{"id":1289557,"date":"2026-09-09T01:27:36","date_gmt":"2026-09-09T01:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1289557\/"},"modified":"2026-09-09T01:27:36","modified_gmt":"2026-09-09T01:27:36","slug":"oekonomen-loesen-widerspruch-auf-warum-die-afd-da-am-staerksten-ist-wo-sich-der-arbeitsmarkt-am-besten-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1289557\/","title":{"rendered":"\u00d6konomen l\u00f6sen Widerspruch auf: Warum die AfD da am st\u00e4rksten ist, wo sich der Arbeitsmarkt am besten entwickelt"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6konomen l\u00f6sen Widerspruch aufWarum die AfD da am st\u00e4rksten ist, wo sich der Arbeitsmarkt am besten entwickelt<\/p>\n<p>08.09.2026, 20:07 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(04:41 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/503828078.webp\" alt=\"503828078\"\/>Auch wenn die Arbeitslosigkeit stark zur\u00fcckgegangen ist, hinken strukturschwache Regionen wirtschaftlich weiter hinterher. (Foto: picture alliance \/ Caro)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die Statistik zeigt eindeutig: Der Aufstieg der AfD f\u00e4llt nicht etwa mit wirtschaftlichem Niedergang, sondern mit einem R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit zusammen. Wo sich der Arbeitsmarkt am besten entwickelt, sind die Rechten besonders stark. Das hei\u00dft allerdings nicht, dass die Wirtschaft keinen wichtigen Einfluss auf das Wahlverhalten hat.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere die Arbeitslosigkeit, steht oft im Zentrum von Erkl\u00e4rungsans\u00e4tzen f\u00fcr den Erfolg von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Die Forschung hat aber ein Problem mit der schl\u00fcssig erscheinenden Idee, dass Jobverluste durch Strukturwandel und Deindustrialisierung W\u00e4hler empf\u00e4nglich f\u00fcr populistische Politik machen. Der Aufstieg der AfD in Deutschland l\u00e4sst sich damit nicht erkl\u00e4ren. Tats\u00e4chlich ist der statistische Zusammenhang zwischen Wahlerfolgen der Rechtspartei und der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland teilweise sogar negativ.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Hei\u00dft das aber, dass die wirtschaftliche Entwicklung \u00fcberhaupt keine Rolle spielt f\u00fcr das Erstarken des Rechtspopulimus? Und bieten umgekehrt auch eine gut laufende Wirtschaft und ein R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit keinen Ansatz, um Populisten zur\u00fcckzudr\u00e4ngen und die Demokratie zu stabilisieren? Forscher des Leibniz-Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle in Sachsen-Anhalt sind in <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.iwh-halle.de\/publikationen\/detail\/wahlerfolge-rechtspopulistischer-parteien-trotz-positiver-arbeitsmarktentwicklung-welche-rolle-spielen-oekonomische-faktoren\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">einer Analyse <\/a>der Frage nachgegangen, &#8222;warum es anscheinend Gemeinden mit besonders positiver Entwicklung am Arbeitsmarkt sind, in denen die AfD zunehmend st\u00e4rkere Wahlergebnisse erreicht&#8220;. Dazu haben sie die Ergebnisse der Bundestagswahlen von 2013 bis 2025 auf regionaler Ebene mit der Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Einkommen (mittleres Tages-Entgelt) verglichen. Das Rekord-Wahlergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist nicht Teil der Analyse.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Betrachtet man die Entwicklung dieser Parameter im Zeitverlauf ist der statistische Zusammenhang eindeutig: &#8222;Der Stimmenanteil f\u00fcr die AfD (ist) insbesondere in jenen Regionen stark gestiegen, die auf eine \u00fcberaus positive Entwicklung ihrer Arbeitsm\u00e4rkte zur\u00fcckschauen k\u00f6nnen, etwa in Ostdeutschland.&#8220; Laut den Studien-Autoren ist das aber nur ein &#8222;scheinbarer Widerspruch&#8220; zu der Annahme, dass die Wirtschaft eine wichtige Rolle f\u00fcr den Erfolg von Populisten spielt. Denn in ihrer Analyse betrachten die Forscher nicht nur die Entwicklung des Arbeitsmarktes jeder Gemeinde f\u00fcr sich, sondern auch die &#8222;im Querschnitt&#8220;, das hei\u00dft: Wo liegt er im deutschlandweiten Vergleich.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dabei stellen die Forscher zum Beispiel fest, dass gerade die Regionen den st\u00e4rksten R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit verzeichneten, in denen die Ausgangslage 2013 besonders schlecht war. Gleichzeitig reichten diese Verbesserungen aber nicht aus, um starke Regionen ein- oder gar zu \u00fcberholen. Die zehn Prozent der strukturschw\u00e4chsten Regionen hatten demnach 2013 eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 13,5 Prozent. Bis 2021 sank sie auf nur noch 4,8 Prozent. In den zehn Prozent der st\u00e4rksten Gemeinden lag die Arbeitslosigkeit dagegen schon 2013 bei nur zwei Prozent und sank geringf\u00fcgig auf 1,6 Prozent im Jahr 2021.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die &#8222;Niveauunterschiede&#8220; h\u00e4tten sich also verringert, der &#8222;Unterschied in der Rangfolge&#8220; sei aber bestehen geblieben, konstatieren die Forscher. Auch wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert habe, seien abgeh\u00e4ngte Regionen abgeh\u00e4ngt geblieben. Und dort sei auch die AfD besonders attraktiv f\u00fcr die W\u00e4hler. F\u00fcr den Erfolg der AfD sei also nicht die Lage vor Ort an sich entscheidend, sondern &#8222;die langfristige relative sozio\u00f6konomische Positition einer Gemeinde innerhalb eines gesamtdeutschen Vergleichs&#8220;. Dieser Befund, so die Autoren, passe zu Erkenntnissen anderer Forschungen, denen zufolge &#8222;relative Vergleiche der eigenen Stellung zum Gesamtdurchschnitt f\u00fcr die Unterst\u00fctzung rechtspopulistischer Parteien&#8220; von zentraler Bedeutung seien.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wolle man dem Populismus wirtschaftspolitisch etwas entgegensetzen, reicht es also nicht aus, auf Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt zu verweisen. Entscheidend sei, etwas an den seit langem bestehenden regionalen Unterschieden zu ver\u00e4ndern, hei\u00dft es in der Analyse. Daran sollte &#8222;die Regionalpolitik direkt ansetzen&#8220;. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, mbo<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00d6konomen l\u00f6sen Widerspruch aufWarum die AfD da am st\u00e4rksten ist, wo sich der Arbeitsmarkt am besten entwickelt 08.09.2026,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1289558,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[186,620,13,14,15,4200,4442,12,10,8,9,11,55,381],"class_list":["post-1289557","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-afd","tag-arbeitsmarkt","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-ostdeutschland","tag-rechtspopulismus","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-wirtschaft","tag-wirtschaftspolitik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117238488796693331","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1289557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1289557"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1289557\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1289558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1289557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1289557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1289557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}