{"id":1288158,"date":"2026-09-08T08:53:29","date_gmt":"2026-09-08T08:53:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288158\/"},"modified":"2026-09-08T08:53:29","modified_gmt":"2026-09-08T08:53:29","slug":"elsass-darum-fasziniert-diese-region-zwischen-deutschland-und-frankreich-viele-reisende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288158\/","title":{"rendered":"Elsass: Darum fasziniert diese Region zwischen Deutschland und Frankreich viele Reisende"},"content":{"rendered":"<p>Das Elsass ist ein Hochgenuss aus Geschichte und Landschaft, Kultur und Gastronomie. Die Grenzregion fasziniert mit ihrer jahrhundertealten Verbindung aus deutscher Bodenst\u00e4ndigkeit und franz\u00f6sischem Savoir-vivre.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein erhebender Moment! Man steht auf 757 Meter H\u00f6he und schaut auf eine der sch\u00f6nsten Landschaften Europas. Weit ausgebreitet liegt die Rheinebene unter einem. Geradeaus schweift der Blick in Richtung <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/deutschland-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/deutschland-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/schwarzwald-urlaub\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/schwarzwald-urlaub\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schwarzwald<\/a>, Kaiserstuhl.<\/p>\n<p>Rechts geht es nach der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/schweiz-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/schweiz-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a>, und bei klarer Sicht erhascht man noch ein St\u00fcck der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/alpen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/alpen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alpen<\/a>. Links aber liegt, was das Herz der Franzosen h\u00f6herschlagen l\u00e4sst: \u201eLa ligne bleue des Vosges\u201c, die blaue Linie der Vogesen, denn wir befinden uns am Ostrand des Mittelgebirges.<\/p>\n<p>Wir stehen auf der Hohk\u00f6nigsburg (franz\u00f6sisch Ch\u00e2teau du Haut-Koenigsbourg). Eine H\u00f6henburg, wie man sie sich vorstellt: mit Mauer, Zugbr\u00fccke, Wendeltreppen. Sie ist die meistbesuchte Sehensw\u00fcrdigkeit im <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/elsass\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/elsass\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Elsass<\/a>.<\/p>\n<p>Der Landstrich im Nordosten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreichs<\/a> ist eine Grenzregion am Rhein, die lange Zeit zu Deutschland geh\u00f6rte und immer wieder den Besitzer wechselte. \u00c4hnlich wie S\u00fcdtirol, um das sich lange Zeit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/oesterreich-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/oesterreich-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00d6sterreich<\/a> und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/italien-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/italien-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Italien<\/a> stritten. Und so ist es kein Zufall, dass ausgerechnet diese Hohk\u00f6nigsburg bei Schlettstadt (S\u00e9lestat), die j\u00e4hrlich gut eine halbe Million Touristen anzieht und das einzige \u201eMonument national\u201c des Elsass darstellt, in ihrer jetzigen Gestalt vom letzten deutschen Kaiser stammt.<\/p>\n<p>Diese 1908 au\u00dfen, 1914 innen fertiggestellte spektakul\u00e4re Mittelalterfantasie war nicht zuletzt als Machtdemonstration gedacht. Hier herrscht Deutschland, sollte das riesige Bollwerk sagen. Das war eine Botschaft, die man im Elsass, das 1871 Deutschland angegliedert wurde, mit gemischten Gef\u00fchlen vernahm. Gr\u00f6\u00dfere Teile der Einheimischen f\u00fchlten sich, obwohl sie Els\u00e4ssisch sprachen, einen deutschen Dialekt, Frankreich mehr verbunden als dem Deutschen Reich.<\/p>\n<p>Bis 1918 hielt sich ein stiller, hartn\u00e4ckiger Protest gegen die deutsche \u201eFremdherrschaft\u201c, von der das Land in den 47 Jahren, die sie w\u00e4hrte, durchaus auch profitierte. Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg wurde das Elsass wieder franz\u00f6sisch.<\/p>\n<p>Stracks ins Disneyland-Mittelalter <\/p>\n<p>Trotzdem ist unverkennbar, dass das Elsass durch die Deutschen einen betr\u00e4chtlichen Modernisierungsschub erfuhr. Man gehe nur einmal in Stra\u00dfburg zwischen Bahnhof und Place Kl\u00e9ber die Rue du 22 Novembre entlang, und man ermisst sofort, wie viel die alte Reichsstadt den deutschen Infrastrukturma\u00dfnahmen verdankt. Mit dieser Schneise wurde das Mittelalter zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Die Hohk\u00f6nigsburg hingegen f\u00fchrte stracks ins Mittelalter zur\u00fcck. In ein Disneyland-Mittelalter allerdings. Sie war das erste \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude des Elsass, das mit elektrischem Licht versehen wurde. Ihre mit Skulpturen geschm\u00fcckten Au\u00dfenw\u00e4nde, die holzget\u00e4felten R\u00e4ume, farbenfrohen Fresken, zierlich geschnitzten M\u00f6bel hatten mit dem kargen Zuschnitt solcher Bauwerke 500 Jahre zuvor nicht viel zu tun. Aber sch\u00f6n waren sie eben doch. Wilhelm II. plante die Burg von vornherein als Museum.<\/p>\n<p>Einen authentischeren Eindruck vom Leben an solchen Orten gewinnt man anderswo. Da w\u00e4re zum Beispiel etwas weiter s\u00fcdlich von Colmar das mittelalterliche Ch\u00e2teau du Hohlandsbourg auf 650 Meter H\u00f6he, auch als Burgruine Hohlandsberg bekannt.<\/p>\n<p>Mit ihrer Restaurierung begann man vor 40 Jahren. Damals hielt man sich schon an die Charta von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/venedig-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/venedig-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Venedig<\/a>. Sie besagte, dass man mit dem Wiederaufbau \u201edort aufh\u00f6ren m\u00fcsse, wo die Hypothesen beginnen\u201c. Demzufolge hat man diesen Sitz, der auf die Habsburger des 13. Jahrhunderts zur\u00fcckgeht, nur teilweise ausgestaltet wie die Hohk\u00f6nigsburg. Die privaten R\u00e4ume f\u00fcr die Herrschaften im oberen Burghof sind denn auch viel kleiner. Denn man wei\u00df inzwischen, dass die adeligen Besitzer dieser Festungen lieber in den St\u00e4dten wohnten und nur selten auf ihren Burgen nach dem Rechten sahen.<\/p>\n<p>Die dienten vor allem als Beobachtungsposten. Von hier oben aus konnte man nicht nur Bewegungen eigener oder fremder Truppen verfolgen, sondern auch Waldbr\u00e4nde schnell erkennen. In den schlecht beheizbaren und nur schwer mit Wasser zu versorgenden Burgen lebten selten mehr als 20 Personen; es gab ein paar Handwerker wie Schmiede, Maurer, Sattler. Dazu einen Koch und andere Bedienstete sowie zwei, drei Soldaten. Richtig verteidigen konnte man die Burgen also nicht, weswegen viele im Laufe der Jahrhunderte niedergebrannt wurden. Einst standen im Elsass gut 500 Burgen. Heute sind es immer noch knapp 100.<\/p>\n<p>Das wahre Leben spielte sich in der Ebene ab. Man sieht den D\u00f6rfern und St\u00e4dten an, dass hier Wohlstand herrschte. Der nat\u00fcrliche Reichtum des Landes in Form von Reben sorgte daf\u00fcr, dass Wein in alle Gegenden Europas exportiert wurde. Die beste Lage befindet sich angeblich auf dem Sch\u00f6nenberg, dem Hausberg von Riquewihr (Reichenweier). Hier gedeihen die Grands Crus des typischsten els\u00e4ssischen Weines, des Rieslings.<\/p>\n<p>STUDIENREISENExklusives Dankesch\u00f6n f\u00fcr Sie als Leser von WELT<\/p>\n<p class=\"c-teaser__intro\" data-external=\"Teaser.Intro\">8 Tage 5-Sterne-Studienreise Zypern ab 199 \u20ac statt 1.199 \u20ac!<\/p>\n<p>Ein Dorf als \u201eschw\u00e4bisch-els\u00e4ssisches Kunstwerk\u201c<\/p>\n<p>Riquewihr selbst, eines der sch\u00f6nsten D\u00f6rfer des gesamten Elsass, lohnt unbedingt den Besuch. Nicht nur wegen seines beliebten Turms der mittelalterlichen Stadtbefestigung, sondern weil sich hier der Mischcharakter der Region besonders bemerkbar macht.<\/p>\n<p>Allenthalben begegnet man hier an altem Mauerwerk dem jedem Schwaben bekannten Wappen mit den drei Hirschgeweihen. Riquewihr geh\u00f6rte n\u00e4mlich jahrhundertelang zur sogenannten Reichsromania. Das waren linksrheinische Besitzungen deutscher F\u00fcrsten. W\u00fcrttemberg besa\u00df beispielsweise die Grafschaft M\u00f6mpelgard (heute Montb\u00e9liard) in der Franche-Comt\u00e9, unterhalb des Elsass. Aber eben auch Reichenweier.<\/p>\n<p>Hier wurde 1487 einer der schillerndsten und umstrittensten Herrscher, Herzog Ulrich von W\u00fcrttemberg, geboren. Aufst\u00e4nde, Eifersuchtsmorde, Kriege, Revolutionen \u2013 kaum ein w\u00fcrttembergischer Regent sorgte f\u00fcr so viel Aufruhr. Eine verschn\u00f6rkelte Gedenktafel im Schlosshof erinnert daran. Herzog Ulrich f\u00fchrte sp\u00e4ter in W\u00fcrttemberg die Reformation ein.<\/p>\n<p>Und noch ein Schwabe hinterlie\u00df in Reichenweier seine Spuren: Der Renaissancearchitekt Heinrich Schickhardt. Er baute das vornehme Domizil der Familie Dieffenbach und f\u00fcgte einen eleganten Erker an, der \u00fcber Eck zwei Etagen versch\u00f6nte. Geschossgurte und gro\u00dfe Sprossenfenster sind weitere Markenzeichen Schickhardts, die sich hier noch an einem weiteren Patrizierhaus befinden.<\/p>\n<p>Der Architekturhistoriker Ehrenfried Kluckert hat Riquewihr der intimen Lauben und malerischen G\u00e4sschen wegen ein \u201eschw\u00e4bisch-els\u00e4ssisches Kunstwerk\u201c genannt. Womit er vollkommen recht hatte.<\/p>\n<p>So richtig franz\u00f6sisch wird es im Elsass erst in einer gr\u00f6\u00dferen Stadt wie Colmar mit seinen 66.000 Einwohnern. Urbanistisch modernisiert wurde es um 1900 zwar auch von deutschen Stadtplanern. Aber als man zum Beispiel den eleganten Boulevard du Champ de Mars mit stattlichen H\u00e4usern versah, durften die heimischen Architekten sie im franz\u00f6sischen Stil entwerfen.<\/p>\n<p>Ein els\u00e4ssischer Franzose erfand Miss Liberty<\/p>\n<p>Auch die Denkm\u00e4ler im benachbarten Park erinnern, durch eine Sichtachse verbunden, an zwei S\u00f6hne der Stadt, die zu franz\u00f6sischen Kriegshelden wurden. Der eine, General Rapp, k\u00e4mpfte unter Napoleon I.; der andere, Admiral Bruat, unter Napoleon III. Sch\u00f6pfer beider Statuen war Auguste Bartholdi. Seine erste Skulptur im \u00f6ffentlichen Raum schuf Bartholdi schon mit 21 Jahren \u2013 besagten Rapp, den der junge Bildhauer angriffslustig seinen S\u00e4bel mit gro\u00dfer Geste aus der Scheide ziehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Zu Weltruhm gelangte Bartholdi allerdings mit einem anderen Monument: der Freiheitsstatue im Hafen von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/new-york-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/new-york-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">New York<\/a>. Ja, es war tats\u00e4chlich ein els\u00e4ssischer Franzose, der Miss Liberty erfand. Urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Einweihung des Suezkanals gedacht, wo man sie aber nicht haben wollte, bot er sie als Ehrengabe zum 100. Jahrestag der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeit den Vereinigten Staaten an. Die nahmen das Geschenk mit Kusshand.<\/p>\n<p>Gefertigt und unterst\u00fctzt durch ein riesiges Fundraising wurde das Bildwerk aber zur G\u00e4nze in Paris, wobei \u00fcbrigens der Ingenieur Gustave Eiffel, ebenfalls ein Els\u00e4sser, zur Hilfe kam und sich dabei Anregungen f\u00fcr seinen Eiffelturm holte. 1884 war Miss Liberty endlich fertig und wurde in ihrer ganzen Sch\u00f6nheit und Gr\u00f6\u00dfe an der Seine pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Dann zerlegte man das 127 Tonnen schwere Monstrum in 300 Kupferplatten, verpackte diese in 200 Kisten, verschiffte sie an Bord des Dampfers \u201eIs\u00e8re\u201c nach New York, wo sie dann tats\u00e4chlich am 28. Oktober 1886 auf Liberty Island aufgestellt wurde.<\/p>\n<p>Wer sich genauer \u00fcber die komplizierte Geschichte ihrer Entstehung unterrichten will, dem sei ein Besuch im Mus\u00e9e Bartholdi in Colmar empfohlen. Es befindet sich in dem repr\u00e4sentativen Geburtshaus des Bildhauers. Viele Gipsmodelle, aber auch Gem\u00e4lde und Zeichnungen beleuchten Leben und Werk dieses wohl bedeutendsten Colmarer K\u00fcnstlers der Neuzeit.<\/p>\n<p>Er setzt damit auf seine Weise eine els\u00e4ssische Tradition fort, die mit dem Colmarer Meister Martin Schongauer begonnen hatte. Er war das gro\u00dfe Vorbild Albrecht D\u00fcrers. Schongauers \u201eMadonna im Rosenhag\u201c, die man in der Dominikanerkirche bestaunen kann, gilt als Durchbruch zum Liebreiz der Madonnen in der rheinischen Malerei der Fr\u00fchrenaissance.<\/p>\n<p>Eines der wichtigsten Kunstwerke des Elsass<\/p>\n<p>Das wichtigste Kunstwerk Colmars, des Elsass \u00fcberhaupt, befindet sich im Museum Unterlinden: der Isenheimer Altar. Er wurde k\u00fcrzlich restauriert und prangt jetzt wieder in leuchtenden Farben in der Kapelle des ehemaligen Klosters, aus dem das Museum hervorgegangen ist. Wiederum ist ein Deutscher, Matthias Gr\u00fcnewald, der Sch\u00f6pfer; er stammte aus <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wuerzburg\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/wuerzburg\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">W\u00fcrzburg<\/a>.<\/p>\n<p>Den Altar bestellt hatten die Antonianer \u2013 ein reicher Orden, der auf die Heilung von Kranken spezialisiert war. Nirgendwo sonst in dieser Zeit hatte es ein Maler gewagt, Christus am Kreuz mit einem derart von Wunden und Schw\u00e4ren gezeichneten K\u00f6rper zu malen. Ihn zeigt die Vorderseite. Die Hinterseite des Altars zeigt hingegen Christus, wie er als makellose Lichtgestalt gen Himmel auff\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Dieses Vorher-Nachher sollte die Kranken tr\u00f6sten und ermutigen. Und wer die grandiose Komposition des Isenheimer Altars geb\u00fchrend auf sich wirken l\u00e4sst, kann sich gut vorstellen, dass die mittelalterlichen Kranken schon durch die schiere Sch\u00f6nheit dieses Kunstwerks seelisch aufgerichtet wurden.<\/p>\n<p>Nach so viel geistig-geistlicher Speisung wird es einen auch nach der k\u00f6rperlichen verlangen. Schr\u00e4g gegen\u00fcber dem Museum befindet sich ein, wenn nicht der Gourmettempel Colmars: das Restaurant \u201eLe Girardin\u201c im Hotel \u201eLa Maison des T\u00eates\u201c. Hier gibt es alles, was die els\u00e4ssische K\u00fcche zu bieten hat.<\/p>\n<p>Von \u201eChoucroute\u201c, der Sauerkrautplatte mit bis zu acht verschiedenen Fleischbeilagen, \u00fcber den \u201eBaeckeoffe\u201c, einen Eintopf, in dem Fleisch und Gem\u00fcse erst zw\u00f6lf Stunden mariniert und dann zwei bis drei Stunden im Ofen gegart werden. Nicht zu vergessen: der Dessert-Klassiker schlechthin, \u201eKougelhopf\u201c, der dank Hefe-Briocheteig viel fluffiger ist als der deutsche Guglhupf. Dazu passen wunderbar die Weine der Region, von Gew\u00fcrztraminer \u00fcber Riesling bis zum Pinot Gris.<\/p>\n<p>Da fragt man sich als Reisender: Was hei\u00dft hier Franz\u00f6sisch, was hei\u00dft hier Deutsch? Im Elsass wird vor allem die Sprache des Genusses gesprochen: ein Hochgenuss von Geschichte und Landschaft, von Kultur und Gastronomie. Und diese Sprache versteht man zum Gl\u00fcck auf beiden Seiten des Rheins.<\/p>\n<p>Tipps und Informationen:<\/p>\n<p><b>Wie kommt man hin?<\/b> Am einfachsten mit ICE oder TGV ohne Umsteigen von Berlin, Erfurt, Frankfurt\/Main, Karlsruhe nach Stra\u00dfburg. Von hier aus gelangt man mit Regionalz\u00fcgen und Bussen zu allen wichtigen Orten im Elsass. Wer fliegen m\u00f6chte: Viele Direktfl\u00fcge gibt es zum Flughafen Stra\u00dfburg im Norden sowie zum Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg im Dreil\u00e4ndereck im S\u00fcden.<\/p>\n<p><b>Wo wohnt man gut? <\/b>In der geografischen Mitte des Elsass befindet sich in Ribeauvill\u00e9 (Rappoltsweiler) das familiengef\u00fchrte \u201eLogis H\u00f4tel du Mouton\u201c in einem Fachwerkbau aus dem 14. Jahrhundert zur\u00fcckgeht. Doppelzimmer ab 100 Euro (hoteldumouton.fr, im Juli Betriebsferien). Wer es modern mag: \u201eHotel Ibis Styles Colmar Centre\u201c, Doppelzimmer mit Fr\u00fchst\u00fcck ab 132 Euro (ibis-stylescolmar-centre.h-rez.com).<\/p>\n<p><b>Burgen und Museen: <\/b>Hohk\u00f6nigsburg bei Schlettstatt, Eintritt: zw\u00f6lf Euro (haut-koenigsbourg.fr). Burgruine Hohlandsberg in Wintzenheim bei Colmar, Eintritt: sieben Euro (chateau-hohlandsbourg.com). Die D\u00f6rfer Riquewihr und Ribeauvill\u00e9 sind sehr sehenswert, ebenso Colmar mit dem Mus\u00e9e Bartholdi (musee-bartholdi.fr) und das Mus\u00e9e Unterlinden (museeunterlinden.com).<\/p>\n<p><b>Weitere Infos:<\/b> visit.alsace\/de; Atout France, france.fr\/de<\/p>\n<p>Die Teilnahme an der Reise wurde unterst\u00fctzt von Visit Alsace. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabh\u00e4ngigkeit finden Sie unter go2.as\/unabhaengigkeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Elsass ist ein Hochgenuss aus Geschichte und Landschaft, Kultur und Gastronomie. 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