{"id":1290251,"date":"2026-09-09T09:21:13","date_gmt":"2026-09-09T09:21:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290251\/"},"modified":"2026-09-09T09:21:13","modified_gmt":"2026-09-09T09:21:13","slug":"berlin-zu-asche-zu-staub-babylon-berlin-endet-duester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1290251\/","title":{"rendered":"Berlin | Zu Asche, zu Staub: \u00abBabylon Berlin\u00bb endet d\u00fcster"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Was war das damals f\u00fcr eine Sensation, eine Serie aus Deutschland, \u00fcber die selbst die \u00abNew York Times\u00bb berichtete. Das deutsche Fernsehen hatte bis dahin noch keine aufwendigere Produktion gesehen als \u00abBabylon Berlin\u00bb. Kriminalkommissar Gereon Rath navigiert sich darin durch das Berlin der sp\u00e4ten 1920er und fr\u00fchen 1930er Jahre. Nach fast einem Jahrzehnt endet die Serie nun.<\/p>\n<p>Die finale Staffel kann man ab diesem Donnerstag (10. September) in der ARD-Mediathek sehen und am 19. und 25. September im Ersten. Die Serie startete spektakul\u00e4r und wurde international erfolgreich.<\/p>\n<p>Warum machte \u00abBabylon Berlin\u00bb Furore?<\/p>\n<p>Als die Serie 2017 erschien, war sie mit einem Budget von fast 40 Millionen Euro f\u00fcr die ersten beiden Staffeln das bis dahin teuerste deutsche Serienprojekt. Die Geschichte beruht auf Romanen von Volker Kutscher und l\u00e4sst den Mythos Berlin, die Zeit der Weimarer Republik mit Liebe zum Detail aufleben. Millionen Menschen schauten die Serie, die in mehr als 140 L\u00e4nder verkauft wurde.<\/p>\n<p>Besonders war, dass sich die Serie ungew\u00f6hnlich komplexe Handlungsstr\u00e4nge erlaubte und mit aufwendigen Bildern die politischen Entwicklungen bis zum Aufstieg der Nationalsozialisten erz\u00e4hlte. Bisher gibt es vier Staffeln, in denen die beiden Hauptfiguren Rath (Volker Bruch) und Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) Kriminalf\u00e4lle l\u00f6sen. Nun kommt die F\u00fcnfte.<\/p>\n<p>Worum geht es in der neuen Staffel?<\/p>\n<p>Die neue Staffel beginnt mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler Anfang 1933 und erz\u00e4hlt vom Machtkampf, der zwischen seinen Gegnern und Unterst\u00fctzern ausbricht. Die Ermittler sto\u00dfen dabei auf eine Reihe von Todesf\u00e4llen. Bald deutet sich an, dass sie zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnten &#8211; und dass eine Krankengeschichte mit politischer Sprengkraft vertuscht werden soll.<\/p>\n<p>Die acht neuen Folgen erz\u00e4hlen, wie die Nationalsozialisten das Land umbauen, wie immer mehr Menschen verschwinden und verhaftet werden. Wie gewaltig die Ver\u00e4nderungen sind, zeigt sich in vielen Nebengeschichten. An den Journalisten etwa, die versuchen, Hitler noch durch einen Zusammenschluss linker Parteien aufzuhalten. Oder am Polizeifotografen Reinhold Gr\u00e4f (Christian Friedel), der eine ganz besondere Geschichte hat.<\/p>\n<p>Die letzte Staffel beruht lose auf Kutschers Roman \u00abM\u00e4rzgefallene\u00bb, portr\u00e4tiert erneut die kompliziert sch\u00f6ne Stadt Berlin und nimmt einen auch mit zum K\u00f6lner Karneval und ins Pariser Nachtleben. Sie mischt dabei historische Ereignisse mit jeder Menge Fiktion. Kommissar Rath etwa begibt sich mit anderen auf eine Mission, um Hitler doch noch zu stoppen.<\/p>\n<p>Wer spielt sonst mit?<\/p>\n<p>Schauspieler Lars Eidinger spielt erneut den Industriellen Alfred Nyssen und Fritzi Haberlandt die Zimmerwirtin Elisabeth Behnke, die diesmal besondere Pl\u00e4ne einf\u00e4delt. Martin Wuttke ist als Chefredakteur zu sehen und Jens Harzer \u00fcbernimmt die Rolle von Anno &#8211; Raths verschwundenem Bruder, den er im Ersten Weltkrieg zur\u00fcckgelassen hatte.\u00a0<\/p>\n<p>Neu dabei sind Clemens Schick als Hitler und Devid Striesow als dessen Minister Hermann G\u00f6ring. Nach Angaben des Filmteams sollten beide Figuren m\u00f6glichst wenig gezeigt, die historischen Umw\u00e4lzungen stattdessen aus der Mitte heraus oder aus ungew\u00f6hnlichen Perspektiven erz\u00e4hlt werden. Gezeigt wird Hitler dann auch vor allem in R\u00fcckblenden auf das Jahr 1918, in einem Lazarett f\u00fcr verwundete Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Anders als bei den bisherigen Staffeln ist der Streaminganbieter Sky nicht mehr dabei. Das Unternehmen hatte entschieden, nicht mehr in eigenproduzierte Fiction zu investieren. Dass die \u00f6ffentlich-rechtliche ARD und der Bezahlsender das teure Projekt lange gemeinsam stemmten, war ein Novum.<\/p>\n<p>Ist das ein w\u00fcrdiger Abschluss?<\/p>\n<p>Eines kann man vorwegnehmen &#8211; auch nach mehreren Jahren Pause zieht einen \u00abBabylon Berlin\u00bb noch in seinen Bann. Die Macher Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten verpassen es nicht, an den Anfang der Serie anzukn\u00fcpfen, etwa indem das ikonische Titellied diesmal von der franz\u00f6sischen S\u00e4ngerin Zaho de Sagazan gesungen wird (\u00abZu Asche, zu Staub, dem Licht geraubt, doch noch nicht jetzt, Wunder warten bis zuletzt\u00bb).<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich hatte sich die Serie etwas verloren, manchmal kam man bei den vielen Parallelgeschichten nicht mehr mit. Das ist diesmal besser gel\u00f6st und manche F\u00e4den werden zusammengef\u00fchrt. Das opulente Szenenbild und die Kost\u00fcme faszinieren noch immer, auch weil sie ein zentrales Kapitel deutscher Geschichte aufleben lassen, das viele heute nur aus Schulb\u00fcchern kennen.<\/p>\n<p>Plastisch wird einem vor Augen gef\u00fchrt, wie der Kampf um die Demokratie damals verloren ging und welche katastrophalen Folgen das hatte. Eine Botschaft, die pl\u00f6tzlich wieder aktuell ist. Wenn nun zum Abschluss der gro\u00dfen Seriensaga noch einmal der Titelsong l\u00e4uft und dazu Luftaufnahmen des zerbombten Berlins eingeblendet werden, dann wird aus dem unheilvollen Blick in die Vergangenheit auch eine Mahnung an die Gegenwart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Was war das damals f\u00fcr eine Sensation, eine Serie aus Deutschland, \u00fcber die selbst die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1290252,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,441,30,198,62,1940,1938,1897,265986,6406],"class_list":["post-1290251","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-deutschland","tag-fernsehen","tag-germany","tag-internet","tag-medien","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin","tag-streaming","tag-streamingstart-am-10-september","tag-tv-ausblick"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117240351036736662","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1290251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1290251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1290251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1290252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1290251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1290251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1290251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}