{"id":128716,"date":"2025-05-21T18:33:19","date_gmt":"2025-05-21T18:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/128716\/"},"modified":"2025-05-21T18:33:19","modified_gmt":"2025-05-21T18:33:19","slug":"usa-planen-weltraum-abwehr-wie-funktioniert-der-golden-dome","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/128716\/","title":{"rendered":"USA planen Weltraum-Abwehr: Wie funktioniert der Golden Dome?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gibt es einen Schutz vor Atomraketen? Die USA wollen es versuchen: Golden Dome hei\u00dft das von US-Pr\u00e4sident Trump gestartete Projekt, in dem der Weltraum eine wichtige Rolle spielen soll. Bisher sind nur wenige Details bekannt. Doch Planspiele dazu gibt es schon l\u00e4nger.<\/strong><\/p>\n<p>Bereits in den 1980er Jahren tr\u00e4umte ein US-Pr\u00e4sident von einer Abwehr gegen Atomraketen. Die als &#8222;Star Wars&#8220; bel\u00e4chelte Idee von Ronald Reagan scheiterte jedoch. Jetzt startet US-Pr\u00e4sident Donald Trump einen neuen Versuch: Golden Dome. Das Konzept lehnt sich sprachlich an das robuste israelische Abwehrsystem Iron Dome an. Doch die USA sind im Vergleich zu Israel riesig und deutlich schwieriger gegen Raketen zu verteidigen als das kleine Israel. Wie soll das System also funktionieren?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst: Was m\u00f6chten die USA eigentlich abwehren? US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, dass der geplante Schutzschild &#8222;das Heimatland vor Marschflugk\u00f6rpern, ballistischen Raketen, Hyperschallraketen und Drohnen&#8220; sch\u00fctzen solle &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um konventionelle oder nukleare Raketen handelt.<\/p>\n<p>Bisheriges System zu klein<\/p>\n<p>Die USA haben bereits ein System zur Abwehr von ballistischen Raketen im Einsatz: Es besteht aus etwas \u00fcber 40 Abfangraketen, die feindliche Raketen w\u00e4hrend ihrer Flugphase im Weltraum rammen und zerst\u00f6ren sollen. Die meisten Abfangraketen sind in Alaska stationiert, vier in Kalifornien. Das System dient prim\u00e4r der Abschreckung gegen\u00fcber Nordkorea. Dazu kommen weitere US-Raketenabwehrsysteme auf Schiffen und zu Land, welche Raketen abfangen, die bereits kurz vor dem Ziel sind. Gegen die riesigen Raketen-Arsenale von China und Russland w\u00e4ren die bisherigen Systeme aber weitgehend wirkungslos.<\/p>\n<p>Was soll nun anders werden? Viele Details zum Golden Dome gab die US-Regierung bisher nicht bekannt. Doch offenbar soll eine neue Komponente eine wichtige Rolle spielen: der Weltraum. Von dort aus sollen Satelliten im Ernstfall Starts und Flugbahnen von angreifenden Raketen erfassen und \u00fcberwachen. In Trumps <a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/fact-sheets\/2025\/01\/fact-sheet-president-donald-j-trump-directs-the-building-of-the-iron-dome-missile-defense-shield-for-america\/\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Executive Order<\/a> aus dem Januar ist auch von weltraumgest\u00fctzten Abfangraketen die Rede. Bereits in seiner ersten Amtszeit gab es \u00dcberlegungen und Konzepte in dieser Richtung.<\/p>\n<p>Planspiele kursieren schon l\u00e4nger<\/p>\n<p>In einer <a href=\"https:\/\/www.defense.gov\/Portals\/1\/Interactive\/2018\/11-2019-Missile-Defense-Review\/The%202019%20MDR_Executive%20Summary.pdf\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Analyse des Pentagon<\/a> aus dem Jahr 2019 wird bereits eine Weltraum-Raketenabwehr thematisiert. Diese sei gegen\u00fcber landbasierten Systemen &#8222;effektiver, widerstandsf\u00e4higer und anpassungsf\u00e4higer gegen\u00fcber bekannten und unerwarteten Bedrohungen&#8220;, hei\u00dft es darin. Weltraumgest\u00fctzte Sensoren k\u00f6nnten Raketenstarts von fast jedem Ort der Welt erkennen und &#8222;von der Geburt bis zum Tod&#8220; verfolgen.<\/p>\n<p>Im Weltraum stationierte Abfangraketen k\u00f6nnten feindliche Raketen bereits kurz nach dem Start bek\u00e4mpfen, hei\u00dft es in dem Pentagon-Papier. Denn in dieser Phase seien Raketen am verwundbarsten und k\u00f6nnten keine Gegenma\u00dfnahmen treffen. Dazu z\u00e4hlen in sp\u00e4teren Flugphasen etwa Ausweichman\u00f6ver oder das Aussetzen von T\u00e4uschk\u00f6rpern. Mithilfe von Weltraumwaffen k\u00f6nnten Interkontinentalraketen bereits \u00fcber dem Gebiet des Angreifers zerst\u00f6rt werden, so der Bericht. Fazit: &#8222;Die Stationierung im Weltraum k\u00f6nnte die Gesamtwahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abfangens offensiver Raketen erh\u00f6hen.&#8220;<\/p>\n<p>Konzepte mit Hunderten Satelliten<\/p>\n<p>Das Weltraumunternehmen SpaceX soll zusammen mit Partnern der US-Regierung ein Konzept f\u00fcr den Golden Dome vorgelegt haben, berichtete <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/musks-spacex-is-frontrunner-build-trumps-golden-dome-missile-shield-2025-04-17\/\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Reuters<\/a> Mitte April. Dieses umfasst demnach 400 bis mehr als 1000 \u00dcberwachungs-Satelliten und 200 mit Raketen und Lasern ausgestattete Angriffs-Satelliten. Allerdings hatte SpaceX-Chef Elon Musk auf <a href=\"https:\/\/x.com\/elonmusk\/status\/1912922277148086445\" rel=\"Follow\" target=\"_blank\">X<\/a> ein solches Angebot sp\u00e4ter dementiert.<\/p>\n<p>Das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton hatte im M\u00e4rz ein <a href=\"https:\/\/aviationweek.com\/space\/satellites\/booz-allen-proposes-brilliant-swarm-space-based-interceptor-system\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">alternatives System mit 2000 Abwehrsatelliten vorgestellt<\/a>. Diese Satelliten sollen sowohl als Sensoren als auch als Abfangj\u00e4ger fungieren. Wenn die Satelliten den Start einer Rakete erkennen, sollen andere, die sich in der N\u00e4he befinden, losfliegen, um eine anfliegende Rakete zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Kosten im mehrstelligen Milliardenbereich<\/p>\n<p>Was in den 1980er Jahren noch als zu teuer galt, scheint heute machbar zu sein: SpaceX hat bereits 7000 Starlink-Satelliten ins All transportiert. Grund sind die in den vergangenen Jahren gesunkenen Kosten von Weltraumstarts. Dennoch d\u00fcrfte der Golden Dome teuer werden: Nach Trumps Worten wird das Projekt rund 175 Milliarden Dollar kosten. Eine Einsch\u00e4tzung des f\u00fcr den US-Kongress arbeitenden Budget Office geht von <a href=\"https:\/\/www.cbo.gov\/publication\/61237\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">bis zu 542 Milliarden Dollar<\/a> aus.<\/p>\n<p>In rund drei Jahren soll der &#8222;Raketenabwehrschild der n\u00e4chsten Generation&#8220; laut Trump einsatzbereit sein. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, wird sich zeigen. Das System d\u00fcrfte eine gewaltige logistische und finanzielle Herausforderung darstellen. Unklar ist zudem, wie China und Russland darauf reagieren. Kritiker bef\u00fcrchten bereits ein neues Wettr\u00fcsten &#8211; diesmal auch im All.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gibt es einen Schutz vor Atomraketen? 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