{"id":129021,"date":"2025-05-21T21:16:12","date_gmt":"2025-05-21T21:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129021\/"},"modified":"2025-05-21T21:16:12","modified_gmt":"2025-05-21T21:16:12","slug":"gitex-europe-wir-brauchen-eine-cyberresiliente-bevoelkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/129021\/","title":{"rendered":"Gitex Europe: &#8222;Wir brauchen eine cyberresiliente Bev\u00f6lkerung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Chancen und Risiken K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Geoffrey-Hinton-KI-ist-gut-fuer-Gesundheit-und-Bildung-10391727.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stehen im Mittelpunkt der Premiere der Gitex Europe in Berlin<\/a>. Diese treiben auch die europ\u00e4ischen Regulierer um. So erkl\u00e4rte Ioannis Alexakis, Direktor der griechischen Cybersicherheitsbeh\u00f6rde, am Mittwoch auf der Begleitkonferenz, er sehe die gr\u00f6\u00dfte Gefahr darin, dass KI &#8222;die Gedanken der Leute hacken&#8220; k\u00f6nnte. Er forderte daher: &#8222;Wir brauchen eine cyberresiliente Bev\u00f6lkerung.&#8220; Es sei eine gro\u00dfe Aufgabe, die Gesellschaft st\u00e4rker auf solche Bedrohungen auszurichten und Kompetenzen im Umgang mit der Technik zu schaffen.<\/p>\n<p>Momentan liege die \u00f6ffentliche Hand beim Einsatz von KI &#8222;hinter den B\u00f6sen zur\u00fcck&#8220;, sagte Alexakis. Von Regelwerken wie dem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/AI-Act-beschlossen-Zwischen-vertrauenswuerdiger-KI-und-dystopischen-Technologien-9653984.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AI Act der EU<\/a> profitierten vor allem Anw\u00e4lte, weniger die B\u00fcrger. Regelkonformit\u00e4t sei zwar n\u00f6tig, um die n\u00f6tige Aufmerksamkeit f\u00fcr das Thema generell zu schaffen.<\/p>\n<p>Die KI-Verordnung m\u00fcsse aber auch effektiv \u2013 etwa \u00fcber eine Audit-Pflicht \u2013 durchgesetzt werden, wobei noch Abstimmungsbedarf unter den Mitgliedsstaaten bestehe und Leitlinien f\u00fcr KI-Plattformen und -Systeme n\u00f6tig seien. Am wichtigsten sei es, eine allgemeine Cybersicherheitskultur aufzubauen. Der offensive Einsatz von KI d\u00fcrfe in diesem Rahmen nicht komplett verboten werden, so dass auch die Verteidiger damit ihre Instrumente testen und sch\u00e4rfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Direktor des belgischen Zentrums f\u00fcr Cybersicherheit, Miguel De Bruycker, ist das Vorspiegeln falscher Identit\u00e4ten das gr\u00f6\u00dfte Problem angesichts der zunehmenden Verbreitung von Systemen mit generativer KI, die etwa Deepfakes produzieren k\u00f6nnen. Generell w\u00fcrden elektronische Identit\u00e4ten an Bedeutung gewinnen. Deren Verifizierung d\u00fcrfe die EU aber nicht gro\u00dfen Tech-Konzernen aus den USA wie Amazon, Apple, Google, Meta oder Microsoft \u00fcberlassen. Zudem sei es entscheidend, auch im Internet eine Vielzahl von anonymen Nutzungen offenzuhalten. In der analogen Welt m\u00fcssten sich Verbraucher f\u00fcr 90 Prozent allt\u00e4glicher T\u00e4tigkeiten nicht ausweisen.<\/p>\n<p>Erstickt der AI Act Innovation?<\/p>\n<p>Eine so umfassende Regulierung wie den AI Act h\u00e4lt De Bruycker nicht unbedingt f\u00fcr sinnvoll, da sie Innovationen im Keim ersticken und zum reinen Abklicken von Checkboxen f\u00fcr die Compliance verleiten k\u00f6nnte. Wenn f\u00fcr das fr\u00fche Kfz-Modell T von Ford bereits Sicherheitsgurte, Airbags und drei Bremslichter vorgeschrieben gewesen w\u00e4ren, &#8222;w\u00fcrden wir heute kein Auto fahren&#8220;, sagte er. Im Bereich Cybersicherheit w\u00fcrden Zertifikate zwar helfen einzusch\u00e4tzen, &#8222;wie der Level ist&#8220;. Neunzig Prozent der nationalen IT-Sicherheitsvorf\u00e4lle spielten sich aber auf niedrigerer Ebene ab und hingen nicht vom KI-Einsatz ab.<\/p>\n<p>Lajos Szabo, Direktor des ungarischen Cybersicherheitszentrums, ging mit seinem Kollegen aus Belgien konform, dass die echten Bedrohungen nach wie vor von einem Mangel an angewandter Cyberhygiene ausgingen. So spielten noch immer zu viele Nutzer Updates nicht ein oder verwendeten IT-Systeme nach Support-Ende weiter.<\/p>\n<p>Den AI Act sieht Szabo positiver als De Bruycker, da dieser Standards f\u00fcr Hochrisiko-Systeme setze. Zudem habe der EU-Gesetzgeber gesellschaftliche unerw\u00fcnschte Anwendungsfelder wie Social Scoring verboten. Mit den verordneten Pflichten werde ferner der Missbrauch von KI-Systemen gro\u00dfer Akteure durch Cyberkriminelle schwerer.<\/p>\n<p>Produktsicherheit im Mittelpunkt<\/p>\n<p>Die Mitgliedsstaaten m\u00fcssen Szabo zufolge aber noch mehr Vertrauen aufbauen, um auch sensible Informationen \u00fcber Angreifer und ihre Verfahren zu teilen. Zugleich k\u00f6nnte die Einhaltung der Vielzahl an EU-Verordnungen wie der f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Aus-fuer-anonyme-Domains-EU-Regeln-fuer-Cybersicherheit-treten-bald-in-Kraft-7444366.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzwerk- und Informationssicherheit<\/a> (NIS2) oder des <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Parlament-beschliesst-Guetesiegel-fuer-vernetzte-Geraete-und-warnt-vor-Huawei-4333800.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cybersecurity Acts<\/a> Betroffene herausfordern.<\/p>\n<p>Der AI Act sei genau richtig f\u00fcr den Moment, &#8222;sonst h\u00e4tten wir keine Reifen und Bremsen an Autos&#8220;, hob Luca Tagliaretti, Direktor des in Rum\u00e4nien angesiedelten <a href=\"https:\/\/cybersecurity-centre.europa.eu\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">European Cybersecurity Competence Centre<\/a> (ECCC), hervor. Im Zentrum der Verordnung stehe die Produktsicherheit. Die B\u00fcrger h\u00e4tten auch einen Anspruch darauf zu wissen, ob ein Video mit KI generiert worden sei oder welche Technik in einem autonomen Fahrzeug stecke.<\/p>\n<p>Besonders herausfordernd sei der Einsatz von KI durch staatlich gesponserte Cyberkriminelle und andere b\u00f6swillige Akteure, etwa f\u00fcr Social-Engineering-Angriffe. Das ECCC werde daher in den n\u00e4chsten Jahren viele Initiativen starten, um die Wirtschaft widerstandsf\u00e4higer zu machen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wpl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Chancen und Risiken K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) stehen im Mittelpunkt der Premiere der Gitex Europe in Berlin. Diese treiben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":129022,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,1684,15731,548,663,158,3934,3935,11051,32205,13,196,1256,14,11756,15,12],"class_list":{"0":"post-129021","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-cybercrime","11":"tag-cybersecurity","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-gitex-europe","18":"tag-hacking","19":"tag-headlines","20":"tag-it","21":"tag-kuenstliche-intelligenz","22":"tag-nachrichten","23":"tag-netzpolitik","24":"tag-news","25":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114547902747801446","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=129021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129021\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/129022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=129021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=129021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=129021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}