{"id":1286038,"date":"2026-09-07T08:54:13","date_gmt":"2026-09-07T08:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286038\/"},"modified":"2026-09-07T08:54:13","modified_gmt":"2026-09-07T08:54:13","slug":"wiesn-zelte-vor-gericht-muss-muenchen-europaweit-ausschreiben-tageskarte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286038\/","title":{"rendered":"Wiesn-Zelte vor Gericht: Muss M\u00fcnchen europaweit ausschreiben?: Tageskarte"},"content":{"rendered":"<p>Wer darf verdienen am Millionengesch\u00e4ft mit der Wiesn? Wer darf dort sein Zelt aufstellen? Nur eine Woche vor dem Start der diesj\u00e4hrigen Ausgabe geht es vor Gericht um die Zukunft des M\u00fcnchner Oktoberfestes.<\/p>\n<p>Das Bayerische Oberste Landesgericht verhandelt an diesem Freitag (11. September) eine Wiesn-Klage mit Z\u00fcndstoff: Gestritten wird um die Frage, ob der seit \u00fcber 200 Jahren von der M\u00fcnchner Stadtverwaltung praktizierte Ausschluss ausw\u00e4rtiger Wirte vom Bierzelt-Betrieb rechtens ist.\u00a0<\/p>\n<p><strong>M\u00fcssen die Zelte europaweit ausgeschrieben werden?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der klagende Wirt Alexander Egger will erreichen, dass die Stadtverwaltung den mutma\u00dflich sehr lukrativen Betrieb der gro\u00dfen Festzelte europaweit ausschreibt. Er hatte fr\u00fcher ein kleines Zelt auf dem Oktoberfest betrieben und sich vergebens um ein gro\u00dfes beworben.\u00a0<\/p>\n<p>Weil er auch bei der Vergabe eines Zeltes auf dem traditionellen Teil des Volksfestes, der Oiden Wiesn, leer ausging, l\u00e4uft parallel ein Klageverfahren am M\u00fcnchner Verwaltungsgericht, wo allerdings nach Gerichtsangaben noch kein Verhandlungstermin angesetzt ist.\u00a0<\/p>\n<p>Auf dem Oktoberfest werden allj\u00e4hrlich 14 gro\u00dfe Bierzelte und 21 kleine aufgebaut &#8211; allein das Hofbr\u00e4u-Zelt bietet einschlie\u00dflich der Au\u00dfenterrasse etwa 10.000 Menschen Platz.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Historischer Pr\u00e4zedenzfall: Ein N\u00fcrnberger Wirt schlich sich ein<\/strong><\/p>\n<p>Das erste Oktoberfest auf der Theresienwiese fand im Jahr 1810 statt. Nach Angaben der M\u00fcnchner Stadtverwaltung auf deren Oktoberfest-Webseite d\u00fcrfen bereits seit 1825 ausschlie\u00dflich M\u00fcnchner Wirte Bier ausschenken. Anf\u00e4nglich handelte es sich noch um gew\u00f6hnliche kleine Bierbuden. Das erste Gro\u00dfzelt wurde demnach 1898 aufgebaut &#8211; im Auftrag eines eigentlich nicht berechtigten N\u00fcrnberger Wirts, der \u00f6rtliche Strohm\u00e4nner angeheuert hatte. Wie viel Gewinn den Gastronomen am Ende netto in ihren Kassen bleibt, ist unbekannt.<\/p>\n<p>In dem nun am Obersten Landesgericht anh\u00e4ngigen Verfahren geht es zwar konkret um die Vergabe zweier gro\u00dfe Zelte (das ber\u00fchmte Anzapf-Zelt Schottenhamel und das Paulaner-Zelt), deren Vergabe an die bisherigen Wirte Egger angefochten hat. Sollte die Klage erfolgreich sein, h\u00e4tte das aber Auswirkungen auf die Vergaberegeln insgesamt.<\/p>\n<p><strong>Bislang lie\u00df das Gericht keine Tendenz erkennen<\/strong><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich hatte das Gericht zwar in einer vorl\u00e4ufigen Entscheidung gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Vergabe und damit auch den Aufbau der beiden Zelte f\u00fcr die am 19. September beginnende Wiesn 2026 gegeben. Grund war, dass eine europaweite Ausschreibung in der K\u00fcrze der Zeit ohnehin nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>In der Hauptsache steht die Entscheidung jedoch aus, und eine wie auch immer geartete Tendenz in die eine oder andere Richtung hat der zust\u00e4ndige Senat bislang nicht erkennen lassen. Wann das Urteil in der Sache gesprochen werden k\u00f6nnte, ist unklar. \u00dcblicherweise verk\u00fcnden Obergerichte in Zivilverfahren nach einer m\u00fcndlichen Verhandlung keine sofortige Entscheidung, sondern setzen einen Verk\u00fcndungstermin fest.<\/p>\n<p><strong>Egger beklagt Anfeindungen<\/strong><\/p>\n<p>Doch auch au\u00dferhalb der Justizmauern sorgt das Verfahren f\u00fcr Wirbel. Kl\u00e4ger Alexander Egger berichtet von heftigen Anfeindungen: \u00abDie Aufregung hat ein Ausma\u00df angenommen, das ich mir nie h\u00e4tte ausmalen k\u00f6nnen und bei dem es auch um die Sicherheit von Menschen geht\u00bb, sagte er vor einiger Zeit der \u00ab<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-oktoberfest-klage-zeltvergabe-li.3516669?reduced=true\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a>\u00bb.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Auch seine Familie, Mitarbeiter und Lieferanten seien betroffen. Das sei auch der Grund, warum er dieses Jahr nicht die \u00abM\u00fcnchner Stubn\u00bb auf der Wiesn betreiben wolle. \u00abDas tut uns nat\u00fcrlich weh, besonders wegen unseres tollen Teams und unserer G\u00e4ste &#8211; aber Sicherheit geht vor.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Wirte \u00abverhalten optimistisch\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Die Vereinigung der M\u00fcnchner Wiesnwirte verteidigt das Verfahren der Stadt dagegen entschieden und weist Eggers Kritik an den Vergabekriterien strikt zur\u00fcck. Die Kriterien f\u00fcr die Zulassung seien entgegen Eggers Kritik klar definiert, \u00f6ffentlich einsehbar und vom Stadtrat beschlossen, teilten sie mit.<\/p>\n<p>Er blicke \u00abverhalten optimistisch\u00bb auf den Gerichtstermin sagte der Sprecher der Wiesnwirte Peter Inselkammer der \u00abS\u00fcddeutschen Zeitung\u00bb. \u00abVor Gericht wei\u00df man nie. Aber wir haben gute Argumente auf unserer Seite.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p><strong>Tradition in Gefahr?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Inselkammer und die anderen Wiesnwirte werden nicht m\u00fcde, zu warnen, bei einer europaweiten Ausschreibung gerate das Oktoberfest ins Visier multinationaler Konzerne. Es drohe grenzenlose Kommerzialisierung, die Wiesn w\u00fcrde ihr Gesicht verlieren. Ein europ\u00e4isches Vergabeverfahren k\u00f6nnte nach Ansicht der Wirte zudem Folgen f\u00fcr das Bierangebot haben.\u00a0<\/p>\n<p>Die Internationalit\u00e4t gebe es hier l\u00e4ngst, erkl\u00e4rte dagegen Egger k\u00fcrzlich in der \u00abS\u00fcddeutschen Zeitung\u00bb unter Verweis auf die Eigent\u00fcmerstruktur hiesiger Brauereien. \u00abDie gezielte gesch\u00fcrte Angst vor K\u00f6lsch und Guinness auf der Wiesn ist v\u00f6lliger Humbug.\u00bb (mit dpa)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer darf verdienen am Millionengesch\u00e4ft mit der Wiesn? 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