrem neuen Buch \u201eWas stimmt denn jetzt?\u201c popul\u00e4ren Gesundheitsmythen unserer Zeit auf den Grund.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ihr Fachwissen erwarb die Autorin ab 2004 beim Medizinstudium an der Charit\u00e9 und anschlie\u00dfend als \u00c4rztin an den Vivantes-Kliniken in Friedrichshain und Spandau. Berlin ist sie auch danach treu geblieben. Wie es dazu kam, erz\u00e4hlt Julia Fischer in unserem Fragebogen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              1. Frau Fischer, Sie sind 1984 in Aachen zur Welt gekommen. Wann und warum hat Ihr Weg Sie nach Berlin gef\u00fchrt?<\/p>\n<p>Wir sind wenige Monate nach meiner Geburt von Aachen nach Hamburg gezogen \u2013 weitere acht Jahre sp\u00e4ter nach G\u00f6ttingen. G\u00f6ttingen war eine tolle Stadt f\u00fcr die Schulzeit: klein, beschaulich, kulturell immer was los, alles fu\u00dfl\u00e4ufig oder mit dem Fahrrad erreichbar. Aber nach dem Abitur wollte ich dringend wieder in eine gro\u00dfe Stadt. <\/p>\n<p>Der Traum: Journalismus  studieren, entweder in Hamburg oder Berlin. F\u00fcr beide St\u00e4dte war mein NC aber nicht gut genug. Also hab ich in Hamburg journalistische Praktika gemacht und festgestellt: Ich will \u00fcber ein Thema schreiben, das mich sicher ein Leben lang fesseln und von der Masse abheben wird. Medizin! Das klappte \u2013 ich begann das Studium an der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/charite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charit\u00e9<\/a>.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              2. Das erste Mal in der Hauptstadt \u2013 wie war das?<\/p>\n<p>Ich hab\u2019s sofort geliebt. Ich erinnere mich, wie ich an einem der ersten Abende mit dem Fahrrad am Fernsehturm vorbeigefahren bin. Gigantisch, historisch, angeleuchtet und in Szene gesetzt. In meinen Augen versprach alles Abenteuer. Und meine Zeit wurde abenteuerlich.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              3. In welchen Berliner Stadtteilen haben Sie bislang gelebt \u2013 und wo sind Sie schlie\u00dflich gelandet und geblieben?\u00a0<\/p>\n<p>Begonnen habe ich w\u00e4hrend des Studiums in Prenzlauer Berg nahe dem Mauerpark. Altbauwohnung, stylische Caf\u00e9s, Flohmarkt und Karaoke im Park. Danach kam Mitte \u2013 erst Torstra\u00dfe, dann Kastanienallee. Die Mieten waren im Vergleich zu heute spottbillig, ich habe mit sehr engen Freundinnen zusammengelebt und mindestens so viel Zeit auf den Tanzfl\u00e4chen der Clubs verbracht wie in der Uni. <\/p>\n<p>Getanzt bis zum Morgengrauen, dann mit den High Heels in der Hand barfu\u00df nach Haus. Auskatern in Caf\u00e9s, und wenn das Geld am Ende des Monats nicht gereicht hat, gab es Ein-Euro-Reis mit s\u00fc\u00df-saurer So\u00dfe vom Asia-Imbiss an der Ecke. Eine der besten Zeiten meines Lebens.<\/p>\n<p>Dann ein Jahr Spanien und danach Studentenwerk am <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/suche?q=Kottbusser%20Tor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kottbusser Tor<\/a>: 20 Quadratmeter WG-Zimmer f\u00fcr 180 Euro im Monat! Underground-Clubs, Hinterhofpartys, g\u00fcnstige Restaurants \u2013 Berlin war unglaublich.<\/p>\n<p>Die Uni habe ich (zum Gl\u00fcck trotzdem) erfolgreich abgeschlossen, habe promoviert, und dann zog ich mit meinem zuk\u00fcnftigen Ehemann in die Graefestra\u00dfe. Eine herrliche DINK-Zeit (Double Income, No Kids). Mit dem ersten Kind kam die Lust aufs zweite, also sind wir nach Tempelhof gezogen. Das Beste aus zwei Welten: Kleines H\u00e4uschen mit G\u00e4rtchen, die Kinder k\u00f6nnen drau\u00dfen spielen, in f\u00fcnf Minuten sind wir mit dem Fahrrad im Kiez. Die Nachbarschaft ist ein Traum. Wir begl\u00fcckw\u00fcnschen uns jeden Tag zu unserem Gl\u00fcck.\n            <\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/69364fa7-c5df-4572-84b7-9bc58134267a.jpg\" alt=\"Zur Person\" class=\"w-[160px] h-[160px] object-cover aspect-square\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n                      Knaur MensSana HC\n                    <\/p>\n<p>                    Zur Person<\/p>\n<p>                      Dr. Julia Fischer ist \u00c4rztin, Journalistin und Moderatorin. Medizinische und wissenschaftliche Themen kompetent und unterhaltsam zu erkl\u00e4ren, ist ihr Spezialgebiet. Seit 2019 ist sie erfolgreiche Medfluencerin auf Instagram und moderiert seit 2021 im SWR die Sendung \u201eDoc Fischer\u201c. Der YouTube-Kanal \u201eARD Gesund\u201c mit ihr hat \u00fcber 500.000 Abonnenten.<\/p>\n<p>Fischers neues Buch \u201eWas stimmt denn jetzt?\u201c ist am 1. September bei Knaur erschienen (320 Seiten, 18 Euro).\n                    <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              4. Sie haben als \u00c4rztin in Berliner Krankenh\u00e4usern gearbeitet, bevor Sie in die Moderation wechselten. Was ist Ihnen aus dieser Zeit besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben?<\/p>\n<p>Der Arztberuf hat mich Demut gelehrt. Im Krankenhaus wird einem jeden Tag bewusst, wie zerbrechlich Gesundheit ist und wie schnell ein ganz normaler Alltag vorbei sein kann. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie sinnstiftend der Beruf ist und wie dankbar Menschen sein k\u00f6nnen \u2013 oft nicht nur f\u00fcr eine erfolgreiche Behandlung, sondern daf\u00fcr, dass sich jemand Zeit nimmt, zuh\u00f6rt und ihnen etwas verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt. Genau das versuche ich heute in Video- und Textform .\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              5. In Ihrem neuen Buch entlarven Sie Mythen rund um Essen, Fitness und Wohlbefinden. Gibt es einen Ern\u00e4hrungstrend, der Ihnen in Ihrer Wahlheimat Berlin zu viel wird?<\/p>\n<p>Ich wei\u00df gar nicht, ob das typisch Berlin ist. Aber mich besch\u00e4ftigt der Trend, Ern\u00e4hrung immer st\u00e4rker auf einzelne N\u00e4hrstoffe oder sogar Molek\u00fcle zu reduzieren. Es wird leidenschaftlich \u00fcber Proteinmengen, NAD+, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel oder den neuesten Longevity-Hack diskutiert. Oft reichen schon spannende Labor- oder Tierstudien, damit ein Trend als wissenschaftlich bewiesen verkauft wird. Dabei beginnt belastbare Evidenz erst mit hochwertigen Studien am Menschen. Und die beste Evidenz haben bis heute keine Infusionen, sondern eine ausgewogene Ern\u00e4hrung, Bewegung, Schlaf und <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/sofort-aufhoeren-diese-gesundheitsgewinne-setzen-schon-nach-20-minuten-ein-10006000\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nichtrauchen<\/a>. Das verkauft sich nur leider schlechter.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              6. Was nervt Sie pers\u00f6nlich am meisten an der Stadt?<\/p>\n<p>Mich \u00e4rgert, dass der CDU-gef\u00fchrte Senat beim Umbau Berlins zu einer fahrrad-, klima- und umweltfreundlicheren Stadt auf die Bremse tritt. Geplante Radverkehrsprojekte wurden gestoppt oder neu bewertet, auf zahlreichen Hauptstra\u00dfen gilt wieder Tempo 50 statt Tempo 30 \u2013 Entwicklungen, die ich pers\u00f6nlich bedauere. Wenn ich sehe, wie konsequent St\u00e4dte wie Paris oder Barcelona den \u00f6ffentlichen Raum zugunsten von Radfahrenden, Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4ngern sowie Gr\u00fcnfl\u00e4chen umgestalten, w\u00fcnsche ich mir diesen Mut auch f\u00fcr Berlin. Stattdessen kommen gef\u00fchlt \u00fcberall Dauerbaustellen dazu, die ewig nicht fertig werden. Egal, welchen Weg ich nehme: Irgendwo ist gesperrt, aufgerissen oder umgeleitet.<\/p>\n<p>Und trotzdem heitert mich Berlin immer wieder auf. Sp\u00e4testens auf dem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/tempelhofer-feld\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tempelhofer Feld<\/a>. Dort tanzen Menschen Swing, andere lassen Drachen steigen, spielen Cricket oder trainieren Kickboxen, Familien picknicken, Kinder lernen Fahrrad fahren, und irgendwo grillt immer jemand. Kaum ein Ort zeigt so sch\u00f6n, wie bunt, offen und entspannt diese Stadt sein kann. Genau deshalb w\u00fcnsche ich mir, dass Berlin sein Potenzial noch konsequenter nutzt.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              7. Welcher ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?<\/p>\n<p>Die H\u00e4ngematte in meinem Garten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              8. Ihre pers\u00f6nliche No-go-Area?\u00a0<\/p>\n<p>Klassische No-go-Areas habe ich eigentlich nicht. Es gibt eher Orte, an denen ich nicht freiwillig viel Zeit verbringen m\u00f6chte: riesige Shoppingcenter an Samstagnachmittagen geh\u00f6ren definitiv dazu.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              9. In welchem Restaurant reservieren Sie f\u00fcr einen gelungenen Abend?<\/p>\n<p>Im Il Casolare in Kreuzberg.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              10. Einkaufen in der Stadt: In welchem Laden kennt Ihre Kreditkarte kein Limit?<\/p>\n<p>Hm, ich glaube, in keinem. Ich gebe mein Geld lieber f\u00fcr Reisen, gutes Essen oder gemeinsame Erlebnisse aus als f\u00fcr Dinge.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              11. Der beste Stadtteil Berlins? Und der schlimmste?\u00a0<\/p>\n<p>Mein Lieblingsstadtteil ist <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/kreuzberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreuzberg<\/a>, vor allem rund um den Graefekiez. Da hat Berlin f\u00fcr mich genau die richtige Mischung: sch\u00f6ne Altbauten, gute Caf\u00e9s, individuelle Shops, nette Restaurants, der Kanal. Auf der Admiralbr\u00fccke sitzen und Livemusik h\u00f6ren, jederzeit in Sp\u00e4tis einkaufen k\u00f6nnen, einfach abh\u00e4ngen: herrlich.<\/p>\n<p>Am wenigsten mag ich die Ecken Berlins, die aussehen, als w\u00e4ren sie ausschlie\u00dflich zum Einkaufen und Durchfahren gebaut worden. Gro\u00dfe Ketten, breite Stra\u00dfen, viel Beton, wenig Atmosph\u00e4re. Das Gegenteil von dem, was Berlin f\u00fcr mich ausmacht.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              12. Wie sieht Ihr perfektes Berlin-Wochenende aus \u2013 vom Fr\u00fchst\u00fcck am Morgen bis zum letzten Drink in der Nacht?<\/p>\n<p>Am liebsten beginne ich mein Wochenende fr\u00fch mit einer Runde Joggen auf dem Tempelhofer Feld oder ein paar Bahnen im Prinzenbad, solange die Stadt noch nicht richtig wach ist. Danach Fr\u00fchst\u00fcck im Le Bon, mit Freunden und ohne Zeitdruck. Anschlie\u00dfend \u00fcber einen Flohmarkt schlendern \u2013 ohne etwas Bestimmtes zu suchen, aber meistens doch mit irgendeinem Schatz nach Hause kommen. Wenn es richtig hei\u00df ist, nachmittags gern ein Sprung in einen der Berliner Seen. Und abends Pizza bei Zola am Funkhaus, weil ich den Ort liebe: Industriecharme, Spree, Sonnenuntergang. Oder aber Dinner und Drinks in der Beuster Bar, und als letzter Stopp: ein Cocktail in der Green Door. F\u00fcr mich ist das Berlin in Perfektion: Nichts Spektakul\u00e4res geplant \u2013 aber am Ende trotzdem ein Tag, der sich wie Urlaub anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sind Nahrungserg\u00e4nzungsmittel sinnvoll? Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken? Hilft Kollagen gegen Falten? Und ist Bio automatisch ges\u00fcnder? 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