{"id":1289128,"date":"2026-09-08T19:58:27","date_gmt":"2026-09-08T19:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1289128\/"},"modified":"2026-09-08T19:58:27","modified_gmt":"2026-09-08T19:58:27","slug":"enthuellungen-emirate-sollen-netanjahu-vor-grossangelegter-operation-der-hamas-am-7-oktober-gewarnt-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1289128\/","title":{"rendered":"Enth\u00fcllungen: Emirate sollen Netanjahu vor \u201egro\u00dfangelegter Operation\u201c der Hamas am 7. Oktober gewarnt haben"},"content":{"rendered":"<p>Mitten im Wahlkampf \u00fcberzieht ein neues Enth\u00fcllungsbuch Benjamin Netanjahu mit schweren Vorw\u00fcrfen. Demnach warnten ihn gleich mehrere Verb\u00fcndete vor dem Hamas-Terror des 7. Oktobers. Doch der Vorwurf wirft auch eine unerwartete Frage auf.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ignorierte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wenige Tage vor dem 7. Oktober Terror-Warnungen aus dem Ausland? Und h\u00e4tte das Massaker vom 7. Oktober m\u00f6glicherweise verhindert werden k\u00f6nnen? Diese Fragen w\u00fchlen Israel auf, seit am Dienstag erste Ausz\u00fcge eines Enth\u00fcllungsbuches des Journalisten und Filmemachers Shlomi Eldar und der Investigativjournalistin Ruth Yuval ver\u00f6ffentlicht wurden. Eldar verfolgt die israelische Politik im Gaza-Streifen sowie das Vorgehen der Armee seit Jahren kritisch. <\/p>\n<p>Laut ihren Recherchen warnte der Pr\u00e4sident <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a850d37d537b08639dcc798\/naher-osten-abu-dhabi-stoppt-handel-mit-iran-teheran-dementiert-raketenangriff-auf-emirate.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a850d37d537b08639dcc798\/naher-osten-abu-dhabi-stoppt-handel-mit-iran-teheran-dementiert-raketenangriff-auf-emirate.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Vereinigten Arabischen Emirate<\/a>, Mohammed Bin Zayed Al Nahyan den israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Benjamin Netanjahu wenige Tage vor dem Massaker vom 7. Oktober davor, dass die Hamas eine gr\u00f6\u00dfere Operation gegen Israel plane. \u201eEineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober rief der Emir Netanjahu aus dem Pr\u00e4sidentenpalast in Abu Dhabi an und sprach 45 Minuten lang mit ihm.\u201c<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es in dem Buch mit dem Titel \u201eKidnapped: 843 Days of Abandonment\u201c (\u201eEntf\u00fchrt: 843 Tage im Stich gelassen\u201c): \u201eW\u00e4hrend dieses Gespr\u00e4chs teilte Bin Zayed Netanjahu mit, dass Jahja Sinwar, der Anf\u00fchrer der Hamas im Gaza-Streifen, eine gro\u00dfangelegte Operation gegen Israel plane. Der Emir \u00e4u\u00dferte die Sorge, dass ein solches Ereignis nicht nur zu Blutvergie\u00dfen f\u00fchren, sondern auch die gesamte Region ersch\u00fcttern und die Abraham-Abkommen gef\u00e4hrden w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Netanjahus B\u00fcro dementiert die Darstellung des Buches kategorisch. \u201eEine absolute L\u00fcge! <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a7f7810169e8e32c0ae89f0\/israels-ministerpraesident-netanjahu-spottet-ueber-islamische-republik-grossbritannien.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a7f7810169e8e32c0ae89f0\/israels-ministerpraesident-netanjahu-spottet-ueber-islamische-republik-grossbritannien.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ministerpr\u00e4sident Netanjahu<\/a> hat in dem fraglichen Zeitraum nicht mit dem Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Arabischen Emirate gesprochen und keinerlei Warnung von ihm erhalten\u201c, hei\u00dft es in einer Stellungnahme.<\/p>\n<p>Schin Bet empfahl T\u00f6tung Sinwars<\/p>\n<p>Laut den Enth\u00fcllungen hat Netanjahu auf die Informationen aus dem Telefonat relativ gelassen reagiert und geantwortet, er gehe davon aus, dass die Hamas beabsichtige, im Westjordanland zu operieren. Zugleich habe er dem Pr\u00e4sidenten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/berlin\/article6a9ff21e1c634564db63278f\/protest-bei-staatsbesuch-aus-vereinigten-arabischen-emiraten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/berlin\/article6a9ff21e1c634564db63278f\/protest-bei-staatsbesuch-aus-vereinigten-arabischen-emiraten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der Vereinigten Arabischen Emirate<\/a> versichert, Israel sei auf jedes Szenario vorbereitet.  <\/p>\n<p>Die Buchautoren berufen sich unter anderem auf drei hochrangige ausl\u00e4ndische Quellen sowie einen Berater von Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, der \u00fcber das Gespr\u00e4ch in Kenntnis war. Etwa zur gleichen Zeit habe auch eine Warnung des \u00e4gyptischen Geheimdienstchefs General Abbas Kamel das B\u00fcro von Netanjahu erreicht, laut der die Hamas \u201eetwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches, eine schreckliche Operation\u201c plane.  <\/p>\n<p>Am 1. Oktober, also weniger als eine Woche vor dem Angriff vom 7. Oktober, habe sich der damalige Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Ronen Bar, mit Netanjahu getroffen und ihm empfohlen, Sinwar gezielt zu t\u00f6ten. Dar\u00fcber hinaus schlug er eine Reihe weiterer gezielter T\u00f6tungen hochrangiger Mitglieder der Organisation vor. <\/p>\n<p>Einer Quelle aus Sicherheitskreisen zufolge sagte Bar zu Netanjahu, der Schin Bet habe Hinweise darauf, dass die Hamas \u201eetwas Extremes vorbereite\u201c. In dem Gespr\u00e4ch soll er zudem den Begriff \u201eErdbeben\u201c verwendet haben. Netanjahu habe die Empfehlung, Sinwar und weitere hochrangige Hamas-Funktion\u00e4re gezielt zu t\u00f6ten, jedoch nicht angenommen. In diesem Gespr\u00e4ch habe er auch die Warnung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht erw\u00e4hnt. <\/p>\n<p>Vater eines get\u00f6teten Soldaten erhebt schwere Vorw\u00fcrfe<\/p>\n<p>\u201eEs ist sehr schwer, nicht dar\u00fcber nachzudenken, was m\u00f6glicherweise h\u00e4tte verhindert werden k\u00f6nnen. Man h\u00e4tte angesichts solcher Informationen zumindest Vorsichtsma\u00dfnahmen treffen k\u00f6nnen. Was w\u00e4re gewesen, wenn an diesem Morgen doppelt oder dreimal so viele Soldaten dort gewesen w\u00e4ren? Vielleicht h\u00e4tte es deutlich weniger Opfer gegeben. Mein Sohn w\u00e4re vielleicht noch am Leben\u201c, sagt Ruby Chen im Gespr\u00e4ch mit WELT. <\/p>\n<p>Sein Sohn Itay Chen war 19 Jahre alt, als er am 7. Oktober 2023 als Soldat im Kampf gegen Hamas-Terroristen fiel. Sein Leichnam wurde anschlie\u00dfend nach Gaza verschleppt und erst im November 2025 nach Israel zur\u00fcckgebracht. <\/p>\n<p>Ruby Chen erhebt jetzt schwere Vorw\u00fcrfe gegen die Regierung Netanjahu: \u201eWenn diese Informationen tats\u00e4chlich beim Premierminister angekommen sind, warum hat er dann offenbar nicht entsprechend gehandelt? Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit Ihrem Auto, \u00fcberfahren eine rote Ampel und t\u00f6ten dabei jemanden. Das nennt man Fahrl\u00e4ssigkeit \u2013 und daf\u00fcr kann man ins Gef\u00e4ngnis kommen.\u201c <\/p>\n<p>Chen setzt sich seit Langem f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Untersuchungskommission zur Aufarbeitung des Versagens der israelischen Sicherheitsbeh\u00f6rden rund um den 7. Oktober ein. Doch bislang blockiert Netanjahus Regierung eine solche Kommission. \u201eIch bin zutiefst entt\u00e4uscht \u00fcber den Gedanken, dass der Premierminister m\u00f6glicherweise Gr\u00fcnde haben k\u00f6nnte, nicht zu wollen, dass die Wahrheit durch eine Untersuchungskommission ans Licht kommt.\u201c<\/p>\n<p>Herausforderer Netanjahus reagiert scharf<\/p>\n<p>Netanjahu ger\u00e4t durch die Enth\u00fcllungen unter erheblichen politischen Druck. Am 27. Oktober finden in Israel Parlamentswahlen statt. Die bisher ausgebliebene politische Aufarbeitung des Massakers gleicht f\u00fcr viele Israelis einer Wunde, die sich nicht schlie\u00dft. Dementsprechend scharf reagiert die Opposition auf die Buchver\u00f6ffentlichung. <\/p>\n<p>\u201eDer heute Morgen ver\u00f6ffentlichte Bericht, wonach Benjamin Netanjahu zehn Tage vor dem 7. Oktober vor Sinwars Absichten gewarnt worden sein soll, ist \u00e4u\u00dferst beunruhigend\u201c, sagte Yonatan Shalev, der f\u00fcr die Partei B\u2019Yachad bei den Parlamentswahlen antritt, im Gespr\u00e4ch mit WELT. <\/p>\n<p>\u201eSollte sich dies best\u00e4tigen \u2013 der ehemalige Ministerpr\u00e4sident Naftali Bennett erkl\u00e4rte bereits, er wisse, dass der Bericht zutreffe \u2013, tr\u00e4gt Netanjahu pers\u00f6nlich unmittelbare Verantwortung daf\u00fcr, eine eindeutige Warnung ignoriert, die F\u00fchrung der Sicherheitsbeh\u00f6rden nicht alarmiert und das Land nicht vorbereitet zu haben\u201c, sagte Shalev. <\/p>\n<p> \u201eStattdessen setzte Netanjahus Regierung ihre Politik fort, sich von der Hamas vor\u00fcbergehende Ruhe zu erkaufen, w\u00e4hrend sie eine Warnung nach der anderen in den Wind schlug und einem verheerenden und gef\u00e4hrlichen Konzept verhaftet blieb\u201c, so Shalev weiter. Auch Netanjahus aussichtsreichster Herausforderer bei der Wahl, der israelische Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot, griff den amtierenden Premierminister frontal an. <\/p>\n<p>Zweifel an alleiniger Schuld Netanjahus<\/p>\n<p>\u201eNetanjahu hat Dutzende Warnungen vor dem 7. Oktober erhalten und hat sie alle ignoriert\u201c, erkl\u00e4rte Eisenkot auf dem sozialen Netzwerk X. Der fr\u00fchere Premierminister Yair Lapid erkl\u00e4rte in einer Stellungnahme, Netanjahu habe die Warnungen aus den Arabischen Emiraten, aus \u00c4gypten und von seinen eigenen Sicherheitsdiensten nicht ernst genommen. \u201eSeine einzige Reaktion bestand darin, bei Channel 14 aufzutreten und zu sagen, es gebe keinen Grund zur Sorge. Wenn Netanjahu seine Arbeit gemacht h\u00e4tte, w\u00e4re das Massaker verhindert worden\u201c, so Lapid.<\/p>\n<p>Professor Danny Orbach, Milit\u00e4rhistoriker an der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem, erkl\u00e4rt, Netanjahu stehe an der Spitze des Systems und trage daher letztlich die Verantwortung f\u00fcr dessen Versagen. Dennoch warnt er davor, den kritischen Blick auf die Rolle der Institutionen am 7. Oktober zu vernachl\u00e4ssigen. <\/p>\n<p>\u201eWas die verschiedenen Sicherheitsbeh\u00f6rden betrifft, die Netanjahu angeblich gewarnt haben, dr\u00e4ngt sich eine Frage auf: Warum haben sie aufgrund dieser Warnungen nicht selbst gehandelt?\u201c Sie h\u00e4tten keine Genehmigung des Premierministers ben\u00f6tigt, um ihre eigene Einsatzbereitschaft zu erh\u00f6hen oder ihre grundlegenden Annahmen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a969d7dd32756d4be19b322\/nahost-das-hilft-uns-palaestinensern-nicht-weiter-ich-verachte-diese-leute.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a969d7dd32756d4be19b322\/nahost-das-hilft-uns-palaestinensern-nicht-weiter-ich-verachte-diese-leute.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00fcber Gaza zu \u00fcberpr\u00fcfen<\/a>. \u201eTatsache ist, dass auch sie von dem Angriff v\u00f6llig unvorbereitet getroffen wurden\u201c, sagte Orbach zu WELT.<\/p>\n<p>Die brisante Frage nach der Verantwortung f\u00fcr das Sicherheitsversagen hat Potenzial, die Parlamentswahl zu entscheiden. Laut einer Umfrage des Israel Democracy Institute z\u00e4hlt der 7. Oktober unter j\u00fcdischen W\u00e4hlern zu den Themen, die ihre Wahlentscheidung am st\u00e4rksten beeinflussen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-philipp-burgard\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/jan-philipp-burgard\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jan Philipp Burgard<\/a> ist Axel Springer Global Reporter f\u00fcr den Nahen Osten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitten im Wahlkampf \u00fcberzieht ein neues Enth\u00fcllungsbuch Benjamin Netanjahu mit schweren Vorw\u00fcrfen. 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