{"id":1288786,"date":"2026-09-08T16:09:12","date_gmt":"2026-09-08T16:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288786\/"},"modified":"2026-09-08T16:09:12","modified_gmt":"2026-09-08T16:09:12","slug":"warum-junge-deutsche-deutschland-verlassen-und-auswandern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288786\/","title":{"rendered":"Warum junge Deutsche Deutschland verlassen und auswandern"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf einer l\u00e4ngeren Reise im vergangenen Jahr machte Alexander Steffen eine Beobachtung. Beim Abendessen mit einem Bekannten in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/dubai\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dubai<\/a> bemerkte er, dass um ihn herum viele junge Deutsche sa\u00dfen. \u201eUm mich herum sa\u00dfen gef\u00fchlt sehr viele junge Deutsche, und ich dachte: Meine G\u00fcte. In Deutschland herrschte gerade eine depressive Stimmung, und hier l\u00e4uft es noch\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sein Interesse war geweckt, und er besch\u00e4ftigte sich intensiver mit dem Thema Auswandern aus Deutschland. Daraus entstand sein Buch \u201eGoodbye Deutschland\u201c, in dem er sich mit der zunehmenden Abwanderung aus Deutschland besch\u00e4ftigt. Die Zahl derjenigen, die dauerhaft und langfristig ins Ausland gingen, steige immer weiter. \u201eEs gehen mehr Deutsche als diejenigen, die zur\u00fcckkommen\u201c, sagt Steffen. Demnach seien es vor allem Akademiker, die diesen Schritt wagten. \u201eWir verlieren im wahrsten Sinne des Wortes diejenigen, die das Land tragen\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p>Geld ist nicht der einzige Grund      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Grund f\u00fcr eine Auswanderung werde h\u00e4ufig zuerst das Gehalt genannt. \u201eAber ich halte das f\u00fcr zu einfach\u201c, sagt Steffen. Bei den rund 20 Interviews f\u00fcr sein Buch habe er weitere Gr\u00fcnde festgestellt, die die Wanderlust junger Menschen verst\u00e4rken k\u00f6nnten. Im Gespr\u00e4ch mit den Betroffenen werde schnell deutlich, dass Geld zwar eine Rolle spiele, es aber auch andere Argumente f\u00fcr einen Wegzug aus Deutschland gebe. \u201eEs ist auch eine kulturelle Entscheidung\u201c, sagt er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Viele Menschen, insbesondere aus dem unternehmerischen Bereich, h\u00e4tten von einer ausgepr\u00e4gten Neiddebatte in Deutschland berichtet. \u201eSobald jemand Erfolg hat, ist das direkt etwas, das verd\u00e4chtig wirkt. Irgendjemand m\u00fcsse schlie\u00dflich ausgebeutet worden sein. Das politische Signal lautet dann: Diese Menschen m\u00fcssen wir noch st\u00e4rker besteuern. Ich glaube, dass dies ein nicht zu untersch\u00e4tzender Faktor ist. Viele haben irgendwann keine Lust mehr, in einem Land erfolgreich zu sein, in dem Erfolg h\u00e4ufig als etwas Negatives wahrgenommen wird\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p>Schweiz, \u00d6sterreich und Spanien besonders beliebt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deutsche Auswanderer z\u00f6gen unter anderem in die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/schweiz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a>, nach \u00d6sterreich und nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/spanien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a>. Steffen habe au\u00dferdem mit Menschen gesprochen, die in die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/usa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a>, die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/katar\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katar<\/a> gegangen seien.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch habe zum Beispiel mit jemandem gesprochen, der nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/panama\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Panama<\/a> gegangen ist. F\u00fcr ihn kamen aufgrund seines Produkts und seiner Vision die Vereinigten Arabischen Emirate oder Panama infrage. Er hat sich ganz bewusst f\u00fcr Panama entschieden, weil er in einem christlich gepr\u00e4gten Land leben wollte\u201c, sagt Steffen. Das Zielland sei letztlich eine individuelle Entscheidung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es sei ein zunehmender Trend, dass Menschen langfristig ins Ausland gingen \u2013 nicht nur wegen eines beruflichen Wechsels, sondern auch zur Familiengr\u00fcndung. Auch solchen F\u00e4llen sei Steffen bei seinen Recherchen begegnet. F\u00fcr diese Entwicklung gebe es mehrere Gr\u00fcnde. \u201eGrund Nummer eins ist immer die Perspektive\u201c, sagt er. Viele Menschen fragten sich, ob sie Deutschland auch in mehreren Jahrzehnten noch vertrauten. Hinzu komme das pers\u00f6nliche Sicherheitsgef\u00fchl. \u201eOb dieses Gef\u00fchl berechtigt ist oder nicht, m\u00f6chte ich einmal dahingestellt lassen. Aber es ist zumindest in den K\u00f6pfen vieler Menschen vorhanden\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p>Forderung nach einem politischen Kurswechsel      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In seinem Buch besch\u00e4ftigt sich Steffen auch mit m\u00f6glichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen. \u201eWir brauchen einen dramatischen Politikwechsel \u2013 angefangen bei der Steuerpolitik\u201c, sagt er. Junge Singles, die in Deutschland Karriere machen wollten, zahlten zu viele Steuern. \u201eDas ist f\u00fcr Menschen, die sich besonders anstrengen, dramatisch unattraktiv\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch das Rentensystem sei ein Problem. \u201eJeder, der gut verdient, zahlt sehr viel in dieses Rentensystem ein und wird am Ende m\u00f6glicherweise nur wenig davon zur\u00fcckbekommen\u201c, sagt er. \u201eIn diesem Bereich ist der Staat einfach unattraktiv\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch das deutsche Bildungssystem sei von den Befragten als Grund f\u00fcr eine Auswanderung genannt worden. Viele h\u00e4tten das Gef\u00fchl, dass die Schulen nicht mehr auf der H\u00f6he der Zeit seien. \u201eViele haben das Gef\u00fchl, dass die deutschen Schulen nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p>Eine Frage des gesellschaftlichen Mindsets      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Steffen w\u00fcnsche sich vor allem mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Menschen, die Deutschland verlassen. Friedrich Merz habe sich vor Kurzem in einem Sommerinterview \u00fcber auswanderungswillige Menschen lustig gemacht, sagt Steffen. \u201eDiejenigen, die gehen, darf man nicht als Verr\u00e4ter bezeichnen. Zun\u00e4chst einmal sollte man Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben, dass jemand zu dem Schluss kommt, Deutschland verlassen zu wollen\u201c, sagt er. Die Botschaft meines Buches lautet nicht: Packt die Koffer. Deutschland hat nach wie vor gro\u00dfes Potenzial. Deshalb lautet meine Botschaft: Lasst uns bleiben\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Deutschland m\u00fcsse den notwendigen Wandel schaffen und daran arbeiten, ausgewanderte Deutsche zur\u00fcckzugewinnen. Es m\u00fcsse im gemeinsamen Interesse liegen, Deutschland f\u00fcr die eigenen Staatsb\u00fcrger attraktiv zu machen. \u201eDas ist kein rechtes und kein linkes Thema. Es muss im Interesse Deutschlands liegen, ein Land zu sein, das f\u00fcr seine eigenen B\u00fcrger attraktiv ist, damit sie nicht auf die Idee kommen, ihre Zukunft anderswo zu suchen\u201c, sagt Steffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf einer l\u00e4ngeren Reise im vergangenen Jahr machte Alexander Steffen eine Beobachtung. 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