{"id":1287263,"date":"2026-09-07T22:12:27","date_gmt":"2026-09-07T22:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1287263\/"},"modified":"2026-09-07T22:12:27","modified_gmt":"2026-09-07T22:12:27","slug":"nach-vorfaellen-bei-der-wm-in-aachen-aendert-die-fei-jetzt-ihre-blutregel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1287263\/","title":{"rendered":"Nach Vorf\u00e4llen bei der WM in Aachen: \u00c4ndert die FEI jetzt ihre Blutregel?"},"content":{"rendered":"<p>Blutregel: FEI will Unterschiede zwischen den Disziplinen \u00fcberpr\u00fcfen<\/p>\n<p>Die sogenannte <strong>Blutregel <\/strong>geh\u00f6rt zu den kontrovers diskutierten Themen im internationalen <strong>Pferdesport<\/strong>. Nun besch\u00e4ftigt sich der <strong>Weltreiterverband FEI<\/strong> erneut intensiv damit.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurde 2026 eine sogenannte &#8222;Horse Condition Task Force&#8220; eingerichtet. Sie soll die bestehenden Protokolle, Regeln und Sanktionen der unterschiedlichen FEI-Disziplinen \u00fcberpr\u00fcfen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen st\u00e4rker angepassten Umgang entwickeln.<\/p>\n<p>Konkret geht es unter anderem darum, die <strong>derzeitigen Blutregeln<\/strong> umfassend zu analysieren, Unterschiede und m\u00f6gliche L\u00fccken zwischen den Regelwerken zu identifizieren und Definitionen sowie Vorgehensweisen f\u00fcr Offizielle zu vereinheitlichen. Dabei stellt die FEI ausdr\u00fccklich klar: Eine m\u00f6gliche Angleichung soll das Bekenntnis zum Pferdewohl wahren. Gleichzeitig sollen notwendige Besonderheiten einzelner Disziplinen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><strong>Im Mittelpunkt soll das Pferdewohl stehen.<\/strong> Doch gerade aus der Dressur kommt Widerstand gegen eine m\u00f6gliche Lockerung der bisherigen Null-Toleranz-Regel. Wie relevant die Debatte ist, zeigte erst die WM in Aachen.<\/p>\n<p>Springen und Dressur: Bislang gelten unterschiedliche Konsequenzen<\/p>\n<p>Wie gro\u00df die Unterschiede sind, zeigt ein Vergleich von Springen und Dressur.<\/p>\n<p>Im Springreiten gilt seit Anfang 2026 ein neues System. <strong>Blut, das auf eine Einwirkung des Reiters zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, <\/strong>f\u00fchrt nicht mehr in jedem Fall automatisch zum Ausschluss, sondern kann eine sogenannte Recorded Warning zur Folge haben. Bei zwei entsprechenden Verwarnungen innerhalb von zw\u00f6lf Monaten drohen eine Geldstrafe und eine einmonatige Sperre.<\/p>\n<p>Nach Angaben der FEI, wurden seit Inkrafttreten der Regel am 1. Januar bis Anfang September bereits 282 solcher Verwarnungen ausgesprochen; in 13 F\u00e4llen kam es zu einer Sperre.<\/p>\n<p>In der <strong>Dressur ist die Regel weiterhin strenger:<\/strong> Wird bei der Kontrolle nach dem Ritt frisches Blut im Maul beziehungsweise im Bereich des Mauls oder im Bereich der Sporeneinwirkung festgestellt, f\u00fchrt dies zur Disqualifikation.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/2304254.jpg\" class=\"w-full absolute left-1\/2 top-1\/2 -translate-x-1\/2 -translate-y-1\/2\" alt=\"Isabell Werth und Wendy de Fontaine w\u00e4hrend einer Dressurpr\u00fcfung im Viereck&#10;\" title=\"Isabell Werth, Wendy de Fontaine, Dressur, Dressurreiten, deutsches Team, FEI Dressage Nations Cup&#10;\" height=\"241\" width=\"430\"\/><\/p>\n<p>Lafrentz<\/p>\n<p>Bei der Dressur gilt bisher die Null-Toleranz-Regel.\u00a0<\/p>\n<p>WM in Aachen zeigte die Tragweite der Regel<\/p>\n<p>Wie unmittelbar diese Bestimmung sportliche Konsequenzen haben kann, zeigte sich erst vor wenigen Wochen bei den Weltmeisterschaften in Aachen.<\/p>\n<p>Im Grand Prix wurden am 11. August gleich zwei Reiterinnen nach ihren Pr\u00fcfungen aufgrund der Blutregel disqualifiziert: Rotem Jale Ibrahimzade aus der T\u00fcrkei mit Hexagon\u2019s Double Dutch sowie die Neuseel\u00e4nderin Wendi Williamson mit Don Vito MH.<\/p>\n<p>Bei Hexagon\u2019s Double Dutch war nach Angaben seiner Reiterin bei der Kontrolle ein kleiner <strong>Blutpunkt<\/strong> im Maul festgestellt worden. Sp\u00e4ter sei im Stall keine sichtbare Verletzung mehr erkennbar gewesen. Bei Don Vito MH wurde berichtet, dass sich der Wallach auf die Lippe gebissen hatte.<\/p>\n<p>Mehr zu diesen F\u00e4llen kannst du hier lesen:<\/p>\n<p>Gerade solche F\u00e4lle zeigen das Dilemma hinter der Diskussion: <strong>Blut am Pferd<\/strong> kann unterschiedliche Ursachen haben. F\u00fcr die Offiziellen stellt sich damit die Frage, ob und wie diese Ursachen zuverl\u00e4ssig unterschieden werden k\u00f6nnen und welche Konsequenz jeweils angemessen ist.<\/p>\n<p>Die <strong>geltende Dressurregel<\/strong> l\u00e4sst bei einem <strong>entsprechenden Blutbefund nach dem Ritt<\/strong> keinen solchen Interpretationsspielraum. Aber ist dieser \u00fcberhaupt n\u00f6tig?<\/p>\n<p><strong>Noch keine Einigung bei der FEI \u2013 Europ\u00e4ische Verb\u00e4nde wollen keine Aufweichung der Dressurregel<\/strong><\/p>\n<p>Die Horse Condition Task Force kam erstmals am 29. Juni am FEI-Sitz in Lausanne zusammen. Vertreter aus verschiedenen Disziplinen und Gremien, nationale Verb\u00e4nde, Aktive und Offizielle diskutierten dort die bestehenden Regelungen und m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Viele europ\u00e4ische Verb\u00e4nde sprechen sich deutlich <strong>gegen eine \u00c4nderung der Dressurregel<\/strong> aus. Eine Abkehr von der bisherigen Null-Toleranz-Regel w\u00e4re aus Sicht vieler ein R\u00fcckschritt.<\/p>\n<p>Zwar erkenne man an, dass Blut auch an Stellen auftreten k\u00f6nne, die nicht im Einflussbereich des Reiters liegen oder nicht unmittelbar durch Ausr\u00fcstung verursacht worden seien. Das Problem sei jedoch, die genaue Ursache w\u00e4hrend eines Wettkampfs oder auf dem Abreiteplatz zuverl\u00e4ssig festzustellen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der FEI bestand breite \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, dass das Pferdewohl im Zentrum der Regeln stehen muss. Gleichzeitig zeigte sich, wie komplex eine einheitliche L\u00f6sung \u00fcber verschiedene Disziplinen hinweg ist.<\/p>\n<p>Eine <strong>konkrete Einigung \u00fcber eine neue Blutregel<\/strong> gibt es bislang nicht. Die Diskussionen dauern an.<\/p>\n<p><strong>Kommentar: Pferdewohl braucht Regeln, die nachvollziehbar sind<\/strong><\/p>\n<p>Ich finde, bei der Diskussion um eine Angleichung der Blutregel geht es um weit mehr als die Frage, ob ein einzelner Blutpunkt automatisch das sportliche Aus bedeuten sollte. Ein Regelwerk muss Pferde konsequent vor unangemessener Einwirkung sch\u00fctzen. Gleichzeitig muss es f\u00fcr Reiter, Offizielle und nicht zuletzt f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nachvollziehbar sein, warum ein Fall welche Konsequenzen hat. Die WM in Aachen hat gezeigt, dass diese Regeln keineswegs theoretischer Natur sind. Sie entscheiden im Ernstfall nicht nur \u00fcber das Ausscheiden auf gr\u00f6\u00dfter sportlicher B\u00fchne, sondern senden zugleich ein Signal dar\u00fcber, welchen Stellenwert das Pferdewohl im internationalen Spitzensport tats\u00e4chlich hat. Ob eine Harmonisierung der Blutregel dieses Signal st\u00e4rken kann oder gar das Gegenteil, wird deshalb entscheidend davon abh\u00e4ngen, <strong>wie<\/strong> die FEI sie ausgestaltet \u2013 und nicht allein davon, ob k\u00fcnftig in allen Disziplinen dieselben Regeln gelten. Das w\u00e4re zu einfach gedacht. Dass eine Aufweichung der Null-Toleranz bei der Dressur von vielen nationalen Verb\u00e4nden abgelehnt wird, stimmt mich zuversichtlich. Am Ende sollte doch nicht die sportliche Verwertbarkeit eines Rittes, sondern der Schutz des Pferdes den Ausschlag geben. Bei Blut am Pferd -egal in welcher Disziplin- muss eine klare Grenze gezogen und je nach Fall verantwortungsvoll gehandelt werden. Punkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Blutregel: FEI will Unterschiede zwischen den Disziplinen \u00fcberpr\u00fcfen Die sogenannte Blutregel geh\u00f6rt zu den kontrovers diskutierten Themen im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1287264,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1853],"tags":[1424,265386,241360,3364,29,265388,20397,548,663,3934,199259,30,13,265387,265390,14,15,1209,20352,18672,12,53944,265385,265389],"class_list":["post-1287263","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aachen","tag-aachen","tag-blutregel","tag-cav-aktuelles","tag-de","tag-deutschland","tag-don-vito-mh","tag-dressur","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-fei","tag-germany","tag-headlines","tag-hexagons-double-dutch","tag-horse-condition-task-force","tag-nachrichten","tag-news","tag-nordrhein-westfalen","tag-pferdesport","tag-reiterwelt","tag-schlagzeilen","tag-springreiten","tag-weltreiterverband","tag-wm-in-aachen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117232060018518190","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1287263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287263\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1287264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1287263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1287263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1287263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}