{"id":1286204,"date":"2026-09-07T10:39:18","date_gmt":"2026-09-07T10:39:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286204\/"},"modified":"2026-09-07T10:39:18","modified_gmt":"2026-09-07T10:39:18","slug":"freddie-mercury-wie-ihn-die-welt-noch-nicht-gesehen-hat-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1286204\/","title":{"rendered":"Freddie Mercury, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat"},"content":{"rendered":"<p>Zum 80. Geburtstag von Freddie Mercury ver\u00f6ffentlicht Mary Austin, seine einstige Verlobte und engste Freundin bis zu seinem Tod, das Buch \u201eEin Leben in Songs\u201c. Und zeigt ein intimes Portr\u00e4t des Ausnahmes\u00e4ngers.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Freddie Mercury tr\u00e4gt auf einem der vielen bislang unver\u00f6ffentlichten Fotos im neuen Buch von Mary Austin eine Katze auf dem R\u00fccken wie ein Baby. Auf einem anderen dr\u00fcckt er ihr einen Kuss auf den Kopf, auf einem dritten wiegt er sie behutsam im Arm. Es sind Bilder, die man vom gr\u00f6\u00dften Paradiesvogel der Rockmusik nicht kennt \u2013 einem K\u00fcnstler, den man sich eher in seinen ikonischen Posen vorstellt, schwei\u00dfnass, die Faust gen Himmel gereckt, vor hunderttausend Menschen. \u201eEr liebte ihre Unabh\u00e4ngigkeit, diesen Hauch von etwas Wildem\u201c, erz\u00e4hlt Mary im Interview mit WELT \u00fcber Mercurys Katzen Tom, Jerry, Goliath und Delilah. \u201eKatzen faszinierten ihn, weil sie etwas in ihm selbst widerspiegelten. In gewissem Sinne waren sie seine Musen. Ich glaube, f\u00fcr Freddie war das ganze Leben eine Muse.\u201c<\/p>\n<p>Das ganze Leben eine Muse: ein Satz, der auch die Essenz ihres Buches \u201eEin Leben in Songs\u201c (C. H. Beck) treffend zusammenfasst, jene \u00fcberbordende Hommage mit privaten, bisher nie gesehenen Fotos sowie zahlreichen Notizzetteln mit gekritzelten Texten zu den gro\u00dfen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/gesellschaft\/article6a5e5e1ebda7f6883b0daad0\/adam-lambert-vom-castingstar-zum-gefeierten-queen-frontmann-eine-reise-voller-herausforderungen-und-erfolge.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/gesellschaft\/article6a5e5e1ebda7f6883b0daad0\/adam-lambert-vom-castingstar-zum-gefeierten-queen-frontmann-eine-reise-voller-herausforderungen-und-erfolge.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Queen-Hits.<\/a> Am 5. September w\u00e4re der 1991 verstorbene Freddie Mercury 80 Jahre alt geworden. Wer verstehen will, warum die heute 75-j\u00e4hrige Mary Austin, die Frau, der Mercury an Weihnachten 1973 einen Heiratsantrag machte, bevor er ihr Jahre sp\u00e4ter seine Bisexualit\u00e4t offenbarte, noch immer so warmherzig \u00fcber ihn spricht, muss begreifen, was diese beiden verband: eine Liebe, die sich wandelte, aber nie aufh\u00f6rte. Er vermachte ihr nach seinem Tod die H\u00e4lfte seines Besitzes, darunter sein Haus in Kensington, die Garden Lodge. Das Buch wirkt zuweilen wie ein Hochzeitsalbum zweier Menschen, die nur nie im traditionellen Sinne verheiratet waren. \u201eWir haben uns einfach geliebt\u201c, sagt sie. \u201eDie Bezeichnung f\u00fcr diese Liebe hat sich im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert und wurde irgendwann \u00fcberfl\u00fcssig. Sie war \u2013 und ist bis heute \u2013 bedingungslos.\u201c<\/p>\n<p>Es gibt Dutzende B\u00fccher, Dokus und Filme \u00fcber Queen. Doch \u201eEin Leben in Songs\u201c zeigt einen Mercury, wie man ihn noch nicht gesehen hat: privat, sch\u00fcchtern, verspielt, verletzlich. Seit 2022 durchforstete Austin in der Garden Lodge Truhen, Schubladen und die Klavierbank und stie\u00df auf Fotos und Notizbl\u00f6cke mit Songtexten. Das Buch beginnt mit einer Anekdote im Pub \u201eThe Swan\u201c, als Freddie, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/plus172232451\/Queen-Gitarrist-Brian-May-Mein-Magen-rumorte-ich-fuehlte-mich-wie-gelaehmt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/plus172232451\/Queen-Gitarrist-Brian-May-Mein-Magen-rumorte-ich-fuehlte-mich-wie-gelaehmt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gitarrist Brian May,<\/a> Schlagzeuger Roger Taylor und Austin \u00fcber einen Bandnamen debattierten. May schlug \u201eBuild Your Own Boat\u201c vor, was auch Austin gefiel, Mercury \u201eQueen\u201c \u2013 und fragte ausgerechnet Austin nach ihrer Meinung. \u201eFreddie wusste bereits, was er wollte, und nichts, was ich \u2013 oder sonst irgendjemand \u2013 gesagt h\u00e4tte, h\u00e4tte ihn umgestimmt\u201c, sagt sie, und f\u00fcgt hinzu, sie glaube nicht, dass er sie in jenem Moment ernsthaft auf die Probe stellen wollte. \u201eEr war eher neugierig und verspielt.\u201c<\/p>\n<p>Neugierig und verspielt \u2013 das trifft auch auf Mercurys \u00fcberbordende Kreativit\u00e4t zu. So entstanden Teile von \u201eBohemian Rhapsody\u201c und vieler anderer Songs auf Notizbl\u00f6cken der Fluggesellschaft British Midland Airways, bei der Mercurys Vater arbeitete. \u201eInspiration meldete sich bei ihm nicht h\u00f6flich an, er griff auf sie zu, wo immer sie ihn traf\u201c, erkl\u00e4rt Austin. Nachdem ihre Liebesbeziehung 1976 zerbrochen war, blieben die beiden engste Freunde \u2013 und, wie Austin es nennt, Familie. Offen schreibt sie \u00fcber den schwersten Konflikt ihrer Freundschaft: die Tage vor dem Konzertereignis Live Aid 1985, als sie Mercury zu dem Auftritt dr\u00e4ngte, er das anfangs nicht wollte und sp\u00e4ter tagelang nicht mit ihr sprach. \u201eWir waren immer ehrlich zueinander\u201c, sagt sie. \u201eAber Ehrlichkeit ist nicht immer einfach.\u201c Erst sp\u00e4ter sei ihr bewusst geworden, wie sehr gerade dieser Auftritt ihm sein Selbstvertrauen zur\u00fcckgab.<\/p>\n<p>Auch von Mercurys Kampfeswillen erz\u00e4hlt das Buch: Die Zusammenarbeit mit der Operns\u00e4ngerin Montserrat Caball\u00e9 an \u201eBarcelona\u201c begann 1987, als er bereits an den Folgen seiner Aids-Erkrankung litt, Kraft und Sehverm\u00f6gen verlor. \u201eSelbst unter Schmerzen wollte er weiterschreiben\u201c, sagt Austin. Am 23. November 1991 gab Mercury \u00f6ffentlich bekannt, an Aids erkrankt zu sein \u2013 einen Tag sp\u00e4ter starb er in der Garden Lodge.<\/p>\n<p>Dieses Buch ist nicht nur eine Schatztruhe f\u00fcr seine Fans \u2013 es ist zugleich sein Verm\u00e4chtnis, das ihn in all seiner schillernden Vielseitigkeit zeigt, die auch den Sound von Queens ausgemacht hat. Dieses Spiel ohne Grenzen: mit seiner Mischung aus Prog- und Stadionrock, mit Anleihen bei Swing und sogar Rap \u2013 anything goes. Songs wie \u201eWe Will Rock You\u201c, \u201eWe Are The Champions\u201c, \u201eCrazy Little Thing Called Love\u201c oder \u201eWho Wants To Live Forever\u201c wurden zu Welthits und Hymnen, die noch heute jeder kennt. Auf Spotify verzeichnet Queen monatlich 48,5 Millionen H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer \u2013 mehr als Beatles (36,6 Millionen) und Rolling Stones (29,7 Millionen). Der Kinofilm \u201eBohemian Rhapsody\u201c (2018), f\u00fcr den Rami Malek einen Oscar erhielt, brachte Queen einem jungen Publikum nahe.<\/p>\n<p>Zu seinem 80. Geburtstag folgen zwei weitere Hommagen: Am 24. Oktober er\u00f6ffnet das Londoner V&amp;A Museum die Ausstellung \u201eFreddie Mercury. Splendid Things\u201c mit B\u00fchnenoutfits \u2013 an deren Auswahl Austin mitwirkte. Am 7. Oktober kommt der Konzertfilm \u201eQueen Budapest\u201c in die Kinos, ein Mitschnitt des ersten Auftritts der Band hinter dem Eisernen Vorhang im Jahr 1986.<\/p>\n<p>Am Ende des Buches von Mary Austin steht die Frage nach \u201eThese Are The Days Of Our Lives\u201c, dem letzten Video von 1991, in dem Mercury fl\u00fcstert: \u201eI still love you.\u201c An wen hat er diese Botschaft gerichtet \u2013 an seine Fans, das Leben an sich oder vielleicht doch seine ehemalige Verlobte und lebenslange Vertraute? Austins Antwort: \u201eIch habe immer geglaubt, dass er diesen Satz im weitesten Sinne meinte: an seine Fans, an jene von uns, die ihm nahestanden, und, ja, an das Leben, das er gelebt hat.\u201c Er selbst hatte es 1978 mal so formuliert: \u201eIch liebe es, mich mit prunkvollen Dingen zu umgeben. Ich m\u00f6chte ein viktorianisches Leben f\u00fchren, umgeben von exquisitem Krimskrams.\u201c Ein Leben, randvoll mit Songs, Katzen, Freunden \u2013 und einer Liebe, die nie wirklich endete.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum 80. 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