{"id":1286185,"date":"2026-09-07T10:28:25","date_gmt":"2026-09-07T10:28:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286185\/"},"modified":"2026-09-07T10:28:25","modified_gmt":"2026-09-07T10:28:25","slug":"schachabend-in-muenchen-knight-gambit-verbindet-schach-und-party-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286185\/","title":{"rendered":"Schachabend in M\u00fcnchen: Knight Gambit verbindet Schach und Party &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Tobias Tiemann, 24, dr\u00fcckt einem jungen Mann zur Begr\u00fc\u00dfung selbst gebackenen Karottenkuchen in die Hand.\u00a0Im Milla Caf\u00e9 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-zukunft-des-fatcat-feier-mit-freunden-li.3507267\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in der Fat Cat in M\u00fcnchen<\/a>\u00a0stehen rund ein Dutzend Tische, best\u00fcckt mit blau-wei\u00df-karierten Schachbrettern. Auf manchen Tischen liegen zwei Bretter \u2013 insgesamt sind es 20.\u00a0Trotz des kurzfristigen Ortswechsels sind an diesem Abend alle Bretter besetzt. Drinnen, vor dem Regen gesch\u00fctzt, begr\u00fc\u00dft Tobias Tiemann alte Bekannte. Aber es sind auch G\u00e4ste zum ersten Mal da. Junge Menschen, die zuvor nie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schach\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schach<\/a> gespielt haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Geduldig helfen Tobias Tiemann und seine Mitstreiter Daniel Ramos, 28, und Daksh Mishra, 22, allen, die Hilfe bei der Grundstellung ben\u00f6tigen: Turm auf A1, K\u00f6nig auf E1. Sie erm\u00f6glichen einen leichten Einstieg in dieses Spiel \u2013 und darum geht es den drei jungen M\u00e4nnern aus M\u00fcnchen. \u201eUns hat die Idee gereizt, Schach st\u00e4rker als sozialen Anlass zu denken\u201c, sagt Tobias Tiemann. Daher haben sie einen sozialen Schachclub gegr\u00fcndet, \u201eKnight Gambit\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Daksh Mishra studiert Informatik. Tobias Tiemann absolviert ein praxisorientiertes Masterprogramm bei einem gro\u00dfen deutschen Technologiekonzern. Daniel Ramos hat sein Studium bereits abgeschlossen und arbeitet im Marketing. Alle drei sind sehr aufmerksam. Es kommt praktisch nie vor, dass ein Gast nicht pers\u00f6nlich begr\u00fc\u00dft wird, auch wenn sie sich gerade im Gespr\u00e4ch befinden. Tobias Tiemann war w\u00e4hrend seiner Zeit in Dublin Pr\u00e4sident des Schachclubs der dortigen Business School. Daniel Ramos unterst\u00fctzte lange Zeit ehrenamtlich Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Ihre positive Ausstrahlung f\u00e4rbt auf die G\u00e4ste ab. Kaum ein Verhalten wirkt un\u00fcberlegt. Die drei jungen M\u00e4nner f\u00fchlen sich wohl unter Menschen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Kennengelernt haben sie sich Anfang 2026 beim Schachspielen im M\u00fcnchner Caf\u00e9 Thali. \u201eDort fiel uns auf, dass wir oft die J\u00fcngsten waren\u201c, sagt Tobias Tiemann.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Schnell teilten sie eine gemeinsame Beobachtung: Schach sei verstaubt, zu alt, zu m\u00e4nnlich und zu wenig sozial. Das wollen sie nun \u00e4ndern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es ist 18.30 Uhr, ein Mittwoch Anfang August \u2013 und wieder einer dieser Abende, an denen die drei Freunde mit den g\u00e4ngigen Schachklischees brechen wollen. An diesem Abend ist das Caf\u00e9 keine M\u00e4nnerdom\u00e4ne. Und es fehlt nicht an Gespr\u00e4chsbereitschaft. Bei den Abenden von \u201eKnight Gambit\u201c gibt es keine \u00fcbergro\u00dfen Egos, auch keine schweigekloster\u00e4hnliche Stille. Aus der Anlage wabert elektronische Musik im moderaten Tempo in den lichtdurchfluteten Raum.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das ernste Vereinsspiel habe ihm nie so viel Spa\u00df gemacht, erkl\u00e4rt Daksh Mishra.\u00a0Bei ihren Schachabenden hingegen gebe es eine gechillte Atmosph\u00e4re, f\u00fcgt er an. Stammg\u00e4ste, die neben ihm stehen, nicken zustimmend. Allm\u00e4hlich f\u00fcllen sich die Tische mit Weingl\u00e4sern, Flaschen und Tellern mit Karottenkuchen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Elektronische Musik l\u00e4uft im Hintergrund \u2013 laut genug, um die Stille zu brechen, leise genug f\u00fcr Gespr\u00e4che.\u00a0An jedem zweiten Tisch wird Englisch gesprochen \u2013 die gemeinsame Sprache vieler internationaler Gro\u00dfstadtbekanntschaften.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/cybermobbing-ki-app-schutz-kinder-li.3517569\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;ich_war_immer_froh_wenn_die_pause_vorbei_war&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;leben_und_gesellschaft_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3517569&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchencybermobbing-ki-app-schutz-kinder-li3517569\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/21a11de0-e3a2-478b-8713-cff127f6e8e4.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Mobbing<\/p>\n<p>:\u201eIch war immer froh, wenn die Pause vorbei war\u201c<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-schema-org-speakable=\"true\">Als Kind wurde Leonardo Benini gemobbt und hat es niemandem erz\u00e4hlt, nicht einmal seinen Eltern. Heute ist er 23 Jahre alt und will mit einer App verhindern, dass andere Kinder damit allein bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>SZ PlusVon Sophie-Louise Gartmann<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Niveau am Brett reicht vom Turnierspieler, der im Sekundentakt mit chirurgischer Pr\u00e4zision sowohl L\u00e4ufer als auch Schachuhr bedient, bis zum Anf\u00e4nger, der froh ist, fehlerfrei eine Rochade hinzubekommen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Alle zwei Wochen organisieren die drei Freunde an wechselnden Orten Schachabende. Daniel Ramos erkl\u00e4rt, f\u00fcr ihn sei es wichtig, dass sich die Leute so wohlf\u00fchlen, dass sie wiederkommen. \u201eBisher funktioniert das gut\u201c, sagt er. St\u00e4ndig wechseln sie von Tisch zu Tisch. Sie fragen nach Beruf, Hobby und Lieblingser\u00f6ffnung, geben Tipps und achten darauf, dass nicht immer dieselben Spieler gegeneinander antreten. Ihr Ziel: Menschen miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen. \u201eIch habe hier schon viele unterschiedliche Menschen kennengelernt\u201c, sagt ein junger Mann, der regelm\u00e4\u00dfig zu diesen Schachabenden kommt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">An ihrem erfolgreichsten Abend z\u00e4hlten sie 70 Teilnehmer. Das Publikum ist eher jung, international und bunt gemischt: Studenten, einige Berufst\u00e4tige, M\u00e4nner und Frauen. Dass solche Formate aktuell einen Nerv treffen, zeigen Erfolgsgeschichten aus anderen Gro\u00dfst\u00e4dten \u2013 wie der \u201eLA Chess Club\u201c, der inzwischen sogar eine Dating-App betreibt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Tobias Tiemann, Daniel Ramos und Daksh Mishra werben haupts\u00e4chlich in den sozialen Medien f\u00fcr ihre Abende. Die digitalen Plattformen dienen ihnen dabei als Mittel zum Zweck: Sie nutzen sie, um Menschen an einen Ort zu bringen, an dem pers\u00f6nliche Begegnungen m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Coronavirus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Ansto\u00df dazu kam auch aus der Corona-Pandemie<\/a>: Schach wurde online popul\u00e4r, und die drei Gr\u00fcnder fanden auf ganz unterschiedliche Weise zu dem Spiel zur\u00fcck. W\u00e4hrend Daksh Mishra in dieser Zeit Schach f\u00fcr sich entdeckte, fanden Tobias Tiemann und Daniel Ramos \u2013 die seit ihrer Jugend spielen \u2013 den Weg zur\u00fcck ans Brett. Wie Millionen andere Menschen verbrachten sie viel Zeit auf Online-Schachportalen. \u201eIch habe mir w\u00e4hrend Covid \u201aThe Queen\u2018s Gambit\u2018 angesehen\u201c, sagt Tobias Tiemann \u2013 die Serie wird h\u00e4ufig als ein Ausl\u00f6ser des neuen Schachbooms genannt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit \u201eKnight Gambit\u201c \u00fcbersetzen die drei jungen M\u00fcnchner diesen Hype \u2013 mit etwas Verz\u00f6gerung \u2013 in die analoge Welt. Aktuell haben sie rund 20 Schachbretter, die sie den Teilnehmern zur Verf\u00fcgung stellen. Wichtig f\u00fcr Tobias Tiemann: \u201eDie Einstiegsh\u00fcrde soll weiterhin so niedrig wie m\u00f6glich bleiben.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die am h\u00e4ufigsten gestellte Frage aus der Community betrifft genau dieses Thema. \u201eDie Standardfrage lautet: Ich bin Anf\u00e4nger, kann ich trotzdem kommen?\u201c, sagt Daniel Ramos. \u201eDie Antwort ist immer: Ja. Uns ist wichtig, dass eine junge, gemischte Runde zusammenkommt\u201c, f\u00fcgt er an.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr sie spielt das K\u00f6nnen keine Rolle. Jeder ist willkommen. Ihr Konzept laute \u201esocial first\u201c, sagt Tobias Tiemann. Die einzige H\u00fcrde, sagt Tiemann, sei die eigene \u00dcberwindung, \u00fcberhaupt hierherzukommen. Wer kommen will, muss nichts k\u00f6nnen. Er muss nur bereit sein, sich an ein Brett zu setzen.<\/p>\n<p>Junge Leute<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> lebt. Viele junge Menschen in der Stadt verfolgen aufregende Projekte, haben interessante Ideen und k\u00f6nnen spannende Geschichten erz\u00e4hlen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Junge_Leute_M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier werden diese Menschen vorgestellt \u2013 von jungen Autoren<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Lust mitzuarbeiten? Einfach eine E-Mail an die Adresse <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/mailto:jungeleute@sz.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">jungeleute@sz.de<\/a> schicken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tobias Tiemann, 24, dr\u00fcckt einem jungen Mann zur Begr\u00fc\u00dfung selbst gebackenen Karottenkuchen in die Hand.\u00a0Im Milla Caf\u00e9 in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1286186,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,16745,30,170869,2057,3311,1268,28349,265,149],"class_list":["post-1286185","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-freizeit-in-muenchen","tag-germany","tag-junge-leute-muenchen","tag-leben-und-gesellschaft","tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","tag-muenchen","tag-schach","tag-sport","tag-sueddeutsche-zeitung"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1286185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1286185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1286185\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1286186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1286185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1286185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1286185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}