{"id":1288936,"date":"2026-09-08T17:58:13","date_gmt":"2026-09-08T17:58:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288936\/"},"modified":"2026-09-08T17:58:13","modified_gmt":"2026-09-08T17:58:13","slug":"unternehmen-muss-unterlagen-von-bewertungsplattform-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1288936\/","title":{"rendered":"Unternehmen muss Unterlagen von Bewertungsplattform erhalten"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<strong><\/p>\n<p>Was m\u00fcssen Portalbetreiber tun, wenn betroffene Unternehmen eine negative Bewertung entfernen lassen wollen? Damit musste sich das OLG Frankfurt befassen.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Die Betreiberin eines Online-Bewertungsportals muss nach behaupteter Rechtsverletzung dem Betroffenen entsprechende Unterlagen zug\u00e4nglich machen. Das hat das <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/gerichte\/aktuelle-urteile-und-adresse\/oberlandesgericht-frankfurt-am-main\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"nofollow noopener\">Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main<\/a> entschieden (Beschl. v. 31.08.2026, Az. 16 W 40\/26).<\/p>\n<p>Geklagt hatte ein Unternehmen, welches auf dem Bewertungsportal folgenden Eintrag erhielt: &#8222;keine Empfehlung!!!!! Achtung ich warne vor diesem Unternehmen Strafantrag sowie Anwalt ist eingeschaltet&#8220;.<\/p>\n<p>Die Bewertung war dabei unter einem Pseudonym erfolgt. Zun\u00e4chst hatte das klagende Unternehmen abgestritten, \u00fcberhaupt einen Gesch\u00e4ftskontakt mit der unter Pseudonym auftretenden Person gehabt zu haben. Der Portalbetreiberin gelang es aber, dies im Rahmen des Prozesses nachzuweisen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Parteien erkl\u00e4rten den Rechtsstreit daraufhin f\u00fcr erledigt, sodass nur noch die Frage blieb: Wer tr\u00e4gt die Kosten?<\/p>\n<p>Wie schon das Landgericht entschied nun das OLG Frankfurt, dass die Klage unter Ber\u00fccksichtigung des Sach- und Streitstandes bei ihrer Einreichung Erfolg gehabt h\u00e4tte und deshalb die Portalbetreiberin die Kosten zu tragen hat.<\/p>\n<p>Unternehmenspers\u00f6nlichkeitsrecht durch negative Bewertung verletzt<\/p>\n<p>Denn dem klagenden Unternehmen stand ein Unterlassungsanspruch zu, so das OLG. Konkret habe die Portalbetreiberin Pr\u00fcf- und Verhaltenspflichten verletzt. Zwar sei sie nicht verpflichtet gewesen, die von den Nutzern ins Netz gestellten Beitr\u00e4ge vor der Ver\u00f6ffentlichung auf eventuelle Rechtsverletzungen hin zu pr\u00fcfen. Als mittelbare St\u00f6rerin sei sie indes verantwortlich, sobald sie konkrete Kenntnis von einer leicht auffindbaren und offensichtlichen Rechtsverletzung erlange.<\/p>\n<p>Das klagende Unternehmen hatte beim Portal einen Hinweis eingereicht, keinen gesch\u00e4ftlichen Kontakt zum Verfasser der negativen Bewertung gehabt zu haben. Weitergehende Recherchen zur Identit\u00e4t des Verfassers seien aufgrund des Pseudonyms unm\u00f6glich gewesen, so das OLG. In der negativen Bewertung liege daher eine Verletzung des Unternehmenspers\u00f6nlichkeitsrechts gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 823 Abs. 1, 1004 B\u00fcrgerliches Gesetzbuch (BGB).<\/p>\n<p>Zwar hatte die Portalbetreiberin den Verfasser der Bewertung daraufhin angeh\u00f6rt und von diesem im Zuge dessen Unterlagen \u00fcber das Bestehen eines gesch\u00e4ftlichen Kontakts erhalten. Diese Unterlagen h\u00e4tten aber an das von der Bewertung betroffene Unternehmen weitergeleitet werden m\u00fcssen, sodass dieses wiederum zur Frage des gesch\u00e4ftlichen Kontakts h\u00e4tte Stellung beziehen k\u00f6nnen. Dazu der Senat: &#8222;Die M\u00f6glichkeit zu einer eigenen \u00dcberpr\u00fcfung des Vorliegens eines gesch\u00e4ftlichen Kontakts darf dem von der Bewertung Betroffenen nicht in der Weise genommen werden, dass der Portalbetreiber die \u00dcberpr\u00fcfung f\u00fcr sich vornimmt und dem Bewerteten dann versichert, sie habe ein positives Ergebnis erbracht.&#8220;<\/p>\n<p>In der fehlenden \u00dcbermittlung der Unterlagen sieht der Senat eine Pflichtverletzung der Portalbetreiberin. Sie h\u00e4tte die Bewertung \u2013 jedenfalls unter Zugrundelegung des Sach- und Streitstands bei Einreichung der Klage \u2013 l\u00f6schen m\u00fcssen, so der Senat abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>jb\/LTO-Redaktion<\/p>\n<p>Zitiervorschlag<\/p>\n<p id=\"citeArticleContent\">\n<p>\t\t\t\t\tOLG Frankfurt am Main:<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t. In: Legal Tribune Online,<br \/>\n\t\t\t\t\t08.09.2026<br \/>\n\t\t\t\t\t, https:\/\/www.lto.de\/persistent\/a_id\/60830 (abgerufen am:<br \/>\n\t\t\t\t\t08.09.2026<br \/>\n\t\t\t\t\t)\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tKopieren<br \/>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.lto.de\/rechtliches\/zitierhinweise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Infos zum Zitiervorschlag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was m\u00fcssen Portalbetreiber tun, wenn betroffene Unternehmen eine negative Bewertung entfernen lassen wollen? 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