{"id":1287670,"date":"2026-09-08T03:19:28","date_gmt":"2026-09-08T03:19:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1287670\/"},"modified":"2026-09-08T03:19:28","modified_gmt":"2026-09-08T03:19:28","slug":"kritik-zu-look-back-die-realverfilmung-des-manga-megahits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1287670\/","title":{"rendered":"Kritik zu Look Back: Die Realverfilmung des Manga-Megahits"},"content":{"rendered":"<p class=\"bo-p\">Mit mehr als 280.000 Besucher*innen avancierte der Anime \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/324790.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chainsaw Man \u2013 The Movie: Reze Arc<\/a>\u201c im vergangenen Jahr auch in Deutschland zum Kinoph\u00e4nomen. Der titelgebende Teufelsj\u00e4ger mit seinen Kettens\u00e4gen-Gliedma\u00dfen ist die popul\u00e4rste Sch\u00f6pfung des Manga-K\u00fcnstlers <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/923656.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tatsuki Fujimoto<\/a>, der 2021 mit dem immens pers\u00f6nlichen One-Shot-Manga \u201eLook Back\u201c aber ebenfalls einen massiven Erfolg sowohl bei der Kritik als auch bei der Leserschaft. In der Folge entwickelten sich gleich zwei Filmprojekte parallel: Zun\u00e4chst <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/1000002984.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erschien 2024 der Anime \u201eLook Back\u201c<\/a>, an dem der Regisseur und Zeichner Kiyotaka Oshiyama \u2013 wie seine jungen Protagonistinnen \u2013 bis zur k\u00f6rperlichen Ersch\u00f6pfung arbeitete, um dem rohen, skizzenhaften Stil der Vorlage gerecht zu werden. <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Der Lohn: Trotz eines schmalen Budgets und einer Laufzeit von gerade einmal 58 Minuten sorgte eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mundpropaganda daf\u00fcr, dass sich der Film wochenlang an der Spitze der japanischen Kinocharts halten konnte. Zwei Jahre sp\u00e4ter folgt nun die ungleich gro\u00dfz\u00fcgiger budgetierte Realverfilmung \u2013 und auch die d\u00fcrfte sicher wieder einschlagen wie eine Bombe. Der japanische Meisterregisseur und Goldene-Palme-Gewinner <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/30076.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hirokazu Koreeda<\/a> (\u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/262694.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Shoplifters &#8211; Familienbande<\/a>\u201c) hat zwar noch nie zuvor einen Manga verfilmt, ist aber ber\u00fchmt daf\u00fcr, aus seinen Kinderdarsteller*innen regelm\u00e4\u00dfig so starke Leistungen wie sonst niemand herauszukitzeln. Das ist auch in \u201e<b>Look Back<\/b>\u201c nicht anders \u2013 und so ist es ein pures Gl\u00fcck, zwei junge M\u00e4dchen bei ihrer unbeirrbaren Zeichenkarriere zu begleiten. Bis das Schicksal gnadenlos-herzzerrei\u00dfend zuschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" die=\"\" selbstbewusste=\"\" fujino=\"\" nanase=\"\" und=\"\" sch=\"\" kyomoto=\"\" okada=\"\" werden=\"\" durch=\"\" ihre=\"\" gemeinsame=\"\" leidenschaft=\"\" f=\"\" manga-zeichnen=\"\" zu=\"\" besten=\"\" freundinnen.=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/d48cbee373bafe9bb96e26c991a8d53e.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Die selbstbewusste Fujino (Furi Nanase) und die sch\u00fcchterne Kyomoto (Rokka Okada) werden durch ihre gemeinsame Leidenschaft f\u00fcrs Manga-Zeichnen zu besten Freundinnen. \"\/><\/p>\n<p>                                    GKIDS \/ Goodfellas \/ K2 Pictures<\/p>\n<p>                    Die selbstbewusste Fujino (Furi Nanase) und die sch\u00fcchterne Kyomoto (Rokka Okada) werden durch ihre gemeinsame Leidenschaft f\u00fcrs Manga-Zeichnen zu besten Freundinnen. <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Die Viertkl\u00e4sslerin Fujino (Furi Nanase) ist stolz darauf, pro Ausgabe zwei kurze Manga-Strips f\u00fcr die Schulzeitung zu zeichnen. Allerdings sieht sie auch keinen Grund, sich noch mehr anzustrengen, schlie\u00dflich ist ihr die Bewunderung aller eh schon sicher. Aber das \u00e4ndert sich, als ihr Lehrer sie eines Tages fragt, ob sie nicht ausnahmsweise einen der Pl\u00e4tze an eine andere Sch\u00fclerin abgeben k\u00f6nnte, die zwar offiziell Teil der Schule ist, aber wegen ihrer Phobien das eigene Haus nicht verl\u00e4sst. Fujino stimmt selbstsicher zu, fragt aber auch nach: \u201eWenn sie sich nicht mal in die Schule traut, wie soll sie dann Mangas zeichnen?\u201c <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Doch dann die \u00dcberraschung: Kyomotos (Rokka Okada) Zeichnungen sind sehr viel ambitionierter und detailreicher als die von Fujino, die die \u201eNiederlage\u201c aber nicht einfach so akzeptiert, sondern den ganzen Sommer \u00fcber mit Zeichenlehrb\u00fcchern \u00fcber ihren Schreibtisch gebeugt verbringt, um an ihrer Technik zu arbeiten. Doch auch das reicht nicht, um an Kyomoto heranzukommen. Irgendwann v\u00f6llig frustriert will Fujino ihre Leidenschaft sogar schon aufgeben, als sich die beiden M\u00e4dchen schlie\u00dflich das erste Mal pers\u00f6nlich begegnen. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und einer jahrelangen k\u00fcnstlerischen Partnerschaft \u2026 <\/p>\n<p>Soooooooo sch\u00f6n \u2026<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Zum Gl\u00fcck haben Filme keine Kalorien, denn die ersten zwei Drittel von \u201eLook Back\u201c sind so s\u00fc\u00df, wie eine Geschichte nur sein kann \u2013 und das ist absolut nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil: Furi Nanase und Rokka Okada, die auch im realen Leben Klassenkameradinnen sind, haben eine fantastische Chemie zusammen \u2013 und ihre nahezu bedingungslose Leidenschaft f\u00fcrs Zeichnen ist hochgradig ansteckend. Wenn ihre Freundinnen oder ihre gro\u00dfe Schwester Fujino davon zu \u00fcberzeugen versuchen, doch endlich mal von ihrem Schreibtisch aufzustehen, um zum Eiscaf\u00e9 oder zum Karatetraining zu gehen, m\u00f6chte man sie fast schon mit aus dem Zimmer jagen. F\u00fcr die Grundsch\u00fclerinnen gibt es nichts Erf\u00fcllenderes, als das n\u00e4chste Manga-Panel fertigzustellen, und das geht irgendwann auch dem Publikum nicht anders.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Daran \u00e4ndert sich auch nichts, wenn Fujino und Kyomoto \u00e4lter werden und fortan von <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/953923.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Natsuki Deguchi<\/a> (\u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/1000002377.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drawing Closer<\/a>\u201c) und <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/835474.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aju Makita<\/a> (\u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/serien\/32767.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">House Of Ninjas<\/a>\u201c) verk\u00f6rpert werden. Die beiden Darstellerinnen haben als Vorbereitung einen viermonatigen Crashkurs im Manga-Zeichnen absolviert, um die Bewegungen bei ihrer leidenschaftlichen T\u00e4tigkeit so exakt wie m\u00f6glich ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Der \u201eLook Back\u201c-Realfilm dauert 40 Minuten l\u00e4nger als der Anime \u2013 und viel davon machen die Szenen aus, in denen die Kamera den M\u00e4dchen bei der Arbeit \u00fcber die Schulter schaut. \u00dcber die Jahre werden sie immer besser und besser \u2013 und mit ihnen werden auch die Methoden immer ausgefeilter. Auch auf den korrekten Sound der raschelnden Bleistifte und kratzenden F\u00fcller wurde dabei ganz besonders viel Wert gelegt. <\/p>\n<p>\u2026 und soooooooo traurig!<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Nach etwa zwei Dritteln gibt es eine Wendung, die nicht nur den Figuren, sondern auch dem Publikum den Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegzieht. Wenn man nicht um die Hintergr\u00fcnde des Mangas wei\u00df, erscheint die pl\u00f6tzliche Katastrophe vermutlich ein St\u00fcck weit beliebig (vielleicht sogar unverdient). Aber Tatsuki Fujimoto hat \u201eLook Back\u201c eben auch als direkte Reaktion auf den tragischen Brandanschlag auf das legend\u00e4re Anime-Studio KyoAni im Jahr 2019 verfasst. Er musste es einfach schreiben, um mit der Trauer fertig zu werden \u2013 und vermutlich gerade deshalb ist das Verlangen der Figuren, ebenfalls Kunst schaffen zu M\u00dcSSEN, so unglaublich authentisch geraten. <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Dieser Verantwortung ist sich auch Hirokazu Koreeda bewusst. \u201eLook Back\u201c wurde mit einem gewaltigen Extraaufwand \u00fcber einen Zeitraum von eineinhalb Jahren hinweg gedreht, um zu allen Jahreszeiten filmen zu k\u00f6nnen, ohne dabei auf Spezialeffekte zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen. So erinnern besonders die Aufnahmen des kleinen Sees vor dem St\u00e4dtchen, in dem Fujino und Kyomoto zur Schule gehen, an die alten europ\u00e4ischen Meister \u2013 und auch sonst ist \u201eLook Back\u201c einfach wundersch\u00f6n, schon als Manga und jetzt auch als Realfilm.   <\/p>\n<p class=\"bo-p\"><b>Fazit: Sooo sch\u00f6n und sooo traurig \u2013 eine kongeniale Verfilmung des Mangas von \u201eChainsaw Man\u201c-Mastermind Tatsuki Fujimoto, bei der \u201e<\/b><a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/56894.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Nobody Knows<\/b><\/a><b>\u201c-Regisseur Hirokazu Koreeda unter anderem erneut beweist, dass niemand besser mit Kinderdarsteller*innen arbeiten kann als er.<\/b><\/p>\n<p class=\"bo-p\">Wir haben \u201eLook Back\u201c beim Filmfestival in Venedig gesehen, wo er als Teil des offiziellen Wettbewerbs seine Weltpremiere gefeiert hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit mehr als 280.000 Besucher*innen avancierte der Anime \u201eChainsaw Man \u2013 The Movie: Reze Arc\u201c im vergangenen Jahr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1287671,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1771],"tags":[1778,29,214,30,95,1777,215],"class_list":["post-1287670","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-kino","tag-cinema","tag-deutschland","tag-entertainment","tag-germany","tag-kino","tag-movie","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1287670"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287670\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1287671"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1287670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1287670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1287670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}